Kronen/Brücken


DIE BRÜCKE vom Handwerk zur Konstruktion


Indizes: Ästhetik, Brückensoftware, Cercon eye, Cercon art Brückensoftware,

Cercon move Funktionseinheit, Ceram Kiss.

Für immer mehr Patienten ist eine insuffiziente Ästhetik der Grund für eine vollkeramische Sanierung. Auch der Patient im folgenden Beitrag kam in die Praxis, weil ihm seine Gesamtsituation nicht mehr gefiel. Er hatte in einem Magazin gelesen, daß es vollkeramische Versorgungen auf Zirkonoxidbasis gibt. Insbesondere im Oberkiefer sowohl im Seitenzahn-, als auch im Frontzahnbereich, wo die Ränder bereits stark frei lagen, gefiel ihm seine bisherige Restauration nicht mehr. Der Fall wurde mit Hilfe von Cercon art 2.1 gelöst. Der folgende Beitrag demonstriert die Möglichkeiten und Tools der neuen Brücken-Software bei der digitalen Gerüstkonstruktion.

Der Restauration dieses Falles ging zunächst eine intensive Beratung des behandelnden Arztes und des Zahntechnikers voraus. Der Patient litt sehr darunter, daß im OK und UK die alte Versorgung in der Farbe nicht stimmte und alle Zahnhälse frei lagen . Das nicht mehr richtig „Lachen können“ beschäftigte ihn sehr (Abb. 2).Für das behandelnde Team stellten sich deshalb zwei Zielfragen:

  • Welches Material könnte diese Situation verbessern?
  • Wie stellt man die Rot-Weiß-Ästhetik wieder her?

Unter Abwägung der Vorteile, die eine vollkeramische Versorgung gegenüber der Verblendkeramik bietet, wie zum Bespiel keine dunklen Ränder, ein stabiles Zahnfleisch und eine natürliche Farbgebung, entschied sich der Patient für die vollkeramische Lösung. Hinzu kommt, daß bei einem Goldgewicht von 20 Kronen und Brückengliedern der Materialpreis sehr hoch gewesen wäre. Wir entschlossen uns daraufhin, die Restauration mit der neuen software Cercon art 2.1 zu fertigen.

  • Abb. 1: Vollkeramische OK/UK-Restauration in situ
  • Abb. 2: Die insuffiziente Versorgung
  • Abb. 1: Vollkeramische OK/UK-Restauration in situ
  • Abb. 2: Die insuffiziente Versorgung

  • Abb. 3: Der Brückenstatus
  • Abb. 4: Modellhalter plus Referenzmarke
  • Abb. 3: Der Brückenstatus
  • Abb. 4: Modellhalter plus Referenzmarke

  • Abb. 5: Darstellung und Berechnung der Scandaten einschließlich Gegenbiß
  • Abb. 6: Ausrichten der Brücke
  • Abb. 5: Darstellung und Berechnung der Scandaten einschließlich Gegenbiß
  • Abb. 6: Ausrichten der Brücke

  • Abb. 7: Einstellen der Parameter und automatischer Brücken- und Kappenvorschlag
  • Abb. 7: Einstellen der Parameter und automatischer Brücken- und Kappenvorschlag

Der Scan Vorgang

Mit dem Laser-Scanmodul Cercon eye gelingt die Datenerfassung von Modellstümpfen bis hin zu ganzen Kiefersegmenten nun schnell und einfach. Der Scanprozeß läuft für jede zu erfassende Zahneinheit vollautomatisch ab. Mit dem großen vertikalen Meßbereich des Scanners können auch schwierige Modellsituationen problemlos digitalisiert werden.

Das Procedere: Nach dem Einsetzen des Modells in den dafür vorgesehenen Halter wird die gemeinsame Einschubrichtung der Stümpfe ermittelt (Abb. 4 und 6). Nun platziert man den Halter mit dem Modell auf der Dreheinheit von Cercon eye, schließt die Abdeckhaube und startet damit den Scanvorgang über Cercon art, einer eigens entwickelten Software für die virtuelle Gerüstkonstruktion, die anschließend mit der Computer-Maus und der systemeigenen Funktionseinheit Cercon move gestaltet wird. Die somit generierten Daten der virtuellen Restauration können dann wahlweise an die laborseitige Cercon brain Fertigungseinheit, per Fernübertragung an ein Partnerlabor oder alternativ an das systemeigene Netzwerk-Fräszentrum in Hanau übermittelt werden.

Neu: Die Gestaltung von Kappen und Brücken per Mausclick

Bevor die Daten für den Fräsvorgang weitergeleitet werden, erfolgt zunächst die virtuelle Gerüstmodellation. Auf dem Bildschirm kann man sich den Scan nach Beendigung der Datenerfassung, gesteuert durch Cercon move, dreidimensional dargestellt anschauen. Bei Brückenkonstruktionen muß der Vorgang für jede Einheit neu ausgeführt werden. Durch die dritte Kamera werden über die am Modelltisch befindliche Referenzmarke die einzelnen Scans zu einem Gesamtverbund zusammengeführt (Abb. 4 und 5).

Nachdem man zu jedem Scan die dazugehörigen Parameter, wie Spacer, Wandstärke, Gingivaabstand usw. eingegeben hat, erhält man automatisch einen Brücken- oder Kappenvorschlag (automatische Präparationsgrenzenfindung) (Abb. 3). Auch diese kann man wieder mit dem Navigationsgerät Cercon move drehen, kippen oder zoomen. Mit zusätzlichen Tools kann man die Brückenglieder verändern und ausrichten.

  • Abb. 8: Aufbau der Kappe
  • Abb. 9: Aufbau der Kappe
  • Abb. 8: Aufbau der Kappe
  • Abb. 9: Aufbau der Kappe

  • Abb. 10: Veränderung von Bezugsachse und Brückenglied
  • Abb. 11: Aufpassen des Pontic
  • Abb. 10: Veränderung von Bezugsachse und Brückenglied
  • Abb. 11: Aufpassen des Pontic

  • Abb. 12: Gesamtausrichtung der Brücke
  • Abb. 13: Anatomischer Brückenvorschlag
  • Abb. 12: Gesamtausrichtung der Brücke
  • Abb. 13: Anatomischer Brückenvorschlag

  • Abb. 14: Roter Warnhinweis des Systems = zu kleiner Verbinder
  • Abb. 15: Endgültiger Brückenvorschlag
  • Abb. 14: Roter Warnhinweis des Systems = zu kleiner Verbinder
  • Abb. 15: Endgültiger Brückenvorschlag

  • Abb. 16: Genestete und geschliffene Brücken
  • Abb. 16: Genestete und geschliffene Brücken


Bei der Kappen- und Brückenkonstruktion sollte die Wandstärke bei allen Brückenpfeilern mindestens 0,5 mm betragen. Nach der automatischen Berechnung der Pfeilerkappen, Brückenglieder und der interdentalen Verbinder kann das Brückengerüst noch individuell optimiert werden. So können weiterhin die Pfeilerkäppchen analog den Einzelkappen sowie Brückenglieder anatomisch modelliert (Abb. 8 und 9), Zwischenglieder hinsichtlich Bezugsachse verändert, Translation, Rotation und Skalierung und selbst der basale Anteil des Pontics manipuliert werden (Abb. 10–12).

Insbesondere sticht die Gestaltung der Verbinder ins Auge, die eine ideale Form, ähnlich der römischen Viadukte, aufweisen und gleichzeitig ohne harte Übergänge mit Krone und Brückenglied verschwemmt sind (Abb. 13 und 14). Das Programm prüft automatisch, ob die Verbinder die empfohlene Mindestquerschnittsfläche von 9 mm2 aufweisen. Liegt der Wert darunter, wird der Verbinder rot dargestellt. Mit der farblichen Kennzeichnung zu kleiner Verbinder führt das System den Anwender sicher durch den Gestaltungsprozeß (Abb.15).

Zum wirtschaftlichen Fräsen im eigenen Labor hat sich das Nesten (Abb. 16) der einzelnen Arbeiten in die unterschiedlich großen Cerconoxid-Blöcke bewährt. Die neue Schleifstrategie, das zirkuläre Ausschleifen der Gerüste, schafft genau passende und von innen glatte Gerüste.

Zurück zum Fall

Nach Fertigstellung der Gerüste wurde im OK eine Einprobe durchgeführt. Die Abbildungen 17–19 zeigen die anatomische Modellation, die sehr wichtig zur Unterstützung der Verblendkeramik ist, und die schönen Übergänge der Gerüste zum Zahnfleisch.
Nach der Gerüsteinprobe der Oberkiefer-Restauration wurden die Gerüste mit Cercon Ceram Kiss verblendet und eingesetzt (Abb. 20–22). Anschließend wurde im UK Zahn 34 bis 37 und Zahn 44 bis 47 präpariert und ebenfalls mit Cercon-Kronen versorgt (Abb. 23–26).

Nach der Rohbrandeinprobe von Ober- und Unterkiefer-Restauration erhielt die Arbeit ihr Finish und den Glanzbrand. Bei größeren Arbeiten fertigen wir grundsätzlich eine Rohbrandanprobe an, um evtl. Verletzungen, verursacht durch das Einschleifen der Verblendung und des Gerüstes, mit einer weiteren Wärmebehandlung wieder zu beheben. Die Abbildung 31 zeigt einen zufriedenen Patienten.

  • Abb. 17–19: Einprobe im OK der anatomischen Gerüste
  • Abb. 18
  • Abb. 17–19: Einprobe im OK der anatomischen Gerüste
  • Abb. 18

  • Abb. 19
  • Abb. 20–22: Verblendete Gerüste mit Cercon Ceram Kiss ...
  • Abb. 19
  • Abb. 20–22: Verblendete Gerüste mit Cercon Ceram Kiss ...

  • Abb. 21: ... Frontansicht ...
  • Abb. 22: ... Seitenansicht
  • Abb. 21: ... Frontansicht ...
  • Abb. 22: ... Seitenansicht

  • Abb. 23: Eingegliederte OK-Restauration
  • Abb. 24: OK-Frontalansicht
  • Abb. 23: Eingegliederte OK-Restauration
  • Abb. 24: OK-Frontalansicht

  • Abb. 25–26: Seitenansicht eingegliederte OK-Restauration rechte Seite ...
  • Abb. 26: ... linke Seite
  • Abb. 25–26: Seitenansicht eingegliederte OK-Restauration rechte Seite ...
  • Abb. 26: ... linke Seite

  • Abb. 27–29: Eingegliederte UK-Restauration ...
  • Abb. 27–29: Eingegliederte UK-Restauration ...

Mein Dank gilt …

Dr. Michael Lenz, Zahnklinik Andernach, der die Arbeit ausgeführt hat, und unserem Keramiker Mario Pace, der sie verblendet hat.

  • Abb. 28–29: ... Seitenansicht
  • Abb. 29
  • Abb. 28–29: ... Seitenansicht
  • Abb. 29

  • Abb. 30: OK- und UK-Restauration in situ
  • Abb. 31: Der zufriedene Patient
  • Abb. 30: OK- und UK-Restauration in situ
  • Abb. 31: Der zufriedene Patient

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Franz-Josef Noll - Mario Pace

Bilder soweit nicht anders deklariert: Franz-Josef Noll , Mario Pace


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