Festsitzende Implantatprothetik


Von der Totalprothese zu vierzehn festsitzenden Kronen auf Implantaten


Indizes: zahnlose Patientin, festsitzende Versorgung, Camlog-Implantate, Bissregistrierung, Set-up, Röntgendiagnostik, Kosten-Nutzen-Analyse, operative

Umsetzung, Abformung, Ausgleichselemente, Daten- und Modelltransfer, rotweiße

Ästhetik

Die moderne zahnärztliche Prothetik ist heute ohne Einbeziehung der Implantologie gar nicht mehr denkbar. Zu groß ist der therapeutische Nutzen, zu verlockend sind die möglichen Konstruktionen hinsichtlich Trage- und Kaukomfort sowie Akzeptanz und Zufriedenheit des Patienten. Der folgende Beitrag zeigt einen alltäglichen Fall, hochwertig interdisziplinär versorgt, anhand eines durchdachten zeitlichen Ablaufprotokolls.

Die Behandlungskonzepte in der Implantologie entwickeln sich rasant. War man in früheren Jahren auf die Fragen nach Osseointegration und Biokompatibilität der Materialien fokussiert, sind heute mehr der Langzeiterfolg und die ästhetische Komponente in den Vordergrund gerückt. Es gilt, kosmetisch anspruchsvolle, weitestgehend kompromisslose Lösungen zu finden, da steigende Anforderungen an die Ästhetik seitens der Patienten zunehmend an Bedeutung gewinnen. Zahnärzte und Zahntechniker suchen in Zusammenarbeit mit der Dental-Industrie ständig nach verbesserten Verfahren und Techniken, um das ästhetische Therapieergebnis zu optimieren, ohne jedoch dabei die Kaufunktion zu vernachlässigen. Es gilt, die komplexe Problemstellung der „rosa Ästhetik“ zu meistern. Dies kann nur erfolgreich gelöst werden, wenn es dem Behandlerteam gelingt, das Hart- und Weichgewebe zu erhalten – oder, wie in vielen Fällen, notwendigerweise zu regenerieren. Es ist sozusagen die Grundvoraussetzung für das angestrebte ästhetisch ansprechende Endergebnis: Erhalt der Papille, ein harmonischer marginaler Zahnfleischsaum
und ein Austrittsprofil analog dem natürlichen Zahn sind die entscheidenden Parameter. Wichtigste Voraussetzung dafür ist die perfekte Positionierung des Implantatkörpers im Knochen. Zuverlässlich erreicht werden kann dies ausschließlich über eine mit aller Sorgfalt durchgeführte detaillierte, präimplantologische Planung, in die alle Beteiligten, also Chirurg, Zahnarzt, Zahntechniker und Patient, von Anfang an einbezogen werden müssen. Nur mit einer intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit lässt sich der angestrebte Erfolg annähernd voraussagen. Ein Paradigmenwechsel hat zwar bereits stattgefunden, sich jedoch noch lange nicht als Standard in der implantologisch arbeitenden Praxis etabliert. Weiterhin werden die überwiegende Zahl der Implantate im sogenannten „Freestyle-Verfahren“ inseriert. Das heißt, die Implantate werden an der Stelle platziert, wo der Chirurg ein ausreichendes Knochenangebot vorfindet – und nicht etwa dort, wo die Restauration die Implantate nach statischen, funktionellen und kosmetischen Gesichtspunkten fordert. Vielfach wird der erhöhte zeitliche Mehraufwand als Grund genannt,
dieses interdisziplinäre Verfahren nicht anzuwenden. Eine kurzsichtige Betrachtungsweise, denn der Erfolg solcher Versorgungen ist weder plan- noch
korrigierbar, ja nahezu der Zufälligkeit überlassen. Von der Totalprothese im Oberkiefer hin zu vierzehn künstlichen Zähnen, fest verankert im Kiefer mittels Implantaten. Was früher undenkbar war – Traum vieler Patienten und Behandler –, ist heute mittels der inzwischen entwickelten chirurgischen Möglichkeiten machbar. Speziell der Augmentationstechniken in Verbindung mit den sich ständig verbessernden Materialien und Implantatsystemen ermöglichen solche Lösungen. Der folgende Fall veranschaulicht das Behandlungsprotokoll einer interdisziplinär gelösten, umfangreichen, implantatprothetischen Therapie des Oberkiefers, durchgeführt nach der Backward-planning-Methode.

  • Abb. 1: Die 14 individuell modellierten Zwischenaufbauten werden auf Camlog-Implantaten verschraubt. Darauf werden 14 keramisch verblendete Galvanokronen zementiert.
  • Abb. 2: Die Luxusalternative zur Totalprothese: 14 Kronen fixiert auf 14 Camlog-Implantaten.
  • Abb. 1: Die 14 individuell modellierten Zwischenaufbauten werden auf Camlog-Implantaten verschraubt. Darauf werden 14 keramisch verblendete Galvanokronen zementiert.
  • Abb. 2: Die Luxusalternative zur Totalprothese: 14 Kronen fixiert auf 14 Camlog-Implantaten.

  • Abb. 3: Die erste Bissnahme mittels Bissschablone zur arbiträren Montage (Schnellübertragungsbogen) der Situationsmodelle.
  • Abb. 4:Die erste Bissnahme mittels Bissschablone zur arbiträren Montage (Schnellübertragungsbogen) der Situationsmodelle.
  • Abb. 3: Die erste Bissnahme mittels Bissschablone zur arbiträren Montage (Schnellübertragungsbogen) der Situationsmodelle.
  • Abb. 4:Die erste Bissnahme mittels Bissschablone zur arbiträren Montage (Schnellübertragungsbogen) der Situationsmodelle.

Mehr Lebensqualität mit festsitzender Versorgung

Die 67-jährige Patientin ist seit vielen Jahren im Oberkiefer zahnlos und äußerte nun den Wunsch nach einer festsitzendem Versorgung, ähnlich ihren früheren eigenen, natürlichen Zähnen. Mit herausnehmbarem Zahnersatz hatte die Patientin in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht. Sowohl der unzuverlässige Halt ihrer Prothesen beim Essen als auch das Auftreten von Druckstellen war immer wieder ein lästiges Problem für sie gewesen. Hinzu kam die ständige Angst, dass auf einer ihrer zahlreichen Auslandsreisen eine Reparatur oder Fraktur eintreten könnte. Dies alles verunsicherte sie sehr und schränkte ihre Lebensqualität massiv ein. Der zu erwartende recht hohe Preis der gesamten Behandlung war der Patientin diesen gewünschten, neu gewonnenen Tragekomfort wert. Im Unterkiefer-Seitenzahnbereich trug sie festsitzenden Brückenersatz. Die vier Frontzähne waren mittels einer implantatgetragenen Brücke vor zwanzig Jahren rekonstruiert worden. An einer prothetischen Neugestaltung des Unterkiefers war die Patientin trotz großer kosmetischer Defizite zu diesem Zeitpunkt nicht interessiert. Sie stellte diesen zweiten Behandlungsschritt zu einem späteren Termin in Aussicht. Das folgende Protokoll der Behandlung zeigt den zeitlichen Ablauf.

  • Abb. 5: Das Set-up der Zähne erfolgt mit individuell hergestellten röntgenopaken Zähnen. Die Aufstellung dient als Basis für die Herstellung der chirurgischen Bohrschablone.
  • Abb. 6: Das Set-up der Zähne erfolgt mit individuell hergestellten röntgenopaken Zähnen. Die Aufstellung dient als Basis für die Herstellung der chirurgischen Bohrschablone.
  • Abb. 5: Das Set-up der Zähne erfolgt mit individuell hergestellten röntgenopaken Zähnen. Die Aufstellung dient als Basis für die Herstellung der chirurgischen Bohrschablone.
  • Abb. 6: Das Set-up der Zähne erfolgt mit individuell hergestellten röntgenopaken Zähnen. Die Aufstellung dient als Basis für die Herstellung der chirurgischen Bohrschablone.

  • Abb. 7: Die fertige Bohrschablone mit den Löchern von basal.
  • Abb. 8: Detail der Bohrschablone im Frontsegment. Die Bohrlöcher geben die optimale prothetische Positionierung der einzelnen Implantate vor.
  • Abb. 7: Die fertige Bohrschablone mit den Löchern von basal.
  • Abb. 8: Detail der Bohrschablone im Frontsegment. Die Bohrlöcher geben die optimale prothetische Positionierung der einzelnen Implantate vor.

  • Abb. 9: Inserierte Implantate während der belastungsfreien Einheilphase. Regio 12, 22 wurde zusätzlich eine Gingivakorrektur mittels palatinalem Schleimhautlappen notwendig.
  • Abb. 10: Die freigelegten Implantate mit aufgeschraubten Transferpfosten für die offene Abformung. Man sieht die durch die Anatomie der Knochenstruktur bedingte Angulation der einzelnen Implantatachsen in Relation zur späteren Kronenachsrichtung.
  • Abb. 9: Inserierte Implantate während der belastungsfreien Einheilphase. Regio 12, 22 wurde zusätzlich eine Gingivakorrektur mittels palatinalem Schleimhautlappen notwendig.
  • Abb. 10: Die freigelegten Implantate mit aufgeschraubten Transferpfosten für die offene Abformung. Man sieht die durch die Anatomie der Knochenstruktur bedingte Angulation der einzelnen Implantatachsen in Relation zur späteren Kronenachsrichtung.

  • Abb. 11: Die Abformung erfolgt mit Impregum (3M ESPE, Seefeld). Durch die Härte des Polyäthermaterials sind die Transferpfosten eindeutig und sicher im Abdruckmaterial eingebettet und fixiert.
  • Abb. 12: Der individuelle Abformlöffel aus Kunststoff ist okklusal im Bereich der Verschraubungen perforiert.
  • Abb. 11: Die Abformung erfolgt mit Impregum (3M ESPE, Seefeld). Durch die Härte des Polyäthermaterials sind die Transferpfosten eindeutig und sicher im Abdruckmaterial eingebettet und fixiert.
  • Abb. 12: Der individuelle Abformlöffel aus Kunststoff ist okklusal im Bereich der Verschraubungen perforiert.

  • Abb. 13: Basalansicht der Abformung mit eingeschraubten Laborimplantaten und eingebrachtem Platzhalterwachs für die abnehmbare und flexible Zahnfleischmaske.
  • Abb. 14: Auf dem definitiven Arbeitsmodell wird analog zur ersten präoperativen Aufstellung ein weiteres Set-up erstellt.
  • Abb. 13: Basalansicht der Abformung mit eingeschraubten Laborimplantaten und eingebrachtem Platzhalterwachs für die abnehmbare und flexible Zahnfleischmaske.
  • Abb. 14: Auf dem definitiven Arbeitsmodell wird analog zur ersten präoperativen Aufstellung ein weiteres Set-up erstellt.

  • Abb. 15: Die Gold-Kunststoffaufbauten werden auf dem Modell positioniert. Sie sind die Basis für die Modellation der individuellen Zwischenabutments.
  • Abb. 16: Die Kunststoffkamine werden der Situation entsprechend gekürzt und dabei stetig mit den Silikonwällen vom Setup kontrolliert.
  • Abb. 15: Die Gold-Kunststoffaufbauten werden auf dem Modell positioniert. Sie sind die Basis für die Modellation der individuellen Zwischenabutments.
  • Abb. 16: Die Kunststoffkamine werden der Situation entsprechend gekürzt und dabei stetig mit den Silikonwällen vom Setup kontrolliert.

Anamnese und Bissregistierung

30. August: Die Patientin stellt sich in der Praxis vor und äußert den Wunsch nach einer merklichen Verbesserung Ihres Zahnersatzes im Oberkiefer. Es erfolgt eine eingehende Anamnese nach dem Protokoll von Dr. Reusch/Westerburg. Ein kompletter Röntgenstatus folgt. Zudem werden diverse Abformungen der Kiefersituation und des derzeitigen Zahnersatzes genommen. Unter Zuhilfenahme der Oberkiefer-Prothese erfolgt die Bissregistrierung. Eine arbiträre Gesichtsbogenregistrierung mit dem SAM-Bogen schließt die Sitzung ab.

Planungsmodelle und Set-up

1. September: Im Labor beginnt das Prozedere mit der Herstellung von Planungs- und Situationsmodellen, dann das Einstellen der Modelle in einen
SAM-Mittelwert-Artikulator. Anhand von alten Fotografien der Patientin werden die in Charakteristik, Form und Größe geeigneten, natürlich wirkenden Zahnformen für die Patientin ausgewählt und anschließend die OK-Frontzahnstellung festgelegt. Es folgt ein diagnostisches Set-up der gesamten Oberkieferzähne auf den vorliegenden Modellen.

Prä-implantologische Röntgendiagnostik und Kosten-Nutzen-Analyse

08. September: Bei der Einprobe der neuen Oberkiefer-Zahnaufstellung am Patienten wird die Frontzahnstellung unter Berücksichtigung der Patientenvorstellung und unter Einhaltung funktioneller Vorgaben korrigiert. Bei der linguistischen Überprüfung verfahren wir nach Stuck-Methode. Danach erfolgt die präimplantologische Röntgendiagnostik, eventuell mit Hilfe radiopaker Prothesenzähne zur Beurteilung des vertikalen Knochenangebots. Die radiopaken Zähne werden analog der ausgesuchten Konfektionszähne der Zahnaufstellung individuell aus einem Spezialkunststoff im Labor hergestellt.
Anschließend werden die vorliegenden Hart- und Weichgewebe analysiert. Wichtige Fragen werden erörtert: Was wünscht die Patientin? Was ist möglich?
Wie kann das angestrebte Ziel erreicht werden? Welche Schritte und welche chirurgischen Eingriffe sind notwendig? Mit welchem zeitlichen Ablauf muss die Patientin rechnen? Eine grobe Analyse zur Kosten-Nutzen-Abwägung schließt diesen Schritt ab.

Therapie und Alternative

11. September: Die implantologisch-prothetische Therapie sowie ein Alternativ-Vorschlag werden ausgearbeitet: vier oder eventuell sechs Implantate, darauf Teleskopkappen und eine abnehmbare gaumenfreie Prothese, Sekundärteleskope in Galvanotechnik, spannungsfrei intraoral verklebt. Für beide Therapiemöglichkeiten werden Kostenvoranschläge erstellt.

  • Abb. 17: Die Zwischenaufbauten werden leicht konisch (zirka 4 Grad) zu einer zahnstumpfähnlichen Form aufgebaut. Der Aufbau sollte der verkleinerten Zahnform entsprechen.
  • Abb. 18: Die Zwischenaufbauten werden leicht konisch (zirka 4 Grad) zu einer zahnstumpfähnlichen Form aufgebaut. Der Aufbau sollte der verkleinerten Zahnform entsprechen.
  • Abb. 17: Die Zwischenaufbauten werden leicht konisch (zirka 4 Grad) zu einer zahnstumpfähnlichen Form aufgebaut. Der Aufbau sollte der verkleinerten Zahnform entsprechen.
  • Abb. 18: Die Zwischenaufbauten werden leicht konisch (zirka 4 Grad) zu einer zahnstumpfähnlichen Form aufgebaut. Der Aufbau sollte der verkleinerten Zahnform entsprechen.

  • Abb. 19: Präzise Gusstechnik: Die Tubes und die Basalflächen der Implantataufbauten, die aus einer angussfähigen HSL-Legierung bestehen, müssen frei von Wachsresten sein. Die Übergänge von Metall zum Gusswachs werden spaltfrei modelliert und anschließend unter dem Mikroskop überprüft.
  • Abb. 20: Präzise Gusstechnik: Die Tubes und die Basalflächen der Implantataufbauten, die aus einer angussfähigen HSL-Legierung bestehen, müssen frei von Wachsresten sein. Die Übergänge von Metall zum Gusswachs werden spaltfrei modelliert und anschließend unter dem Mikroskop überprüft.
  • Abb. 19: Präzise Gusstechnik: Die Tubes und die Basalflächen der Implantataufbauten, die aus einer angussfähigen HSL-Legierung bestehen, müssen frei von Wachsresten sein. Die Übergänge von Metall zum Gusswachs werden spaltfrei modelliert und anschließend unter dem Mikroskop überprüft.
  • Abb. 20: Präzise Gusstechnik: Die Tubes und die Basalflächen der Implantataufbauten, die aus einer angussfähigen HSL-Legierung bestehen, müssen frei von Wachsresten sein. Die Übergänge von Metall zum Gusswachs werden spaltfrei modelliert und anschließend unter dem Mikroskop überprüft.

Besprechung mit Patientin und Festlegung der Behandlung

26. September: Als Therapieziel wird folgendes festgelegt: 14 Implantate, inseriert im Oberkiefer, darauf individuell im Labor hergestellte verschraubte
Ausgleichselemente, darüber 14 Einzelkronen in VMK-Technik (die Goldkappen wurden mit Galvanotechnik erstellt) mit einer Keramikvollverblendung in polychromer Schicht-Technik nach patientenspezifischer Farbgestaltung. Die Kronen werden provisorisch zementiert. Im Anschluss wird die zeitliche Abfolge geplant und die Termine für die notwendigen Sitzungen festgelegt.

Materialwahl

06. Oktober: Das korrekte prothetische Set-up wird in eine Bohrschablone im Labor umgesetzt, geeignete Implantate werden ausgewählt sowie Länge und Durchmesser der Implantatkörper festgelegt. Mit oder ohne Schraubengewinde? Die Oralchirurgin Dr. Seiler entscheidet sich für Camlog-Implantate unterschiedlicher Durchmesser und Längen analog der Knochenstruktur.

Umsetzung in situ

13. Oktober: Es erfolgt die operative Umsetzung der über das prothetische Set-up geplanten Implantatpositionen. Auf die weitere detaillierte Beschreibung
der chirurgischen Maßnahmen, wie Augmentationen, Schnittführung, Nahttechniken und Medikation verzichten wir an dieser Stelle.

Anpassung und Einheilung

Oktober bis April: Zunächst wird die alte Prothese durch Ausschleifen und später mittels direkter Unterfütterungstechnik mit weichbleibenden Prothesenkunststoffen an die neue Situation adaptiert. Die sechsmonatige Einheilphase verläuft ohne Probleme. Dazwischen finden Kontrolluntersuchungen im Dezember und Februar statt.

  • Abb. 21: Die intraoral aufgeschraubten Aufbauten im Rohzustand. Sie dienen als feste Grundlage für die Fixierung der Bissgabel für die definitive Bissnahme. Eine rein schleimhautgetragene Bisschablone wäre viel zu ungenau.
  • Abb. 22: Die Bissgabel wird in Hufeisenform aus verwindungsstabilem Kunststoff hergestellt und auf dem Modell schaukelfrei an den Goldaufbauten adaptiert. Der Behandler prüft im Mund den Sitz und beschickt die Gabel mit Kerr zur Bissregiestrierung. Die Feinjustierung erfolgt mit Temp-bond.
  • Abb. 21: Die intraoral aufgeschraubten Aufbauten im Rohzustand. Sie dienen als feste Grundlage für die Fixierung der Bissgabel für die definitive Bissnahme. Eine rein schleimhautgetragene Bisschablone wäre viel zu ungenau.
  • Abb. 22: Die Bissgabel wird in Hufeisenform aus verwindungsstabilem Kunststoff hergestellt und auf dem Modell schaukelfrei an den Goldaufbauten adaptiert. Der Behandler prüft im Mund den Sitz und beschickt die Gabel mit Kerr zur Bissregiestrierung. Die Feinjustierung erfolgt mit Temp-bond.

  • Abb. 23: Die Bissgabel wird in Hufeisenform aus verwindungsstabilem Kunststoff hergestellt und auf dem Modell schaukelfrei an den Goldaufbauten adaptiert. Der Behandler prüft im Mund den Sitz und beschickt die Gabel mit Kerr zur Bissregiestrierung. Die Feinjustierung erfolgt mit Temp-bond.
  • Abb. 24: Die Bissplatte intraoral mit leichter Sperrung.
  • Abb. 23: Die Bissgabel wird in Hufeisenform aus verwindungsstabilem Kunststoff hergestellt und auf dem Modell schaukelfrei an den Goldaufbauten adaptiert. Der Behandler prüft im Mund den Sitz und beschickt die Gabel mit Kerr zur Bissregiestrierung. Die Feinjustierung erfolgt mit Temp-bond.
  • Abb. 24: Die Bissplatte intraoral mit leichter Sperrung.

  • Abb. 25: Die Axiographie ermöglicht eine exakte Scharnierachsbestimmung und deren Übertragung auf den SAM-Artikulator. Zusätzlich liefert sie die genauen Daten für die Einstellung von Kondylenbahnneigung und Auswahl der passenden Kurvaturform des Kiefergelenkes im Artikulator.
  • Abb. 25: Die Axiographie ermöglicht eine exakte Scharnierachsbestimmung und deren Übertragung auf den SAM-Artikulator. Zusätzlich liefert sie die genauen Daten für die Einstellung von Kondylenbahnneigung und Auswahl der passenden Kurvaturform des Kiefergelenkes im Artikulator.

Abdrucktechnik

03. April: Abformung zur Herstellung eines individuellen Löffels mit Platzhalter für die Übertragungspfosten und okklusaler Perforationen für die offene Abdrucktechnik. Danach wird ein Abdrucklöffel aus geeignetem Kunststoff-Material hergestellt.

Freilegung der Implantate

05. April: Die Implantate werden mit Hilfe der Bohrschablone lokalisiert und freigelegt. Auf Details wie spezielle Schnitttechnik oder Stanze soll hier verzichtet werden.

Abformung

08. April: Nach dem Abnehmen der Heilkappen und dem Aufschrauben der Transferpfosten kann der individuelle Löffel einprobiert werden. Die Abformung
erfolgt mit der Polyäthermasse Impregum (3M ESPE, Seefeld). Nachdem die Heilkappen wieder eingeschraubt sind, wird der Gegenkieferabdruck genommen und der arbiträre SAM-Gesichtsbogen angelegt.

Modellherstellung im Labor

09. April: Die im Silikonmaterial verbliebenen Übertragungspfosten werden mit den passenden Modellimplantaten (Camlog, Wimsheim) verschraubt und dann die periimplantären Gingivabereiche in der Abformung ausgewachst. Anschließend gießt man den Abdruck mit Fujirock (GC, Düsseldorf), einem Gips der Klasse IV, aus und erstellt die Gegenkiefermodelle und eine Bissschablone. Die Transferpfostenverschraubungen werden gelöst, die Abformung abgenommen und das Modell erhält noch einen Split-cast-Sockel.

Erste Bissnahme und Montage im Artikulator

12. April: Es erfolgt die erste Bissnahme und einen Tag später die arbitäre Montage der Modelle im Artikulator. Dann wird eine Zahnfleischmaske hergestellt. Hierzu werden die Wachsanteile der Modelle durch die gingiva-farbene, weichbleibende Polyäthermasse Vestogum (3M Espe, Seefeld) ersetzt. Die periimplantäre Maske wird abnehmbar gestaltet. Danach werden die Oberkieferzähne nach den bereits bei der Vorplanung festgelegten Regeln aufgestellt. Zahnform und Frontaufstellung werden exakt übernommen. Anschließend wird kontrolliert, ob die Implantat- und Zahnpositionen nach dem Set-up übereinstimmen. Jetzt werden die labial-buc-calen und palatinalen Vorwälle aus Knetsilikon geformt, die Goldkunststoffaufbauten aufgeschraubt und mit den Vorwällen kontrolliert. Die Implantat-Achse kann hierbei, bedingt durch die Anatomie des Knochens, nicht völlig mit der Achse der zu rekonstruierenden Zähne übereinstimmen. Diese mehr oder weniger großen Inkongruenzen werden mit Ausgleichselementen eliminiert, die zwischen Implantatkörper und eigentlicher Krone positioniert werden. Entscheidend ist allein die prothetisch vorgegebene, korrekte Position im Knochen. Würde ein Implantat dergestalt zwischen zwei wiederherzustellenden Zähnen positioniert werden, hätte dies vor allem im Frontsegment erhebliche kosmetische Nachteile zur Folge und würde sicherlich vom Patienten nicht akzeptiert werden. Danach werden die Gold-Kunststoff-Aufbauten unterhalb der Okklusionsebene eingekürzt. Nachdem die Einschubrichtung der Krone festgelegt worden ist, ergänzt man die präfabrizierten Teile in Add-on Technik mit Wachs. Die Aufbauten sollen die Form eines ideal präparierten Zahnstumpfes erhalten, wobei jeder Zahn unterschiedlich modelliert werden muss, analog seinem natürlichen Emergenzprofil. Dies verlangt detaillierte Kenntnisse des Zahntechnikers über die Anatomie der Zahn- und Wurzelformen. Dieser Arbeitsschritt bedarf ganz besonderer Aufmerksamkeit, da er für die natürliche Wirkung der späteren Krone und dem harmonischen marginalen Gingivasaum von essentieller Bedeutung ist. Die Teile werden eingebettet und mittels Angusstechnk in eine Hochgoldlegierung Klasse IV (Bioportadur, Wieland Dental, Pforzheim) umgesetzt. Die Goldkunststoff-Teile bestehen zum einen aus einem rückstandslos verbrennbaren Kunststoff, der sich gut mit Wachs anmodellieren lässt, und zum anderen aus einem angießfähigen, nicht oxidierenden Edelmetall, das ein homogenes Anschmelzen von Goldlegierungen ermöglicht – mit einer speziellen Anstift- und Gusstechnik nach Voellm. Danach erfolgt eine sorgfältige Kontrolle des Gusses unter dem Mikroskop, und die Objekte werden vorsichtig mit Gummipolierern geglättet. Die Gussteile müssen ohne jede Nacharbeit völlig spaltfrei auf die Laboranaloge des Modells aufschraubbar sein. Zur definitiven Zentrikbissnahme wird eine hufeisenförmige Bissträgerplatte aus Kunststoff hergestellt. Sie soll schaukelfrei auf den Ausgleichselementen in Form kleiner Impressionen adaptiert sein und den Biss nicht oder nur minimal sperren.

  • Abb. 26: Die ausgearbeiteten und polierten Zwischenaufbauten werden für den Galvanisiervorgang vorbereitet, mit Silberlack beschichtet und in die Galvanisierflüssigkeit gegeben.
  • Abb. 27: Die ausgearbeiteten und polierten Zwischenaufbauten werden für den Galvanisiervorgang vorbereitet, mit Silberlack beschichtet und in die Galvanisierflüssigkeit gegeben.
  • Abb. 26: Die ausgearbeiteten und polierten Zwischenaufbauten werden für den Galvanisiervorgang vorbereitet, mit Silberlack beschichtet und in die Galvanisierflüssigkeit gegeben.
  • Abb. 27: Die ausgearbeiteten und polierten Zwischenaufbauten werden für den Galvanisiervorgang vorbereitet, mit Silberlack beschichtet und in die Galvanisierflüssigkeit gegeben.

  • Abb. 28: Die aufgepassten Galvanokappen auf den Aufbauten mit weicher Gingiva-Maske: Der Kronenrand sollte im sichtbaren Bereich zirka 1 mm unter dem Zahnfleischverlauf liegen.
  • Abb. 29: Gestrahlte Galvanokappen zur optimalen Benetzung mit der ersten Opakerschicht (Wash-brand).
  • Abb. 28: Die aufgepassten Galvanokappen auf den Aufbauten mit weicher Gingiva-Maske: Der Kronenrand sollte im sichtbaren Bereich zirka 1 mm unter dem Zahnfleischverlauf liegen.
  • Abb. 29: Gestrahlte Galvanokappen zur optimalen Benetzung mit der ersten Opakerschicht (Wash-brand).

  • Abb. 20: Präzise Gusstechnik: Die Tubes und die Basalflächen der Implantataufbauten, die aus einer angussfähigen HSL-Legierung bestehen, müssen frei von Wachsresten sein. Die Übergänge von Metall zum Gusswachs werden spaltfrei modelliert und anschließend unter dem Mikroskop überprüft.
  • Abb. 20: Präzise Gusstechnik: Die Tubes und die Basalflächen der Implantataufbauten, die aus einer angussfähigen HSL-Legierung bestehen, müssen frei von Wachsresten sein. Die Übergänge von Metall zum Gusswachs werden spaltfrei modelliert und anschließend unter dem Mikroskop überprüft.

  • Abb. 31: Die Schichtung der Keramikkauflächen erfolgt nach den bekannten Regeln der biomechanischen Aufwachstechnik nach Polz/Schulz.
  • Abb. 32: Rohbrand auf dem Modell: Die Kontaktpunkte müssen ganz exakt eingeschliffen werden.
  • Abb. 31: Die Schichtung der Keramikkauflächen erfolgt nach den bekannten Regeln der biomechanischen Aufwachstechnik nach Polz/Schulz.
  • Abb. 32: Rohbrand auf dem Modell: Die Kontaktpunkte müssen ganz exakt eingeschliffen werden.

  • Abb. 33: Die fertigen glanzgebrannten Kronen auf dem Modell mit abnehmbarer Maske.
  • Abb. 34: Bei abgenommener Maske lässt sich die unterschiedlich große Angulation zwischen Implantatachse und Zahnachse erkennen.
  • Abb. 33: Die fertigen glanzgebrannten Kronen auf dem Modell mit abnehmbarer Maske.
  • Abb. 34: Bei abgenommener Maske lässt sich die unterschiedlich große Angulation zwischen Implantatachse und Zahnachse erkennen.

  • Abb. 35: Fertige Front: Die Oberfläche wird erst nach der Überprüfung im Mund mittels geeigneter Poliermittel feinadaptiert.
  • Abb. 35: Fertige Front: Die Oberfläche wird erst nach der Überprüfung im Mund mittels geeigneter Poliermittel feinadaptiert.

Daten- und Modelltransfer in den Artikulator

21. April: Die axiographisch ermittelten Werte werden ausgewertet und in den SAM-Artikulator übertragen. Somit kann das Oberkiefermodell schädelbezüglich nach der Scharnierachsenbestimmung und das Unterkiefermodell mit Hilfe des Zentrikregistrats montiert werden.

Jetzt kommt Farbe ins Spiel

23. April: Die Zwischenaufbauten zum Galvanisieren werden mit einer speziellen Technik der Silberlackbeschichtung vorbereitet und die Kronenkappen galvanisiert. Das Aufpassen der Goldgerüste auf die Zwischenabutments geschieht unter dem Mikroskop. Strahlen, Säubern und Opaquisieren schließen die Vorbereitungsarbeiten zur Keramikschichtung ab. Wir arbeiten nun mit einem polychromen Keramikaufbau nach individuell am Patienten genommener
Farbnahme. Die mittleren Frontzähne werden in Vita A3 mit Aufhellung im cervikalen Drittel geschichtet. Die seitlichen Schneidezähne in A2, die Eckzähne werden etwas kräftiger in B3 mit weniger Schmelzmassenanteil aufgebaut. Für die Prämolaren und Molaren ist A3 mit kleinen Modifikationen vorgesehen. Die Backenzähne werden nach den bekannten Regeln der biodynamischen Kauflächengestaltung modelliert. Als Okklusionskonzept dient die Front-Eckzahnführung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Unterkiefer in einer späteren Behandlungseinheit ebenfalls neu versorgt werden soll. Die naturgetreue Oberflächenbearbeitung und akzentuierte Bemalung der Keramik sowie eine sorgfältige Politur der Kronen runden die zahntechnische Arbeit ab. Besonderes Augenmerk ist auf eine völlig homogene Oberfläche der Keramikanteile zu legen, welche die Gingiva berühren, stützen und formen. Rauhigkeiten und Porositäten an der Keramikoberflächen sind ebenso zu vermeiden wie Glasurmassen.

  • Abb. 36: Abschlussbild der zufriedenen Patientin. Die Schneidezahnlinie verläuft sehr harmonisch zur Lippenform und Unterlippenlinie.
  • Abb. 37: Die 14 implantatgetragenen Kronen intraoral, unmittelbar nach dem Einsetzen.
  • Abb. 36: Abschlussbild der zufriedenen Patientin. Die Schneidezahnlinie verläuft sehr harmonisch zur Lippenform und Unterlippenlinie.
  • Abb. 37: Die 14 implantatgetragenen Kronen intraoral, unmittelbar nach dem Einsetzen.

  • Abb. 38: Die 14 implantatgetragenen Kronen intraoral, unmittelbar nach dem Einsetzen.
  • Abb. 38: Die 14 implantatgetragenen Kronen intraoral, unmittelbar nach dem Einsetzen.

Rote und weiße Ästhetik werden überprüft

2. Mai: Nach dem Abschrauben der Heilkappen und dem Aufschrauben der Ausgleichselemente steckt man schrittweise von distal nach mesial die Einzelkronen auf, kontrolliert die Kontaktpunkte und überprüft die Okklusion und Artikulation. Hier zeigt sich der Nutzen einer gekonnten eindeutigen Zentrikbissnahme in Kombination mit den axiographisch ermittelten und auf den Artikulator übertragenen Werten. Nun erfolgt die Kontrolle der rosa Ästhetik mit der Papillenausformung, des harmonischen Marginalsaumes, bevor im Anschluss die Galvanokronen provisorisch zementiert werden. Der Mehraufwand wird durch lediglich minimale Feinkorrekturen sowie die positive Reaktion der Patientin belohnt. 20. Mai: Bei der Nachkontrolle äußert sich die Patientin sehr zufrieden. Ich danke an dieser Stelle dem Behandler und Chirurg Dr. Markus Seiler für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit. Mein Dank gilt ebenso Dr. Dr. Letzner für die durchgeführte Axiographiesamt Auswertung sowie meinem geschätzten Mitarbeiter Peter Pfister für seine meisterliche zahntechnische Mitarbeit an diesem Fall.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM Lothar Voellm

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZTM Lothar Voellm


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