Herausnehmbare Implantatprothetik

– mit altbewährter Technik Step by Step zum Ziel - Teil 2

Eine Teleskopversorgung mit 4 Implantaten ...


Indizes: PEEK-Abutment, Teleskop, Snap-Attachment, Kompositverblendungen

Erfahrung, Kreativität und interdisziplinäre Zusammenarbeit müssen Hand in Hand gehen, will man von einem insuffizienten Ausgangszustand zu einer ansprechenden Lösung gelangen. So geschehen im vorliegenden Fall, der mit konventioneller Teleskoptechnik und Vollverblendungen stabil und den ästhetischen Ansprüchen des Patienten entsprechend umgesetzt wurde. Teil 1 (ZTM/Juni-Ausgabe) zeigte die Ausgangssituation und das Vorgehen von der Modellherstellung über das Wax-up bis hin zur Bearbeitung der gegossenen Abutments. In Teil 2 erläutert der Autor nun den weiteren Weg von der Suprakonstruktion zur Fertigstellung.

Gerade bei Implantatarbeiten bringen wir vorsorglich trotz Teleskoptechnik – als sogenannte Schläfer – noch zusätzliche Retentionselemente ein. Selbstverständlich vertrauen wir auf die langfristige Friktion der Teleskopkronen. Bekannterweise sind jedoch bei rein implantatgetragenen Versorgungen die einwirkenden Kaukräfte deutlich höher, die langen Sattelanteile stellen noch eine zusätzliche Belastung dar. Auch könnte wider Erwarten doch ein Implantat im Laufe der Zeit ausfallen. Vorsorglich werden deshalb in alle Abutments angussfähige TK-Snap Kästen (Si-tec, Gevelsberg) Elemente eingebracht, die bei Bedarf jederzeit mit einem TK-Snap mit Titankugel bestückt werden können. Somit kann auch noch nach vielen Jahren bei einem Bedarf die Friktion gezielt und sicher verstärkt werden. Der Aufwand beziehungsweise die Kosten hierfür spielen im Bezug auf die Gesamtkosten der Versorgung sicherlich keine nennenswerte Rolle.

Je nach Platzverhältnis können die TK-Snap Kästen positioniert werden. Vorab ist der Schraubenkanal exakt zu verschließen, um sodann die Endposition der Teile durch punktuelles Pattern sicher zu fixieren (Abb. 31). Hierbei ist drauf zu achten, dass soweit möglich kein Material in die Kästen hineinfließt. Dies kann durch eine dicke Konsistenz und/oder längeres Quellen weitgehend verhindert werden. Die verbleibenden Flächen werden in gewohnter Art und Weise vervollständigt (Abb. 32) und nach dem Aushärten auf Minimalstärke zurückgeschliffen (Abb. 33). Da die kreisrunden Öffnungen der Kästen im weiteren Arbeitsverlauf verschlossen werden, muss nunmehr unbedingt mit einem spitzen Instrument der Radius auf das Primärteil übertragen werden. Nachdem die Sekundärteile vollständig hergestellt sind, wird entsprechend der Anzeichnung am Primärteil mit einem Kugelkopfbohrer eine exakt definierte kreisrunde Mulde eingeschliffen. Diese dient bei einem eventuellen Einsatz als Retention für die federnd gelagerte Titankugel. Nach dem Abheben müssen die Kästen nochmals genau unter dem Mikroskop untersucht werden: es darf kein Pattern im Kasten oder direkt am beziehungsweise im inneren Rand vorhanden
sein. Gegebenenfalls müssen diese Stellen akribisch mit einem Skalpell oder Bohrer entfernt werden. Eine letzte Kontrolle der Platzverhältnisse (Abb. 34) zeigt keinerlei Probleme. Jetzt werden die Einzelteile mit Pattern verblockt und die Verbindungsstellen auf das notwendige Maß zurückgeschliffen (Abb. 35). Die vorangegangene Arbeitsweise erweist sich jetzt erneut als enorme Erleichterung und Zeitersparnis, denn der passgenaue Vorwall aus Knetsilikon reduziert das erneute Modellieren ungemein (Abb. 36). Fehlstellen lassen sich hierbei leicht vermeiden, wenn vorab der Vorwall mit Wachs bestückt und nach der Passungskontrolle einfach mit den Patternkäppchen verbunden wird. Da im bukkalen Bereich letztendlich wieder reduziert wird, genügt es, wenn hier lediglich die halbe Fläche ausmodelliert wird (Abb. 37. Wichtig: es darf keinesfalls Wachs in den Si-tec Kasten hineinfließen.

  • Abb. 31: Die Schraubenkanäle sind sorgfältig verschlossen, die angussfähigen Si-tec Kästen fixiert.
  • Abb. 32: Die restlichen Flächen werden mit Pattern ergänzt.
  • Abb. 31: Die Schraubenkanäle sind sorgfältig verschlossen, die angussfähigen Si-tec Kästen fixiert.
  • Abb. 32: Die restlichen Flächen werden mit Pattern ergänzt.

  • Abb. 33: Die Patternflächen sind auf die Minimalstärke reduziert.
  • Abb. 34: Eine letzte Kontrolle der Platzverhältnisse mit dem Vorwall.
  • Abb. 33: Die Patternflächen sind auf die Minimalstärke reduziert.
  • Abb. 34: Eine letzte Kontrolle der Platzverhältnisse mit dem Vorwall.

  • Abb. 35: Das Verblocken mit Pattern.
  • Abb. 36: Der Vorwall spart Zeit und verhindert Fehler für das notwendige Wax-up.
  • Abb. 35: Das Verblocken mit Pattern.
  • Abb. 36: Der Vorwall spart Zeit und verhindert Fehler für das notwendige Wax-up.

  • Abb. 37: Labial muss nicht die gesamte Fläche ergänzt werden, die Si-tec Öffnung wird nach Lagezeichnung auf dem Primärteil noch behutsam verschlossen.
  • Abb. 38: Von lingual sind sämtliche Gold- beziehungsweise Verblendflächen voll modelliert, die Reduktion erfolgt nach Anzeichnung.
  • Abb. 37: Labial muss nicht die gesamte Fläche ergänzt werden, die Si-tec Öffnung wird nach Lagezeichnung auf dem Primärteil noch behutsam verschlossen.
  • Abb. 38: Von lingual sind sämtliche Gold- beziehungsweise Verblendflächen voll modelliert, die Reduktion erfolgt nach Anzeichnung.

  • Abb. 39: Vollständig reduziert, angestiftet und mit kurzen Stegstummeln versehen.
  • Abb. 40: Die zirkulären Implantatschürzen bringen neben einem enormen Stabilitätszuwachs (T-Träger) zudem einen sauberen Übergang zum rosa Kunststoff.
  • Abb. 39: Vollständig reduziert, angestiftet und mit kurzen Stegstummeln versehen.
  • Abb. 40: Die zirkulären Implantatschürzen bringen neben einem enormen Stabilitätszuwachs (T-Träger) zudem einen sauberen Übergang zum rosa Kunststoff.

  • Abb. 41: Der Guss nach dem Aufpassen, die Stegstummel sind ausgearbeitet.
  • Abb. 42: Aus Zeitersparnis werden die beiden NEM-Retentionen mit Lichtwachs angefertigt.
  • Abb. 41: Der Guss nach dem Aufpassen, die Stegstummel sind ausgearbeitet.
  • Abb. 42: Aus Zeitersparnis werden die beiden NEM-Retentionen mit Lichtwachs angefertigt.

  • Abb. 43: Nach dem Guss ist ohne große Nacharbeit eine richtige Passung erreicht.
  • Abb. 44: Die Retentionen sind mit dem Goldgerüst verbunden, die sichtbaren Goldanteile ausgearbeitet und poliert.
  • Abb. 43: Nach dem Guss ist ohne große Nacharbeit eine richtige Passung erreicht.
  • Abb. 44: Die Retentionen sind mit dem Goldgerüst verbunden, die sichtbaren Goldanteile ausgearbeitet und poliert.

  • Abb. 45: Von basal zeigt sich eine gute Passung.
  • Abb. 46: Kunststoffsättel aus Aesthetikpolymerisat bringen exakte Ergebnisse bei der Einprobe und können notfalls unterfüttert werden.
  • Abb. 45: Von basal zeigt sich eine gute Passung.
  • Abb. 46: Kunststoffsättel aus Aesthetikpolymerisat bringen exakte Ergebnisse bei der Einprobe und können notfalls unterfüttert werden.

  • Abb. 47: Anhand der Vorwälle aus Knetsilikon werden die Seitenzähne wieder reponiert.
  • Abb. 48: Die Front wird mit zahnfarbenem Wachs ergänzt und die Sattelanteile werden vervollständigt …
  • Abb. 47: Anhand der Vorwälle aus Knetsilikon werden die Seitenzähne wieder reponiert.
  • Abb. 48: Die Front wird mit zahnfarbenem Wachs ergänzt und die Sattelanteile werden vervollständigt …

  • Abb. 49: … von lingual werden die unterschiedlichen Weichgewebeausformungen ersichtlich.
  • Abb. 50: Im Artikulator zeigt sich ein gleichmäßiges, ideales Bild.
  • Abb. 49: … von lingual werden die unterschiedlichen Weichgewebeausformungen ersichtlich.
  • Abb. 50: Im Artikulator zeigt sich ein gleichmäßiges, ideales Bild.

  • Abb. 51: Einsetzhilfen erleichtern das Eingliedern der Abutments.
  • Abb. 52: Vor der Einprobe werden die Idealisierungen im Gegenbiss noch mit Knetsilikon festgehalten, somit kann schnell und effizient die vorhandene Prothese angeglichen werden.
  • Abb. 51: Einsetzhilfen erleichtern das Eingliedern der Abutments.
  • Abb. 52: Vor der Einprobe werden die Idealisierungen im Gegenbiss noch mit Knetsilikon festgehalten, somit kann schnell und effizient die vorhandene Prothese angeglichen werden.

Die Suprakonstruktion: stabil und sicher

Soweit nun die palatinalen Bereiche in Wachs ergänzt sind, erfolgt das schrittweise Reduzieren. Eine Anzeichnung mit Filzstift zeigt den Verlauf der späteren Abschlussgirlande an, des weiteren die zu reduzierenden Inzisalbereiche sowohl in der Länge als auch im Interdentalraum (Abb. 38). Nach dem vollständigen Reduzieren werden noch die Brückenglieder 33/43 ergänzt und distal jeweils ein Stegstummel zur sicheren Verbindung mit den Modellgusssegmenten anmodelliert (Abb. 39). Eine zirkuläre Schürze im basalen Implantatbereich bringt einerseits ein deutliches Mehr an Stabilität und andererseits einen klar definierten und sauberen Abschluss zum rosa Kunststoff. Auch von bukkal zeigt sich bereits ein ausgeglichenes Ergebnis (Abb. 40). Der TK-Snap Kasten bei 32 ist unter der Idealisierung verdeckt. Das Einbetten und Gießen erfolgt nach den bekannten Regeln, ausgebettet wird lediglich mit Glanzstrahlperlen. Nach dem Absäuern werden eventuelle Fehlstellen oder Gussperlen unter dem Stereomikroskop entfernt. Die Abutments werden einzeln und mit aufgebrachter Polierhilfe, soweit nötig, aufgepasst bis eine leichtgängige Saugpassung erreicht ist. Anschließend kontrolliert man im Verbund bei abgenommener Zahnfleischmaske den Sitz und bearbeitet, soweit erforderlich, die Friktion nach bis auch im Verbund ein entsprechendes Ergebnis vorliegt. Sodann erfolgt das Ausarbeiten der Stegstummel (Abb. 41). Basal dürfen diese jedoch keinesfalls aufliegen zumal später noch Platz für Opaker und rosa Kunststoff benötigt wird. Beim Herstellen der NEM-Retentionen kann durch die Verwendung von Lichtwachs (Fa. Wegold, Wedelstein) einerseits viel Zeit als auch Material eingespart werden (Abb. 42). Es entfällt sowohl das Dublieren als auch die Herstellung eines Einbettmassemodells. In gewohnter Weise werden die Sattelbereiche unterlegt und darauf nach dem Isolieren direkt modelliert. Nach dem Lichthärten können diese abgehoben, direkt in einer kleinen Muffel eingebettet und gegossen werden. Die Passung sollte vor dem Verlöten (Abb. 43) ein leichtes Spiel aufweisen, um ein sicheres Verbinden zu gewährleisten.

Soweit die Einzelteile verbunden sind, kann im Bereich der Stegstummel etwas reduziert sowie die Goldbereiche ausgearbeitet und poliert werden (Abb. 44). Von basal zeigt sich nach dem Gummieren bereits eine sehr schöne Ausformung, die sicherlich das spätere Reinigen durch den Patienten begünstigt. Auch die Übergänge zu den Abutments dürften allen Anforderungen in puncto Passung genüge tun (Abb. 45). Nun erfolgt die Herstellung der Kunststoffbasis zur Einprobe (Abb. 46), die dazu dient, Fehler oder Abweichungen frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen. Zudem kann auf einer festen Basis während der Einprobe bei Bedarf exakt unterfüttert werden. Dank der Vorwälle ist das Reponieren der Seitenzähne nun keine große Aufgabe mehr (Abb. 47). Das Ausmodellieren der Frontzahnbereiche mit zahnfarbenen Wachs beziehungsweise rosa Gingivaanteilen vervollständigt die Einprobesituation und verkörpert gegenüber der Ausgangssituation ein bei weitem überlegenes Ergebnis (Abb. 48). Von palatinal zeigt sich eine harmonisch fortlaufende Abschlussgirlande in Gold, die letztendlich für die Stabilität sorgt. Die unterschiedlich atrophierten Schleimhautanteile wurden mit rosa Wachs entsprechend angepasst (Abb. 49). Durch die diversen Idealisierungen im Gegenbiss konnte sowohl in ästhetischer als auch funktioneller Hinsicht ein bestmögliches Ergebnis entstehen (Abb. 50). Bei der späteren Neuanfertigung der Oberkieferprothese wird vor allem im Frontzahnbereich noch viel Spielraum für Verbesserungen bestehen.

Der letzte Schritt vor der Einprobe besteht in der Anfertigung von Einsetzhilfen aus Pattern (Abb. 51), die jegliche Verwechslungsmöglichkeit bezüglich Lage oder Reihenfolge sicher verhindern. Vorwälle aus Knetsilikon, für ein schnelles und gezieltes Idealisieren der bestehenden Oberkieferarbeit sparen wertvolle Behandlungszeit (Abb. 52).

Die Fertigstellung

Entsprechend dem chirurgischen Eingriff Regio 34/35, der kurz nach der Sammelabformung erfolgte, bestand erwartungsgemäß eine Diskrepanz zur Modellsituation. Mittels einer Teilunterfütterung (Abb. 53) konnte der aktuelle Stand fixiert werden. Im Labor wurde dann der betroffene Gipsanteil auf dem Meistermodell überproportional entfernt, Retentionen eingeschliffen und mit Gips unterfüttert. Im distalen Bereich von Zahn 35 war es notwendig, auch die Zahnfleischmaske entsprechend zu reduzieren. Da bezüglich der Bisslage beziehungsweise Kosmetik nach dem Idealisieren der Oberkieferprothese keine Abweichungen vorhanden waren, konnte direkt mit der Fertigstellung in bekannter Art und Weise begonnen werden. Ein exakter Vorwall aus Knetsilikon (Abb. 54) verhindert Fehlerquellen und reduziert den Aufwand beim folgenden Einschleifen. Bei der Ausarbeitung haben wir im bukkalen Bereich auf einen gleichmäßigen, natürlichen Gingivaverlauf Wert gelegt (Abb. 55). Von lingual wird die konkave Form im Bereich der Molaren deutlich, die den Zungenraum erweitert (Abb. 56), gleichsam die nicht ganz unproblematische Ausformung im Fontzahnbereich. Sämtliche Sattelbereiche sind nur geschmirgelt. Die Politur erfolgt gemeinsam mit den Verblendungen.

Nach dem Abstrahlen der Verblendflächen wird das Haftverbundsystem aufgebracht, eine erste dünne Opakerschicht appliziert und ausgehärtet (Abb. 57). Jetzt können die Öffnungen der Brückenglieder mit Basismasse oder heller Dentinmasse verschlossen und gleichfalls mit Licht polymerisiert werden (Abb. 58), zur Sicherheit zusätzlich nach dem Abheben auch von basal. Danach erfolgt der vollständige, deckende Opakerauftrag. Das eigentliche Schichten der Massen geschieht immer im gleichen Ablauf: Zuerst wird bei abgenommener Arbeit Halsmasse unter die Brückenglieder aufgebracht und die Arbeit auf das Modell gesetzt. Dabei sollte man auf die korrekte Endposition achten, denn zu viel Material verhindert ein sicheres Polymerisieren in der Tiefe. Sodann werden die Bereiche der Brückenglieder in bukkaler wie lingualer Richtung ideal ausgeformt, ebenso die übrigen Frontzahnbereiche mit Halsmasse (Abb. 59) ergänzt. Nach dem Zwischenhärten kann die Dentinmasse aufgebracht und nach dem Polymerisieren soweit erwünscht noch farblich charakterisiert werden (Abb. 60). Im Lingualbereich, oftmals ist hier das Platzangebot etwas bescheiden, unterstützen wir farblich etwas stärker (Abb. 61). Die Schneidemasse bringen wir immer zuerst im bukkalen Bereich auf, soweit irgend möglich immer am Stück durchschichtend (Abb. 62). Erst wenn das Gesamtbild stimmig ist und die Breiten- und Längenverhältnisse korrekt vorliegen, wird auspolymerisiert. Entsprechend können nun die lingualen Anteile komplettiert werden (Abb. 63).

Das Ausarbeiten geschieht in gewohnter Art und Weise. Kreuzverzahnte Fräser der EF-Serie (Gebr. Brasseler, Lemgo) sind hierbei besonders effizient. Mit Hilfe von Silberpuder findet sich so leicht die richtige Form und Struktur (Abb. 64 und 65). Die perfekte Endpolitur, letztendlich für die Güte und den langfristigen Erfolg mitendscheidend, erfolgt schrittweise von grob nach fein. Zuerst an der Poliereinheit mit Bims/Bürstchen, mit Polierfluid/Bürstchen und sodann mit der Schwabbel. Abschließend der wichtigste Arbeitsgang: die Hochglanzpolitur mit Diamant Diamantpolierpaste und Robinsonbürstchen unter dem Stereomikroskop. Ein perfektes Ergebnis sowohl in der bukkalen Ansicht (Abb. 66) und von lingual (Abb. 67).

Nun können die verbliebenen Zervikalanteile gestrahlt und nach dem Aufbringen des Haftverbundsystems rosa opakert werden (Abb. 68 und 69). Dem aufmerksamen Leser wird sicherlich von lingual der unterkonturierte Schürzenanteil distal 32 aufgefallen sein. Hier hat sich durch den chirurgischen Eingriff auch der Gingivasaum zurückgebildet und die Zahnfleischmaske wurde entsprechend angepasst. Aufgrund des rosa Kunststoffabschlusses konnte hier aber auf weitergehende Änderungen an der Suprakonstruktion verzichtet werden. Im letzten Arbeitsgang werden noch die fehlenden rosa Kunststoffanteile von lingual und bukkal (Abb. 70) angetragen, ausgearbeitet und poliert.

  • Abb. 53: Durch den erfolgten operativen Eingriff muss nun der Bereich 34/35 unterfüttert und anschließend das Modell in dieser Region entsprechend aktualisiert werden.
  • Abb. 54: Zur Fertigstellung sind die Retentionen rosa opakert und stark untersichgehende Bereiche beziehungsweise Anschlüsse ausgewachst.
  • Abb. 53: Durch den erfolgten operativen Eingriff muss nun der Bereich 34/35 unterfüttert und anschließend das Modell in dieser Region entsprechend aktualisiert werden.
  • Abb. 54: Zur Fertigstellung sind die Retentionen rosa opakert und stark untersichgehende Bereiche beziehungsweise Anschlüsse ausgewachst.

  • Abb. 55: Nach dem Einschleifen werden die Sättel grob ausgearbeitet.
  • Abb. 56: Auch die Lingualanteile im Frontzahnbereich werden erst nach dem Verblenden ergänzt.
  • Abb. 55: Nach dem Einschleifen werden die Sättel grob ausgearbeitet.
  • Abb. 56: Auch die Lingualanteile im Frontzahnbereich werden erst nach dem Verblenden ergänzt.

  • Abb. 57: Sobald die Verblendflächen gestrahlt und das Haftverbundsystem aufgebracht ist, erfolgt der „Washopakerauftrag“.
  • Abb. 58: Die Öffnungen der Leichtbauweise sind mit Komposit verschlossen beziehungsweise ideal ergänzt und es folgt der deckende Opakerauftrag.
  • Abb. 57: Sobald die Verblendflächen gestrahlt und das Haftverbundsystem aufgebracht ist, erfolgt der „Washopakerauftrag“.
  • Abb. 58: Die Öffnungen der Leichtbauweise sind mit Komposit verschlossen beziehungsweise ideal ergänzt und es folgt der deckende Opakerauftrag.

  • Abb. 59: Zuerst wird die Halsmasse positioniert und zwischengehärtet.
  • Abb. 60: Der Dentinkern ist appliziert und farblich etwas individualisiert.
  • Abb. 59: Zuerst wird die Halsmasse positioniert und zwischengehärtet.
  • Abb. 60: Der Dentinkern ist appliziert und farblich etwas individualisiert.

Das Ergebnis

In der Basalansicht mit eingesetzten Abutments zeigt sich ein sauberer, klar definierter Übergang von Abutments, Suprakonstruktion und Gold bzw. Kunststoffanteilen (Abb. 71). Die Abutments sind mit den Retentionsmulden für die retentiven TK-Snap Einsätze vorbereitet (Abb. 72). Von bukkal zeigt sich eine gleichmäßig harmonische Front, die Seitenzähne sind gegenüber der Ausgangsituation bestmöglich idealisiert (Abb. 73). In der Lingualansicht wird die stabile Ausführung durch den fortlaufenden Goldabschluss erkennbar, der sich zudem ästhetisch in das Gesamtbild einfügt (Abb. 74). Der rosa Abschlussanteil, stellenweise sehr dünn, wird vom Patienten nach der vorausgegangenen Prothese nicht mehr wahrgenommen.

Im Detail zeigt sich die vom Patienten gewünschte helle, freundliche Farbe – obgleich hier doch etwas individualisiert worden ist (Abb. 75). Die Funktion konnte durch die Überarbeitung der Oberkieferprothese wieder hergestellt werden, auch im Hinblick auf die Zeit bis zur Neuanfertigung der oberen Totalen (Abb. 76). Bei der anschließenden Neuanfertigung wird das Seitenzahngebiet etwas weiter nach bukkal gestellt und somit ideale Längenverhältnisse erreicht. Auch im Frontzahnbereich können sowohl in der Form, Länge und Ausrichtung optimale Ergebnisse erzielt werden.

  • Abb. 61: Von lingual kann die Farbgebung etwas intensiver sein.
  • Abb. 62: Mit Schneidemassen wird die Form komplettiert.
  • Abb. 61: Von lingual kann die Farbgebung etwas intensiver sein.
  • Abb. 62: Mit Schneidemassen wird die Form komplettiert.

  • Abb. 63: In der Ansicht von lingual wird distal 32 eine unterkonturierte Stelle ersichtlich. Ursächlich hierfür war der operative Eingriff, dies kann jedoch noch retuschiert werden.
  • Abb. 64: Das Ausarbeiten mit Texturmarker ist mehr als hilfreich, sowohl von labial …
  • Abb. 63: In der Ansicht von lingual wird distal 32 eine unterkonturierte Stelle ersichtlich. Ursächlich hierfür war der operative Eingriff, dies kann jedoch noch retuschiert werden.
  • Abb. 64: Das Ausarbeiten mit Texturmarker ist mehr als hilfreich, sowohl von labial …

  • Abb. 65: … als auch lingual.
  • Abb. 66: Das Ergebnis nach Ausarbeiten und Politur zeigt sowohl von labial …
  • Abb. 65: … als auch lingual.
  • Abb. 66: Das Ergebnis nach Ausarbeiten und Politur zeigt sowohl von labial …

  • Abb. 67: … als auch lingual ein ansprechendes Ergebnis.
  • Abb. 68: Soweit die Randbereiche noch etwas überarbeitet und gestrahlt sind und das Haftverbundsystem aufgebracht ist wird von oral …
  • Abb. 67: … als auch lingual ein ansprechendes Ergebnis.
  • Abb. 68: Soweit die Randbereiche noch etwas überarbeitet und gestrahlt sind und das Haftverbundsystem aufgebracht ist wird von oral …

Nachwort

Derartig weitreichende Verbesserungen bedürfen neben einer umfangreichen Planung vor allem einer perfekten Zusammenarbeit von Behandler, Patient und Zahntechniker. Augenscheinlich aufwendigere, zeitintensivere Zwischenschritte sind oftmals der Garant für problemlose Ausführungen und zufriedene Kunden. Der lapidare Satz „bei dem Gegenbiss ist halt nicht mehr drin“ führt immer öfter zu Problemen, da die Akzeptanz der Patienten bei aufwendigeren Arbeiten und höheren Zuzahlungen nicht linear zunimmt. Jeder Schreiner oder Schlosser fertigt vor dem Beginn seiner eigentlichen Tätigkeit einen Plan oder Skizze. Wir Zahntechniker sollten bereits beim Vorliegen der Situationsmodelle diese genau studieren, Vor- und Nachteile exakt analysieren und bereits diverse Verbesserungsmöglichkeiten – auch am Gegenbiss – festhalten oder einzeichnen. Sodann können Zusatzschritte, wie zum Beispiel im vorliegenden Fall eine Einprobe Frontzahnblock auf PEEK-Abutments, den richtigen Weg bestätigen und vor allem helfen, zeit- und kostenintensive Arbeitsabläufe zu wiederholen. Gerade im Implantatsektor entstehen erhebliche Materialkosten, das heißt, alleine eine Neuanfertigung der Abutments könnte die Rentabilität der gesamten Arbeit in Frage stellen.

  • Abb. 69: … und bukkal opakert und anschließend lichtgehärtet.
  • Abb. 70: Die restlichen Flächen werden noch mit rosa Kunststoff ergänzt, ausgearbeitet und anschließend poliert.
  • Abb. 69: … und bukkal opakert und anschließend lichtgehärtet.
  • Abb. 70: Die restlichen Flächen werden noch mit rosa Kunststoff ergänzt, ausgearbeitet und anschließend poliert.

  • Abb. 71: Das Endergebnis im Spiegel zeigt neben der optimalen Passung auch den perfekten Übergang von Gold zu Kunststoff, sowohl von okklusal wie auch basal.
  • Abb. 72: In die Abutments sind die Retentionsmulden für den TK-Snap eingeschliffen.
  • Abb. 71: Das Endergebnis im Spiegel zeigt neben der optimalen Passung auch den perfekten Übergang von Gold zu Kunststoff, sowohl von okklusal wie auch basal.
  • Abb. 72: In die Abutments sind die Retentionsmulden für den TK-Snap eingeschliffen.

  • Abb. 73: Eine minimal lückige Gestaltung war notwendig, um gleichmäßige Breitenverhältnisse zu erreichen.
  • Abb. 74: Von lingual zeigt sich gegenüber der alten Versorgung ein deutlich verbessertes Ergebnis.
  • Abb. 73: Eine minimal lückige Gestaltung war notwendig, um gleichmäßige Breitenverhältnisse zu erreichen.
  • Abb. 74: Von lingual zeigt sich gegenüber der alten Versorgung ein deutlich verbessertes Ergebnis.

  • Abb. 75: In der Detailansicht wird die dezente Schichtung und markante rosa Gestaltung deutlich.
  • Abb. 76: Im Artikulator stört optisch noch der Gegenbiss, jedoch kann nun aufgrund der UK-Grundlage auch hier ein weit verbessertes Ergebnis realisiert werden.
  • Abb. 75: In der Detailansicht wird die dezente Schichtung und markante rosa Gestaltung deutlich.
  • Abb. 76: Im Artikulator stört optisch noch der Gegenbiss, jedoch kann nun aufgrund der UK-Grundlage auch hier ein weit verbessertes Ergebnis realisiert werden.

Danksagung

Mein besonderer Dank gilt der Fachärztin für Oralchirurgie und Behandlerin Frau Dr. Yvonne Waibel, Praxis Dr. Fuchs & Partner, Leonberg, sowie dem Patienten. Ohne die konstruktive, positive Zusammenarbeit wäre eine derartige Realisation nicht möglich gewesen. Und ich danke meinem Team, dessen Einsatz und Können für die Ausführung entscheidend war.

  • VERWENDETE MATERIALIEN

  • VERWENDETE MATERIALIEN

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZT Axel Mühlhäuser

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZT Axel Mühlhäuser