Herausnehmbare Implantatprothetik

Die CAD/CAM-gestützte Herstellung einer PEEK-Suprakonstruktion für die Versorgung eines zahnlosen Kiefers

Doppelkronen-Technik: Metallfrei gelöst


Doppelkronen gehören seit Jahrzehnten zu bewährten Verankerungselementen für einen herausnehmbaren Zahnersatz. Seit einiger Zeit ist eine CAD/CAM-gestützte Fertigung der Tertiär- bzw. Suprastruktur möglich. Neben der hohen Präzision können somit Suprakonstruktionen metallfrei erstellt werden. Das Autorenteam beschreibt, wie mit einem auf PEEK-basierenden Material eine metallfreie Alternative der Doppelkronentechnik angeboten werden kann.

Metallfreie Restaurationen gewinnen in der Zahnmedizin immer mehr Bedeutung. Viele Patienten möchten die Inkorporation eines metallischen Werkstoffs in den Mund vermeiden. Für die festsitzende metallfreie prothetische Versorgung werden seit längerer Zeit gute Materialien angeboten. Als neuralgischer Punkt hingegen galt bisher der abnehmbare Zahnersatz, z. B. auf Implantaten. In nachfolgenden Ausführungen wird ein neuer, vielversprechender Weg vorgestellt: Die CAD/CAM-gestützte Herstellung einer metallfreien Doppelkronen-Prothese. Zwei Besonderheiten zeichnen das prothetische Protokoll aus:

Gedanken zur CAD/CAM-gestützen Fertigung von Doppelkronen

Doppelkronen gelten als eine der häufigsten Verankerungsarten für einen abnehmbaren Zahnersatz. Ob auf natürlichen Zähnen oder auf Implantaten, die universelle Anwendung, die guten Reinigungsmöglichkeiten, der hohe Patientenkomfort und die relativ einfache Erweiterungsmöglichkeit gehören zu den Vorteilen. Als Erfolgsparameter ist zudem der optimale Belastungsausgleich (Statik) der prothetischen Versorgung zu erachten. Doppelkronen können in verschiedenen Materialoptionen umgesetzt werden. So hat in den vergangenen Jahren bspw. die Galvanotechnik auf Zirkoniumdioxid-Primärteilen hohen Zuspruch erfahren. Aber auch die Doppelkrone aus einer konventionellen Metall-Legierung ist alles andere als ein Auslaufmodell und erfreut sich nach wie vor hoher Beliebtheit. Ein Nachteil jedoch ist, dass eine präzise funktionierende Doppelkrone eines aufwendigen Prozederes bedarf und die Fehleranfälligkeit im konventionellen Vorgehen hoch ist. Der Balanceakt: Primär- und Sekundärteil dürfen weder zu großes Spiel haben, noch zu stramm ineinander passen. Hierfür verlangt die gusstechnische Herstellung geschulte Zahntechnikerhände, die mit Geschick, Geduld und präziser Arbeitsweise die gewünschte Haltekraft steuern. Bereits kleinste Abweichungen vom Protokoll können ein fehlerhaftes Ergebnis verursachen. Wie viel einfacher wäre es für den Zahntechniker, Doppelkronen maschinell fertigen zu lassen?

Seit einiger Zeit bieten verschiedene Unternehmen die Möglichkeit, CAD/CAM-gefertigte Doppelkronen herzustellen, z. B. MACK Dentaltechnik (Dornstadt). Das Unternehmen MACK ist auf die CNC-Technik spezialisiert. Als Zulieferer für verschiedene Industriebranchen werden teilweise Bauteile gefertigt, die über eine Genauigkeit von wenigen Mikrometern verfügen müssen und damit weit über den Anforderungen der Dentaltechnik liegen. Aus diesem Know-how heraus bietet das Unternehmen seit einigen Jahren Fräsdienstleistungen für prothetische Konstruktionen, z. B. Einzelkronen, Abutments, Brücken, Stege oder als jüngstes „Kind“: Doppelkronen. Für die Herstellung von Doppelkronen wurden spezielle Prozess- und Teleskoptemplates entwickelt und eine Ablaufkette konzipiert, deren konsequentes Einhalten die Ergebnisqualität gravierend beeinflusst. Hierzu gehört u. a. die Digitalisierung der Primärteile über einen taktilen Scan, wodurch die hohe Präzision und gute Reproduzierbarkeit garantiert werden können. Optional besteht die Möglichkeit, die Primärteile im Labor zu scannen, was in der Regel über den optischen Scan erfolgt. Allerdings ist hierbei die Fehleranfälligkeit höher; der Zahntechniker muss sich intensiv mit der Materie „Doppelkrone“ auseinandersetzen. Der taktile Scan gewährt eine signifikant höhere Prozesssicherheit. Für die Fertigung verfügt MACK Dentaltechnik über verschiedene CAM-Systeme, die alle in einer offenen Vollversion zur Verfügung stehen. Damit konnten die CNC-Techniker in die Software der Maschinen eingreifen und spezielle Templates für Doppelkronen programmieren. Aufgrund der angebotenen Materialvielfalt stehen dem Behandlungsteam mehrere Optionen für die Umsetzung der Doppelkronen zur Auswahl. Neben den klassischen Materialien – wie Titan oder Kobalt-Chrom – wird das auf PEEK basierende Hochleistungspolymer BioHPP (bredent) angeboten.

Metallfreie Suprastruktur

Polyether-Ether-Keton (PEEK) ist ein teilkristalliner Hochleistungskunststoff, der gute mechanische Eigenschaften, hohe Temperaturbeständigkeit und ausgezeichnete chemische Beständigkeit kombiniert. Zunächst ließ die dunkle Färbung von PEEK die Anwendung in der prothetischen Zahnmedizin als ungeeignet erscheinen. Doch durch die Möglichkeit, die Farbe durch den Einsatz von Zusatzstoffen zu verändern, gewinnt PEEK zunehmend an Relevanz. Seit einiger Zeit findet das Material nun auch in der Zahnmedizin Beachtung [5]. So kann Patienten z. B. mit dem auf PEEK basierten keramikverstärkten Hochleistungspolymer BioHPP (bredent) eine metallfreie Versorgung angeboten werden.

PEEK wird als ein bioinerter sterilisierbarer Werkstoff seit vielen Jahren in der Humanmedizin erfolgreich eingesetzt (Fingerprothesen, Wirbelsäulen-Zwischenkörper, Hüftgelenkprothesen) [4, 2]; bislang konnte keine klinisch relevante Materialermüdung nachgewiesen werden [6]. Es zeigt sich sogar die Tendenz, dass mit dem Werkstoff PEEK Titan sowie Aluminium ersetzt werden könnten [3, 1]. BioHPP (High Performance Polymer) ist eine für den Dentalbereich optimierte PEEK-Variante. Durch die Verstärkung mit speziellen keramischen Füllstoffen wurden die für eine prothetische Versorgung grundlegenden mechanischen Eigenschaften erzielt. BioHPP ist nicht so dunkel wie reines PEEK und gleicht damit mehr der natürlichen Zahnfarbe.

Patientenfall

Die 73-jährige Patientin konsultierte uns mit einem insuffizienten Zahnersatz im Unterkiefer. Sie war mit mehreren Brücken versorgt, wobei die Pfeilerzähne aufgrund starker parodontaler Schäden nicht für die Verankerung eines neuen Zahnersatzes geeignet waren. Bei einem Beratungs- und Informationsgespräch wurde eine implantatprothetische Versorgung nach Extraktion aller Zähne vorgeschlagen.

Gedanken zur Wahl der prothetischen Therapie

Aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Patientin sollte der Zahnersatz abnehmbar gestaltet werden. Eine adäquate Option hierfür ist die Doppelkronentechnik, die u. a. eine einfache Hygienefähigkeit gewährleistet. Die Patientin willigte dem Therapievorschlag ein, wies aber ausdrücklich darauf hin, dass sie eine metallfreie Prothese wünscht. Wir entschieden uns für Primärteleskope (gleichzeitig Abutments) aus Zirkoniumdioxid auf Titanklebebasis (Hybridabutment). Mit Hybridabutments haben wir in den vergangenen Jahren sehr positive Erfahrungen gemacht und bewerten u. a. die Gewebefreundlichkeit als äußerst positiv. Zudem gesellt sich bei Doppelkronen der Vorteil, dass die Zirkoniumdioxid-Hybridabutments (= Primärteile) aufgrund ihrer Farbe dem Patienten ansehnlicher erscheinen. Die Sekundär-/Tertiärstruktur sollte in diesem Fall – adäquat zum Einstückguss – aus dem PEEK-basierten Material BioHPP gefertigt werden.

Planung und Implantation

Nach Entfernung der alten Brücken im Seitenzahnbereich wurden die Pfeilerzähne extrahiert. Die vorhandene Brücke im Frontzahnbereich verblieb vorerst im Mund. Trotz der hohen Insuffizienz kann es u. U. sinnvoll sein, einige Zähne vorübergehend zu halten, z. B. um die Bisshöhe zu sichern oder eine Bohrschablone zu fixieren. Während der Abheilphase wurde die Patientin mit einer Interimsprothese aus thermoplastischem Kunststoff versorgt, wobei die noch vorhandene Unterkieferbrücke als Verankerung diente.

Um die Planung der Implantate virtuell vornehmen zu können, wurde ein DVT angefertigt und die DICOMDaten in die Planungssoftware (smop, Swissmeda AG, CH-Zürich) geladen. Ein wesentlicher Vorteil dieses Planungssystems besteht darin, dass für das dreidimensionale Bild keine Röntgenschablone gefertigt werden muss und somit vor der eigentlichen Planung keine Kosten entstehen. Außerdem werden Schwierigkeiten und evtl. daraus resultierende Diskrepanzen bei der Eingliederung der Röntgenschablone ausgeschlossen. Nach der Abformung der Situation und einer Aufstellung der anzustrebenden Situation wurde das Modell mit sowie ohne Set-up über den Laborscanner digitalisiert. Die Modelldaten (STL-Format) konnten in die Software importiert und mit den DICOM-Daten (DVT) überlagert werden. So war eine prothetisch orientierte Planung basierend auf dem vorhandenen Knochenangebot möglich (Abb. 1). Geplant wurden vier Implantate in regio 34, 33, 43, 44. Da die Implantatinsertion navigiert erfolgen sollte, bestellten wir im Fertigungszentrum (Swissmeda AG) eine Bohrschablone und gaben diese nach Kontrolle der digitalen Konstruktion zur Fertigstellung (Rapid Prototyping) frei (Abb. 2). Da die Frontzähne zu diesem Zeitpunkt noch im Mund waren, konnte die Bohrschablone sicher fixiert werden. Entsprechend des Protokolls wurden vier Implantate inseriert. Wir wählten ein Implantatsystem mit konischer Innenverbindung (Conelog, CAMLOG Vertriebsgesellschaft, Wimsheim), welches einen optimalen Knochenerhalt durch das systemimmanente Platform-Switching verspricht.

  • Abb. 1: Die virtuelle Planung der Implantatpositionen erfolgte prothetisch orientiert.
  • Abb. 2: Konstruktion des Bohrschablonendesigns (smop, Swissmeda AG).
  • Abb. 1: Die virtuelle Planung der Implantatpositionen erfolgte prothetisch orientiert.
  • Abb. 2: Konstruktion des Bohrschablonendesigns (smop, Swissmeda AG).

  • Abb. 3-6: Virtuelle Konstruktion der Abutments. In diesem Fall sollen die Hybridabutments gleichzeitig als Primärteile fungieren.
  • Abb. 3-6: Virtuelle Konstruktion der Abutments. In diesem Fall sollen die Hybridabutments gleichzeitig als Primärteile fungieren.

Anfertigung der Primärteile

Nach einer dreimonatigen Einheilzeit konnten die Implantate behutsam freigelegt und einige Tage später die Situation abgeformt werden. Hierfür wurden die Abformpfosten aufgeschraubt und eine offene Abformung genommen. Die individuellen Hybridabutments sollten CAD/CAM-gestützt aus Zirkoniumdioxid gefertigt werden. Die Modelldaten wurden digitalisiert und in der Software (3Shape, DK-Kopenhagen) die Kappen konstruiert (Abb. 3-6). Die Umsetzung der Konstruktion in Zirkoniumdioxid erfolgte bei MACK Dentaltechnik. Das Unternehmen fertigt sowohl die Scanbodies als auch die Abutmentrohlinge selbst und verfügt über eine umfassende Implantat-Bibliothek.

  • Abb. 7: Die im Fertigungszentrum gefrästen Kappen aus Zirkoniumdioxid wurden mit den Titanklebebasen (Hybridabutment) vereint.

  • Abb. 7: Die im Fertigungszentrum gefrästen Kappen aus Zirkoniumdioxid wurden mit den Titanklebebasen (Hybridabutment) vereint.
Die hohe Präzision, mit der die Gerüste gefräst werden, ist u. a. bei Hybridabutments ein wesentliches Argument für die externe Fertigung. Die industriellen Fräsmaschinen haben weniger Schwingungen als herkömmliche Inhouse-Geräte; saubere Kanten und ein optimal angepasster Klebespalt sorgen für die sichere Verbindung der Zirkoniumdioxid-Kappe mit der Titanklebebasis.

Innerhalb weniger Tage wurden uns die vier Zirkoniumdioxid- Kappen zugestellt und mit einer wassergekühlten Turbine im Fräsgerät (2°) finalisiert. Es galt zu bedenken, dass die hochglatte Zirkoniumdioxid-Oberfläche der Primärteile eine wichtige Voraussetzung für die guten Laufeigenschaften der Sekundärkonstruktion ist (Abb. 7). Entsprechend dem Klebeprotokoll erfolgte die definitive Vereinigung der Zirkoniumdioxid-Kappen mit den Titanklebebasen.

Herstellung der Sekundärstruktur

In der Praxis: Nach präziser Überabformung mit den Primärteilen (Abutments) haben wir die Meistermodelle erstellt und die Wachsaufstellung übertragen. Bei der Einprobe des Set-up im Mund der Patientin war nach wie vor die Frontzahnbrücke im Mund. Um dem Fräszentrum optimale Grundlagen zur Fertigung der Sekundärstruktur zur Verfügung zu stellen, wurden die Primärteile mit einem Übertragungsschlüssel aus Kunststoff gefasst (Abb. 8 u. 9). Somit ist dem Fräszentrum eine exakte Passungsüberprüfung möglich. Das verifizierte Set-up, das Meistermodell sowie die Primärteile mit Übertragungsschlüssel wurden an das Fräszentrum versandt. Das Charmante: MACK Dental hat einen eigenen Abholservice, sodass die Arbeit innerhalb kurzer Zeit im Fräszentrum ist.

  • Abb. 8: Einprobe der Abutments (Primärteile). Die Unterkiefer-Frontzähne waren trotz hoher Insuffizienz noch im Mund.
  • Abb. 9: Die Primärteile wurden über einen Übertragungsschlüssel aus Kunststoff gefasst. Dem Fertigungszentrum wird damit bei Herstellung der Sekundärstruktur eine exakte Passungskontrolle ermöglicht.
  • Abb. 8: Einprobe der Abutments (Primärteile). Die Unterkiefer-Frontzähne waren trotz hoher Insuffizienz noch im Mund.
  • Abb. 9: Die Primärteile wurden über einen Übertragungsschlüssel aus Kunststoff gefasst. Dem Fertigungszentrum wird damit bei Herstellung der Sekundärstruktur eine exakte Passungskontrolle ermöglicht.

Im Fräszentrum: Primärteile, Set-up und Modell wurden digitalisiert – das ist ein entscheidender Arbeitsschritt, der die Passung der Doppelkronen signifikant beeinflusst. Die Datenerfassung der Primärteile erfolgte mit einem taktilen Scan, woraus eine hohe Präzision sowie eine gute Reproduzierbarkeit resultieren. Das direkte taktile Abtastverfahren gibt die exakte Oberfläche der Primärteile wieder. Meistermodell sowie Set-up wurden mit einem optischen Scan erfasst und danach die Daten zusammengeführt. Da beim taktilen Scan auf ein manuelles Auftragen von Scanpuder verzichtet wird, sind Schwankungen in der Präzision nahezu ausgeschlossen. Es werden eine optimale Passung der Doppelkronen und die gewünschte Friktion erreicht. Basierend auf den Daten (Primärteile, Set-up, Meistermodell) erstellten die zahntechnischen Spezialisten von MACK entsprechend den Materialanforderungen einen Konstruktionsvorschlag für die auf PEEK basierende Sekundärstruktur (Abb. 10 u. 11). Das CAD-Design wurde uns als hochauflösendes 3D-PDF zugestellt. Bei Bedarf können anhand des PDFs notwendige Änderungen des Gerüstdesigns mit den zahntechnisch ausgebildeten Spezialisten im Fräszentrum besprochen werden. Nach der Freigabe konnte das Gerüst mit den speziellen Fräsparametern für BioHPP CAM-gestützt gefertigt werden (Abb. 12).

  • Abb. 10a u. b: Im Fräszentrum wurden die Primärteile digitalisiert und in eine Einschubrichtung gebracht.
  • Abb. 11a u. b: Während der Konstruktion der Sekundärstruktur galt das Set-up als wertvoller Indikator für die Dimension.
  • Abb. 10a u. b: Im Fräszentrum wurden die Primärteile digitalisiert und in eine Einschubrichtung gebracht.
  • Abb. 11a u. b: Während der Konstruktion der Sekundärstruktur galt das Set-up als wertvoller Indikator für die Dimension.

  • Abb. 12: Das Fräsen der Sekundärstruktur aus dem BioHPP-Blank erfolgte in einer industriellen CNC-Maschine.
  • Abb. 12: Das Fräsen der Sekundärstruktur aus dem BioHPP-Blank erfolgte in einer industriellen CNC-Maschine.

In der Praxis: Nach fünf Arbeitstagen erhielten wir das BioHPP-Gerüst (Abb. 13 u. 14). Da keinerlei Nacharbeit notwendig war, hätte theoretisch sofort eine Einprobe erfolgen können. Allerdings mussten zuvor die Frontzahnbrücke entfernt und die Pfeilerzähne extrahiert werden. Im Anschluss erfolgte eine erste Gerüsteinprobe über die keramischen Primärteile (Abb. 15). Die Sekundärstruktur glitt sanft und ohne jedweden Krafteinsatz über die Primärteile in Endposition. Die Gleiteigenschaften erinnerten an Doppelkronen aus einer hochgoldhaltigen Legierung.

  • Abb. 13: Das uns zugesandte Gerüst bzw. die Sekundärstruktur aus dem auf PEEK basierten Material BioHPP.
  • Abb. 14: Exakte Passung des Gerüstes auf dem Modell. Es war keine Nacharbeit nötig.
  • Abb. 13: Das uns zugesandte Gerüst bzw. die Sekundärstruktur aus dem auf PEEK basierten Material BioHPP.
  • Abb. 14: Exakte Passung des Gerüstes auf dem Modell. Es war keine Nacharbeit nötig.

  • Abb. 15: Nach der Extraktion der Eckzähne erfolgte eine Gerüsteinprobe im Mund.
  • Abb. 16: Mit dem in Wachs verblendeten Gerüst wurde erneut eine Einprobe vorgenommen und die Zahnstellung in Form, Phonetik und Funktion kontrolliert.
  • Abb. 15: Nach der Extraktion der Eckzähne erfolgte eine Gerüsteinprobe im Mund.
  • Abb. 16: Mit dem in Wachs verblendeten Gerüst wurde erneut eine Einprobe vorgenommen und die Zahnstellung in Form, Phonetik und Funktion kontrolliert.

Fertigstellung

Da das Set-up über einen Silikonschlüssel eingefroren war, konnten die Situation relativ schnell auf das Sekundärgerüst übertragen und die Frontzähne ergänzt werden. Vor der Fertigstellung erfolgte eine Bissregistrierung/-kontrolle (Abb. 16). Zudem war dies der ideale Zeitpunkt, um die ästhetischen Kriterien im Mund der Patientin noch einmal zu überprüfen. Die exakte Bisssituation wurde in den Artikulator transferiert.

Entscheidend für die Langzeitstabilität des Zahnersatzes ist u. a. der Verbund zwischen Gerüstmaterial und Verblendkomposit. Dieser erfolgte in diesem Fall chemisch. Das BioHPP-Gerüst wurde konditioniert (visio.link, bredent) und die Wachsanprobe mit Verblendschalen aus Hochleistungspolymer (visio.lign, bredent) in die definitive Versorgung überführt. Nach der Verblendung der zahnfleischfarbenen Anteile konnte die Prothese fertiggestellt und poliert werden (Abb. 17 u. 18). Die Prothese beeindruckte die Patientin mit ihrem geringen Gewicht und der sauberen, ästhetischen Umsetzung. Passung sowie Funktion waren hervorragend (Abb. 19). Das Ein- und Ausgliedern bereitete der Patientin keinerlei Schwierigkeiten. Die Restaurationen fügten sich natürlich und unauffällig in den Mund ein. Trotz der starken Progenie der Patientin konnte ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden (Abb. 20).

  • Abb. 17: Das Gerüst wurde mit dem Verblendschalenkonzept visio.lign auf effizientem Weg verblendet.
  • Abb. 18: Ansicht der fertigen Doppelkronen-Prothese.
  • Abb. 17: Das Gerüst wurde mit dem Verblendschalenkonzept visio.lign auf effizientem Weg verblendet.
  • Abb. 18: Ansicht der fertigen Doppelkronen-Prothese.

  • Abb. 19: Gesunde Weichgewebsverhältnisse zum Zeitpunkt der Eingliederung.
  • Abb. 20: Die eingegliederte Prothese. Trotz der starken Progenie konnte ein adäquates Ergebnis erzielt werden.
  • Abb. 19: Gesunde Weichgewebsverhältnisse zum Zeitpunkt der Eingliederung.
  • Abb. 20: Die eingegliederte Prothese. Trotz der starken Progenie konnte ein adäquates Ergebnis erzielt werden.

  • Abb. 21a u. b: Die einzelnen Komponenten der metallfreien Doppelkronen-Prothese wurden CAD/CAM-gestützt gefertigt. Dieses Vorgehen ist für das Behandlungsteam mit relativ wenig Aufwand und mit einer erstklassigen Präzision verbunden.
  • Abb. 21a u. b: Die einzelnen Komponenten der metallfreien Doppelkronen-Prothese wurden CAD/CAM-gestützt gefertigt. Dieses Vorgehen ist für das Behandlungsteam mit relativ wenig Aufwand und mit einer erstklassigen Präzision verbunden.

Fazit

Wie gewünscht, haben wir die Patientin mit einer metallfreien Doppelkronen-Prothese versorgt. Die Herstellung der prothetischen Komponenten erfolgte CAD/CAM-gestützt und war für uns als Behandlungsteam mit relativ geringem Aufwand und einer erstklassigen Passung sowie Präzision verbunden. Die Primärteile aus Zirkoniumdioxid werden sich erfahrungsgemäß gewebefreundlich verhalten. Die Sekundärstruktur aus dem auf PEEK basierenden Hochleistungspolymer verspricht einen hohen Patientenkomfort und Langlebigkeit. Das Elastizitäts-Modul von BioHPP beträgt 4.000 MPa und liegt somit im Bereich des E-Moduls von Knochen, was sich insbesondere bei implantatgetragenen Versorgungen positiv auswirken kann (duktile Eigenschaften).

Zusammenfassung

In der Möglichkeit, Doppelkronen CAD/CAM-gestützt fertigen zu lassen, sehen wir eine adäquate Alternative zur herkömmlichen Fertigungstechnik. Insbesondere, wenn ein metallfreier herausnehmbarer Zahnersatz gewünscht wurde, waren uns bislang Grenzen gesetzt. Der beschriebene Weg und die Materialkombination sind patientenorientiert, hochpräzise sowie effizient und erscheinen uns damit als zukunftsorientiert (Abb. 21a u. b).

Vorteile, die sich aus der Materialkombination ergeben:

  • weitgehend metallfrei (nur Titanimplantate)
  • gute Ästhetik durch Verblendschalen (visio.lign-Konzept, bredent)
  • angenehmes Aufbissgefühl
  • stoßdämpfende Eigenschaft zur Schonung der Implantate (BioHPP, bredent)
  • optimale Elastizität, Duktilität (BioHPP, bredent)
  • hoher Tragekomfort durch das geringe Gewicht der Prothese

Ein weiterer Vorteil sind die von vornherein exakt zu kalkulierenden Kosten. In den vergangenen Jahren haben wir mit in der Sekundärstruktur verklebten Galvanokronen gearbeitet. Allerdings konnten aufgrund der schwankenden Goldpreise die definitiven Materialkosten nur grob geschätzt werden. Die PEEK-Ronden (in dem Fall BioHPP) haben einen festen Preis und lassen sich somit gut in den Kostenvoranschlag kalkulieren. Der Therapieweg, die Sekundärstruktur einer Doppelkronen-Prothese in Zusammenarbeit zwischen dem Dentallabor und dem externen Fräsdienstleister (z. B. MACK Dental) industriell fertigen zu lassen, ist vielversprechend und vereint Effizienz mit reproduzierbaren, hochpräzisen Ergebnissen. Grundlegende Erfolgsparameter sind die enge Interaktion zwischen Fräszentrum und Zahntechniker und – wie bei fast allen prothetischen Restaurationen – ein gutes Miteinander von Zahnarzt und Zahntechniker.


Weitere Informationen:

MACK Dentaltechnik
Dieselstr. 25
89160 Dornstadt
www.mack-dentaltechnik.de

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Sigmar Schnutenhaus , ZT Christian Schreiber , ZT Danny Wirthmüller



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