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„Der Zahntechniker-Kongress“ von Dentsply Sirona

Neues Highlight am dentalen Veranstaltungshimmel

Eine Premiere mit Signalwirkung: Dentsply Sirona präsentierte sich beim Zahntechniker-Kongress als starker Partner der Labore, zeigte Zukunftschancen auf und informierte fachlich auf höchstem Niveau.
Eine Premiere mit Signalwirkung: Dentsply Sirona präsentierte sich beim Zahntechniker-Kongress als starker Partner der Labore, zeigte Zukunftschancen auf und informierte fachlich auf höchstem Niveau.

Eine Veranstaltung vom Feinsten – dies lässt sich über den von Dentsply Sirona erstmals veranstalteten „Der Zahntechniker-Kongress“ sagen. Zu der mit „‘Customized‘ – Digital und Handwerk“ beschriebenen Veranstaltung kamen am 20. und 21. April über 600 Teilnehmer in das Messeforum in Frankfurt am Main. Ihnen boten hochkarätige Referenten detailreiche fachliche Informationen, wie auch Anregendes und Nachdenkenswertes fern des digitalen dentalen Mainstreams.

Die an (internationalen) Fortbildungsveranstaltungen, Jahrestagungen und Kongressen reiche Dentalwelt hat Zuwachs bekommen: mit „Der Zahntechniker-Kongress“. Zu ihm lud Dentsply Sirona erstmals zum 20. und 21. April in das Messe Forum in Frankfurt am Main ein. Über 600 Teilnehmer haben an der aus Vorträgen und Workshops bestehenden Veranstaltung teilgenommen. Und wer wollte, konnte sich an Präsentationsständen über alle (Implantat-) prothetischen Angebote des Unternehmens durch kompetente Fachberater informieren lassen. So ließ sich viel fachlicher Input aus dem von Dentsply Sirona perfekt konzipierten Zahntechnikerkongress mitnehmen. Der Clou dabei: Im Programmablauf wurden Themen zu zahntechnisch relevanten Produktentwicklungen und zur Fertigungssicherheit in Einzelvorträgen, solche zur zahntechnischen Fertigung und zahnmedizinischen Therapiesicherheit in Co-Vorträgen behandelt. Prof. Dr. Dr. Stefan Haßfeld (Dortmund), Dipl.-ZT Olaf van Iperen (Wachtberg) sowie Dr. Mischa Krebs (Alzey) führten dazu fachkundig, teils auch launig in die Vorträge ein, stellten die Referenten vor und regten das Publikum zur Nachfrage an.

Technischer Wandel bestimmt die Zukunft

ZTM Hans Eisenmann (Amstetten) eröffnete die Vortragsfolge, indem er einen profunden Überblick über das (auch zahntechnische) Megathema 3-D-Druck sowie dessen „Grenzen und Möglichkeiten – heute und in der Zukunft“ gab. Kenntnisreich ging er dabei auf Geräte, Materialien und Techniken ein und gab seinen Zuhörern dabei so manchen Hinweis, worauf sie bei der Auswahl eines für sie geeigneten 3-D-Druck-Verfahrens/-Systems achten sollten. Der Einsatzzweck steht dabei am Beginn individueller Überlegungen.

Als Werkstoff- und Verfahrensspezialist widmete sich Dr.-Ing. Lothar Völkl (Dentsply Sirona, Hanau) prothetischer Materialien in der digitalen Fertigung. Er zeigte anhand der Entwicklung des Zirkoniumdioxids Cercon – für das Dentsply Sirona eine 17-jährige Expertise besitzt – welche Einflüsse Rohstoffauswahl, Materialfertigung und die spätere zahntechnische werkstoffspezifische Bearbeitung für den langfristigen Erfolg von (Voll-) Keramikrestaurationen haben. Das für unterschiedliche Indikationen heute Keramiken zum Fräsen/Schleifen (wie Cercon, Cercon ht) und Pressen (wie Celtra) sowie passenden Verblendkeramiken zur Verfügung stehen, stellte Völkl anhand derer Vorteile heraus.

Mit ZTM Markus Stork (Braunschweig) trat ein Zahntechniker auf die Bühne, der seine Leidenschaft für die CAD/CAM-gestützte Zahntechnik authentisch „über die Rampe“ brachte. Seine Ausführungen zu „Digitale Analyse, Funktion und Ästhetik – wie verknüpfe ich Daten in der prothetischen Umsetzung“ hatten einen hohen Alltagsbezug. Und so fanden denn auch viele seiner Hinweise und Tipps Aufnahme in den Notizblock so mancher Teilnehmer. Stork machte deutlich, dass sich nur durch Kenntnisse der Inhalte von CAD- und CAM-Software „die Maschinen“ optimal nutzen lassen – Stichwort: Einstellungsparameter – und das nur aus der Kombination von Maschinenpräzision und zahntechnischer Handwerkskunst hochwertige prothetische Restaurationen entstehen können.

Die Zahntechnikerin Sandra Häge-Betz (München), die zu denen gehört, die eine hohe Expertise über digitale Entwicklungen und deren (zahntechnische) Anwendungsmöglichkeiten besitzen, ging da noch einen Schritt weiter. Sie nahm die Teilnehmer mit in „Das Cockpit von Technologie-Matching und Prozessoptimierung“ – und ließ sie so an digitalen Entwicklungsszenarien teilhaben. Sie regte dazu an, die digitale Technik aufmerksam weiter zu verfolgen und sich mit ihr aus konstruktiv für eigene Anwendungen auseinanderzusetzen. So können neue Datenformate für eine bessere Gerätekonnektivität sorgen und für Zahnärzte und Zahntechniker ein Arbeiten mit einer 3-D-Brille – so wie von Häge-Betz beispielhaft präsentiert – in schon naher Zukunft alltäglich sein.

Qualitätsergebnisse durch Teamarbeit

An den (digitalen) Schnittstellen von Zahnmedizin und Zahntechnik hat die interdisziplinäre Zusammenarbeit für die Therapiesicherheit prothetischer Restaurationen eine besonders hohe Relevanz. Dazu stellten gemeinschaftlich Zahnärztinnen/Zahnärzte und Zahntechniker ihre Form des Miteinanders in fünf Vorträgen vor und zeigten, wie sie damit optimale prothetische Ergebnisse erzielen. Es waren dies Dr. Christoph Lichtblau (Großhabersdorf) und ZTM Florian Schmidt (Stroh u. Scheuerpflug, Ansbach) sowie Dr. Petra Rauch (Melsungen) und ZT Susanne Bruns (Melsungen). Aus München kommend ZTM Petra Streifeneder-Mengele und Dr. Dr. Andrea Fischer-Barber, Dr. Martin Butz und ZT Sebastian Heinloth sowie die in Düsseldorf tätigen ZTM Hans-Jürgen Joit und Dr. Alexa von Gienanth.

Auch wenn jedes Referentenpaar ganz eigene Ansätze in seiner Zusammenarbeit hatte und dies in seinem jeweiligen Vortrag deutlich machte – einige Gemeinsamkeiten zogen sich wie ein „roter Faden“ durch alle Vorträge. Zunächst ist dazu die Kommunikation mit dem Patienten über dessen Wünsche zu nennen: sie führen, wann immer möglich, Zahnarzt und Zahntechniker gemeinsam. Dann die gemeinschaftliche Prothetikplanung durch Zahnarzt und Zahntechniker, wie mit Auswahl präfabrizierter oder individueller Abutments beziehungsweise Suprastrukturen oder monolithischer oder verblendeter Fertigung. Sowie Abformungen mit Intraoralscannern (IOS), da sich damit Abläufe „verschlanken“ lassen und addierende Fehler (Abformung, Gipsmodell) entfallen.

Rauch/Bruns stimmen die Prothetik von vornherein mittels ihrer „Hand-in-Hand-Philosophie“ so ab, dass prothetische Komplikationen minimiert werden und die Prothetik „Nachsorgearm“ ist. In diesem Kontext sehen Streifeneder-Mengele und Fischer-Barber eine Spezialisierung für langfristig erfolgreiches Arbeiten als unabdingbar an – und Kommunikation heißt für sie: Einbringen von Kompetenz. Beide Damen halten „standardisierte Vorgehensweisen“ für sinnvoll. Beispielsweise beim Workflow hochwertiger implantatgetragener Restaurationen, die immer mit einem Wax-up beginnen und deren Basis individuelle Abutments sind. Trotz allem digitalem „mindset“ dieses Referentenpaares: Für sie steht am Anfang und Ende immer der Patient mit seiner realen Situation.

Für Butz/Heinloth ist die digitale Zahnmedizin und Zahntechnik eine Frage des Konzepts. Darauf ausgerichtet arbeiten sie möglichst immer digital-gestützt – bei der Intraoralscannerabformung sowie der (modellfreien) Fertigung. So nutzen sie auch situativ alle Optionen, die ihnen die Datenverarbeitung bietet, ob in der internen Fertigung oder extern, über Laborpartner, Fräslabor oder Fräszentrum. Das A und O liegt für die Herren in der Anwenderfreundlichkeit und Genauigkeit der Scanner, da dies die Basis für die Passgenauigkeit der Arbeiten ist. Doch ist digitales Arbeiten für sie kein Dogma. Und so hat für verschraubte Implantatbrücken und „full arch“-Restaurationen sowie bei Bissauflösungen und Bissjustierungen die konventionelle Abformung und Modellfertigung weiterhin ihren Platz. Erwähnenswert ist auch dieser von Butz genannte Aspekt: Die hohe Patientenwertschätzung für diese Abformtechnik bringe ihm Spaß bei der Behandlung.

Mit dem Ziel, patientengerechter, naturgetreuer Restaurationen, nutzen Joit und von Gienanth die analoge und digitale Technik. Ein Ablaufprotokoll, das sie über die Zeit immer weiter verfeinert haben, dient der Planbarkeit der Arbeitsabläufe und der Ergebnissicherheit. Gesichtsaufnahmen – die auch mit einem Mobiltelefon möglich sind – gehören ebenso dazu, wie Wax-up-Simulationen, mit denen sich Raumaufteilung und Rot-weiß-Ästhetik abbilden lassen. Auch die Wahl von Komposit oder Keramik wird danach entschieden. Wann immer möglich, „erarbeitet“ Joit die Prothetik zusammen mit dem Patienten; gemäß seiner Sicht: „Details machen das Besondere aus, dass die Arbeit auch im Detail stimmt“. Und auch die Laboreinprobe zur Feinabstimmung der Prothetik hat sich für Joit und von Gienanth bewährt, weil es das spätere Einsetzen der Arbeit erleichtert – „es macht flupp und alles stimmt perfekt“. „Eine schöne Arbeit – am Ende ist sie immer eine Teamarbeit“, diese Aussage von Gienanths unterschreiben sicherlich alle Vortragenden der zwei Tage – und die meisten ihrer Zuhörer.

Starkes Plädoyer für den zahntechnischen Beruf

Der Zahntechniker, Veranstaltungsinitiator, ehemalige Verleger, Publizist und heutige „FZT.“-Generalsekretär Ralf Suckert (Fuchstal) ging in seinem Vortrag „Alles bleibt anders“ auf aktuelle Entwicklungen in der Zahntechnik ein. Suckert arbeitete sich an industriellen Fertigungsangeboten sowie an Zahnprothetik aus Praxis- oder Auslandslaboren ebenso ab, wie an möglichen Veränderungen der zahnärztlichen-zahntechnischen Welt durch Investoren – Stichwort medizinische Versorgungszentren. Sein Vortragscredo war, sich für den zahntechnischen Beruf einzusetzen, ihn (wieder) starkzumachen und dazu auch durch eine gute Ausbildung beizutragen. Und nicht zuletzt: die Veränderungen, die durch eine digitalisierte dentale Welt geschehen anzunehmen und in die Zahntechnik zu integrieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Welt- und weitsichtig die Zukunft meistern

Drei Vorträge gingen weit über den fachlichen Tellerrand hinaus – doch auch in ihnen steckten Botschaften, die für das berufliche zahntechnische und zahnärztliche Leben nutzbar sind.

So gab der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx (Wien, Österreich), dem Auditorium eine „Anleitung zum Zukunfts-Optimismus“. In Betrachtungen weltweiter Entwicklungen und deren Beurteilung sprach er über eine „negative Aufmerksamkeit“, die es zu vermeiden gilt. Hierzu könnte eine in eigene Energien integrierte „Logik des Möglichen“ (Possibilismus), tradiertes Denken ablösen und helfen, eigene gedankliche Einschränkungen zu überwinden. Mit einem Videoclip zu seinem Statement „Wir haben gerade erst angefangen“ beendete Horx seinen Vortrag.

Ganz anders spannend war das, was der Speed- und Extrembergsteiger Benedikt Böhm (Aschheim) von seiner Leidenschaft zu berichten hatte. Und so manches in seinem Vortrag zum „Überleben in der Todeszone“ lässt sich auch für das berufliche Zahntechnikerleben anwenden – auch wenn dies unter weit weniger extremen Bedingungen stattfindet. Aber ein „körperlich und mental leicht sein“, um sein Ziel zu erreichen, zu klären „was ist essenziell für mich – was lasse ich weg“, eine optimale Routenplanung, dies alles lässt sich auch auf den zahntechnischen Arbeitsalltag übertragen. Dazu sollte auch eine situative Teamführung gehören, durch die sich Schwächen und Stärken einzelner Teammitglieder kompensieren lassen. Und auch sein Lernen durch/aus Krisen ist übertragbar: durch Reflexion, was im Kernsegment und/oder Nebensegmenten schiefgegangen ist, wie dies gelöst beziehungsweise verbessert werden kann. Dadurch lässt sich dann zielführend entscheiden, „es bleiben zu lassen oder anders neu zu versuchen“.

  • Textilfabrikant Wolfgang Grupp zeigte an etlichen Beispielen auf, wie er als Unternehmer Verlässlichkeit und Verantwortung lebt.

  • Textilfabrikant Wolfgang Grupp zeigte an etlichen Beispielen auf, wie er als Unternehmer Verlässlichkeit und Verantwortung lebt.
    © Pohling
Leidenschaftlich und engagiert, so ist der Textilfabrikant Wolfgang Grupp vielen Menschen unter anderem durch seine Teilnahmen an Talkshows bekannt. Und so war er auch in einem Vortrag zum Abschluss von „Der Zahntechniker-Kongress“ zu erleben. Wie er sein Credo der unternehmerischen Verlässlichkeit und Verantwortung lebt, machte er anhand vieler Beispiele zu seiner Firma (Trigema, Burladingen) und des Textilmarktes deutlich. Er forderte die „Rückkehr zur gelebten Identität, zu verantwortlichem Handeln sowie zu den Prinzipien des ehrbaren Kaufmanns“ – nur hierdurch würde sich langfristiger erfolgreich arbeiten lassen. Dazu gehörten unter anderem: Die Pflicht vorausschauend zu denken, um rechtzeitig den Wandel der Zeit zu erkennen und sich darauf einstellen. Den Mitarbeitern eine Arbeitsplatzsicherheit zu bieten, damit diese angstfrei und konzentriert arbeiten können sowie die Erfahrung und Meinung der Mitarbeiter zu nutzen. Probleme sofort zu lösen, schnell zu entscheiden, diese Entscheidungen jedoch immer den aktuellen Kenntnissen anzupassen. Sowie, ein Unternehmen so zu gestalten, dass der Inhaber es überblicken kann – „dann kann er auch Verantwortung übernehmen“. Für Grupp sind Schnelligkeit und Qualität Existenz sichernd – deshalb liefert Trigema bestellte Ware innerhalb nur weniger Tage aus; mit dem Ziel, dass die Kunden mit der Produkt- und Lieferqualität Top zufrieden sind und die Handelspartner damit auch „gutes Geld verdienen“.

Zum guten Schluss

  • Teilnehmer nutzen die angebotenen Workshops zu CAD/CAM-, Implantat- und Prothetikthemen sowie zur CAD/CAM-Wirtschaftlichkeit.

  • Teilnehmer nutzen die angebotenen Workshops zu CAD/CAM-, Implantat- und Prothetikthemen sowie zur CAD/CAM-Wirtschaftlichkeit.
    © Pohling
Nach großem Applaus für Wolfgang Grupp sowie für den Kongress und an das Dentsply Sirona Veranstaltungsteam gingen manche Teilnehmer noch in die Workshops zu CAD/CAM-, Implantat- und Prothetikthemen sowie zur CAD/CAM-Wirtschaftlichkeit – oder traten in angeregter Unterhaltung über den Kongress und so mancher „take home-Message“ im Gepäck den Heimweg an.

Mit „Der Zahntechniker-Kongress“ von Dentsply Sirona ging am 20. und 21. April ein dentales Kongress-Highlight an den Start, das wieder 2020 stattfinden soll. Dass es auch dann inhaltlich und organisatorisch wieder eine hochkarätige Veranstaltung werden wird, lässt sich schon heute sagen – denn Dentsply Sirona hat sich mit dieser Kongresspremiere „die Latte“ selbst sehr hochgelegt.

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Jürgen Pohling


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