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Der o-atlas II: Das „Must-have“ in der Kieferorthopädie

22.11.2018

Ursula Wirtz ist die Autorin des erfolgreichen Nachschlagewerks der herausnehmbaren Technik.
Ursula Wirtz ist die Autorin des erfolgreichen Nachschlagewerks der herausnehmbaren Technik.

Lange war er vergriffen, der o-atlas. Im vergangenen Jahr wurde dieses Nachschlagewerk für die herausnehmbare KFO-Technik erweitert, aktualisiert und modernisiert. Als „o-atlas II“ ist das Kompendium wieder da: mit rund 390 Seiten und mehr als 1.000 Abbildungen.

Das Werk richtet sich an alle, die etwas über die verschiedenen herausnehmbaren Geräte und Apparaturen erfahren möchten, die zur Regulierung von Fehlstellungen der Zähne und Kiefer in der kieferorthopädischen Zahntechnik zur Anwendung kommen. In diesem Buch sind die meisten herausnehmbaren kieferorthopädischen Elemente, Geräte und Apparaturen in ihren jeweiligen Indikationsgruppen zusammengefasst.

Der Ursprung des o-atlas

Entstanden ist der o-atlas ungefähr 1993 aus einer losen Blattsammlung mit Fotografien und kurzen Erläuterungen der einzelnen Elemente, Platten und Geräte, die Ursula Wirtz bei ihrer täglichen Arbeit als Zahntechnikerin am Universitätsklinikum Aachen angefertigt hat. Es ging ihr damals nicht darum ein Buch zu schreiben. Sie wollte Studenten, die oft mit denselben Fragen zu Aussehen und Herstellung der Geräte, zu Halteelementen und Federn zu ihr kamen, schnelle und effiziente Informationen und Hilfestellungen geben.

  • o-atlas II – Dieses Buch ist für alle Kieferorthopäden und kieferorthopädisch tätigen Zahntechniker als Übersicht und Informationsquelle empfehlenswert.

  • o-atlas II – Dieses Buch ist für alle Kieferorthopäden und kieferorthopädisch tätigen Zahntechniker als Übersicht und Informationsquelle empfehlenswert.
    © Dentaurum

Als dieser Ordner aber immer umfangreicher wurde, kam es dann zu der Idee, mit diesem Material ein Fachbuch zu schreiben. Mit Erlaubnis des Chefs der Klinik wurde dann bei verschiedenen Verlagen angefragt. Diese lehnten aber mit der Begründung ab, dass es sich wegen zu geringer Nachfrage nicht lohnen würde, so etwas herauszubringen.

Auf einem Fortbildungsseminar der Gesellschaft für Kieferorthopädische Zahntechnik e. V. (GK) wurde die Firma Dentaurum (Ispringen) auf den Vorentwurf von KFO-Zahntechnikerin Ursula Wirtz aufmerksam und fand die Idee so interessant, dass ab Mai 2003 der o-atlas bei der Firma Dentaurum als Sammelband erschien.

Die Nachfrage nach diesem Sammelband war so groß, dass der o-atlas im Jahr 2007 als gebundenes Buch mit über 280 Seiten auf Deutsch, Englisch und Spanisch herauskam.

Dieses „Lebenswerk“ von Ursula Wirtz ist seitdem als Nachschlagewerk in der Kieferorthopädie nicht mehr wegzudenken. 

Nachdem das Buch aber lange Zeit vergriffen war, wurde im Herbst 2017 die erweiterte, aktualisierte und modernisierte Ausgabe, der „o-atlas II“, auf der 90. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie e. V. (DGKFO) in Bonn vorgestellt.

Leitfaden, Ratgeber und Handbuch

Dieses Buch ist für alle Kieferorthopäden, Studenten und kieferorthopädisch tätigen Zahntechniker als Übersicht und Informationsquelle empfehlenswert. Neueinsteiger in der Kieferorthopädie können hier einen ersten sehr ausführlichen Überblick über die unterschiedlichen Geräte, Federn und Halteelemente bekommen. Auch Fortgeschrittenen gibt das Standardwerk Hilfen während ihrer praktischen Arbeit. Der Leser erfährt hier, welche Geräte für eine spezielle Therapie oder Behandlung am besten geeignet sind, um eine Fehlstellung schnell und effektiv zu beheben, und welche alternativen Lösungen und Möglichkeiten es noch gibt. Der o-atlas II lässt sich auch sehr gut als Begleitbuch in der Ausbildung oder in der Patientenberatung heranziehen.

Die Aufmachung des o-atlas

Wie der erste o-atlas ist der o-atlas II ebenfalls in 8 Kapitel unterteilt. Von Kapitel 1, in dem eine Übersicht der verschiedensten Halteelemente gegeben wird, über Kapitel 2, in dem Federelemente beschrieben werden, bis hin zu Kapitel 8, das sich den Retentionsgeräten, Schienen, Schnarchgeräten und Splinten widmet, werden auf 397 Seiten 235 verschiedene KFO-Apparaturen vorgestellt.

Zur leichten Orientierung und Suche nach bestimmten Geräten oder Elementen sind am Anfang die Kapitel mit den jeweiligen Inhalten aufgeführt und am Ende gibt es einen Index mit alphabetischer Auflistung. Daran angeschlossen ist noch ein Literaturverzeichnis, damit man sich bei Bedarf oder Interesse mit ausführlicheren und tiefergehenden Informationen versorgen kann.

Die einzelnen Kapitel des o-atlas II sind übersichtlich in Themen und Gruppen gegliedert, sodass man rasch Gerätebeschreibungen und Informationen finden kann. Unter der Überschrift mit dem Namen des Gerätes oder Elements gibt es eine stichwortartige Zusammenfassung der benutzten Drahtstärken, Elemente und deren Funktion sowie eine kurze Beschreibung der Apparatur. Jedem Gerät oder Element steht mindestens eine ganze Seite mit Bildern und Begleittext zur Verfügung. Für den o-atlas II wurde ein Teil der Bilder aus dem Vorgängerbuch wieder aufgenommen. 800 der 1.000 enthaltenen Bilder wurden jedoch neu angefertigt.

Wo das Kompendium an seine Grenzen stößt – und seine Grenzen sprengt

Es muss dem Leser klar sein, dass man es unmöglich schafft, alle Geräte und vor allem deren Modifikationen in einem einzigen Nachschlagewerk unterzubringen. Der o-atlas II kann trotz seines enormen Umfangs nicht alles abdecken. Die Forschung und kontinuierliche Entwicklung enden nie. So kann es sein, dass einzelne Geräte und Verfahren, die hier im o-atlas II vorgestellt werden, recht bald nicht mehr dem aktuellen Stand der kieferorthopädischen Zahntechnik entsprechen.

Auch die immer wieder gestellte Frage nach einer bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Herstellung von Elementen und ganzen Geräten muss ich aufgrund meiner Erfahrungen als Kursleiter für kieferorthopädische Grundkurse negativ beantworten. Solche Bilderstrecken würden den Rahmen jeder Publikation sprengen.

Für unerfahrene Anfänger ist es außerdem sehr schwer, nur mithilfe von Bildern oder Filmen eine komplexe dreidimensionale Herstellung einer Sache zu verstehen und umzusetzen. Dazu bedarf es eines Instruktors, der live die Arbeitsschritte vorführt und dann beim Nachbiegen und Üben helfend und korrigierend eingreifen kann.

Aber: Es wurden 50 der interessantesten KFO-Apparaturen als 360°-Drehtelleraufnahmen aufgenommen. Über einen QR-Code im Anhang des Buches kann man sich diese Geräte, nach der Registrierung auf der Website des o-atlas II, auf einem mobilen Endgerät oder PC aus allen Richtungen und mit einer Zoom-Möglichkeit bis ins kleinste Detail anschauen.

Empfehlung

Ich kann und möchte diese „Bibel der KFO“ jedem wärmstens und herzlich empfehlen, der irgendwie mit kieferorthopädischer Zahntechnik zu tun hat – und nicht nur in Deutschland. Die englische, spanische und französische Ausgabe des o-atlas II sollen zur IDS 2019 veröffentlicht werden. Eine polnische Version ist in Planung.  

o-atlas II

Atlas der kieferorthopädischen Technik

Autorin: Ursula Wirtz
ISBN: 978-3-9818614-0-2, Verlag Dentaurum,
3. Auflage (Oktober 2017), gebundene Ausgabe
Dentaurum-Nr.: 903-920-10
Preis: 148,73 Euro inkl. MwSt.
www.o-atlas.com

 


Leseprobe* aus dem o-atlas II: Der Roberts-Retraktor

Elemente: Labialbogen 0,6 mm fh, Adamsklammer 0,7 mm h.

Funktion: Retrusion der Frontzähne.

Beschreibung: Einfache Plattenapparatur zur Retrusion der Frontzähne. 

  • Die Besonderheit bei diesem Gerät ist der Labialbogen.
An den überführenden, mesialen Schenkeln des Labialbogens
werden zur Verstärkung Kanülen einer Spritze
oder Röhrchen in entsprechender Größe als Versteifung
über den Draht gezogen. So kann das restliche dünnere,
aktive Teil des Labialbogens mit Loop in den U-Schlaufen
gezielt als aktives Element dienen.
  • Wenn der Labialbogen bis auf die Retentionen gebogen ist,
werden die Kanülen über den Draht gesteckt und mit den
Kanülen die Retentionen gebogen. Die Kanülen erstrecken
sich vom Loop bis zum Beginn der Retention.
  • Die Besonderheit bei diesem Gerät ist der Labialbogen. An den überführenden, mesialen Schenkeln des Labialbogens werden zur Verstärkung Kanülen einer Spritze oder Röhrchen in entsprechender Größe als Versteifung über den Draht gezogen. So kann das restliche dünnere, aktive Teil des Labialbogens mit Loop in den U-Schlaufen gezielt als aktives Element dienen.
  • Wenn der Labialbogen bis auf die Retentionen gebogen ist, werden die Kanülen über den Draht gesteckt und mit den Kanülen die Retentionen gebogen. Die Kanülen erstrecken sich vom Loop bis zum Beginn der Retention.

  • Durch die transversale Schraube wird der Labialbogen
automatisch aktiviert.
  • Durch die transversale Schraube wird der Labialbogen automatisch aktiviert.


*Die Leseprobe stammt von S. 126 aus dem o-atlas II.

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Jörg Stehr


Der o-atlas, das Nachschlagewerk für die herausnehmbare KFO-Technik, wurde erweitert, aktualisiert sowie modernisiert und ist nun als „o-atlas II“ wieder da. ZT Jörg Stehr hat für uns das Kompendium genau unter die Lupe genommen. 

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