Kronen/Brücken


Natürlich durch zahnähnliche Lichtreflexion


Indizes: Metallkeramik, Schichtkonzept, Lichtbrechung, Wirtschaftlichkeit

 

Der Siegeszug der Vollkeramik ist zwar ungebrochen, dennoch werden rund 70 Prozent der Restaurationen als konventionelle VMK-Variante gefertigt, insbesondere in Kombination mit NE-Legierungen. Deshalb entwickelte die Firma Shofu (Inc. Japan) eine Metallkeramik, deren Lichtbrechungsindex dem eines natürlichen Zahnes sehr nahe kommt. Der Autor zeigt erste Erfahrungen mit dem neuen Metallkeramik-Verblendsystem VINTAGE MP mit natürlichem Lichtleiteffekt.

Nach allgemein gültiger Meinung ist die naturidentische Lichttransmission bisher ausschließlich den vollkeramischen Restaurationen vorbehalten. Da sie hinsichtlich der Farbe und Struktur dem Dentin und Zahnschmelz ähnlicher sind, werden sie zunehmend von den Patienten bevorzugt. Dieser Trend wird sich sicherlich zukünftig weiter durchsetzen und zum Standard in jedem Dentallabor werden.

Zum heutigen Zeitpunkt werden, trotz der Möglichkeit hochfeste CAD/CAM-Restaurationen aus Hochleistungskeramiken herzustellen, zu mehr als 70 Prozent metallkeramische Restaurationen als Standardversorgungen gefertigt. In diesem Zusammenhang  wird zudem von einer deutlichen Zunahme der NE-Legierungen berichtet. NE-Legierungen sind nicht nur wegen ihres preislichen Vorteils von Interesse, sondern sie ermöglichen besonders bei umfangreichen Gerüstkonstruktionen eine deutliche Reduzierung des Gewichts.

Welche Möglichkeiten würden sich in ästhetischer und wirtschaftlicher Hinsicht für die Anfertigung dieser Versorgungen ergeben, wenn jetzt der Lichtbrechungsindex der metallkeramischen Massen den natürlichen Zähnen sehr ähnlich wäre?

Das Licht bricht sich bereits im Dentin

VINTAGE MP definiert eine neue metallkeramische Generation, konzipiert nach aktuellen Erkenntnissen der Keramiktechnologie. Ein neuartiger Fertigungsprozess gleicht die reine Mikrokeramik an den Lichtbrechungsindex des natürlichen Zahnschmelzes und des Dentins an (Abb. 1).

Eine erhöhte Lichtbrechung der Dentinmassen hat die Eigenschaft, dass ein Großteil des einfallenden Lichtes nicht vom Opaker, sondern bereits in der Dentinschicht gebrochen und gestreut wird. Die Konturen des opakisierten Metallgerüstes werden quasi optisch minimiert. Basierend auf dieser Technologie werden die lichtoptischen Eigenschaften analog der natürlichen Zähne mit minimalem Aufwand einfach und treffsicher wiedergegeben (Abb. 2).

Neben diesen ästhetischen Vorteilen zeigt dieses neue Metallkeramiksystem viele weitere optimierte Eigenschaften in Bezug auf die Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Vielseitigkeit für den Anwender:

So wurden zum Beispiel die Qualität und die Haftungseigenschaften der gebrauchsfertigen Pastenopaker erheblich gesteigert. Allein das Auftragen der ersten Opakerschicht mit Base Opaque bietet eine außergewöhnliche Deckkraft und einen sehr warmen Farbton, den man mit einer matten Vergoldung vergleichen kann. Mit einer Schichtstärke von nur 0,05 Millimeter werden die Farbprobleme durch das oxidierte Metallgerüst grundlegend eliminiert und eine perfekte farbstabile Keramikbasis sichergestellt (Abb. 3). Die gebrauchsfertigen Shade Opaker basieren auf einer ähnlich feinen Partikelstruktur wie Base Opaque und schaffen eine deckende, homogene Farbschicht. Bereits nach einem Auftrag werden Kronen und Brücken einfach und schnell entsprechend der gewünschten Zahnfarbe grundiert. In Kombination angewendet, ist ein vollständiges Abdecken der Gerüste mit einer Schichtstärke von nur 0,1 Millimeter sichergestellt. Gerade bei geringen Platzverhältnissen bleiben genügend Reserven für die nachfolgende Schichtung.

Das Dentin und die Transluzenz

Das Dentin gibt der natürlichen Zahnfarbe den Farbton und die Sättigung. Darüber hinaus müssen viele weitere Faktoren bei der keramischen Reproduktion berücksichtigt werden, die Einfluss auf das natürliche Aussehen der metallkeramischen Restauration ausüben. Zum Beispiel die Transluzenz, die Opaleszenz oder auch die Fähigkeit eines Objektes, das Licht zu absorbieren oder zu brechen. Die Transluzenz hat zudem die Aufgabe, die Form des Dentins zu unterstreichen und zu entwickeln sowie das gesamte Licht innerhalb des Zahnes zu verteilen, welches sich auf und in dem Dentin bricht. Daher ist es unbedingt erforderlich, das Dentin für die natürliche Wiedergabe eines Zahnes exakt zu gestalten.

Durch die extrem feine Partikelstruktur lassen sich diese Massen sehr einfach und gezielt auftragen. Ist im Zervikalbereich aufgrund geringer Platzverhältnisse eine eher intensivere Farbdichte gefordert, lässt sich diese durch das Auftragen von etwas fluoreszierender Zervikalmasse erreichen. Diese wird dünn auslaufend im unteren Drittel der Krone platziert. Anschließend erfolgt zunächst die vollanatomische Schichtung der Dentinmasse (Abb. 4).

In diesem Stadium hat sich ein kurzes Kondensieren per Hand oder mit einem Ultraschall Condensor Ceramosonic bewährt, weil so die Dichte des Dentins kompakter wird. Das anschließende Zurückschneiden sowie das korrekte Gestalten der anatomischen Dentinform erfolgt dann einfach und zügig. Für die Ausrichtung und das Design der Mamelons, wie hier dokumentiert, ist immer der natürliche Restzahnbestand einzubeziehen, weil die Form sehr vom Alter und dem Grad der Abnutzung beeinflusst wird. In diesem Fall wird ein jugendlicher Zahn mit sehr geringen Abnutzungsmerkmalen reproduziert (Abb. 5). Gerade bei jugendlichen Zähnen wirken die Mamelons ein wenig dichter als das restliche Dentin. Zur Unterstreichung dieser Effekte hat sich die Betonung mit einer Mischung aus Dentinmasse und Mamelon Pink oder Mamelon Yellow im Verhältnis 50:50 bewährt (Abb. 6).

Opal Transluzenz- und Inzisalmassen

Mit einem umfangreichen Angebot transluzenter Inzisal- und Effektmassen stehen alle erforderlichen Komponenten für eine patientenspezifische Reproduktion der Schmelznuancen zur Verfügung. Weil die opalisierenden Transluzenz- und Inzisalmassen in ihrer Struktur und Partikelverteilung dem natürlichen Zahnschmelz sehr ähnlich sind, besitzen sie die Eigenschaft, das Wechselspiel des Lichtes wie die natürlichen Zähne von intensiv bläulich-transluzent bis diffus rötlich-orange wiederzugeben.

Bereits eine geringe Menge Opal-T als Zwischenschicht von Dentin und abschließender Inzisalmasse unterstützt den Lichttransport, wie bereits eingangs beschrieben, in beeindruckender Weise. Alternativ auf die approximalen Flanken aufgelegt, verstärkt diese Masse den Lichttransport im Interdentalbereich und zu den angrenzenden natürlichen Zähnen. Aufhellende, eher trübe Zonen, wie sie häufiger bei jugendlichen Zähnen vorzufinden sind, reproduziert man vorzugsweise mit Opal White E oder einer Mischung aus Opal White E und Opal Inzisalmasse im Verhältnis 50:50. In diesem Fall wurde die Mischung zentral auf das Dentin aufgebracht (Abb. 7). Die Komplettierung der Zahnform erfolgt dann labial mit opalisierender Inzisalmasse (Abb. 8). Von palatinal wird im Zervikalbereich etwas Zervikalmasse und zur Unterstreichung der Approximalflächen wahlweise etwas Opal Superlucent zur Unterstützung der Transluzenz, oder Opal WE zur Reduzierung der Lichtleitung, angelegt (Abb. 9). Abschließend erfolgt der Dentinbrand bei 900°C.

Die Bearbeitung sowie das Konturieren der anatomischen Oberflächendetails wird ebenfalls unter Einbeziehung der natürlichen Nachbarzähne durchgeführt. In diesem Stadium muss unbedingt auf die korrekte Lage der Dentinschichtung sowie die internen anatomischen Details geachtet werden.

Mit der abschließenden Bemalung, zum Beispiel mit den gebrauchsfertigen VINTAGE Art Keramikmalfarben sollten nur feine, individuelle Akzente gesetzt werden (Abb. 10). Wenn die Farbe und die Lage der Einzelschichten korrekt gewählt und platziert wurde, erledigt das Licht den Rest. Die glanzgebrannte und polierte Metallkeramikkrone zeigt unter allen Lichtverhältnissen ein natürliches Aussehen (Abb. 11 und 12). Die Lage des Dentins sowie der transluzenten Einzelschichten wurden exakt nach dem natürlichen Vorbild ausgerichtet. Die Lichtstreuung variiert bei unterschiedlichen Betrachtungswinkeln wie bei den natürlichen Zähnen (Abb. 13 und14).

Fazit

Was ist also neu an dieser VINTAGE MP Keramik? Die Einfachheit des Systems, das natürliche Aussehen und die wirklichen technischen Neuerungen, wie die Änderung des Lichtbrechungsindexes der Dentinund opalisierenden Inzisalmassen, wurden bereits erwähnt. Das wirklich Neue an diesem Keramiksystem ist jeoch sicherlich, dass es dem Zeitgeist entspricht! Damit können einfach alle üblichen hochschmelzenden Aufbrennlegierungen, gleich ob Hochgold, Biooder NEM, mit einem empfohlenen WAK-Bereich von 13,6 bis 15,2 mit einer natürlichen Lichtleitung verblendet werden, wie man sie bisher nur von metallfreien Restaurationen erwartete.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM German Bär

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZTM German Bär