Kronen/Brücken

Vollkeramikbrücke, CAD/CAM-Verfahren, Cut-Back Technik, Einschichttechnik

Drei Verfahren ­ einfach effizient

Abb. 1: Ausgangssituation.
Abb. 1: Ausgangssituation.

Zirkonoxid erlangt bei der Herstellung von festsitzendem Zahnersatz eine immer größere Bedeutung. Insbesondere durch die Entwicklung der CAD/CAM-Technologie wurde die Verarbeitung dieses Werkstoffes auch für zahntechnische Labore interessant. Die heute zur Verfügung stehenden Materialien erlauben inzwischen mehrere Verfahren zur Herstellung von Zahnersatz. Anhand eines Patientenfalles sollen drei Verfahren zur Herstellung einer Frontzahnbrücke mit vergleichbarem ästhetischem Ergebnis vorgestellt werden.

Eine Patientin, Jahrgang 1976, stellte sich in unserer Praxis vor. Die eingehende Untersuchung ergab eine genetisch bedingte, für Karies sehr anfällige Zahnhartsubstanz. Die Patientin weist einen stark ausgeprägten Bruxismus auf sowie eine leichte Bissabsenkung. Die Patientin hat sich gegen eine kieferorthopädische Behandlung ausgesprochen. Die Zahnkrone des früher resezierten Zahnes 11 frakturierte Ende 2009 komplett und musste im Notdienst provisorisch mit Kunststoff aufgebaut werden. Die Patientin wünschte eine ästhetisch ansprechendere Versorgungslösung des Zahnes 11, da sie geschäftlich häufig mit Kunden zu kommunizieren hat (Abb.1) Das Röntgenbild vom 12.01. 2010 zeigte eine für die Versorgung mit Stiftverankerungen zu kurze Wurzel. Um die Versorgung auf eine längerlebige Basis zu stellen, entschlossen wir uns für die Extraktion. Die Patientin sprach sich gegen eine Implantatversorgung aus. Da der Zahn 22 ebenfalls stark frakturgefährdet erschien und die Zähne 12 und 21 bereits Füllungen aufwiesen, wurde eine Brücke von 12 auf 22 geplant, um den Zahn 11 zu ersetzen. Zu diesem Zeitpunkt lag seitens der Firma WIELAND Dental + Technik eine Anfrage vor, drei vom Unternehmen entwickelte Herstellungsverfahren im Bereich Vollzirkonoxid oder Cut-Back-Verfahren zur Erstellung von Kronen und Brücken an einem Patientenfall darzustellen und die Ergebnisse zu vergleichen. Wir schlugen der Patientin vor, drei unterschiedliche Brücken zu erstellen und das ansprechendste Ergebnis schließlich definitiv einzugliedern. Die Patientin willigte ein, nicht zuletzt, weil für sie kein zusätzlicher Aufwand entstand ­ dieser fiel lediglich im Labor an.

Klinisches und technisches Vorgehen

Nach Präparation der Zähne 12, 21, 22 und Extraktion des nicht erhaltungswürdigen Zahnes 11 wurde eine Abformung mit additionsvernetzendem Silikon vorgenommen (Abb. 2 bis 4). Die Modellherstellung im Labor erfolgte konventionell aus Superhartgips. Nach sorgfältiger Freilegung der Präparationsgrenzen wurde das Modell mit dem 3Shape Scanner D 250 gescannt. In der CAD Software Dental Designer wurde eine vollanatomische Brücke konstruiert und anschließend aus einem eingefärbten Kunststoff Blank ZENOTEC ProFix mit der ZENOTEC T1 Fräsmaschine ein Provisorium gefräst. Nach Ausarbeitung und Politur zeigte dieses eine ausgezeichnete Passung. Die Ausheilphase von rund 3 Monaten wurde abgewartet (Abb. 5). Nach dieser Zeit wurde das Provisorium entfernt und die Zähne minimal nachpräpariert. Nach erneuter Abformung wurde ein weiteres Modell erstellt und gescannt. Mit den Konstruktionsdaten aus dem Programm Dental Designer wurden nun in drei unterschiedlichen Herstellverfahren Brücken hergestellt (Abb. 6 bis 8).

Vollanatomische Brücke

Verfahren 1: Aus einer ZENOTEC Zr transluzent Disk wurde die Brücke vollanatomisch gefräst, gesintert und anschließend bemalt. Diese monolithische Brücke stellt ein einfaches und kostengünstiges Verfahren zur Herstellung von vollkeramischem Zahnersatz dar, der biokompatibel und zahnfarben ist. Da das Material monolithisch ist, sind keine Abplatzungen zu erwarten ­ die Versorgung ist stabil und preiswert. Dies ist eine echte Alternative zu metallkeramisch verblendeten Kronen und Brücken auf NEM Basis (Abb 9 bis 10).

Cut-Back Verfahren

Verfahren 2: Aus einer ZENOTEC Zr transluzent Disk wurde die Brücke vollanatomisch gefräst und anschließend im labialen Bereich reduziert ­ Cut-Back-Technik. Nach der Reduktion wurde das Gerüst gesintert und der Reduktionsbereich mit der Verblendkeramik Zenoflex dimension in einer Schicht verblendet. Auch diese Verfahrenstechnik stellt ein relativ einfaches Herstellverfahren dar und ist ebenfalls noch recht preisgünstig. Das ästhetische Ergebnis ist jedoch besser als bei der rein bemalten Brücke (Abb. 11 bis 12).

Einschichtverfahren

Verfahren 3: Aus einer ZENOTEC Zr transluzent Disk wurde das Brückengerüst gefräst, gesintert und anschließend mit der Verblendkeramik Zenoflex dimension One in der neuartigen Einschichttechnik verblendet. Dieses Verfahren liefert das ästhetische Ergebnis wie eine vollständige konventionelle Verblendung, ist aber ausgesprochen effizient zu fertigen.

Von der Passung zeigten alle drei Brücken das gleiche gute Ergebnis. Die Patientin entschied sich für die in der Einschichttechnik hergestellte Brücke.

Fazit

Die drei beschriebenen Verfahren zur Herstellung von vollkeramischem Zahnersatz zeigen gute Ergebnisse. Abhängig von einer exakten Präparation, sorgfältigen Abformung und Generierung von geeigneten Scandaten werden Gerüste mit guter klinischer Passung generiert. In der Farbwirkung unterscheiden sich die Ergebnisse allerdings. Bringt die in der Einschichttechnik mit Verblendkeramik auf einem Zirkondioxidgerüst hergestellte Brücke das ästhetisch beste Ergebnis, ist die monolithische bemalte Versorgung für den Seitenzahnbereich eine echte Alternative, hat jedoch im Frontzahnbereich ästhetische Nachteile. Die Versorgung nach dem Cut-Back-Verfahren liegt in der Ästhetik und im Preis zwischen den beiden anderen Verfahren (Abb. 14 bis 15). Der Zahnarzt hat mit diesen Herstelltechniken eine gute Auswahl, seinen Patienten alternative Versorgungen anzubieten und im jeweiligen Einzelfall nach Patientenwunsch und finanziellen Möglichkeiten eine geeignete Versorgung zu wählen.

 

VERWENDETE MATERIALIEN
Gerüstmaterial: ZENOTEC Zr Bridge, Wieland Dental + Technik (Pforzheim)
Einfärbeflüssigkeit: ZENOSTAR Color Zr, Wieland Dental + Technik (Pforzheim) Provisoriumkunstoff: ZENOTEC ProFix, Wieland Dental + Technik (Pforzheim) CAD/CAM-Software: Dental Designer, 3Shape A/S (Kopenhagen) Verblendmaterial: Zenoflex dimension One, Wieland Dental + Technik (Pforzheim)

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM Dieter Knappe

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZTM Dieter Knappe


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