You have an error in your SQL syntax; check the manual that corresponds to your MySQL server version for the right syntax to use near ') ORDER BY uid ASC' at line 1 Mammutaufgabe Modellherstellung beim Gysi-Wettbewerb | Technik | ZTM-aktuell.de
Kronen/Brücken

Mammutaufgabe Modellherstellung beim Gysi-Wettbewerb

Teil 2: „Man verliert nie, entweder man gewinnt oder man lernt!“

Redaktionstipp
Redaktionstipp

Beim Wettbewerb um den Gysi-Preis für Auszubildende ist die Herstellung der Modelle, wie bei der Meisterprüfung, Teil der Aufgabe. Die Goldpreisträgerin des dritten Lehrjahres Laura Martinez berichtet hier, welchem Konzept sie folgte und wie sie Schritt für Schritt vorgegangen ist.

Jeder Teilnehmer muss sich überlegen, wie er es anstellt und was er unternimmt, um zu eigenen und geeigneten Modellen zu kommen. Da die Ansprüche an dieses Modell die im täglichen Laboreinsatz übertreffen, war dies bei meinem Wettbewerbsbeitrag im vergangenen Jahr die erste hohe Hürde, die ich zu nehmen hatte. Was ich in unserem Labor schnell gelernt habe, ist der Satz: „Modelle sind die Visitenkarte des Labors.“ Auf meinen Fall gemünzt hieß das: Sie sind der Präsentierteller der Teilnehmerarbeit. Schon beim ersten Blick lässt sich am Erscheinungsbild des Modells innerhalb von Sekunden ein Urteil über Sorgfalt, Genauigkeit und den Willen zur Qualität der Arbeit fällen. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig, seinen Fokus nicht nur auf die zu schaffende Prothetik, sondern eben auch auf die anzustrebenden Modelle zu legen.

Mein Lösungsansatz: Ein Alveolen-Modell

Der „Knackpunkt“ bestand vor allem darin, ein Modell herzustellen, aus dem die Stümpfe herausnehmbar sind. Da im Oberkiefer die Aufgabe lautete, einen Modellguss mit Transversalband zu gestalten (vgl. Teil 1 dieses Beitrags unter www.ztm-aktuell.de/martinez), kam ein gewöhnliches Sägestumpfmodell nicht in Betracht. Die Antwort auf die Frage, wie so ein Modell aussehen soll, lautet: Alveolen-Modell! In dem Buch „Symbiosis“ [1] wird diese Modellart als „die Kür in der Gips-Vollmodell-Herstellung, sowohl in Funktion und Präzision als auch im Erscheinungsbild“ beschrieben. Es ist ein sehr anspruchsvolles und zeitaufwendiges Verfahren – doch die Mühe lohnt sich. Das Gefühl, das fertige Alveolen-Modell mit Steckstümpfen in den Händen zu halten, ist unbeschreiblich!

Anpassungen und Kunststoffstümpfe

Der große Vorteil, kein Modell zu erhalten, sondern selbst eines herstellen zu müssen, liegt darin, dass man sich die Kiefersituation selber aussuchen kann. Das Modell sowie die Stümpfe sind so anzupassen, dass man perfekte Konditionen für die Arbeit vorliegen hat. Ich habe dafür zwei schöne Modelle mit vollbezahnten Kiefern und perfekter Interkuspidation nach Vorgaben des Befundes bearbeitet (Abb. 8). Für meine Wettbewerbsteilnahme benötigte ich die Stümpfe 14, 16, 23, 26, 32 und 34. Die Modelle mussten aus Gips angefertigt werden, die Stümpfe durften aus Gips oder Kunststoff hergestellt werden.

Die in unserem Labor vorhandenen vollbezahnten Kiefermodelle, die ich ausgesucht habe, wurden als Erstes mit Silikon dubliert, um Dublierformen zu erhalten (Abb. 9). Diese dienten als Basis für den Herstellungsprozess meiner Prothetik.

  • Abb. 8: Das Ausgangsmodell mit vollbezahntem Kiefer.
  • Abb. 9: Herstellung der Silikonformen.
  • Abb. 8: Das Ausgangsmodell mit vollbezahntem Kiefer.
  • Abb. 9: Herstellung der Silikonformen.

  • Abb. 10: Beim Ausgießen der Kunststoffstümpfe.
  • Abb. 11: Die Herstellungsschritte der Kunststoffstümpfe.
  • Abb. 10: Beim Ausgießen der Kunststoffstümpfe.
  • Abb. 11: Die Herstellungsschritte der Kunststoffstümpfe.

Die benötigten Stümpfe stellte ich aus Modellkunststoff her. Um Material zu sparen, ist es ratsam, den nicht benötigten Teil des Kiefers mit Knete auszublocken. In die so entstandenen Fächer der Dublierform goss ich nun Kunststoff (Abb. 10) und gab das Werk zum Polymerisieren in den Drucktopf. Mit einer Trennscheibe werden dafür die Kieferstücke in Segmente getrennt, um sie hinterher mit dem Handstück und einer grobverzahnten Fräse konisch zu schleifen. Wichtig hierbei ist, dass die konische Fläche direkt am zervikalen Rand der anatomischen Krone beginnt. Dieser Rand definiert die Grenze Kunststoff/Gips. Nachdem ich die Stümpfe in die gewünschte Form gebracht hatte, wurden sie noch gepinnt (Abb. 11). Anschließend bearbeitete ich die Stümpfe mit feinkörnigem Schleifpapier weiter und polierte sie mit einer Ziegenhaarbürste und Polierpaste auf Hochglanz. Um später die Führungspins auf eine gemeinsame Höhe trimmen zu können, versah ich sie mit 0,3 mm dicken Wachsdrähten. Es empfiehlt sich, die konische Fläche dünn mit Vaseline zu isolieren, um das Anhaften des Gipses am Kunststoff zu verhindern und das problemlose Herausnehmen der Stümpfe zu ermöglichen.

Diese Einzelstümpfe, mit der vorhandenen vollanatomischen Zahnkrone, wurden nun in die Dubliersilikonform eingeklebt (Abb. 12), um für den korrekten Sitz beim Ausgießen des Zahnkranzes mit Gips zu sorgen. Als der Gips abgebunden war, entnahm ich das Modell aus der Silikonform und trimmte es von basal bis zu den Führungspins (Abb. 13). Danach wurden die Kunststoffstümpfe vorsichtig aus den Alveolenfächern herausgedrückt. Hier wird nun genaues Arbeiten belohnt – wer vorher gepfuscht hat, dem werden nun Teile der Gingiva absplittern.

  • Abb. 12: Kunststoffstümpfe vor dem Ausgießen mit Gips in der Silikonform.
  • Abb. 13: Das Modell vor dem Präparieren der Stümpfe.
  • Abb. 12: Kunststoffstümpfe vor dem Ausgießen mit Gips in der Silikonform.
  • Abb. 13: Das Modell vor dem Präparieren der Stümpfe.

Letzte entscheidende Schritte

Für den vorgegebenen Befund, sprich die prothetische Ausgangslage, benötigte ich mehrere Schaltlücken. Diese entstanden durch das Wegfräsen der Gipszähne, die sich noch zwischen jeweils zwei Kunststoffstümpfen befanden. Anders als bei einer Patientenarbeit kann/muss man sich hier den Kieferkamm und das marginale Parodontium selbst gestalten (Abb. 14).

Jetzt darf man Zahnarzt spielen!

Die Kronen müssen mit einer Hohlkehlpräparation versehen werden. Dafür fräste ich mit einer konischen Fräse in einem Winkel von ca. 4 Grad um die Krone herum. Zu beachten war, dass die Präparationsgrenze sublingual zu liegen hatte. Das wirklich Tolle, aber auch Unrealistische an diesem Schritt ist, dass man sich den benötigten Platz selbst schaffen kann. Es ist somit ausgeschlossen, dass man hinterher zu wenig Platz für die Verblendung hat! Mit feinem Sandpapier und etwas Wasser gab ich dem Modell nach der Herstellung der Arbeit den letzten Schliff. Die Gipsoberfläche wird durch diesen Schritt wunderbar glatt. Falls vorhanden, kann man diese Oberfläche zusätzlich mit etwas Modellbalsam einreiben. Dies sorgt für einen schönen Seidenglanz.

Damit war mein Modell bereit für die Aufnahme der Prothetik. Vor allem brauchte es nach dieser Mühe den ersten Blick der Jury nicht zu scheuen ... und ebenso wenig die eingehende Betrachtung.

Die Teilnahme

Die Gysi-Siegerarbeiten aller Wettbewerbsjahrgänge 2017 (Gold, Silber und Bronze des 2., 3. und 4. Lehrjahres) waren während der gesamten Internationalen Dental-Schau in Vitrinen ausgestellt. Der breite Boulevard zwischen den Hallen, in dem sich diese immer befinden, ist stets stark frequentiert und viele Messebesucher bleiben stehen, um sich alles genau anzusehen. Wir Azubis haben den Bereich zu unserem Treffpunkt erklärt und immer hielten sich welche von uns dort auf. So konnten wir mit den Betrachtern – und diese mit uns – in Kontakt treten und Fragen beantworten.

Ich selbst habe im Februar dieses Jahres meine Gesellenprüfung abgelegt und zähle nun also nicht mehr zum möglichen Teilnehmerkreis. Aber im Sommer 2018 beginnt die Bewerbungsfrist für den nächsten Gysi-Preis. Ich will gerne jedem Appetit machen und Neugierige können sich auf www.facebook.com/gysipreis/ ein Video anschauen. Informationen gibt es außerdem auf www.vdzi.net/schueler-und-auszubildende/der-gysi-preis.html.

Quelle:
[1] Weiler T. Symbiosis – Tipps und Tricks für den ambitionierten Zatechniker. Verlag Neuer Merkur. 288 Seiten, 825 Abbildungen. 1. Auflage 2015. ISBN 978-3-95409-021-1. S. 94.

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZT Laura Martinez



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