Festsitzende Implantatprothetik


Das erwartet Sie auf der diesjährigen ADT-Tagung

Abb. 1: Virtuelle Darstellung der Suprastruktur innerhalb der Zahnaufstellung.
Abb. 1: Virtuelle Darstellung der Suprastruktur innerhalb der Zahnaufstellung.

Lassen Sie sich hier neugierig auf die kommende Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Dentale Technologie (ADT) machen! Zwei der Referenten geben schon an dieser Stelle Einblicke in die Inhalte ihrer Vorträge. In unserer Rubrik „Termine“ lesen Sie darüber hinaus mehr zur Veranstaltung, die nach Jahren in Böblingen nun erstmals in Nürtingen stattfindet.

Vergleich zweier Stegkonzepte bei einem Patienten: konisch und parallelwandig

Vortrag von ZTM Rainer Gläser

Während die CAD/CAM-Technologie anfangs lediglich im kleinen Stil in der Kronenund Brückentechnologie eingesetzt wurde, ist es heutzutage möglich, hochkomplexe Zahnersatzkonstruktionen aus verschiedenen Materialien zu fräsen. Dies trifft v. a. auf den Bereich der implantatgetragenen stegverankerten Hybridprothetik zu.

Hier bietet die CAD/CAM–Technologie enorme Vorteile. Biokompatible Materialien wie z. B. Titan können hier verwendet werden, ohne dass es zu den bei herkömmlicher Verarbeitung hinlänglich bekannten Problemen kommt, wie z. B. durch den Gießvorgang bedingte Inhomogenität des Werkstoffes (Lunker, Risse etc.), mangelnde Passgenauigkeit und Gerüstspannung (Erstarrungsschrumpfung). Zudem wird bei Hinzuziehung der maschinellen Frästechnik auch menschlich-manuelles Versagen ausgeschlossen.

Die CAD/CAM-Technologie eröffnet nun auch die Möglichkeit, durch die digitale Erfassung des mittels der Aufstellung erarbeiteten Prothesendesigns gezielt die Lage und Höhe des Stegs zu planen (Backwardplanning) und ebenso – seit Neuestem – diesen zusammen mit der dazu gehörenden Sekundärstruktur zu fertigen (Abb. 1-4). In diese softwaregesteuerte Planung lassen sich auch Retentions-/ Friktionselemente einbeziehen. Je nach den individuellen Gegebenheiten und Anforderungen kann die primäre Steganlage mit konischem oder parallelwandigem Design konstruiert werden. Im ADT-Vortrag werden beide Konstruktionsarten anhand desselben Patientenfalls vorgestellt. Während die Fertigung der rein konischen Stegkonstruktion vollständig über CAD/CAM erfolgte, erforderte die Herstellung der Sekundärstruktur beim parallelwandigen Steg unter Einbeziehung von „bestimmten“ Retentions-/Friktionselementen die „Handarbeit“ des Zahntechnikers.

  • Abb. 2: Detailaufnahme der Gesamtsteganlagen Ober- und Unterkiefer.
  • Abb. 3: Basale Ansicht der Unterkiefer-Stegprothese.
  • Abb. 2: Detailaufnahme der Gesamtsteganlagen Ober- und Unterkiefer.
  • Abb. 3: Basale Ansicht der Unterkiefer-Stegprothese.

  • Abb. 4: Fertiggestellte Arbeit.
  • Abb. 4: Fertiggestellte Arbeit.

Das Referat zeigt detailliert auf, wie die hybridprothetische Gesamtlösung in enger Zusammenarbeit von Zahnarzt, Patient und Zahntechniker erarbeitet wurde. Die einzelnen Schritte von der Abformung, Modellherstellung und Aufstellung über die digitale Planung und computergestützte maschinelle Fertigung bis hin zur kompletten Fertigstellung werden Schritt für Schritt geschildert.

Es wird sowohl auf die rein digital geplante und gefräste Primär-/Sekundärkonstruktion als auch auf die für den Oberkiefer mittels Modellguss manuell hergestellte Sekundäranlage eingegangen. Beide Konstruktionsmöglichkeiten werden miteinander verglichen. Neben dem Herstellungsprozess wird auch aufgezeigt, wie der Patient diese Lösung empfindet und ob sich aus Patientensicht Vor- oder Nachteile hinsichtlich Tragekomfort und Handling ergeben.

Natürlich-ästhetische Zirkoniumdioxid-Restaurationen

Vortrag von ZTM Thomas Jobst

Transluzentes monolithisches Zirkoniumdioxid fristet in Deutschland immer noch ein Schattendasein. Obwohl diese Materialgruppe in den vergangenen 2-3 Jahren einen rasanten Anstieg der Bekanntheit erfahren hat, werden stattdessen immer noch viele Nichtedelmetall- Legierungen monolithisch bzw. teilverblendet eingesetzt. Nichtedelmetall-Kronen bzw. -Brücken werden immer noch in den Laboren gegossen, obwohl jeder Zahntechniker über die Problematik von inhomogenen Gefügen informiert ist. Daneben gibt es die Verarbeitung von NEM im Labor mittels CNC-Technik – aber so hergestellte vollanatomische Kronen sind erheblich teurer, als wenn das gleiche Werkstück aus Zirkoniumdioxid gefräst wird. Denn bei gefrästen NEM-Kronen fallen erheblich höhere Werkzeugkosten und Bearbeitungszeiten an. Andererseits zeigt der Stand der Technik heute auf, dass Zirkoniumdioxid gut mit 5-Achs-Tischmaschinen verarbeitet werden kann. Wenn man dieses sowie die Vorteile der Materialklasse Zirkoniumdioxid berücksichtigt, ist klar, dass vieles für den Einsatz von monolithischem bzw. teilverblendetem Zirkoniumdioxid anstelle von NEM spricht.

Selbst das Argument, monolithisches Zirkoniumdioxid sei mit seiner Härte von ca. 1.200 MPa nicht antagonistenschonend, kann heute mit zahlreichen Studien und bei korrekter Verarbeitung widerlegt werden. Durch transluzente Zirkoniumdioxide wie Lava Plus (3M ESPE, Seefeld) lässt sich außerdem eine einzigartige natürliche Ästhetik erreichen. Diese entsteht nicht nur durch eben diese Transluzenz, sondern auch durch eine besondere Färbetechnik (Abb. 5 u. 6).

  • Abb. 5: Eingefärbte Zirkoniumdioxidkrone vor dem Sinterprozess.
  • Abb. 6: Teilverblendete Zirkoniumdioxidkrone.
  • Abb. 5: Eingefärbte Zirkoniumdioxidkrone vor dem Sinterprozess.
  • Abb. 6: Teilverblendete Zirkoniumdioxidkrone.

Doch der – aus meiner Sicht – größte Vorteil in der Verarbeitung von transluzentem Zirkoniumdioxid liegt in der sogenannten Dentinkörperkrone (Abb. 7 u, 8; siehe auch den Beitrag zum neuen „Dentinkern-Verfahren“ von ZT Josef Schweiger und Prof. Dr. Florian Beuer). Diese Methode ermöglicht es auch Zahntechnikern mit wenig Keramik-Schichterfahrung, individuelle Keramik-Schicht-Kronen und -Brücken farbsicher herzustellen. Da der Dentinkörper bereits in der richtigen Zahnfarbe vorhanden ist, kann der Techniker nun mit Schneide- und Transpamassen die Form relativ leicht erarbeiten. Es gibt auch kein „Wegkippen“ der Mamelons mehr und natürlich kann die optimale Schichtstärke bereits über die Konstruktion in der CAD-Software gesteuert werden.

  • Abb. 7: Dentinkörperkrone mit Schneide- und Transpa-Masse geschichtet.
  • Abb. 8: Die fertig verblendete Dentinkörperkrone.
  • Abb. 7: Dentinkörperkrone mit Schneide- und Transpa-Masse geschichtet.
  • Abb. 8: Die fertig verblendete Dentinkörperkrone.

Fazit

Transluzentes Zirkoniumdioxid ist eine Materialgruppe mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. Mir selbst ist dabei wichtig: Ich möchte mich immer noch als Keramiker mit Pinsel und Keramikmasse betätigen. Die Dentinkörperkrone aus Lava Plus bietet mir die Möglichkeit, mit dem Pinsel nicht nur zu malen, sondern immer noch zu schichten.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM Rainer Gläser - ZTM Thomas Jobst

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZTM Rainer Gläser , ZTM Thomas Jobst


Im Rechtsstreit zwischen der Spitta GmbH und einem Software-Anbieter über die Zulässigkeit des Inverkehrbringens der Software diosMP ohne CE-Kennzeichnung wurde in erster Instanz das Urteil vom Landgericht Hamburg zugunsten Spitta gefällt.

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