Werkstoffe


Das Sägemodell

Das sogenannte Sägeschnittmodell (oder auch kurz Sägemodell) dient der Einzelstumpfdarstellung bei festsitzendem Zahnersatz. Damit erreicht der Techniker die direkte zirkuläre Betrachtungsmöglichkeit präparierter Pfeiler und ermöglicht so eine bessere Randanpassung auch bei schwieriger subgingivaler Präparationsrandlage oder in Approximalbereichen.

Ziel: Der Zahnkranz wird in verschiedene Segmente gesägt. Die Anzahl der Segmente richtet sich nach der Anzahl der präparierten Zähne, die als Einzelstumpf herausnehmbar sein sollen. Unbezahnte Anteile oder Segmente mit nicht präparierten Zähnen bleiben so groß wie möglich (Abb. 1).

  • Abb. 1: Darstellung des zersägten Zahnkranzes: Jedes Segment sollte so groß wie möglich sein, um die Anzahl der Sägeschnitte zu begrenzen.
  • Abb. 1: Darstellung des zersägten Zahnkranzes: Jedes Segment sollte so groß wie möglich sein, um die Anzahl der Sägeschnitte zu begrenzen.

Grundsätzliche Vorgehensweise: Zahnkranz und Modellsockel werden getrennt hergestellt. Die erforderlichen Segmente werden mit sogenannten Pins versehen. Zunächst wird der Zahnkranz ausgegossen.

Dabei können die Pins direkt in den noch nicht abgebundenen Gipsbrei eingesetzt werden. Diese Vorgehensweise braucht aber viel Erfahrung, da bei zu starken Divergenzen der Pins die Sägeschnitte problematisch zu setzen sein könnten, wenn die Einschubrichtungen der Einzelsegmente zu stark divergieren.

Bewährt hat sich die dreizeitige Methode: Der Zahnkranz wird ausgegossen und planparallel zur Kauebene glatt getrimmt. Die angestrebte Höhe sollte nicht mehr als 20 mm betragen, da zu hohe Stümpfe instabiler sind und durch die höhere „Beweglichkeit“ bzw. Auslenkbarkeit die erforderliche Präzisionspassung zum Beispiel in den Approximalbereichen gefährden (Abb. 2).

  • Abb. 2: Das Modell inklusive Sockel ist fast doppelt so hoch wie erforderlich, was zu größeren Auslenkungen führen kann, und dementsprechend können Passungsprobleme die Folge sein.
  • Abb. 2: Das Modell inklusive Sockel ist fast doppelt so hoch wie erforderlich, was zu größeren Auslenkungen führen kann, und dementsprechend können Passungsprobleme die Folge sein.

Nach Aushärtung des Zahnkranzes erfolgt die sogenannte Pinlochbohrung, bei der gezielt parallel zueinander angelegte Bohrungen durchgeführt werden.

Jedes Segment erhält mindestens zwei Bohrungen mit dem Ziel einer eindeutigen Position und eines Verdrehschutzes.

Die Pinsetzung muss sorgfältig geplant und ausgeführt werden. Zu nah an den Rand oder auch zueinander gesetzte Pins können zu Ausbrüchen führen (Abb. 3 u. 4).

  • Abb. 3: Zu nah an den Sockelrand gesetzte Bohrungen können zu Ausbrüchen führen.
  • Abb. 4: Zu nah nebeneinander gesetzte Pinbohrungen (1), Fehlbohrversuch (2) und Aussprengungen am Rand (3) setzen die Qualität des Modells deutlich herab.
  • Abb. 3: Zu nah an den Sockelrand gesetzte Bohrungen können zu Ausbrüchen führen.
  • Abb. 4: Zu nah nebeneinander gesetzte Pinbohrungen (1), Fehlbohrversuch (2) und Aussprengungen am Rand (3) setzen die Qualität des Modells deutlich herab.

Anschließend wird der Zahnkranz isoliert und mit Gips gesockelt. Dabei kann entweder derselbe Superhartgips (Typ IV) wie für den Zahnkranz Verwendung finden, oder aber auch Sockelgipse mit geringerer Expansion.

Die Problematik besteht darin, dass nach dem Anlegen der Sägeschnitte „eingefrorene“ Spannungen wirksam werden, die die Einzelstümpfe in der sagittalen Richtung geringfügig verschieben, was aber ausreichen kann, dass die Approximalkontakte und auch Okklusionskontakte nicht mehr korrekt eingestellt werden können bzw. Brücken nicht passen.

Was passiert? Gips expandiert bei Abbindung. Solange der Zahnkranz nicht gesägt ist, hat dies keine Auswirkungen. Bei Setzen der Sägeschnitte lösen sich die Spannungen und der Sockelgips vollführt eine Nachexpansion, die zur Folge hat, dass die Einzelstümpfe auseinanderstreben.

Fortsetzung folgt

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Professor Dr. Peter Pospiech


Weiterführende Links

> Das Modell

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