Kronen/Brücken


Die CAD-on Technik

Abb. 1: Die Materialien für die IPS e.max CAD-on Technik: der Lithium-Disilikat Glaskeramik- und der Zirkoniumoxidblock sowie das Fügemedium.
Abb. 1: Die Materialien für die IPS e.max CAD-on Technik: der Lithium-Disilikat Glaskeramik- und der Zirkoniumoxidblock sowie das Fügemedium.

Die neue IPS e.max CAD-on Technik ermöglicht es, die bewährte IPS e.max CAD Lithium-Disilikat Glaskeramik jetzt auch für zirkoniumoxidgestützte Restaurationen zu verwenden. Die innovative Kombination dieser beiden Werkstoffe eröffnet neue Möglichkeiten bei der Versorgung mit vollkeramischen Restaurationen.

 

 

 

 

Die IPS e.max CAD Lithium-Disilikat Keramik (LS2) von Ivoclar Vivadent bietet dem Anwender hohe Ästhetik bei gleichzeitig hoher Festigkeit von 360 MPa. Sie erfreut sich grosser Beliebtheit und wird zunehmend für die Herstellung langlebiger und ansprechender vollkeramischer Einzelzahn-Versorgungen verwendet. IPS e.max CAD wird in einer vorkristallisierten Zwischenstufe geschliffen – dem sogenannten „blauen“ Zustand“, der bestmögliche Bearbeitung durch die Schleifmaschinen ermöglicht. In einem nachfolgenden Malfarben- und Kristallisationsbrand erhält das Material dann seine endgültige Festigkeit und die gewünschten ästhetischen Eigenschaften wie Zahnfarbe, Helligkeit und Transluzenz.

Jetzt können die beliebten Eigenschaften der LS2- Keramik ideal mit den Vorteilen von Zirkoniumoxid (ZrO2) kombiniert werden und ermöglichen neu auch die Herstellung von ästhetischen und hochfesten Brückenrestaurationen (Front –und Seitenzahnbereich). Zirkoniumoxidgestützte Versorgungen wurden bis jetzt nur mittels der klassischen Schichtbzw. der Überpress-Technik realisiert. Hierbei wird in einem relativ zeitaufwändigen bzw. arbeitsintensiven Prozess ein keramisches Material mit niedriger Festigkeit auf ein Gerüst mit hoher Festigkeit appliziert, um die Ästhetik zu verbessern. Die innovative IPS e.max CAD-on Technik begeistert dagegen durch Anwenderfreundlichkeit und Ästhetik bei hoher Festigkeit sowohl von Gerüst als auch von Verblendmaterial. Sie bietet die gewünschte Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung bei der Herstellung ZrO2-gestützter Restaurationen.

Bewährte Materialen ideal kombinieren

Die IPS e.max CAD-on Technik verbindet mit Hilfe eines speziellen glaskeramischen Verbundsystems zwei etablierte hochfeste Keramiken zu einer Restauration: die Zirkoniumoxidkeramik (ZrO2) IPS e.max Zir-CAD als Gerüst- und die Lithium-Disilikat Glaskeramik (LS2) IPS e.max CAD HT als Verblendmaterial (Abb. 1). Die inLab® 3D Software V. 3.81 (Sirona, Deutschland) erlaubt es, das Gerüst sowie die dazu passende Verblendstruktur in einem Schritt zu konstruieren. Nach dem Design der vollanatomischen Restauration werden daraus anschliessend softwaregesteuert zwei Datensätze erstellt, die dazu dienen, das Gerüst und die Verblendstruktur passgenau, aber dennoch unabhängig voneinander, zu schleifen.

Nach dem Schleifprozess des IPS e.max ZirCAD (ZrO2) Gerüstes im inLab MC-XL (Sirona) erfolgt lediglich das Verschleifen der Ansatzstelle – weitere manuelle Bearbeitungen würden die Passung beeinträchtigen. Während des Sinterprozesses – für maximale Schnelligkeit im Sinterofen Programat S1 – erfolgt das Schleifen der Verblendstruktur aus einem IPS e.max CAD HT B40 Block. Diese sind in den gängigsten 10 IPS e.max CAD HT A-D Farben erhältlich. Auch hier wird nach Beenden des Schleifprozesses lediglich die Ansatzstelle verschliffen. Nachfolgend wird die Passung zwischen Gerüst und Verblendstruktur überprüft und ggf. die Okklusion durch Schleifkorrekturen an der „blauen“ Verblendstruktur korrigiert.

Der homogene glaskeramische Verbund zwischen dem ZrO2-Gerüst und der LS2-Verblendstruktur erfolgt dann mittels der IPS e.max CAD Crystall./Connect- Fügeglaskeramik. Pulver- und Anmischfehler werden ausgeschlossen, da das innovative Fügemedium gebrauchsfertig in Kapseln zur Einmalanwendung angeboten wird. IPS e.max CAD Crystall./Connect ist unter Vibration auf dem Ivomix-Gerät fliessfähig. Dies ermöglicht die Durchmischung und den Fügeprozess. Zur Fügung wird das IPS e.max CAD Crystall./Connect okklusal auf das Gerüst sowie mit Überschuss auf die Innenflächen der Verblendstruktur aufgetragen. Nachfolgend wird das Gerüst in die Verblendstruktur eingelegt.

Nachdem die Fügemasse durch Vibration fliessfähig wurde, wird das Gerüst unter leichtem Druck in die Verblendstruktur eingesetzt. Ohne Vibrationen verfestigt sich das Material wieder und wird standfest, wodurch eine Kontrolle der fertig gefügten Restauration im Artikulator möglich ist. Die Entfernung des Überschusses erfolgt mit einem Spatel oder Pinsel. Abschliessend wird ein kombinierter Füge-/Kristallisationsbrand durchgeführt. Nach dem Abkühlen der Restauration kann diese mit den IPS e.max CAD Malfarben und Glasur individuell charakterisiert werden, woraufhin ein abschliessender Malfarben- und Glasurbrand erfolgt. Die neun Farben der Fügeglaskeramik sind so eingestellt, dass die IPS e.max ZirCAD-Farben MO 0 bis MO 4 in Kombination mit den IPS e.max CAD HT-Farben dem IPS e.max-Farbkonzept entsprechen.

Die CAD-on Technik bietet dem Patienten und Behandler feste, zirkoniumoxidgestützte Restaurationen mit äusserst ansprechender Ästhetik. Den Zahntechniker überzeugen Anwenderfreundlichkeit und Schnelligkeit. Die Eingliederung kann – wie bei zirkoniumoxidgestützten Restaurationen üblich – wahlweise konventionell, selbstadhäsiv oder adhäsiv erfolgen.

CAD-on Technik – Implantatfall im Unterkiefer

Nachfolgend wird die CAD-on Technik an einem klinischen Fall von ZA Ronny Watzke und ZT Franz Perkon (Ivoclar Vivadent, Liechtenstein) aufgezeigt. Bei diesem Patienten sollten die grosse Schaltlücke im dritten und die Freiendsituation im vierten Quadranten neu versorgt werden. Es wurde entschieden, nach Augmentation jeweils 3 Implantate in beiden Quadranten zu setzen. Da das Implantat in Regio 34 nicht wunschgemäss einheilte, wurden als Versorgungen im dritten Quadranten eine Implantatgetragene Brücke mit mesialem Extensionsglied und im vierten Quadranten drei Implantatgetragene Vollkeramik- Einzelkronen geplant (Abb. 2). Alle Restaurationen sollten mittels der CAD-on Technik gefertigt werden; es wurden Camlog® (Schweiz) Implantate verwendet (SCREW-Line, Ø4,3 und 5,0). Die Implantate wurden mittels geschlossener Abformung nach Verblockung der Transferkappen abgeformt. Es wurde zunächst eine Doppelmischabformung (Virtual putty und light body, fast set) genommen. Zusätzlich erfolgten eine Gegenkieferabformung mit Alginat (Virtual NF), eine Bissregistrierung (Virtual CADbite Registration) sowie ein Gesichtsbogenregistrat (UTS 3D Universal Transferbogen-System). Nach der Modellerstellung erfolgte die Herstellung der Abutments aus präfabrizierten Zirkoniumoxidkappen (Keramik- Abutment, 2-teilig, für zementierte Vollkeramikkronen, Camlog), die individualisiert und mit dem Composite Multilink Implant mit den zugehörigen Titanbasen verklebt wurden. Abschliessend wurden die Abutments klinisch einprobiert (Abb. 3).

  • Abb. 2: Ausgangsbefund - die Gingivaformer der Camlog Implantate sind bereits entfernt.
  • Abb. 3: Unterkieferbefund nach Eingliederung der 2-teiligen Keramikabutments.
  • Abb. 2: Ausgangsbefund - die Gingivaformer der Camlog Implantate sind bereits entfernt.
  • Abb. 3: Unterkieferbefund nach Eingliederung der 2-teiligen Keramikabutments.

Nach der Herstellung und Einartikulation der Modelle erfolgte die Digitalisierung der Präparation mittels des inEos® Scanner (Sirona). Nach dem Markieren der Präparationsgrenze erfolgte im Multilayer Modus der inLab Software (V.3.81) die Konstruktion der vollanatomischen Brücke. Der Designvorschlag wurde mittels der Software-Tools angepasst. Die Software zeigt in der Vorschau bereits das Gerüst und die Verblendung separat an, wobei das Gerüst optimal in die Verblendung positioniert wird. Durch die Funktion „Verblendstruktur bearbeiten“ wird diese in einem neuen Software-Fenster einzeln angezeigt. Anschliessend wurden in der inLab MC-XL Schleifmaschine das Gerüst aus einem IPS e.max ZirCAD Block und die Verblendstruktur aus einem IPS e.max CAD HT Block geschliffen (Abb. 4). Nach Sintern des Gerüstes im Sinterofen Programat S1 wurden beide Komponenten im Artikulator auf dem Gipsmodell überprüft und ggf. angepasst.

  • Abb. 4: Die CAD-on Brückenbestandteile vor der Fügung: eingefärbtes IPS e.max ZirCAD Gerüst und die IPS e.max CAD HT Verblendung.
  • Abb. 5: Zusammengesetzte ungefügte Brücke – die gute Passung zwischen Gerüst und Verblendung ist deutlich zu sehen.
  • Abb. 4: Die CAD-on Brückenbestandteile vor der Fügung: eingefärbtes IPS e.max ZirCAD Gerüst und die IPS e.max CAD HT Verblendung.
  • Abb. 5: Zusammengesetzte ungefügte Brücke – die gute Passung zwischen Gerüst und Verblendung ist deutlich zu sehen.

Bei Quadranten- oder Totalsanierungen können die Restaurationen auch im ungefügten Zustand einprobiert werden (Abb. 5). Dabei empfiehlt es sich, das Gerüst und die Verblendstruktur mittels eines Positionswachses zu verbinden. Die einfache Bearbeitung von IPS e.max CAD im blauen Zustand erleichtert hier eventuelle Korrekturen. Wichtig ist die sorgfältige Entfernung des Wachses (Dampfstrahlgerät) vor der Weiterverarbeitung. Nach der Kontrolle der Passung erfolgte das Fügen der beiden Komponenten mit IPS e.max CAD Crystall. Connect. Auf dem Ivomix-Gerät wird die Masse fliessfähig und der Fügeprozess kann einfach und bequem innerhalb von Sekunden durchgeführt werden. Die Kronen wurden analog der Brücke gefertigt und alle Restaurationen dem Füge-/Kristallisationsprozess unterzogen (Abb. 6). Im nächsten Verarbeitungsschritt wurden die Restaurationen mit den IPS e.max CAD Crystall./Shades und Stains individualisiert und charakterisiert (Abb. 7). Für die Glasur wird immer IPS e.max CAD Crystall./Glaze Paste verwendet. Nach abschliessender Kontrolle der erstellten Restaurationen wurden die Abutments sowie die CAD-on Brücke und –Einzelkronen semipermanent mit Systemp.cem eingegliedert (Abb. 8).

  • Abb. 6: Eingefärbte IPS e.max ZirCAD Kappen und IPS e.max CAD HT Verblendungen vor dem Fügen.
  • Abb. 7: Die fertig gestellten IPS e.max CAD-on Restaurationen vor der Eingliederung.
  • Abb. 6: Eingefärbte IPS e.max ZirCAD Kappen und IPS e.max CAD HT Verblendungen vor dem Fügen.
  • Abb. 7: Die fertig gestellten IPS e.max CAD-on Restaurationen vor der Eingliederung.

  • Abb. 8: Frontalansicht nach der Eingliederung. Das Zusammenspiel zwischen der Opazität im zervikalen und der Transluzenz im okklusalen Anteil der Restaurationen ist deutlich zu erkennen.
  • Abb. 9: Eingegliederte Restaurationen nach 6 Monaten.
  • Abb. 8: Frontalansicht nach der Eingliederung. Das Zusammenspiel zwischen der Opazität im zervikalen und der Transluzenz im okklusalen Anteil der Restaurationen ist deutlich zu erkennen.
  • Abb. 9: Eingegliederte Restaurationen nach 6 Monaten.

Beim Recall nach 6 Monaten zeigten sich eine perfekte IPS e.max CAD-on Brücke sowie Kronen (Abb 9). Durch die Kombination des IPS e.max ZirCAD-Gerüstes, der transluzenten Verblendstruktur aus IPS e.max CAD HT und des harmonisierenden IPS e.max CAD Crystall./Connect konnten hochfeste vollkeramische Restaurationen gefertigt werden, die nicht nur den Patienten, sondern auch das Behandlungsteam äusserst zufrieden stellten.

  

  

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZA Ronny Watzke - ZT Franz Perkon

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZA Ronny Watzke , ZT Franz Perkon



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