Kronen/Brücken

Indizes: Form, Struktur, Farbgebung, Presstechnik, Schichttechnik Zirkondioxid-

Für ein perfektes Lächeln


Wirtschaftlichkeit bedeutet, indikationsgerecht und patientenindividuell die

richtige Wahl hinsichtlich Werkstoff und Verfahrenstechnik zu treffen. Hierzu

benötigt man nicht zwingend ein eigenes CAD/CAM-System, sondern ein Netzwerk, das über Materialvielfalt und Fräskompetenz verfügt. Damit sind auch Ein-Mann-Unternehmen wie ZTM Axel Seeger (Berlin) in der Lage, die ganze Bandbreite an vollkeramischen Lösungen anzubieten. Im folgenden Beitrag zeigt er sein Schichtprocedere und seine Ergebnisse.

Der Wunsch unserer Patienten nach ästhetischen und metallfreien Restaurationen setzt sich permanent fort. Und wenn sich zwei Menschen begegnen, entscheidet meist der erste Eindruck über Sympathie oder Antipathie. Dabei wirkt das Lächeln als Werbeträger. Ein ästhetisches, gewinnendes Lächeln trägt in den meisten Fällen dazu bei, dass uns eine Person auf Anhieb sympathisch ist.

Patienten wünschen sich in der Regel jugendliche und schöne Zähne. Sie sollen möglichst natürlich wirken. Um diesem Wunschdenken annährend gerecht zu werden, müssen wir uns an der Natur orientieren.

Form, Struktur und Farbe prägen das Erscheinungsbild

Die Abbildung 1 zeigt die natürlichen Frontzähne einer zirka 30-jährigen Patientin. Auf den ersten Blick fallen die Zähne sehr hell und die Zahnfarbe sehr freundlich aus. Doch die Zahnfarbe steht nicht im Mittelpunkt. Zunächst geht es um die Zahnform, die Oberfläche und erst dann kommt die Farbe ins Spiel.

Mit den Zahnleisten bestimmen wir die Formgebung und können somit den Zahn klein oder groß erscheinen lassen. Bei der Oberfläche ist besonders zu beachten, dass konvexe Stellen glatt und konkave Stellen strukturierter gestaltet sind (Abb. 2).

  • Abb. 1: Natürliche Frontzähne einer zirka 30-jährigen Patientin. Zuerst fällt die helle, freundliche Zahnfarbe auf.
  • Abb. 2: Schwarzweißaufnahmen lenken den Blick ausschließlich auf die Zahnform und die Oberflächenstruktur.
  • Abb. 1: Natürliche Frontzähne einer zirka 30-jährigen Patientin. Zuerst fällt die helle, freundliche Zahnfarbe auf.
  • Abb. 2: Schwarzweißaufnahmen lenken den Blick ausschließlich auf die Zahnform und die Oberflächenstruktur.

  • Abb. 3: Ein Patient mittleren Alters. Hier herrschen bereits etwas wärmere Farbtöne und dezente Ablagerungen vor, die wohl vom Genuss von Teein, Tabak oder Rotwein stammen.
  • Abb. 4: Schnittbild eines jugendlichen Zahnes.
  • Abb. 3: Ein Patient mittleren Alters. Hier herrschen bereits etwas wärmere Farbtöne und dezente Ablagerungen vor, die wohl vom Genuss von Teein, Tabak oder Rotwein stammen.
  • Abb. 4: Schnittbild eines jugendlichen Zahnes.

  • Abb. 5: Schnittbild eines beanspruchten Zahnes. Im Bereich der Schlifffacette entstehen aufgrund des freiliegenden Dentins Verfärbungen.
  • Abb. 5: Schnittbild eines beanspruchten Zahnes. Im Bereich der Schlifffacette entstehen aufgrund des freiliegenden Dentins Verfärbungen.

Bei der nächsten Frontzahnsituation (Abb. 3) sehen wir einen zirka 45-jährigen Patienten. Eine einfache Farbbestimmung mittels Farbring ist hier nicht ausreichend. Um die richtige Farbe für eine anspruchsvolle ästhetische Rekonstruktion zu erzielen, sollte der Zahntechniker, der die Arbeit fertigt, selbst die Farbe aussuchen und sich ein Bild von der Gesamtsituation machen: Die Zähne sind etwas wärmer und die Farbe kommt aus der Tiefe. Zudem notiereich mir zum Beispiel; dass die Einser mesial und distal etwas heller sind. Aufgrund des Aufbaus ist der Eckzahn im Farbton etwas wärmer. Er zeigt nach dem Genuss von Coffein, Teein, Tabak oder Rotwein dezente Ablagerungen im approximalen Bereich an. Diese zarten Charakterisierungen können nach dem Schichten beim Glanzbrand aufgetragen werden.

Um uns die Schichttechnik zu verdeutlichen, orientieren wir uns auch am Vorbild der Natur. Dazu habe ich extrahierte Zähne in dünne Segmente geschnitten und fotografiert. Hier kann man den Aufbau und die Struktur des natürlichen Zahnes genau untersuchen. Die Zahnschnitte (Abb. 4 und 5) verdeutlichen den genauen farblichen Aufbau. Es handelt sich hierbei um einen jugendlichen (Abb. 4) und um einen etwas älteren Zahn (Abb. 5). Schön zu erkennen: Die Opazität des Dentins nimmt von innen nach außen zu und wird durch eine fast glasklare Zwischenschicht von der transluzenten Schneidemasse getrennt.

Systemvorteile nutzen

Wir verwenden unterschiedliche Systeme, um unsere Patientenfälle zu realisieren. In der Vollkeramik können wir heute auf CAD/CAM-Systeme zurückgreifen oder ein bewährtes Presssystem einsetzen – je nach Vorteil oder Einsatzgebiet.

Um der jeweiligen Indikation bestmöglich gerecht zu werden, verwende ich für Brücken im stärker belasteten Seitenzahngebiet aufgrund der besonderen Bruchzähigkeit Zirkoniumdioxid (Abb. 6).

  • Abb. 6: Zirkonblock.
  • Abb. 7: Abutments und 14-gliedrige Brücken, alles in Zirkon gefräst.
  • Abb. 6: Zirkonblock.
  • Abb. 7: Abutments und 14-gliedrige Brücken, alles in Zirkon gefräst.

  • Abb. 8: Presskeramikkrone – Ästhetik mit Maltechnik...
  • Abb. 9: ...wirtschaftlich und präzise.
  • Abb. 8: Presskeramikkrone – Ästhetik mit Maltechnik...
  • Abb. 9: ...wirtschaftlich und präzise.

  • Abb. 10: Komplett in Wachs modellierte Krone.
  • Abb. 11: Vollanatomisch aufgewachste Krone.
  • Abb. 10: Komplett in Wachs modellierte Krone.
  • Abb. 11: Vollanatomisch aufgewachste Krone.

  • Abb. 12: Cut-back von labial...
  • Abb. 13: ...und von palatinal.
  • Abb. 12: Cut-back von labial...
  • Abb. 13: ...und von palatinal.

  • Abb. 14: Mit wenig Aufwand wird eine individuelle Krone gefertigt.
  • Abb. 14: Mit wenig Aufwand wird eine individuelle Krone gefertigt.

Dieser Werkstoff bietet zahlreiche Möglichkeiten. Zum einen dient es der Anfertigung von Einzelzahn-Restaurationen, zum anderen kann es für großspannige und komplexe Sanierungen eingesetzt werden sowie für die Herstellung von Abutments (Abb. 7).

Presskeramik: effizient und präzise

Aus wirtschaftlichen Gründen und aufgrund der hohen Transluzenz verwende ich bei Einzelzahn-Sanierungen fast immer Presskeramik (Abb. 8 und 9), denn mit ihr erzielen wir einen präzisen Randschluss, eine perfekte Okklusion sowie eine natürliche Form. Im Seitenzahnbereich modellieren wir die Krone vollanatomisch und können kleinere Korrekturen sofort in Wachs vornehmen (Abb. 10).

Ästhetische Lösungen vor allem für den Frontzahnbereich können mit der Cut-back Technik erreicht werden. Hierfür wird die Restauration vollanatomisch aufgewachst (Abb. 11) und das Cut-back bereits in Wachs durchgeführt (Abb. 12 und 13).

Nach dem Pressen und Aufpassen der Arbeit wird mit wenig Aufwand, nur mit Clear-, Schneide.- und Effektmassen, die anatomische Form komplettiert, als auch die individuelle Ästhetik erzielt. Falls notwendig, können beim zweiten Brand kleinere Korrekturen durchgeführt werden.

Der Grundfarbton kommt aus der Tiefe. Die mesialen und distalen Leisten wurden mit einer helleren Schneidemasse geschichtet. Im inzisalen Bereich wurden transparente Zonen mit Clearmassen geschichtet (Abb. 14).

Übung macht den Meister

Schauarbeiten sind ein ausgezeichnetes Tool für Demonstrationszwecke und, um neue Keramikmassen besser kennen zu lernen. Wie hier bei einer OK-Komplettsanierung (Abb. 15) wurde auf Zirkondioxid mit der in Deutschland neuen Keramikmasse von Noritake gearbeitet.

  • Abb. 15: Oberkiefer-Sanierung geschichtet auf Zirkonoxid-Käppchen.
  • Abb. 16: Details der wirtschaftlichen Schichtung...
  • Abb. 15: Oberkiefer-Sanierung geschichtet auf Zirkonoxid-Käppchen.
  • Abb. 16: Details der wirtschaftlichen Schichtung...

  • Abb. 17: ...inklusive Internal stain Technik.
  • Abb. 18: Homogene Oberfläche.
  • Abb. 17: ...inklusive Internal stain Technik.
  • Abb. 18: Homogene Oberfläche.

  • Abb. 19: Dezente farbliche Charakterisierungen.
  • Abb. 20: Eingefärbte Zirkonoxid-Brücke.
  • Abb. 19: Dezente farbliche Charakterisierungen.
  • Abb. 20: Eingefärbte Zirkonoxid-Brücke.

  • Abb. 21: Aufbau mit Opakdentin.
  • Abb. 22: Kompletter Aufbau der Brücke mit Dentin.
  • Abb. 21: Aufbau mit Opakdentin.
  • Abb. 22: Kompletter Aufbau der Brücke mit Dentin.

  • Abb. 23: Komplettierung der Brücke mit Transpa- und Lustermassen.
  • Abb. 24: Um eine kontrollierte Schrumpfung zu erreichen wird approximal bis auf das Gerüst einsepariert.
  • Abb. 23: Komplettierung der Brücke mit Transpa- und Lustermassen.
  • Abb. 24: Um eine kontrollierte Schrumpfung zu erreichen wird approximal bis auf das Gerüst einsepariert.

Dabei handelt es sich um eine vollsynthetisch hergestellte Zirkondioxidkeramik. Drei verschiedene Körnungsgrößen bewirken beim Aneinanderlagern verkleinerte Teilchenzwischenräume. Und somit wird die Schrumpfung beim Brennen der Keramik deutlich verringert. 

Mit Opakdentin, Dentin, Transpa-, Schneide- und Lustermassen lässt sich eine helle und freundliche Zahnfarbe mit diesem Keramiksystem mühelos rekonstruieren. Die Lustermassen besitzen eine Verbindung besonders feiner oberflächlicher Teilchen, welche der Lichtreflexion und Opaleszenz natürlicher Zähne gleichkommt (Abb. 16 bis 19).

Zirkondioxid:
ästhetisch und wirtschaftlich

Am Beispiel einer drei-gliedrigen Zirkonbrücke (Abb. 20) soll das Schichtprocedere  demonstriert werden. Um den Verbund zwischen Zirkongerüst und Keramik zu erhöhen, wird eine dünne Schicht Shade Base (ähnlich einem Wash-Brand) aufgetragen. Da wir immer sehr dünn arbeiten wird ein zweiter Auftrag Shade Base vorgenommen. Damit die Farbe aus der Tiefe leuchtet, mischt man Malfarbe mit Transpa-Masse und fährt einen Dentinbrand.

Nach diesem Brand kommt Opakdentin am Zahnhals und den Höckerspitzen zum Einsatz (Abb. 21). Die Brücke wird nun mit Dentin aufgebaut (Abb. 22) und mit Transpa- und Schneidemassen komplettiert (Abb. 23). Für eine kontrollierte Schrumpfung, separieren wir zwischen dem 4er und 5er approximal bis auf das Gerüst ein (Abb. 24).

Bereits nach dem ersten Brand (Abb. 25) kann man sehr gut die aus der Tiefe kommende Farbe erkennen. Ganz deutlich sieht man auch die Transpa-Schicht zwischen dem Dentin und der Schneidemasse. Komplettiert wird die Brücke jetzt mit den Lustermassen (Abb. 26). Kleine Korrekturen werden dann beim Glanzbrand (Abb. 27) vorgenommen. Das Ergebnis nach zwei Dentinbränden erscheint ästhetisch und wirtschaftlich (Abb. 28).

  • Abb. 25: Das Ergebnis nach dem ersten Brand. Die drei Schichten, wie im natürlichen Zahn, sind deutlich zu erkennen: Dentin, Transpa- und Schmelzmassen (Lustermassen).
  • Abb. 26: Um die Schrumpfung auszugleichen, wird die Brücke mit Lustermassen komplettiert.
  • Abb. 25: Das Ergebnis nach dem ersten Brand. Die drei Schichten, wie im natürlichen Zahn, sind deutlich zu erkennen: Dentin, Transpa- und Schmelzmassen (Lustermassen).
  • Abb. 26: Um die Schrumpfung auszugleichen, wird die Brücke mit Lustermassen komplettiert.

  • Abb. 27: Kleine Formkorrekturen werden mit dem Glanzbrand vorgenommen.
  • Abb. 28: Das fertige Ergebnis nach zwei Dentinbränden.
  • Abb. 27: Kleine Formkorrekturen werden mit dem Glanzbrand vorgenommen.
  • Abb. 28: Das fertige Ergebnis nach zwei Dentinbränden.

  • Abb. 29: Ausgangssituation nach kieferorthopädischer Behandlung.
  • Abb. 30: Situation nach dem ersten Recall.
  • Abb. 29: Ausgangssituation nach kieferorthopädischer Behandlung.
  • Abb. 30: Situation nach dem ersten Recall.

  • Abb. 31: Situation nach dem ersten Recall.
  • Abb. 32: Die Patientin war nicht mit der Farbe und der Form einverstanden.
  • Abb. 31: Situation nach dem ersten Recall.
  • Abb. 32: Die Patientin war nicht mit der Farbe und der Form einverstanden.

  • Abb. 33: Das Ergebnis nach einer Woche...
  • Abb. 34: ...konventionell zementiert.
  • Abb. 33: Das Ergebnis nach einer Woche...
  • Abb. 34: ...konventionell zementiert.

Nach dem gleichen Schichtschema wurden auch die beiden folgenden Patientenfälle gelöst. In Abbildung 29 sehen wir die Ausgangssituation nach kieferorthopädischer Behandlung. Abb. 30 bis 31 zeigen die fertige Restauration - die Keramik lässt sich sehr gut gummieren und polieren.

Im Fall einer anderen Patientin, deren Ausgangssituation die Abbildung 32 zeigt, sollte vor allem die Form harmonisiert und die gräuliche Farbe aufgehellt werden. Das Ergebnis unser Bemühungen nach einem Bleaching und den eingesetzten Kronen (Abb. 33 bis 35).

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM Axel Seeger

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZTM Axel Seeger