Kronen/Brücken

KATANA Zirconia YML als Restaurationsmaterial bei weitspannigen Brücken

Vollkeramik: Neue Formel für monolithisches Zirkonoxid schafft noch mehr Flexibilität

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Für die Herstellung weitspanniger Brücken bedarf es Materialien mit hoher Festigkeit. Viele vollkeramische Werkstoffe stoßen hier aufgrund ihrer mechanischen Eigenschaften an ihre Grenzen. Gerüste aus einer Metalllegierung oder einem konventionellen, hochfesten Zirkonoxid mit anschließender Verblendung sind eine vergleichsweise zeitintensive Option. Durch die Entwicklung von Multi-Layered-Zirkonoxiden mit unterschiedlichen Transluzenz- und Festigkeitsgraden eröffnen sich effektivere Wege, die im Folgenden anhand des neu formulierten KATANA Zirconia YML (Kuraray Noritake) dargestellt werden.

Das ästhetische Potenzial einer dentalkeramischen Masse – insbesondere deren Transluzenz – lässt sich üblicherweise nur auf Kosten einer verringerten Biegefestigkeit steigern. Zahntechnikerinnen und Zahntechniker stehen somit vor einem Balanceakt: Hohe Ästhetik (Transluzenz) oder hohe Festigkeit. Um für weitspannige Restaurationen beides in Einklang zu bringen, galt lange Zeit die Gerüstherstellung mit anschließender Verblendung als beste Lösung.

Stehen jedoch zugleich wirtschaftliche Forderungen im Fokus, ist die Verblendtechnik oft nicht die erste Wahl. Deutlich effizienter ist die monolithische Fertigung. Um den Dreiklang aus hoher Ästhetik, hoher Festigkeit und hoher Wirtschaftlichkeit zu erfüllen, bedarf es eines transluzenten Materials mit hohen mechanischen Eigenschaften.

Wünschenswert für ein möglichst breites Anwendungsspektrum sind hochtransluzente Materialien, die sich zudem dazu eignen, monolithische weitspannige Restaurationen auf hohem ästhetischem Niveau herzustellen. Diesen Bedarf deckt ein Multi-Layered-Zirkonoxid, das unterschiedliche Transluzenz- und Festigkeitsgrade in einem einzigen Rohling vereint und damit quasi für jeden Anwendungsbereich geeignet ist.

Beispielhaft dafür ist das neue KATANA Zirconia YML (Kuraray Noritake) (Abb. 1). Auf effizientem Weg lassen sich damit u.a. ästhetisch monolithische Restaurationen fertigen, die über eine weite Kieferspanne reichen.

  • Abb. 1a: KATANA Zirconia YML integriert als Multi-Layered-Zirkonoxid Rohmaterialien mit unterschiedlichen Yttriumoxid-Konzentrationen. Daraus resultieren Farb-, Transluzenz- und Festigkeitsabstufungen, die ein breites Anwendungsspektrum erlauben.
  • Abb. 1b: KATANA Zirconia YML integriert als Multi-Layered-Zirkonoxid Rohmaterialien mit unterschiedlichen Yttriumoxid-Konzentrationen. Daraus resultieren Farb-, Transluzenz- und Festigkeitsabstufungen, die ein breites Anwendungsspektrum erlauben.
  • Abb. 1a: KATANA Zirconia YML integriert als Multi-Layered-Zirkonoxid Rohmaterialien mit unterschiedlichen Yttriumoxid-Konzentrationen. Daraus resultieren Farb-, Transluzenz- und Festigkeitsabstufungen, die ein breites Anwendungsspektrum erlauben.
    © Kuraray Noritake
  • Abb. 1b: KATANA Zirconia YML integriert als Multi-Layered-Zirkonoxid Rohmaterialien mit unterschiedlichen Yttriumoxid-Konzentrationen. Daraus resultieren Farb-, Transluzenz- und Festigkeitsabstufungen, die ein breites Anwendungsspektrum erlauben.
    © Kuraray Noritake

Zirkonoxid: Allrounder für den Laboralltag

Das neue Zirkonoxid KATANA Zirconia YML basiert auf der bewährten, hauseigenen Rohstofftechnologie von Kuraray Noritake und verfügt über den von KATANA Zirconia bekannten mehrschichtigen Aufbau (Multi Layered). So hat das Zirkonoxid in der unteren Hälfte des Rohlings eine hohe Biegefestigkeit von 1.100 MPa, ein hohes Chroma und eine reduzierte Transluzenz.

Im Schneidebereich hingegen sind Biegefestigkeit und Chroma reduziert und die Transluzenz erhöht. Aus den im Rohling integrierten unterschiedlichen

Yttriumoxid-Konzentrationen (Abb. 1) ergeben sich verschiedene Farb-, Transluzenz- und Festigkeitsabstufungen, was – unter Einhaltung einiger Gestaltungs- und Positionierungsregeln – zu einem nahezu unbegrenzten Anwendungsspektrum führt. Um zu evaluieren, ob diese Regeln die Gestaltungsfreiheit einschränken und ob das ästhetische Potenzial auch für monolithische Frontzahnrestaurationen hoch genug ist, haben wir die Verarbeitung und die optischen Eigenschaften im Laboralltag geprüft. Das folgende Fallbeispiel vermittelt einen Eindruck dessen, was mit dem innovativen Multi-Layered-Zirkonoxid möglich ist.

KATANA Zirconia YML im Labor: Bildgeschichte eines Patientenfalls

Arbeitsauftrag war das Herstellen zweier Brücken im Oberkiefer. Die Zähne 11 bis 14 und die Zähne 21 bis 26 sollten mit möglichst reduziertem Aufwand vollkeramisch rekonstruiert werden. Für ein effizientes Vorgehen wurde die monolithische Verfahrensweise gewählt, wobei die klinischen sowie zahntechnischen Vorarbeiten wie gewohnt erfolgten.

Anschließend wurden die Restaurationen vollanatomisch in der Software konstruiert. Zum Fräsen kam KATANA Zirconia YML zum Einsatz. Entsprechend den Herstellervorgaben wurden die Datensätze auf einfache Weise virtuell im Rohling positioniert.

Bei weitspannigen Restaurationen – also solchen, die mehr als 3 Glieder umfassen – sollte die Hälfte der Verbinderquerschnittsfläche in der unteren Hälfte des Rohlings ausgerichtet werden. Dies ist hier immer der Fall, sobald eine Restauration in der Mitte der Disk platziert wird.

Die vereinfachte Positionierung im Rohling ist ein großer Vorteil gegenüber ähnlichen Produkten anderer Hersteller, bei denen der Verbinder komplett in der unteren Hälfte positioniert werden muss. Durch das unkomplizierte Nesting im KATANA Zirconia YML-Rohling gewinnt der Zahntechniker mehr Freiheit und kann außerdem die Transluzenz des Materials besser ausnutzen.

  • Abb. 2: Vier- und sechsgliedrige Brücken aus KATANA Zirconia YML nach dem Sintern.

  • Abb. 2: Vier- und sechsgliedrige Brücken aus KATANA Zirconia YML nach dem Sintern.
    © Kuraray Noritake
Nach dem Fräsen erfolgt das Sintern der Restaurationen. Im Anschluss offenbart sich bereits das volle ästhetische Potenzial des Zirkonoxids mitsamt dem nahtlosen Mehrschichtaufbau, der frei von sichtbaren Übergangslinien ist (Abb. 2 bis 6).
  • Abb. 3: Ansicht von okklusal – das palatinale Design vereinfacht die Mundhygienemaßnahmen.
  • Abb. 4: Die Belichtung der Restaurationen von palatinal zeigt die sehr natürlich wirkende Transluzenz.
  • Abb. 3: Ansicht von okklusal – das palatinale Design vereinfacht die Mundhygienemaßnahmen.
    © Kuraray Noritake
  • Abb. 4: Die Belichtung der Restaurationen von palatinal zeigt die sehr natürlich wirkende Transluzenz.
    © Kuraray Noritake

  • Abb. 5: Nahansicht der vier- und sechsgliedrigen Restaurationen mit natürlich gestalteter Makro- und Mikrotextur.
  • Abb. 6: Nahansicht der vier- und sechsgliedrigen Restaurationen mit natürlich gestalteter Makro- und Mikrotextur.
  • Abb. 5: Nahansicht der vier- und sechsgliedrigen Restaurationen mit natürlich gestalteter Makro- und Mikrotextur.
    © Kuraray Noritake
  • Abb. 6: Nahansicht der vier- und sechsgliedrigen Restaurationen mit natürlich gestalteter Makro- und Mikrotextur.
    © Kuraray Noritake

Die monolithisch gefrästen Restaurationen haben im inzisalen Bereich eine natürliche Transluzenz und warten zudem mit der hohen Festigkeit von KATANA Zirconia YML auf. Das Ergebnis erlaubte es die Restaurationen unmittelbar fertigzustellen.

Keramikbasierte Malfarbe für mehr Lebendigkeit

Zusätzlich zu den lichtoptischen Eigenschaften des Materials ist die Oberflächentextur für das ästhetische Ergebnis bei einer monolithischen Versorgung wichtig. Makro- und Mikrotexturen sollten dem natürlichen Zahn entsprechen. Die Texturen können beim Design beachtet bzw. vor oder nach dem Sintern eingebracht werden.

  • Abb. 7: Die monolithischen Brücken sind mit CERABIEN ZR FC Paste Stain in einer Ultra-Mikro-Schichtung ästhetisch charakterisiert worden.

  • Abb. 7: Die monolithischen Brücken sind mit CERABIEN ZR FC Paste Stain in einer Ultra-Mikro-Schichtung ästhetisch charakterisiert worden.
    © Kuraray Noritake
Um das „letzte Quäntchen“ hin zur idealen Optik herauszuarbeiten, wurden die monolithisch gefrästen Restaurationen mit keramikbasierter Malfarbe – CERABIEN ZR FC Paste Stain Kit (Kuraray Noritake) – charakterisiert. Auf diese Weise lässt sich in der Ultra-Mikro-Schichtung eine wunderbare Dreidimensionalität erzielen. Ein Hauch davon genügt, um den Restaurationen den letzten Schliff hin zu mehr Lebendigkeit zu verleihen (Abb. 7 bis 11).
  • Abb. 8: Die monolithischen Brücken sind mit CERABIEN ZR FC Paste Stain in einer Ultra-Mikro-Schichtung ästhetisch charakterisiert worden.
  • Abb. 9: Nahansicht der viergliedrigen Brücke von bukkal.
  • Abb. 8: Die monolithischen Brücken sind mit CERABIEN ZR FC Paste Stain in einer Ultra-Mikro-Schichtung ästhetisch charakterisiert worden.
    © Kuraray Noritake
  • Abb. 9: Nahansicht der viergliedrigen Brücke von bukkal.
    © Kuraray Noritake

  • Abb. 10: Nahansicht der sechsgliedrigen Brücke von bukkal.
  • Abb. 11: Die monolithischen Brücken nach dem Charakterisieren mit den keramikbasierten Malfarben im Durchlicht.
  • Abb. 10: Nahansicht der sechsgliedrigen Brücke von bukkal.
    © Kuraray Noritake
  • Abb. 11: Die monolithischen Brücken nach dem Charakterisieren mit den keramikbasierten Malfarben im Durchlicht.
    © Kuraray Noritake

Nach dem Brennen liegen die fertiggestellten Restaurationen vor. Sie überzeugen durch ein natürliches Aussehen, hohe Festigkeit und einen Herstellungsprozess, der unter verhältnismäßig geringem Zeitaufwand und mit stark reduzierten manuellen Arbeitsschritten erfolgt.

Die so entstandenen vollkeramischen Brücken wurden an die Zahnarztpraxis übergeben und nach einer Einprobe definitiv eingegliedert. Auch die Wirkung im Mund ist sehr natürlich (Abb. 12 und 13) und zeigt deutlich, dass die monolithischen Restaurationen aus KATANA Zirconia YML hinsichtlich Form und Farbe alle Vorgaben an eine hohe Ästhetik erfüllen.

  • Abb. 11: Die monolithischen Brücken nach dem Charakterisieren mit den keramikbasierten Malfarben im Durchlicht.
  • Abb. 12: Die im Mund eingegliederten Restaurationen: monolithische Brücken mit keramikbasierter Malfarbe in der Ultra-Mikro-Schichtung leicht individualisiert.
  • Abb. 11: Die monolithischen Brücken nach dem Charakterisieren mit den keramikbasierten Malfarben im Durchlicht.
    © Kuraray Noritake
  • Abb. 12: Die im Mund eingegliederten Restaurationen: monolithische Brücken mit keramikbasierter Malfarbe in der Ultra-Mikro-Schichtung leicht individualisiert.
    © Kuraray Noritake

Fazit

Mit dem neuartigen Multi-Layerd-Zirkonoxid lassen sich hochästhetische monolithische Restaurationen herstellen, die auch für den Frontzahnbereich geeignet sind. Trotz Festigkeitsabstufung wird eine adäquate Gestaltungsfreiheit geboten. Die hohe Transluzenz im Inzisalbereich sorgt für ein natürliches Aussehen nach dem Sintern.

Ultra-Mikro-Schichtung und Glasur auf der monolithischen Oberfläche reichen aus, um Patienten ein absolut zufriedenstellendes Ergebnis zu bieten. Insbesondere die Zuverlässigkeit und die Farbechtheit von KATANA Zirconia YML sind im Laboralltag willkommene Eigenschaften. Letztendlich erlaubt das innovative Zirkonoxid in Laboren, bei Bedarf das Portfolio an vollkeramischen Materialien zu reduzieren und so die Lagerverwaltung deutlich zu vereinfachen.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Daniele Rondoni


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