Interview

Interview mit ZTM Annette von Hajmasy, Vorsitzende des Dentista „Forum Zahntechnikerinnen“

„Zusammen bringen, was zusammen gehört“ – Zahntechnikerinnen und Zahnärztinnen unter einem Dach

Bildnachweis: Peshkova Shutterstock
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Zum Jahresbeginn 2013 startete das „Forum Zahntechnikerinnen“ im Dentista Club. Der Dentista Club ist ein seit Jahren etabliertes unabhängiges Forum für Zahnärztinnen in Deutschland. Mit der Gründung des „Forum Zahntechnikerinnen" soll die Zusammenarbeit zwischen den beiden Berufsgruppen forciert und gelebt werden.

Die Gründungs-Vorsitzende des „Forum Zahntechnikerinnen“, ZTM Annette von Hajmasy, beschreibt in einem Interview die Chancen des Netzwerkes und weist auf die vielen Schnittstellen hin. (Abb. 1 und 2).

  • Abb. 1: ZTM Annette von Hajmasy (links), Köln, ist Vorsitzende des „Forum Zahntechnikerinnen“. ZTM Relindis Tegtmeier (rechts), Neuss, ist eine der Mit-Initiatorinnen.
  • Abb. 2: ZTM Christina Bennewitz (links), Berlin, ist stellvertretende Vorsitzende des „Forum Zahntechnikerinnen“. Sie gehört wie auch ZTM Jaqueline Riebschläger, Berlin, zu den Gründungsmitgliedern des Forums.
  • Abb. 1: ZTM Annette von Hajmasy (links), Köln, ist Vorsitzende des „Forum Zahntechnikerinnen“. ZTM Relindis Tegtmeier (rechts), Neuss, ist eine der Mit-Initiatorinnen.
  • Abb. 2: ZTM Christina Bennewitz (links), Berlin, ist stellvertretende Vorsitzende des „Forum Zahntechnikerinnen“. Sie gehört wie auch ZTM Jaqueline Riebschläger, Berlin, zu den Gründungsmitgliedern des Forums.

Frau von Hajmasy, als Vorsitzende des „Forum Zahntechnikerinnen“ im Dentista Club schaffen Sie über die Prothetik hinaus eine Kompetenz-Brücke innerhalb der Zahnmedizin und Zahntechnik. Was hat Sie an dieser Aufgabe gereizt?

Menschen und Ideen. Ohne pathetisch klingen zu wollen, ich sehe hier die Chance „Zusammen zu bringen, was zusammen gehört“, in diesem Fall zwei Berufsgruppen, die gemeinsam viel erreichen können; zum Wohle des Patienten. Dentista kann eine Möglichkeit sein, diese Aufgabe mit neuer Energie anzugehen. Dabei setze ich auch auf die Kooperation außerhalb des Dentista Clubs – mit männlichen sowie weiblichen Kollegen. Ein weiterer Reiz liegt darin, das „Forum Zahntechnikerinnen“ zu etablieren und unsere Berufsgruppe zu stärken.

Wo sehen Sie die spannendsten und wichtigsten Schnittstellen zwischen Zahnärztinnen und Zahntechnikerinnen?

Vom fachlichen Standpunkt aus verbindet uns die prothetische Zahnmedizin. In diesem Bereich können wir voneinander lernen. Spannend wird es dann, wenn ein reger Austausch stattfindet. Das kann auf Fortbildungen sein, auf Kongressen oder in dem kleinen Kreis eines Qualitätszirkels. Darüber hinaus gibt es viele Schnittstellen bei frauenspezifischen Themen, wie zum Beispiel die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

 

Laut Statistik sind fast sechzig Prozent innerhalb des Zahntechnikberufs weiblich. Öffentlich bekannt sind wenige, ebenso wie bei den Zahnärztinnen. Kann eine Organisation wie der Dentista Club diese „Quote“ steigern?

Die Fortbildungen, die vom Dentista Club angeboten werden, bieten eine optimale Plattform. Das ergibt wunderbare Chancen. Gelingt es uns, mehr Damen zu motivieren und in die Öffentlichkeit zu holen, können wir viel erreichen. Ich fände es schön, wenn mehr Kolleginnen mit ihrem fundierten Wissen „auf die Bühne“ gehen. Wird ein reger Austausch zwischen Zahnärztin und Zahntechnikerin gelebt, verbessern sich die Zusammenarbeit und somit die Ergebnisse. Die Kommunikation findet unter dem Dach von Dentista auf neutralem Boden statt, was der Sache zu Gute kommt. Berührungsängste werden abgebaut.

„Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, ein Ruf, der oft von Seiten der Zahntechniker zu hören ist. Wie denken Sie darüber?

Ich möchte das Wort „Augenhöhe“ mit „Respekt“ ersetzen. Zwischen einem Zahnmediziner und einem Zahntechniker ist „Augenhöhe“ ein hinkender Vergleich. Respekt vor der Arbeit des anderen trifft es viel besser. Die Zahnmedizin und die Zahntechnik sind zwei verschiedene Berufsgruppen; jeder sollte seine Grenzen akzeptieren und den Part des Anderen respektieren. Leider ist es durch die Art der Rechnungsstellung an den Patienten politisch bedingt, dass der Zahnarzt das Gefühl hat, unsere Arbeit verkaufen zu müssen und noch dafür zu bezahlen. Letztlich zahlt jedoch der Patient die Arbeit des Zahntechnikers. Diese von uns nicht zu ändernde Tatsache schürt Emotionen, die nicht zielführend sind.

Sie sind leidenschaftliche Zahntechnikerin und enthusiastische Referentin. Wie finden Sie Ihren Ausgleich zu diesen anspruchsvollen Tätigkeiten?

Die Aufgaben ergänzen sich wunderbar. Ich liebe mein handwerkliches Tun ebenso wie die Arbeit in der Öffentlichkeit. Als Referentin bin ich von Menschen umgeben, kann kommunizieren und mein Wissen auf persönlicher Ebene vermitteln. Als Autorin kann ich mein Fachwissen an eine große Zahl von Lesern weitergeben. Die Arbeit im Labor erdet mich. Hier kann ich mit Fingerfertigkeit etwas für Menschen „schaffen“. Und auch wenn es klischeehaft klingt, der Spaziergang mit meinem Hund gehört für mich zu einem erfüllten Tag.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Annett Kieschnick, Berlin (Erstveröffentlichung in DENTISTA 1, 2013)

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZT Annett Kieschnick

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZT Annett Kieschnick


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