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Dental-Gipfel am Meer: Kraft und Motivation für das neue Jahr

„Nur wer aufgibt, hat verloren“

Volles Haus beim dentalen Fortbildungsauftakt am zweiten Januarwochenende in Warnemünde.
Volles Haus beim dentalen Fortbildungsauftakt am zweiten Januarwochenende in Warnemünde.

Am 10. Januar 2020 war es wieder so weit: Der Dental-Gipfel von Dental Balance-Inhaber Helge Vollbrecht und seinem Team ging an der Ostsee in die 9. Runde. Der familienfreundliche Kongress in Rostock-Warnemünde hat mit fast 500 Besuchern erneut seinen Teilnehmerrekord gebrochen und sich zu einem echten Fortbildungshighlight mit maritimer Kulisse am Jahresanfang etabliert. Unter dem Titel „Dentaler Zeitgeist: Physisch und mental in Balance zum Erfolg“ erwartete die Teilnehmer in der Yachthafenresidenz Hohe Düne ein abwechslungsreiches Programm mit über 20 Vorträgen, vertiefenden Workshops bei den jeweiligen Referenten und einem echten Stargast als Keynote-Speaker. 

  • Dental-Gipfel-Veranstalter Helge Vollbrecht (Dental Balance, rechts) mit den Moderatoren ZTM Carsten Müller (links), Prof. Dr. Klaus-Peter Lange (2. v. r.) sowie Referent und ZMK-Chefredakteur Prof. Dr. Claus-Peter Ernst.

  • Dental-Gipfel-Veranstalter Helge Vollbrecht (Dental Balance, rechts) mit den Moderatoren ZTM Carsten Müller (links), Prof. Dr. Klaus-Peter Lange (2. v. r.) sowie Referent und ZMK-Chefredakteur Prof. Dr. Claus-Peter Ernst.
    © Wolf
Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung stand erneut die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Ziel einer maßgeschneidert erfolgreichen Therapie für den Patienten. Nicht nur Zahnärzte aller Fachrichtungen und Zahntechniker, sondern auch angrenzende Berufszweige wie Funktionsexperten, Diabetesspezialisten oder Sportmediziner machten deutlich, dass oft erst eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen zu einer erfolgreichen Therapie führen kann. Darüber hinaus präsentierten renommierte Referenten ihr Wissen rund um Dentalfotografie, zahnärztliche und zahntechnische Abrechnung, die kommende Medical Device Regulation (MDR), Gesundheit und Work-Life-Balance. Aufgrund der großen Fülle des Programms soll im Folgenden nur kurz auf einzelne Vorträge eingegangen werden.

Vom Fisch über die (digitale) Prothetik bis hin zur Fotografie

Mit der Frage „Anpassungsfähige Restaurationen der Zähne – Wie viel Fisch steckt im Menschen?“ eröffnete Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Gängler (Universität Witten/Herdecke) den ersten Vortragstag und schilderte den evolutionären Weg der Zahnentwicklung vom kieferlosen Fisch bis zum Menschen. „Denn nur, weil wir wissen, wo wir herkommen, haben wir heute so viele gute, kluge und erfolgreiche Therapieoptionen“, so Prof. Gängler. Dies demonstrierte er anschließend mit der Vorstellung einer prospektiven Langzeitstudie (29 Jahre, Universität Witten/Herdecke) über Füllungsmaterialien, die zeigte, wie stabil Zahnfüllungen sein können und wie flexibel sie sich dem Abrieb der Zähne im Laufe der Zeit anpassen.

Wie der „digitale Weg“ „vom Patientenkontakt zur funktionellen und ästhetischen Rekonstruktion“ gelingt, erläuterte ZTM Bastian Wagner (München). Viele Informationen und eine ausführliche Kommunikation mit Zahnarzt und Patienten sind für ihn dabei unerlässlich. Sein wichtiges Tool im Laboralltag ist eine App, die es ermöglicht, dem Patienten einfach und schnell Möglichkeiten ästhetischer Zahnkorrekturen zu zeigen.

  • ZTM Wagner referierte zum ersten Mal in Warnemünde und gab Einblicke in den Ablauf des digitalen Workflows in seinem Laboralltag.
  • Wie mit Teamwork und regelmäßigem Austausch tolle Arbeiten entstehen, das zeigten ZTM Roman Wolf (links) und ZT Sven Bolscho.
  • ZTM Wagner referierte zum ersten Mal in Warnemünde und gab Einblicke in den Ablauf des digitalen Workflows in seinem Laboralltag.
  • Wie mit Teamwork und regelmäßigem Austausch tolle Arbeiten entstehen, das zeigten ZTM Roman Wolf (links) und ZT Sven Bolscho.

Im Team auf der Bühne und im Berufsleben machten ZTM Roman Wolf (Burglengenfeld) und ZT Sven Bolscho (Bünde) deutlich, dass sie den Schlüssel für den Erfolg in der Symbiose analoger und digitaler Prozesse im Laboralltag sehen: „Die Maschine kann nur so gut sein wie der Mensch, der sie füttert. Und der Mensch kann nur so gut arbeiten, wie die Maschine will. Keine Maschine wird es jemals schaffen, das geschulte Auge des Zahntechnikers zu ersetzen.“ Dennoch werden ihrer Meinung nach subtraktive Technologien in Zukunft ein fester Bestandteil im Dentallabor bleiben und durch additive Verfahren wie z. B. LaserMelting positiv ergänzt. Darüber hinaus wird der 3D-Drucker vor allem im Kunststoffsektor revolutionär zur Arbeitserleichterung beitragen.

  • Dass Dentalfotografie jedem gelingen kann, wenn er ein paar spezielle Dinge berücksichtigt, dafür trat Giuliano Moustakis in seinem Vortrag ein.

  • Dass Dentalfotografie jedem gelingen kann, wenn er ein paar spezielle Dinge berücksichtigt, dafür trat Giuliano Moustakis in seinem Vortrag ein.
    © Rigo
„It’s simple … when you think it’s simple!“ – das ist die Botschaft von ZT Giuliano Moustakis (Falkensee), der sich als Experte für die dentale Fotografie in der Branche einen Namen gemacht hat. Mit vielen Ratschlägen und Tipps gab er eine kleine Einführung in die wichtigsten Grundlagen der digitalen dentalen Fotografie.

Vom Implantaterfolg zum „schönen“ Weichgewebe

Zum ersten Mal dabei war Prof. Dr. Katja Nelson (Universitätsklinikum Freiburg). Sie beschrieb anhand wissenschaftlicher Daten die Biomechanik und die Erfolgsvoraussetzungen von Implantaten anhand unterschiedlicher Parameter wie etwa Aufbau, Durchmesser, Art der Implantatverbindung, Oberflächenbeschaffenheit, Neigungswinkel.

Zahnarzt Norman Jacob (Berlin) richtete den Blick auf die Schnittstelle von Gewebe und Implantatschulter und stellte sein klinisches Prozedere und die Vorteile spezieller Distanzhülsen vor.

  • Zahnarzt Norman Jacob erklärte, welche Materialien und Verfahren ihn in seinem Praxisalltag überzeugt haben.
  • Dass man aus Misserfolgen immer etwas lernen kann und wie „Implantologie in hübsch“ geht, das zeigte Dr. S. Marcus Beschnidt.
  • Zahnarzt Norman Jacob erklärte, welche Materialien und Verfahren ihn in seinem Praxisalltag überzeugt haben.
  • Dass man aus Misserfolgen immer etwas lernen kann und wie „Implantologie in hübsch“ geht, das zeigte Dr. S. Marcus Beschnidt.

Dr. Irina Brzenska (Berlin) diskutierte Augmentationstechniken für besonders komplexe Fälle, darunter die „Schalentechnik“ nach Prof. Dr. Fouad Khoury sowie die „Sausage- Technik“ nach Prof. Dr. Istvan Urban.

Dr. Markus S. Beschnidt (Baden-Baden) stellte das „schöne“ Weichgewebe in den Mittelpunkt seiner Ausführungen und zeigte anhand vieler Fallbeispiele aus seinem Praxisalltag, wie dieses bei der Sofortimplantation gelingt.

Sitzen ist das neue Rauchen?!

  • Ordentlich Motivation für mehr Bewegung im Alltag gab es von Dr. Ben Baak.

  • Ordentlich Motivation für mehr Bewegung im Alltag gab es von Dr. Ben Baak.
    © Rigo
Für den Freitagabend nach den Workshops haben sich Vorträge mit dem berühmten „Blick über den dentalen Tellerrand“ bewährt, die auch viele mitgereiste Familienmitglieder der Teilnehmer besuchen. Den Auftakt machte Sportwissenschaftler Dr. Ben Baak (Troisdorf). Der Speaker, Coach und Autor verdeutlichte die „Macht der Bewegung für ein erfolgreiches und glückliches Leben“. So ist laut Dr. Baak z. B. Sitzen das „neue“ Rauchen: Eine Stunde Sitzen kostet uns 22 Minuten Lebenszeit (und das Rauchen einer Zigarette 9 Minuten). Sein Tipp: täglich 3 kurze Bewegungsimpulse à 3 Minuten einplanen, für die bis zu dreifache Energie im Tagesverlauf. Denn: „Wer im Leben etwas bewegen will, fängt am besten bei sich selber an!“ Noch mehr Motivation dazu gab’s am nächsten Morgen in seinen Workshops für die „Energie-Prophylaxe im Alltag“. Ofra Moustakis, Ehefrau von Giuliano Moustakis, ist Gründerin und Inhaberin des Tanz- und Yogastudios *1001 Asana* in Falkensee. Sie führte die Zuhörer in die Geschichte und Bedeutung von Yoga ein und gab einen Überblick über die verschiedenen Stile und ihre Besonderheiten. In ihren Workshops demonstrierte sie, wie man Yoga auch als „Business-Yoga“ in den Labor- oder Praxisalltag einbinden kann.
  • Henry Maske hautnah beim Dental-Gipfel in Warnemünde: im Anschluss zum Vortrag nahm er sich noch Zeit für eine Runde Selfies.
  • ZTM Hans-Joachim Lotz ist seit dem ersten Dentalgipfel dabei und macht es immer gerne spannend, worüber er sprechen wird: diesmal unter dem Vortragstitel „Die geheime Zutat ist, es gibt keine geheime Zutat“.
  • Henry Maske hautnah beim Dental-Gipfel in Warnemünde: im Anschluss zum Vortrag nahm er sich noch Zeit für eine Runde Selfies.
  • ZTM Hans-Joachim Lotz ist seit dem ersten Dentalgipfel dabei und macht es immer gerne spannend, worüber er sprechen wird: diesmal unter dem Vortragstitel „Die geheime Zutat ist, es gibt keine geheime Zutat“.

  • Zahntechnik Magazin-Chefredakteur Prof. Dr. Peter Pospiech gab in seinem Vortrag Antworten zum Thema „Stützstift – wann? Was, wenn Grenzen überschritten werden?“
  • Warum bieten Sie noch keine Diabetes-Sprechstunde in Ihrer Zahnarztpraxis an? – Warum sich das lohne, erklärte Sona Alkozei in Warnemünde.
  • Zahntechnik Magazin-Chefredakteur Prof. Dr. Peter Pospiech gab in seinem Vortrag Antworten zum Thema „Stützstift – wann? Was, wenn Grenzen überschritten werden?“
  • Warum bieten Sie noch keine Diabetes-Sprechstunde in Ihrer Zahnarztpraxis an? – Warum sich das lohne, erklärte Sona Alkozei in Warnemünde.

  • VaboDent-Geschäftsführer Christian Fergin gab u. a. Tipps zur Vermeidung fehlerhafter Laborrechnungen.
  • Die neue EU-Medizinprodukte-Verordnung tritt im Mai in Kraft. Dass sich jeder Zahnarzt und jeder Zahntechniker jetzt dringend damit beschäftigen sollte, machte Karl-Heinz Martiné deutlich.
  • VaboDent-Geschäftsführer Christian Fergin gab u. a. Tipps zur Vermeidung fehlerhafter Laborrechnungen.
  • Die neue EU-Medizinprodukte-Verordnung tritt im Mai in Kraft. Dass sich jeder Zahnarzt und jeder Zahntechniker jetzt dringend damit beschäftigen sollte, machte Karl-Heinz Martiné deutlich.

Nur wer aufgibt, hat verloren

… so heißt die Autobiographie und die Botschaft eines ungewöhnlichen Keynote-Speakers, den Veranstalter Helge Vollbrecht für diesen Abend gewinnen konnte: Henry Maske. Der ehemalige Profiboxer aus der DDR feierte seine Erfolge in den 1980er- und 1990er-Jahren (Spitzname: „Gentleman“, bekannt auch sein Einzugslied „Conquest of Paradise“ von Vangelis), gekrönt von einem einmaligen Comeback 2006. Henry Maske gab Einblicke in seinen Werdegang, seine Karriere sowie sein Leben heute und ermunterte das Auditorium, dass – wenn man mag, was man tut – man allen Grund hat, daran festzuhalten, und sich dann auch durch Misserfolge nicht von seinem Weg abbringen oder beirren lassen soll.

  • „Bauen Sie sich Ihr persönliches Netzwerk auf!“ lautete die Botschaft von Dr. Luisa Daniel-Nuñez, ZTM Holger Nickel (2. v. l.) und Dr. Stephan Gutschow (2. v. r.).
  • Die Industrieausstellung lockte mit „Gipfel-Spezial-Offerten“ der Aussteller.
  • „Bauen Sie sich Ihr persönliches Netzwerk auf!“ lautete die Botschaft von Dr. Luisa Daniel-Nuñez, ZTM Holger Nickel (2. v. l.) und Dr. Stephan Gutschow (2. v. r.).
  • Die Industrieausstellung lockte mit „Gipfel-Spezial-Offerten“ der Aussteller.

Mit Live-Musik, Buffet und viel Zeit zum Netzwerken, Austausch unter Kollegen und guten Gesprächen klang anschließend der Abend in der begleitenden Industrieausstellung auf dem Promenadendeck im Kongresszentrum der Yachthafenresidenz Hohe Düne aus. Im Ballsaal fand am Samstagabend mit leckerem Essen, Programm und der Berliner Partyband Inter Jam die komplett ausgebuchte Abschlussparty statt, die schließlich bis in die frühen Morgenstunden noch in der Hotelbar weiterging.


Ausblick auf das 10-jährige Jubiläum 2021

Man freut sich jedes Jahr darauf, man trifft sich, man kennt sich und die Familie darf auch mit: Wer es bis jetzt noch nicht zum Dental-Gipfel ins malerische Seebad Warnemünde geschafft hat, dem sei im kommenden Jahr der Besuch dringend ans Herz gelegt, schließlich haben sich Helge Vollbrecht und sein Team für das 10-jährige Jubiläum vom 07. bis 10. Januar 2021 etwas Besonderes einfallen lassen, wie Dental-Gipfel-Urgestein und Ideengeber ZTM Hans-Joachim Lotz (Weikersheim) vorstellte: Die 10. Auflage wird mit einer Art Pre-Workshop am Donnerstag speziell für Zahntechniker starten. Eingeladen sind rund 10 namhafte Keramiker aus der Branche, die Frontzahnkronen für einen echten Patientenfall live schichten werden. Im Rahmen des Kongresses wird dann die „Beste“ gekürt.

Ebenfalls am Donnerstag können interessierte Zahnmediziner zeitgleich an einem Chirurgie- und einem Funktionskurs am Humanspender (Leichenpräparat) in der Anatomie der Universität Rostock teilnehmen, zu den Themen „Implantationstechniken“ oder „Anatomie des stomatognathen Systems“.

Die Plätze sind begrenzt, Anmeldungen auch für den gesamten Kongress sind bereits jetzt möglich unter www.dental-balance.eu


Weitere Informationen:

Folgende Vorträge des Dental-Gipfels können Sie auch in Beitragsform in dieser und in den kommenden Ausgaben des Zahntechnik Magazins nachlesen: Prof. Dr. Peter Pospiech (Estenfeld): „Stützstift – wann? Was, wenn Grenzen überschritten werden?“; Christian Fergin (Potsdam): „Das Zusammenspiel zwischen Zahnarzt- und Laborrechnung“; Karl-Heinz Martiné (Köln): „2017/745 – Herausforderung Medical Device Regulation“ ab Seite 122

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: M. A. Susanne Wolf


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