Veranstaltungen

Kulzer Workshop zur Okklusalverblendung

Vom Basiscamp bis zum Plateau

13.08.2018

ZTM Markus Stang zeigt den Teilnehmern, worauf bei der Verblendung von Molaren zu achten ist.
ZTM Markus Stang zeigt den Teilnehmern, worauf bei der Verblendung von Molaren zu achten ist.

Keramikverblendungen bei Molaren stellen selbst erfahrene Zahntechniker vor Herausforderungen. Der Grund: Häufig liefert die Ausgangssituation wenig Anhaltspunkte, wo Höcker und Kontaktpunkte aufgebaut werden können. Im Juli erklärte ZTM Markus Stang in einem Hands-On Workshop von Kulzer, wie Anwender Gerüst, Keramikschichtung sowie Oberflächenstruktur passgenau gestalten – und wie zusätzlich ein natürliches Chroma gelingt.

„Ein Künstler, der zufrieden ist, ist kein Künstler. Deshalb sind wir Zahntechniker nie zufrieden“, eröffnete ZTM Markus Stang den Workshop im Landauer Labor der Wenck & Müller GbR. Dennoch versprach er den Teilnehmern des eintägigen Kurses „Sechs gegen Sechs“, dass sie danach in der Lage wären, zwei in Funktion, Struktur und Morphologie optimal aufeinander abgestimmte Sechser zu schichten. Zu Beginn stellte Markus Stang den okklusalen Kompass als einen praktikablen und ökonomisch sinnvollen Leitfaden für die gezielte Form- und Oberflächengestaltung bei Okklusalverblendungen vor.

Orientierung mit dem okklusalen Kompass

Der okklusale Kompass stellt mithilfe von Richtungsvektoren das Bewegungsfeld auf den okklusalen Zahnoberflächen dar und zeichnet die Bewegungsrichtungen der Protrusion, der Laterotrusion, der Mediotrusion und der Retrusion nach. Damit ließe sich definieren, wo die Höckerspitzen aufzubauen sind, so ZTM Markus Stang. Ein Beispiel: Positioniert man den Kompass auf der zentralen Grube des unteren Sechsers, zeigt der Richtungsvektor der Laterotrusion nach lingual (und leicht nach distal). Weil Laterotrusion und Retrusion zusammenfallen, liegen die lingualen Höckerspitzen oft weit auseinander, um den Oberkiefer am mesiopalatinalen Höcker vorbeizuführen. Solche Informationen – gewonnen mit dem okklusalen Kompass – ermöglichen es einem Keramiker genau zu bestimmen, welche Strukturen des zu restaurierenden Zahnes vom Bewegungsablauf der Antagonisten betroffen sind.

  • Anhand des okklusalen Kompasses gelang es, deutlich erkennbare Höcker und Fissuren zu schichten
  • Das Ergebnis überzeugte mit einer natürlichen Farb-, Form- und Oberflächengestaltung.
  • Anhand des okklusalen Kompasses gelang es, deutlich erkennbare Höcker und Fissuren zu schichten
  • Das Ergebnis überzeugte mit einer natürlichen Farb-, Form- und Oberflächengestaltung.

Eine weitere Stärke des Kompasses liege darin, dass die zu modellierenden Freiräume für die Immediate Side Shift und die Retrusion sichtbar werden. Über Rucksackelemente, Fissuren oder die Höhe der Höckerspitzen lassen sich diese Freiräume modellieren. Auch für die Kontaktpunkte bekamen die Teilnehmer eine Orientierungshilfe: Um einen tragenden Höcker zu stabilisieren, bedarf es mindestens zweier Antagonistenkontakte, entweder einen A-Kontakt und einen B-Kontakt oder einen B-Kontakt und einen C-Kontakt.

Gipfelansturm mit Wissen im Gepäck

Mit diesem Hintergrundwissen begann der Weg auf den Gipfel. Der erste Etappenaufstieg des Workshops bestand darin, die mitgebrachten Gerüste mit einem Adhäsiv (für Zirkondioxid-Käppchen) oder einem Primer (für NEM-Gerüste) vorzubereiten. Im Anschluss folgte das erste Aha-Erlebnis für die Teilnehmer. Der Referent empfahl, die Käppchen unabhängig vom Werkstoff mit einer Schultermasse, zum Beispiel der HM 2-Schultermasse von Kulzer, zu bearbeiten. Die grobkörnige Masse sorge dafür, dass das durch die Keramik einfallende Licht besser streut und so ein natürliches Chroma aus der Tiefe entsteht. Ein zusätzlicher Vorteil: Dieses Vorgehen beuge Rissen vor.

Nach dem Schulterbrand erarbeiteten die Teilnehmer mit den Chromadentinen der Keramiklinie HeraCeram Zirkonia 750 zunächst die Höcker des Oberkiefers und daraufhin die Höcker des Unterkiefers. Im Anschluss füllten sie die Flächen und Höcker im Seitenbereich der Zähne auf. Nachdem die grundlegende Struktur der Sechser angelegt war, wagten die Teilnehmer den zweiten Anstieg. Mit Opalschneide bauten sie die Innenseite der Höcker aus, mit Transpamasse umrandeten sie den Zahn. Erst danach wurde der Schmelz geschichtet. Die letzten Höhenmeter bestanden in der Individualisierung, in der die Kontaktpunkte definiert und die Okklusalflächen patientenbezogen eingeschliffen wurden. Für ein ästhetisches Finish, zum Beispiel bei Fissuren, sorgte zum Schluss die Verwendung von Malfarben der Linie HeraCeram Stains universal.

Erfolgreich auf dem Plateau angekommen

Alle Teilnehmer kamen erfolgreich auf dem Gipfel an und äußerten sich positiv über ihre Reise. Kerstin Renz, Zahntechnikerin aus Ulm, überzeugte vor allem die praktische Umsetzung: „Ich nehme bereits zum zweiten Mal an einem Hands-On Kurs von Kulzer mit Herr Stang teil. Ich finde die Inhalte sehr praxisnah und verständlich erklärt.“ Ähnlich sah es Elmar Schöpfl aus Lörrach. „Ich habe sehr viel Neues gelernt. Besonders überzeugt hat mich, dass Okklusalverblendungen doch so einfach sein können. Jetzt heißt es für mich: üben, üben, üben“, so der Zahntechniker.

Interessierte, die mehr über die Verblendung von Molaren erfahren möchten, können sich unter www.kulzer.de/kursprogramm online für die Teilnahme am Kurs von ZTM Markus Stang anmelden. Der nächste Workshop findet am 7. Dezember 2018 in Dresden statt.

Quelle: Kulzer

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