Funktion

Wie Ihre Zahnärzte Ihnen perfekte Unterlagen liefern – die keramikgerechte Präparation

Die sieben Wege zur Okklusion - Weg 5

08.10.2014


Jeder Ihrer Zahnarztkunden möchte Ihnen als Partnerlabor die bestmöglichen Unterlagen übergeben: perfekte Präparationen ohne Kompromisse. Unser hier vorgestelltes System „Crack“ ist ein umfassendes System, das alle neuen Regeln in 18 verschiedene Formen integriert hat, die es bei der Gestaltung für vollkeramische Restaurationen zu beachten gilt. Das Ergebnis ist ein langjähriges praxiserprobtes Gesamtkonzept, das Ihrem Labor erlaubt, alle zahnärztlichen Faktoren, die ein Chipping begünstigen, von vornherein sicher auszuschließen. Sie als Zahntechniker profitieren als Erste und herausragend von perfekten Unterlagen, exakten Formen und eindeutigen Präparationsgrenzen.

 

 

 

 

Jeder Präparation für eine vollkeramische Teiloder Vollkrone sowie In- und Onlay geht eine adhäsive Aufbaufüllung voraus (Prinzip 1). Die neuen modernen Materialien (hier: Kuraray Clearfil Core Automix DC, Kuraray, Hattersheim, oder Core-X flow, Dentsply DeTrey, Konstanz) sind entsprechend der Dentinhärte entwickelt. Die unterschiedlichen Härten durch Phosphat- oder gar Glasionomerzemente machen jedoch eine standardisierte präzise Formgebung nahezu unmöglich. Mit den flexiblen Kunststoffkäppchen (hier: CoreForms, BuildUps, Kuraray) bauen Ihre Zahnärzte auch stark geschädigte Dentinstümpfe sehr schnell und effektiv wieder komplett auf. So vorbereitet können die Zähne standardisiert in eine optimale Form gebracht werden, unabhängig davon, wie schlecht die Präparation des Vorbehandlers womöglich war.

Die Ergonomie

Mit einem darauf abgestimmten Set von rotierenden Instrumenten (hier: „All-in-One“-Set nach Troost, NTI-Kahla) werden die Bohrerwechsel minimiert. Sobald Ihr Zahnarzt als Behandler die Instrumenteneinsätze systematisiert hat und deren Reihenfolge pro Präparation strikt einhält, kann er alle Instrumentenwechsel an seine Stuhlassistenz delegieren. Die Zahnärzte selbst können sich so auf ihre Arbeit unter Lupenbrilleneinsatz konzentrieren und müssen nicht ständig ihr Gesichtsfeld wechseln (hier: Orascoptic TTL, Sigma Dental Systems, Handewitt). Wir benutzen dazu zwei rote Winkelstücke parallel. Bei Nachbarzähnen ohne Präparation werden die Zähne vorab mit der „Slice-cut-Technik“ separiert. Mit den diversen Tiefenmarkierern (Vollkrone: Linse 0,8 Millimeter, Veneer: Rillenschleifer 0,3 Millimeter) haben Ihre Zahnärzte eine optische Kontrolle über die erforderlichen Präparationstiefen (Abb. 1a). Mit der Regel „Eine Präparation, zwei Hände!“ stützen sie sich einerseits mit der Winkelstück-Hand direkt am Nachbarzahn sicher ab. Andererseits führt die zweite Hand den Winkelstück- Kopf drucklos mit. Davon profitieren vor allem all die sphärischen Formen (hier: Veneer-Variationen labial, palatinal und okklusal). Abrutschen, untersichgehende Stellen sowie Verletzungen der Gingiva gehören mit unserem Ergonomiekonzept von Point ab sofort der Vergangenheit an. Dafür hat die Helferin vorab zum Schutz der Gingiva sogenannte „Präp-Fäden“ eingelegt (Abb. 1b).

  • Abb. 1a: Horizontale Tiefenmarkierungen.
  • Abb.1b: Präparations-Fäden in situ.
  • Abb. 1a: Horizontale Tiefenmarkierungen.
  • Abb.1b: Präparations-Fäden in situ.

Die Abformung wird gemäß unserem Point-Konzept prinzipiell zeitversetzt – also erst in einer Folgesitzung (zwei bis drei Wochen später) – durchgeführt. Reklamationen Ihrer Zahnärzte wegen Rezessionen der Gingiva bleiben Ihrem Labor somit in Zukunft erspart.

Die Grobpräparation

  • Abb. 2a: Eine Präparation – zwei Hände.

  • Abb. 2a: Eine Präparation – zwei Hände.
Für jeden Patienten werden frische Grobdiamanten verwendet (hier: Grünring, 125 Mikrometer), da diese nach spätestens fünf Stümpfen genügend Schärfe verloren haben. Mit dem Grobdiamanten besteht das Vorgehen aus zwei Phasen: Phase I ist die Reduktion der Zahnsubstanz. Dies geschieht mit einer intermittierenden Bewegung (hier: „Schneeschieber“-Bewegung) von mesial nach distal. Um ein Kippen und somit langwierige Korrekturen von vornherein sicher zu vermeiden, setzt der Behandler wiederum mesial an und reduziert die Labialfläche in einer zweiten Runde wieder intermittierend.

Sobald Ihr Zahnarzt nun die Zahnsubstanz wie gewünscht reduziert hat, geht er mit demselben Grobdiamanten in die Phase II über: Jetzt schließt Ihr Behandler die Fläche mit zwei, drei langen Zügen in derselben Richtung ab (hier: „Apfelschälen“). Mit diesem langsamen und nahezu drucklosen Vorschub erreichen Ihre Zahnärzte eine Glätte und Formensprache, die viele Kollegen in unseren Arbeitskursen verblüfft. Diese Strategie der zwei Phasen (Substanzabtrag und erste Glättung) bereits mit den ultragroben Instrumenten ermöglicht Ihren Kunden, die nun anschließende Finierarbeit des gesamten Stumpfes auf lediglich zwanzig bis dreißig Sekunden zu minimieren. Die endgültige Stumpfform besteht bereits jetzt. Nötige Korrekturen oder gar untersichgehende Stellen gehören der Vergangenheit an (Abb. 2a).

Die Feinpräparation

Im „All-in-One-Set“ nach Troost sind nun die Finierdiamanten formkongruent zu den Grobdiamanten und auf den nächsten Arbeitsschritt perfekt abgestimmt. Diese besitzen eine wesentlich höhere Standzeit und werden deshalb auch bei uns siebzig- bis hundertmal eingesetzt. Das Handling aller Finierarbeiten entspricht der Phase II der Grobpräparation. Alle Flächen werden noch einmal mit den Finierdiamanten geglättet (gelber Ring, 25 Mikrometer): mit gleichgerichteten langen Zügen unter nahezu drucklosem Vorschub. Die Endglätte wird somit extrem sicher und schnell erreicht.

Das Design der Präparationsgrenze

  • Abb. 2b: Brownie Minipoint mit FG-Schaft.

  • Abb. 2b: Brownie Minipoint mit FG-Schaft.
Viele Jahre haben wir die Präparationsgrenze mit weißen Arkansas-Steinchen geglättet. Intraoral im Mund sahen die Ergebnisse stets sehr gut aus. Doch treten die Unterschiede erst beim Referenztest im Dentallabor auf: bei der Inspektion des präparierten Gipsstumpfs unter 24-facher Vergrößerung. Auch waren diverse Ultraschallaufsätze zwar gut in der Glättung (Professor Martignoni, Rom), allerdings viel zu langsam. Wir favorisieren und empfehlen seit vielen Jahren den Brownie Minipoint (Abb. 2b) speziell für das rote Winkelstück, somit mit FG-Schaft. Wichtig ist bei dessen Anwendung, die Drehzahl auf fünfzig Prozent zu reduzieren. Man glättet damit ausschließlich die Präparationsgrenzen und korrigiert damit alle Imperfektionen wie zum Beispiel Schmelzaussprengungen. Wahrscheinlich noch nie hat Ihr Kunde so schnell und sicher und noch dazu absolut blutfrei derart perfekte Hohlkehlen und spiegelglatte Präparationsränder erhalten. Das wird Sie im Dentallabor begeistern.

Die 3D-Kontrolle

Wenn es um die Überprüfung der Platzverhältnisse der präparierten Stümpfe zu deren Antagonisten geht, sind die Silikonschlüssel die beste Wahl. Wir benutzen immer zwei Schlüssel, die einerseits sagittal, andererseits transversal geschnitten werden. So kann man dreidimensional die Freiräume sicher beurteilen.

Im Zuge eines professionellen Praxis-Labor-Dialogs vorab ist folgende Vorgehensweise speziell bei mehreren Präparationen ideal: Sie haben vor den eigentlichen klinischen Zahnpräparationen Planungsmodelle erhalten (zuzüglich Gesichtsbogen und Registrat). Sie optimieren mittels subtraktiven/ additiven Maßnahmen (hier: Wax-up, Set-up und diagnostisches Einschleifen, siehe Weg 2 zum Arti-Check im Internationalen Zahntechnik Magazin unter www.ztm-aktuell.de/troost_weg2) die vorhandenen Zahnbeziehungen von Ober- und Unterkieferzähnen. Nun stellen Sie Ihrem Zahnarzt einen Silikonschlüssel dieser optimierten Form zur Verfügung (hier: 3D-Schlüssel).

Ihr Kunde kann nun während der Präparationssitzung die Wunschform präparieren, die Sie als Keramiker entworfen und im 3D-Schlüssel gespeichert haben. Die optimale Stumpfform und Achslage der präparierten Stümpfe sind nun von Beginn an dem Platzbedarf Ihrer Verblendung perfekt angepasst. Dank dieser 3D-Schlüssel-Methode müssen Sie nun nie mehr aus Platzmangel Kompromisse eingehen. Sie können ab sofort all Ihre neuen vollkeramischen Restaurationen perfekt in statischer und dynamischer Okklusion und somit störungsfrei (und auch chippingfrei) fertigstellen (Abb. 3a und b).

Das Immediate Dentin Sealing (IDS)

Das Prinzip lautet: „Dentinwunden werden sofort verschlossen!“. Doch bei Kronenpräparationen setzen die Behandler die größten Dentinwunden und riskieren in der Provisoriums-Phase regelmäßig Infektionen der präparierten Stümpfe. Ihre Zahnärzte vermeiden diese systematisch, indem sie unmittelbar nach der klinischen Präparation und vor der Abformung die Dentinkanäle der Zahnstümpfe versiegeln. Danach werden die Präparationsgrenzen mittels Finierdiamant und Brownie Minipoint erneut freigelegt, sodass sie wieder in Schmelz vorliegen.

Nun steht passgenauen, hochpräzisen Restaurationsrändern nichts mehr im Wege. Sprechen Sie Ihre Zahnarztkunden auf dieses Gesamtkonzept „Crack“ an. Es wird Sie begeistern, wenn Sie sehen, wie eindeutig die neue standardisierte Formensprache der Präparationen Ihrer Kunden in Zukunft sein wird.

Fortsetzung folgt. Im nächsten Teil der Serie wird es um die Frage der korrekten Abformung und Vermeidung von Wiederholungen gehen – auch im Sinne perfekter Unterlagen für das Labor.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Piet Troost

Bilder soweit nicht anders deklariert: Piet Troost



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