Kronen/Brücken

CAD/CAM, Sirona Software, Cerec, IPS e.max CAD, Keramik

CAD- on Technik - Was ist möglich?


Es soll mit der Restauration der in Abb. 1 gezeigten Oberkieferfront meine Herangehensweise an die CAD-on Technik gezeigt werden. Mit diesem Fall möchte ich zeigen, dass es möglich ist, eine siebengliedrige Brücke mit dieser Technik herzustellen. Selbstverständlich gibt es viele unterschiedliche Herangehensweisen an die CAD-on Technik. Ich möchte den Weg aufzeigen, der in meinem Labor gegangen wird. Ausdrücklich möchte ich auch darauf hinweisen, dass ich mit diesem Weg eine Kombination verschiedener Hersteller und Verfahrenstechniken anwende, die so nicht in einer Bedienungsanleitung beschrieben werden. Mein Ziel ist es, dass nach dem Lesen dieses Artikels der interessierte Leser neugierig geworden ist, die CAD-on Technik selbst auszuprobieren und neue Wege zu beschreiten.

 

 

 

 

Für meine CAD-on Technik ist es egal von welchem Herstellersystem das Zirkongerüst stammt. Wichtig bei der Gestaltung ist jedoch, dass die Ponticgestaltung bei Brückengliedern aus Zirkon ist. Zusätzlich muss von palatinal eine Girlande vorhanden sein. Bei Versorgungen im Seitenzahnbereich versuche ich, die Girlande zirkulär anzuwenden. Im vorliegenden Fall habe ich jedoch zugunsten der Ästhetik darauf verzichtet (Abb. 2 und 3).

  • Abb. 1: Ausgangssituation.
  • Abb. 2: Das Zirkonoxidgerüst von vestibulär.
  • Abb. 1: Ausgangssituation.
  • Abb. 2: Das Zirkonoxidgerüst von vestibulär.

  • Abb. 3: Das Zirkonoxidgerüst von palatinal.
  • Abb. 3: Das Zirkonoxidgerüst von palatinal.

Gerüstvorbereitung

Alle Unterschnitte werden mit Wachs ausgeblockt. Damit wird vermieden, dass beim Einscannen Abrissfahnen entstehen und zu viele Einzelaufnahmen angefertigt werden müssen. Dann wird die ganze Arbeit mit Kontrastspray entspiegelt (Abb. 4 und 5).

  • Abb. 4: Das Gerüst mit Wachs ausgeblockt.
  • Abb. 5: Entspiegelung mit Kontrastspray.
  • Abb. 4: Das Gerüst mit Wachs ausgeblockt.
  • Abb. 5: Entspiegelung mit Kontrastspray.

Zunächst wird die gesamte Brücke inklusive Biss eingescannt und korreliert (Abb. 6). Es folgt das Trimmen der Präparation (nicht immer zwingend erforderlich) sowie das Trimmen des Antagonisten. Anschließend wird die Präparationskante definiert (Abb. 7).

  • Abb. 6: Scannen.
  • Abb. 7: Matchen von Präparation und Gegenkiefer.
  • Abb. 6: Scannen.
  • Abb. 7: Matchen von Präparation und Gegenkiefer.

Kronendesign

Erst in der Schleifvorschau kann über den Button Konstruktion-Quadrant die nächste Krone aufgerufen werden. Hier gibt man den nächsten zu fertigenden Zahn an (Abb 8 und 9). Der Zahn wird definiert und es kann wieder konstruiert werden (Abb 10 und 11). Nach dem Design der letzten Krone kann man entweder mehrere Kronen aufrufen, um diese mit den vorhandenen Maschinen zu schleifen oder es wird nacheinander gefräst (Abb. 12 bis 14).

  • Abb. 8: Kronendesign.
  • Abb. 9: Vorbereitung zum Schleifen.
  • Abb. 8: Kronendesign.
  • Abb. 9: Vorbereitung zum Schleifen.

  • Abb. 10: Quadrantenwechsel.
  • Abb. 11: Definition eines neuen Zahnes.
  • Abb. 10: Quadrantenwechsel.
  • Abb. 11: Definition eines neuen Zahnes.

  • Abb. 12: Paralleldesign.
  • Abb. 13: Auswählen der Krone zum Schleifen.
  • Abb. 12: Paralleldesign.
  • Abb. 13: Auswählen der Krone zum Schleifen.

  • Abb. 14: Inlab MC XL auswählen.
  • Abb. 14: Inlab MC XL auswählen.

IPS e.max CAD Kronen

Die freien Stellen interdental werden mit der Verbundkeramik ausgeglichen (Abb. 15 bis 17). Das Verbinden erfolgt mit einer speziellen Verbundkeramik, die es in neun Farben gibt (Abb. 18). Das Zirkongerüst wird dafür mit Rocatec angestrahlt und die mit der angemischten Keramik gefüllten Lithiumdisilikat- Kronen werden auf das Gerüst gesetzt. Die komplette Brücke wird nun bei 770°C gebrannt.

  • Abb. 15: IPS e.max Kronen auf dem Zirkongerüst.
  • Abb. 16: IPS e.max Kronen cut back.
  • Abb. 15: IPS e.max Kronen auf dem Zirkongerüst.
  • Abb. 16: IPS e.max Kronen cut back.

  • Abb. 17: IPS e.max Kronen nach dem Sinterbrand.
  • Abb. 18: Farbpalette der Fusionskeramik.
  • Abb. 17: IPS e.max Kronen nach dem Sinterbrand.
  • Abb. 18: Farbpalette der Fusionskeramik.

  • Abb. 19: Gesinterte IPS e.max Kronen auf dem Zirkongerüst fusioniert.
  • Abb. 19: Gesinterte IPS e.max Kronen auf dem Zirkongerüst fusioniert.

Ich verwende immer IPS e.max CAD HT Rohlinge und durch die Kombination von eingefärbtem Zirkongerüst und farblich abgestimmter Verbundkeramik ist bereits jetzt eine sehr gute Tiefenwirkung zu erzielen (Abb. 19).

Es folgt die Schichtung mit IPS e.max Ceram Schneide- und Transpamassen (Abb. 20). Abb. 21 zeigt die Brücke nach dem Ausarbeiten - welches ich immer mit einer wassergekühlten Turbine mache - und dem Glanzbrand. Die nicht mit Keramik überzogenen Zirkonanteile werden poliert und beim Glanzbrand zusätzlich noch mit Glasurmasse bedeckt. Die Abb. 22 zeigt die fertige Arbeit im Mund des Patienten.

  • Abb. 20: Komplettiert mit Schneide- und Transpamassen.
  • Abb. 21: Nach dem Glanzbrand.
  • Abb. 20: Komplettiert mit Schneide- und Transpamassen.
  • Abb. 21: Nach dem Glanzbrand.

  • Abb. 22: Die fertige Arbeit.
  • Abb. 22: Die fertige Arbeit.

Fazit

Die CAD-on Technik ist sicher noch verbesserungswürdig, bietet aber meiner Meinung nach die Möglichkeit, bei immer weniger werdenden Fachkräften und größerem Konkurrenzdruck aus dem Ausland, hochwertige Arbeiten auch in Deutschland in größerer Zahl herzustellen. Dabei sehe ich als Zahntechniker diese Technik nicht als Konkurrenz, sondern als Herausforderung diese zu nutzen. Dies ermöglicht mir, mich mehr mit dem Thema Dienstleistung, die in der Zahntechnik immer wichtiger wird, zu befassen.  


Danksagung

Ich möchte mich ganz herzlich bei Herrn Martin Ahrberg - Zahntechnikermeister und Zahnarzt - bedanken, der es mir ermöglicht, mit ihm gemeinsam immer neue Wege in der Zahntechnik zu beschreiten.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM Thomas Jobst

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZTM Thomas Jobst


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