Kronen/Brücken


Mehr Sicherheit und Effizienz für das Labor


Indizes: ECS-System, Press-to-Alumina, Fallbeschreibung

Die hohen ästhetischen Anforderungen in der heutigen Zeit, bei der die Erwartungen sowohl beim Behandler als auch dem Techniker immer größer werden, erfordern effiziente Systeme. Keramischer Zahnersatz, der sich natürlich integriert und sich auch unter wechselnden extremen Lichtbedingungen von einem echten Zahn nicht unterscheiden läßt, das ist es, was Behandler, Zahntechniker und Patienten wollen.

Mit dem CeHa WHITE ECS®-System werden Einzelkronen und dreigliedrige Brücken (Alumina/Zironia) mit der bewährten VITA In-Ceram® Technik in Form von Elektrophorese hergestellt (Abb. 4). Die Gerüste werden überpreßt und danach individuell verblendet und charakterisiert.
ECS ist die Abkürzung für “Electro-Ceramic-System“. Elektrophorese widerum bedeutet, daß geladene Partikel einer keramischen Suspension durch Anlegen eines elektrischen Feldes zu einer Elektrode wandern und sich dort kompakt anlagern und elektrisch entladen (Abb. 5 bis 7).
Die Idee, vollkeramische Gerüste elektrophoretisch herzustellen ist nicht neu, aber mit dem CeHa WHITE ECS®-System (C. HAFNER, Pforzheim) steht nun das erste wirklich praxistaugliche Laborsystem zur Verfügung, das auf diese Weise Kronen- und Brükkengerüste paßgenau und einfach produziert.

Die Gerüstherstellung mittels Elektrophorese

Innerhalb weniger Minuten wird das bewährte VITA In-Ceram® Material auf Dublikatstümpfen abgeschieden. Die so entstandenen „Grünlinge“ besitzen nach dem Sintern eine kreidige Konsistenz und können noch leicht nachgearbeitet werden. Erst nachdem sie mit VITA Spezialglas infiltriert sind, bekommen sie ihre endgültige Festigkeit, Farbe und Transluzenz.
Bei der Gerüstherstellung kann zwischen VITA In-Ceram® ALUMINA und VITA In-Ceram® ZIRCONIA gewählt werden. Bei beiden Materialien handelt es sich um glasinfiltrierte Oxidkeramiken. Die bei ECSGerüsten üblicherweise gemessenen Werte liegen bei circa 550 MPa für Alumina und circa 650 MPa für Zirconia.
Der Vorteil der Elektrophorese gegenüber abtragenden CAD/CAM-Systemen ist die präzise Passung. Bei der Herstellung von Innenpassungen mit rotierenden Fräswerkzeugen besteht immer das Problem, daß die Fräser wegen der abgerundeten Schneideköpfe keine scharfen Präparationskanten sowie Führungsrillen nachbilden können. Führungsrillen jedoch dienen der Rotationssicherung sowie der Friktionserhöhung bei flach präparierten Zahnstümpfen.
Die Präparation von Führungsrillen durch den Behandler ist möglich, da bei der Elektrophorese mit dem ECS-System auf einem Dublikatmodell abgeschieden wird. Beim Sintern schrumpft der Spezialgips des Dublierstumpfes, auf dem abgeschieden wurde und das Käppchen kann problemlos abgehoben werden.

  • Abb. 1: Ausgangssituation nach Abnahme der alten Versorgung.
  • Abb. 2: Modellsituation von labial.
  • Abb. 1: Ausgangssituation nach Abnahme der alten Versorgung.
  • Abb. 2: Modellsituation von labial.

  • Abb. 3: Modellsituation von palatinal.
  • Abb. 4: Das ECS-Gerät der Firma C. Hafner, Pforzheim.
  • Abb. 3: Modellsituation von palatinal.
  • Abb. 4: Das ECS-Gerät der Firma C. Hafner, Pforzheim.

Überpreßtechniken 1. Press-to-metal

Press-to-metal wird seit 1999 in vielen Labors der USA angewendet. Bis heute wurden mehr als eine halbe Million Kronen und Brücken erfolgreich bei Patienten in aller Welt eingesetzt.
Mit Pulse press-to-metal ist es möglich, hochwertigen und qualitativ konstanten metallkeramischen Zahnersatz herzustellen. Egal ob eine Metallkeramikeinzelkrone mit zirkulärer Schulter, eine mehrgliedrige Brücke mit Keramikschultern oder eine komplexe Implantatarbeit erstellt wird, die Passung und die ästhetische Perfektion der Arbeiten ist faszinierend.
Pulse Press-to-metal erfordert keine Verwendung spezieller Dentallegierungen. Es können EM- und NEM-Legierungen mit einem WAK von 13,8 - 14,6 ?/mK (25-500 C) verarbeitet werden. Die Erfolge in der Press-to-metal Technik brachten uns auf die Idee, Aluminiumoxidgerüste zu pressen. Im nächsten Abschnitt möchten wir Ihnen diese außergewöhnliche Technik eingehender erläutern.

  • Abb. 5: Schaubild Elektrophorese.
  • Abb. 6: ECS-Käppchen nach der Abscheidung.
  • Abb. 5: Schaubild Elektrophorese.
  • Abb. 6: ECS-Käppchen nach der Abscheidung.

  • Abb. 7: Abgeschiedene ECS-Käppchen vor den Sinterbrand.
  • Abb. 8: Die zirkuläre Stufe wird sauber in Wachs aufgebaut...
  • Abb. 7: Abgeschiedene ECS-Käppchen vor den Sinterbrand.
  • Abb. 8: Die zirkuläre Stufe wird sauber in Wachs aufgebaut...

  • Abb. 9: …und die spätere Kronenform 1:1 auf das ECS Käppchen modelliert.
  • Abb. 10: Überpreßte Käppchen nach dem Preßvorgang.
  • Abb. 9: …und die spätere Kronenform 1:1 auf das ECS Käppchen modelliert.
  • Abb. 10: Überpreßte Käppchen nach dem Preßvorgang.

  • Abb. 11: Überpreßte und ausgearbeitete Käppchen auf dem Modell.
  • Abb. 12: Fertige Arbeit auf dem Modell von labial.
  • Abb. 11: Überpreßte und ausgearbeitete Käppchen auf dem Modell.
  • Abb. 12: Fertige Arbeit auf dem Modell von labial.



Zielsetzung:

  • Paßgenaue zirkuläre Schulter
  • Ästhetische Brillanz im marginalen Bereich
  • Brennstabilität
  • Vollanatomische Maltechnik/ individuelle Frontzahnschichtung

  • Abb. 13: Fertige Arbeit von palatinal.
  • Abb. 14: Die fertig überpreßten Kronen.
  • Abb. 13: Fertige Arbeit von palatinal.
  • Abb. 14: Die fertig überpreßten Kronen.

  • Abb. 15: Arbeit in situ von palatinal.
  • Abb. 16: Arbeit in situ von frontal.
  • Abb. 15: Arbeit in situ von palatinal.
  • Abb. 16: Arbeit in situ von frontal.

  • Abb. 17: Modellsituation mit angezeichnetem Stufenverlauf.
  • Abb. 18: Ausgearbeitetes Gerüst: deutlich sichtbar ist die zurückgeschliffene zirkuläre Stufe.
  • Abb. 17: Modellsituation mit angezeichnetem Stufenverlauf.
  • Abb. 18: Ausgearbeitetes Gerüst: deutlich sichtbar ist die zurückgeschliffene zirkuläre Stufe.

2. Press-to-Alumina

Bei der Erstellung von Restaurationen von Press-to-Alumina legen wir unser größtes Augenmerk auf die überpreßte zirkuläre Keramikschulter, die durch eine sehr gute Passung und ästhetische Farbwirkung im marginalen Bereich herausragt.
Die ECS-Kronen werden bei dieser Technik konventionell gefertigt. Eine Ausnahme bildet das marginale Kürzen für die später überpreßte Keramikschulter. Dieser Arbeitsschritt wird vor dem Glasinfiltrieren (nach dem Sinterbrand) durchgeführt. Das Käppchen wird dazu mit einem Lamellensilikonpolierer in Kegelform (zum Beispiel Fa. EVE, W7 PRL) bis zur oberen Begrenzung der Hohlkehle zurückgeschliffen und sollte sanft in Richtung Präparationsgrenze auslaufen. Scharfe Kanten sollten vermieden werden.

Überpreßte Materialien bedingen spezifische Präparationsformen, wie zirkuläre Stufen- oder Hohlkehlpräparationen mit 90-105º. Um den ästhetischen und mechanischen Ansprüchen gerecht zu werden, ist bei der Anfertigung der Keramikschultern auf das korrekte Verhältnis der vertikalen und horizontalen Dimensionen zu achten. Als Faustregel gilt hierbei eine circa 0,35 mm kürzere Stufe als bei der konventionellen Keramikschulter, um ein exaktes Überpressen und eine gewisse Standhaftigkeit zu gewährleisten. Keinesfalls darf die Stufe zu lang angefertigt werden, da dies zu Rissen beziehungsweise Sprüngen führen kann.

  • Abb. 19: Überpreßte Brücke nach dem Ausbetten.
  • Abb. 20: Ausgearbeitete Brücke vor dem Enamel- und Glanzbrand.
  • Abb. 19: Überpreßte Brücke nach dem Ausbetten.
  • Abb. 20: Ausgearbeitete Brücke vor dem Enamel- und Glanzbrand.

  • Abb. 21: Fertige Arbeit auf dem Modell.
  • Abb. 22: Innenansicht der fertigen Arbeit.
  • Abb. 21: Fertige Arbeit auf dem Modell.
  • Abb. 22: Innenansicht der fertigen Arbeit.


  • Abb. 23: Ausgangssituation.
  • Abb. 24: Mundsituation nach Entfernen der alten Brücke.
  • Abb. 23: Ausgangssituation.
  • Abb. 24: Mundsituation nach Entfernen der alten Brücke.

  • Abb. 25: Modellsituation.
  • Abb. 26: ECS-Käppchen auf dem Modell mit zurückgeschliffener Stufe von labial.
  • Abb. 25: Modellsituation.
  • Abb. 26: ECS-Käppchen auf dem Modell mit zurückgeschliffener Stufe von labial.

  • Abb. 27: Ansicht von palatinal.
  • Abb. 28: Rohbrandeinprobe.
  • Abb. 27: Ansicht von palatinal.
  • Abb. 28: Rohbrandeinprobe.

  • Abb. 29: Fertige Arbeit in situ.
  • Abb. 30: Sauberer Randschluß.
  • Abb. 29: Fertige Arbeit in situ.
  • Abb. 30: Sauberer Randschluß.

  • Materalienwahl Press-to-metal Technik/Press-to-Alumina
  • Materalienwahl Press-to-metal Technik/Press-to-Alumina


Nun wird ein full-wax-up erstellt. Die definitive, anatomisch detailgetreue Modellation ermöglicht eine direkte Umsetzung in Keramik ohne Korrekturen nach dem Pressen. Kontaktpunkte und Keramikstufen bleiben in den folgenden Arbeitsschritten; es entsteht keine Schrumpfung während der Brennzyklen.

Fazit

  • Abb. 31: Die zufriedene Patientin.

  • Abb. 31: Die zufriedene Patientin.
Press-to-Alumina gibt dem Zahntechniker die Möglichkeit, individuell die anatomische Zahnform zu reproduzieren – sowohl vollanatomisch in der Maltechnik, oder bei reduziert gepreßter Zahnform/Dentinstruktur und anschließend mit Schmelz- bzw. Transpamassen überschichteten Kronen.

Die Vorteile von Press-to-Alumina auf einen Blick:

  • Unübertroffener Randschluß
  • Farbliche Vorteile
  • Option der adhäsiven Befestigung der gepreßten Ränder
  • Absolute Formstabilität (Verzugsfreiheit) der elektrophoretisch hergestellten Gerüste im Vergleich zu Legierungen
  • Brennstabilität

Um Mißerfolge zu vermeiden, müssen folgende Punkte unbedingt beachtet werden: Die Länge der zirkulären Schulter bzw. die Dimensionstreue der gekürzten Stufe zur gleichmäßigen zirkulären Abstützung (Masseausgleich) ist zu beachten, um Sprünge oder Risse zu vermeiden. Darüber hinaus sollten Preßtemperatur und Preßparameter exakt eingestellt sein, da bei Vollkeramiküberpressungen die Leitfähigkeit des Metallstruktur (siehe Pressto- metal Technik) entfällt. Die Folge davon wäre eine Fehlpressung bzw. unvollständiges Auspressen.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Eberhard Pingel

Bilder soweit nicht anders deklariert: Eberhard Pingel


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