Ästhetik

Ästhetikanalyse per App, Modellation als CAD, Umsetzung mit CAM

Ein neues Lächeln entsteht

Abb. 1: Testeneers (Wortfügung aus Veneers zum Testen) sind Kosmetikprodukte. Sie werden nach ausführlicher Ästhetikanalyse virtuell konstruiert und dann der CAM-Maschine übergeben. Bildnachweis: Dr. Gisela Peters, Bad Homburg
Abb. 1: Testeneers (Wortfügung aus Veneers zum Testen) sind Kosmetikprodukte. Sie werden nach ausführlicher Ästhetikanalyse virtuell konstruiert und dann der CAM-Maschine übergeben. Bildnachweis: Dr. Gisela Peters, Bad Homburg

Der Beratung von Patienten durch Zahntechniker sind enge gesetzliche Grenzen gesetzt, siehe auch in der Kolumne von Dr. Felix Blankenstein auf dieser Seite: „Zahnmedizin und Zahntechnik im Dialog. Heute: Beratung durch den Zahntechniker“. Einen rechtlich sicheren Weg gehen die lächeln2go Studios in Dentallaboren.

Testeneers (Abb. 1) sind dünne Schalen aus Kunststoff, die für jeden Zahn individuell per Computer designed und gefräst werden. Ein Zahnarzt muss nicht mit im Spiel sein, denn es handelt sich um kosmetische Produkte, die Verbraucher – juristisch keine Patienten! – in den lächeln2go-Testeneer-Studios bestellen und auf die eigenen Zähne setzen. Man kann die Kunststoffschalen mehrere Stunden bis zu einem Tag tragen. Bei Bedarf werden sie mit wasserlöslichem Fixiergel aufgesetzt, die natürlichen Zähne werden nicht vorbehandelt.

Es gibt zwei Hauptanwendungsgebiete. Wenn Personen zum Beispiel an einen Diastema-Schluss, die Behebung von Zahnschiefstellungen, Verlängerung zu kurzer Zähne oder eine neue Ästhetik aller Frontzähne denken, können sie sich zunächst in einem lizensierten lächeln2go-Testeneer-Studio vorstellen und für sich Testeneers anfertigen lassen. Diese fungieren dann als Veneers zum Testen und geben eine konkrete Vorstellung davon, wie eine neue Versorgung aussehen könnte – in einer ästhetischen Probefahrt sozusagen. Ein Therapievorschlag, der in zahnmedizinisches Handeln eingreift, ist dies nicht. Geht es danach um die dauerhafte Lösung und die Behebung eines Defizits, die im Bereich der Zahnheilkunde liegt, wendet sich der „Testeneer-Träger“ an einen kooperierenden lächeln2go-Partnerzahnarzt. Dieser nimmt dann die klinische Diagnostik und zahnmedizinische Untersuchung vor, an die sich die fallspezifische Therapie anschließt. Die Person ist zum Patienten geworden. Das zweite Hauptanwendungsgebiet liegt außerhalb des zahnmedizinischen Wirkungskreises und betrifft kosmetisch motivierte Situationen. Die Webseite www.laecheln2go.de nennt Beispiele für solche Anlässe: Etwa für Fotoshootings, Bewerbungsfotos, eine Hochzeit oder auch einen schönen Ausgeh-Abend können Konsumenten ihr Aussehen ein paar Stunden lang mit einem veränderten Lächeln verschönern. In bisher zehn Bundesländern haben Zahntechniker in ihren qualitätsorientierten Dentallaboren ein Testeneer-Studio eingerichtet, bieten das Konzept als „Zubrot“ an und unterstützen damit ihre Partnerzahnärzte.

Fallbeispiel

Eine Rentnerin war mit ihrem unbezahnten Oberkiefer und vor allem ihrem Diastema zwischen Zahn 11 und 21 unzufrieden. Bevor eine aufwendige und kostenintensive Sanierung erfolgte, informierte sich die 61-Jährige im lächeln2go Testeneer-Studio Berlin über die Möglichkeiten einer ästhetischen Veränderung im Frontzahnbereich.

Von der ästhetischen Analyse bis zur Fertigung

Mit einem digitalen Planungstool, dem „Aesthetic Check“ von Excellence25, Berlin (Geschäftsführer ZT Oliver Montag und ZTM Carsten Dursteler), das als App für das Tablet erhältlich ist, wurden anhand des zuvor erhobenen Fotostatus (Abb. 2) zehn Punkte analysiert (Abb. 3). Diese setzten sich aus objektiv messbaren Kriterien zusammen: Position der Mittellinie, Lachlinie, Farbe, bukkaler Korridor (Breite des Lächelns), Zahnachsen, Goldener Schnitt, Längen-Breiten-Verhältnis der Frontzähne, interinzisale Dreiecke, Rot-Weiß-Ästhetik, Papillen. Im Ergebnis wurden das Diastema, ein unharmonischer Verlauf der Lachlinie sowie ein inzisaler Längenverlust durch abradierte Frontzähne dokumentiert. Nach der Besprechung der Analyse und Bewertung durch ausgebildete Dentalfachberaterinnen und Zahntechnikerinnen wünschte sich die Rentnerin sechs Testeneers von 13 bis 23 mit Diastema-Schluss, eine Verlängerung der zu kurzen Frontzähne sowie die Aufhellung der Zahnfarbe.

  • Abb. 2: Die Ist-Situation wird mit dem Tablet fotografiert. Auf diesem ist die App „Aesthetic Check“ installiert, mit der die Analyse durchgeführt wird. Hier bei einer Vorführung auf der Internationalen Dental-Schau 2013 in Köln. Bildnachweis: Dr. Gisela Peters, Bad Homburg
  • Abb. 3: Schritt 6 des Aesthetic Check begutachtet die Zähne anhand des Goldenen Schnitts. Dieser Parameter vergleicht das Breitenverhältnis der Zähne zueinander. Bei einem Wert von 1 für die sichtbare Breite des seitlichen Schneidezahnes hat der mittlere Schneidezahn idealerweise einen Wert von 1,6 und der Eckzahn einen Wert von 0,6. Diese und weitere Messungen bilden die Grundlage des computer-aided Design der Testeneers. Mehr zur Ästhetikanalyse finden Sie unter www.ztm-aktuell.de/fechner Bildnachweis Abb. 3 bis Abb.5: Excellence25 GmbH, Berlin
  • Abb. 2: Die Ist-Situation wird mit dem Tablet fotografiert. Auf diesem ist die App „Aesthetic Check“ installiert, mit der die Analyse durchgeführt wird. Hier bei einer Vorführung auf der Internationalen Dental-Schau 2013 in Köln. Bildnachweis: Dr. Gisela Peters, Bad Homburg
  • Abb. 3: Schritt 6 des Aesthetic Check begutachtet die Zähne anhand des Goldenen Schnitts. Dieser Parameter vergleicht das Breitenverhältnis der Zähne zueinander. Bei einem Wert von 1 für die sichtbare Breite des seitlichen Schneidezahnes hat der mittlere Schneidezahn idealerweise einen Wert von 1,6 und der Eckzahn einen Wert von 0,6. Diese und weitere Messungen bilden die Grundlage des computer-aided Design der Testeneers. Mehr zur Ästhetikanalyse finden Sie unter www.ztm-aktuell.de/fechner Bildnachweis Abb. 3 bis Abb.5: Excellence25 GmbH, Berlin

  • Abb. 4: Blanks aus einem speziellen Kunststoff auf PMMA-Basis zum Herausfräsen der kosmetisch eingestuften Testeneers.
  • Abb. 4: Blanks aus einem speziellen Kunststoff auf PMMA-Basis zum Herausfräsen der kosmetisch eingestuften Testeneers.

Im Studio wurden die Schalen virtuell konstruiert und auf einer desktop3-Fräsmaschine von Dental-Balance, Potsdam, gefräst. Immer kommen exklusive lächeln2go-Blanks (Abb. 4) aus Polymethylmethacrylat- basiertem Kunststoff zum Einsatz, ausschließlich von Merz Dental, Lütjenburg, hergestellt. Die einfache Handhabung erlaubte der Käuferin mehrfaches Einsetzen und Herausnehmen, um zu einer Entscheidung ohne Zeitdruck zu gelangen. Sprechen und Trinken waren problemlos möglich; vor dem Essen und Schlafen waren die Schalen zu entfernen.

Die getestete Ästhetik gab den Anstoß für die zahnärztliche Behandlung

  • Abb. 5: „Dank der Testeneers wusste ich, wofür ich ein Jahr lang spare und nicht in den Urlaub fahre“, resümiert die glückliche 61-Jährige. Links: Ausgangssituation, rechts: mit sechs aufgesetzten Schalen.

  • Abb. 5: „Dank der Testeneers wusste ich, wofür ich ein Jahr lang spare und nicht in den Urlaub fahre“, resümiert die glückliche 61-Jährige. Links: Ausgangssituation, rechts: mit sechs aufgesetzten Schalen.
Mit den eingesetzten Testeneers (Abb. 5) fühlte sich die Rentnerin vollumfänglich zufrieden, sie entschied sich zur definitiven Sanierung. Es erfolgte die Empfehlung zu einem kooperierenden Partnerzahnarzt, dieser erarbeitete das patientengerechte Behandlungskonzept. Die Patientin wurde versorgt mit vier Presskeramikkronen von 12 nach 22, Zirkoniumdioxid- Primärteleskopen auf 13, 14, 23, 24 und 27, Galvano-Sekundärteilen und einer gegossenen Tertiärstruktur aus Kobalt-Chrom.

Fazit

Dieses Beispiel hat gezeigt: Die Testeneers ebnen den Weg für eine aufwendige und damit auch kostenintensive Versorgung. Laboren erleichtert dieses Instrument den Beratungsalltag und intensiviert das Verhältnis Zahnarzt-Zahntechniker. Zudem ist es dank CAD- und CAM-Einsatz leicht in den Betrieb zu integrieren. Patienten erhalten mit den Testeneers Sicherheit, indem sie sich in Ruhe und im vertrauten häuslichen und familiären Umfeld mit einer weiterführenden Versorgung beschäftigen und mit Selbstbewusstsein zu dieser entscheiden können.

Dr. Gisela Peters, Bad Homburg


WEITERE INFORMATIONEN

Excellence25 GmbH
Geschäftsführer: ZTM Carsten Dursteler,
ZT Oliver Montag
Königstrasse 18, 14109 Berlin
Tel.: 030 311 632 666
E-Mail: info(at)laecheln2go.de
www.laecheln2go.de
www.facebook.com/laecheln2go

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Gisela Peters

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Gisela Peters


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