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ADT-Jahrestagung 2017 zeigte hohe Qualität der Zahntechnik und Chancen des dentalen 3D-Drucks

Von Teamarbeit und digital-gestützter Fertigung

Alle Bilder dieses Beitrages © ADT/David Knipping
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Jedes Jahr im Mai/Juni veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft Dentale Technologie (ADT) ihre Jahrestagung. In diesem Jahr kamen dazu über 1.000 Teilnehmer* vom 15. bis 17. Juni in die Nürtinger Stadthalle. Sie folgten 29 Vorträgen zu den Leitthemen „3D-Druck und mehr“ – „Herausnehmbarer Zahnersatz, digital möglich?“ – „Erfolg durch Planung im Team“ sowie dem Festvortrag „3D-Drucken: Perspektiven und Grenzen“. Im neu initiierten Forum 25 waren neun weitere Fachinformationen zu hören, vorgetragen von jungen Talenten. Emotionales Highlight war die Überreichung des ADT-„Lebenswerkpreises“ an ZTM Willi Geller (Zürich).

Die Arbeitsgemeinschaft Dentale Technologie (ADT) veranstaltete ihre diesjährige Jahrestagung vom 15. bis 17. Juni in der Nürtinger K3N-Stadthalle – und konnte mit über 1.000 Teilnehmern nach langer Zeit mal wieder eine Rekordbeteiligung vermelden. Zu verdanken ist dies Prof. Dr. Daniel Edelhoff, PD Dr. Jan-Frederik Güth (beide München), ZTM Wolfgang Weisser (Essingen) und ZTM Rainer Gläser (Freiburg), die das neue Vorstandsteam bilden sowie der Organisatorin Marion Becht (Kirchheim). Sie stellten ein Programm zusammen und konzipierten dazu eine Veranstaltung, die der ADT-Jahrestagung in ihrem 46. Jahr neuen Schwung verlieh. Die Themen und erstklassigen Referenten der vier Workshops sowie 29 Vorträge ließen die Anmeldezahlen sehr zur Freude der Verantwortlichen in die Höhe schießen – was auch den 47 Industrieausstellern für ihre Kundenkommunikation gefallen haben dürfte (Abb. 1).

  • Abb. 1: Die ADT-Jahrestagung 2017 – ein attraktives Programm sorgte für ein „volles Haus“, was auch in der Industrieausstellung zu regem Besuch und vielen Gesprächen führte.
  • Abb. 2: Ein gut besuchtes Forum 25 – hier während der Eröffnung mit (vorne, von links) ADT-Präsident Prof. Dr. Daniel Edelhoff, dem stellvertretenden ADT-Präsidenten PD Dr. Jan-Frederik Güth, ZTM Willi Geller und ZTM Hans-Jürgen Stecher.
  • Abb. 1: Die ADT-Jahrestagung 2017 – ein attraktives Programm sorgte für ein „volles Haus“, was auch in der Industrieausstellung zu regem Besuch und vielen Gesprächen führte.
  • Abb. 2: Ein gut besuchtes Forum 25 – hier während der Eröffnung mit (vorne, von links) ADT-Präsident Prof. Dr. Daniel Edelhoff, dem stellvertretenden ADT-Präsidenten PD Dr. Jan-Frederik Güth, ZTM Willi Geller und ZTM Hans-Jürgen Stecher.

  • Abb. 3: Thomas und Lisa-Maria Werner waren zwei der Vortragenden, die im Forum 25 auftraten.
  • Abb. 3: Thomas und Lisa-Maria Werner waren zwei der Vortragenden, die im Forum 25 auftraten.

Eine besonders gelungene Neuerung war das Forum 25, mit dem die ADT den Weg der Nachwuchsförderung beschreitet (Abb. 2). Denn künftigen Jahrestagungen werden auch junge zahnärztliche und zahntechnische Könner ihres Faches guttun. In diesem Jahr zeigten in 15-Minuten-Beiträgen Berik Ahmetov (Berlin), Markus Anhalt (München), Laura Brey (Geigant), Ashraf und Tarek Hanafi (beide Dülmen), Natascha Klutke (Berlin), Ha Thu Tra Nguyen (Köln), Johannes Trimpl (Übersee), Lisa-Maria und Thomas Werner (beide Aalen, Abb. 3) sowie Michaela Widhalm (Meitingen) ihr dentales Können und Wissen sowie ihr Vortragstalent. Ausgezeichnet wurde dieses mit dem „ADT-Young Talent Award“, der jeweils Ha Thu Tra Nguyen sowie den Brüdern Hanafi überreicht wurde. Es darf vermutet werden, dass einige dieser „Youngster“ auch bei kommenden dentalen Veranstaltungen als Referenten dabei sein werden – ihre „Bewährungsprobe“ dazu haben sie vor zeitweise bis zu 90 ADT-Zuhörern souverän bestanden.

Im Folgenden wird von einigen Vorträgen berichtet, die am ersten und zweiten Tag der ADT-Jahrestagung gehalten wurden.

Schwerpunktthema „3D-Druck …“

  • Abb. 4: Der Festvortrag von Prof. Dr.-Ing. Andreas Gebhardt gab einen neutralen Überblick über Stand und Entwicklungspotenzial des 3D-Drucks.

  • Abb. 4: Der Festvortrag von Prof. Dr.-Ing. Andreas Gebhardt gab einen neutralen Überblick über Stand und Entwicklungspotenzial des 3D-Drucks.
Der Themenkomplex „3D-Druck und mehr“ dominierte den zweiten Veranstaltungstag und füllte aufgrund seiner Aktualität – aber auch Brisanz (Stichwort Arbeitsplatzverlust) – den großen Saal der Nürtinger Stadthalle nahezu komplett. Der Festvortragredner Prof. Dr.-Ing. Andreas Gebhardt (Aachen) nutzte seine profunden Kenntnisse des Additive Manufacturing sowie dessen Entwicklung und gab dem Auditorium mit seinen Ausführungen „3D-Drucken: Perspektiven und Grenzen“ einen Überblick über die verschiedenen Verfahren und Anwendungsbereiche (Abb. 4). Gebhardt machte anhand von Patentanmeldungen und Verkaufszahlen deutlich, dass sich dieses digital-gestützte Produktionsverfahren in Industrie und Handwerk weiter etablieren und deren Fertigungsbereiche stark verändern wird. Neben der Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie sieht er besondere Anwendungsoptionen im Bereich der Medizintechnik – und damit auch in der Dentaltechnik. Dass der 3D-Druck nur Teile innerhalb einer Prozesskette liefert und dass diese immer noch nachbearbeitet werden müssen, mag eine von vielen Anwendenden sehr gern gehörte Botschaft gewesen sein. Ebenso gerne auch, dass das berufsspezifische Wissen und Know-how Grundvoraussetzung für eine sinnvolle Anwendung dieser Verfahren wäre. Erst danach kämen die Qualität der Designsoftware und die Leistungsfähigkeit des Druckers hinzu. Doch gleich ob Industrie oder (dentales) Handwerk, für Gebhardt steht die Prüfung des Nutzens jeder 3D-Druck-Anwendung im Vordergrund: Immer wäre zu klären, ob es Sinn macht, die Drucktechnik in eine Fertigungsprozesskette zu integrieren.

  • Abb. 5: Der Vortrag von Prof. Dr. Constantin von See zum Thema „3D-Druck – Gegenwart, Zukunft und Visionen“ kam im Ranking der ADT-Teilnehmer auf den dritten Platz.

  • Abb. 5: Der Vortrag von Prof. Dr. Constantin von See zum Thema „3D-Druck – Gegenwart, Zukunft und Visionen“ kam im Ranking der ADT-Teilnehmer auf den dritten Platz.
Gebhardt zur Seite standen Fachvorträge, die sich mit dem Metall- und Kunststoff-3D-Druck aus Sicht industrieller Anwendungstechniker (ZTM Thomas Thiel, Krailling, ZTM Ralf Oppacher, Lemförde), zahntechnischer Anwender und Unternehmer (ZT Nikolas Bär, St. Augustin, ZTM Hans-Frieder Eisenmann, Amstetten, ZTM Vanik Kaufmann-Jinoian, Liestal/Schweiz und ZTM Karsten Tegtmeyer, Münster) sowie eines Lehrenden (Prof. Dr. Constantin von See, Krems/Österreich, Abb. 5) befassten. Die Herren gingen – unterschiedlich akzentuiert – auf die (industriellen) 3D-Druck-Verfahrensabläufe des Additive Manufacturing ein. Im Bereich der Legierungsverarbeitung beispielsweise warben sie für die Präzision, die mit hybriden Fertigungstechniken zu erzielen ist. Hierbei wird das dental-bekannte Selective Laser Melting/Sintering (SLM/SLS) mit einer subtraktiven Bearbeitung kombiniert. Zahntechnisch entstehen so aus einem Datensatz Doppelkronen oder Stege mit optimaler Passgenauigkeit. Besondere Aufmerksamkeit wurde jedoch den Beiträgen zuteil, die sich mit dem 3D-Druck von Kunststoffen befassten. Für den Einstieg in diese Fertigungstechnik wurde empfohlen, sich darüber klar zu werden, wofür die Drucktechnik im Labor eingesetzt werden soll. Optionen wären die Herstellung von Arbeits- und Situationsmodellen, Bohrschablonen, Gussmodellen oder individuellen Abformlöffeln. Speziell hervorgehoben wurde jedoch die Fertigung von Schienen – namentlich stand sie Pate für die Wirtschaftlichkeit der Drucker. Gleich mehrfach wurde erwähnt, mit 3D-Druckern das zahntechnische Geschäft auf den Bereich der Kieferorthopädie auszuweiten, indem damit Schienen zum positionsgenauen Einsetzen von Brackets gefertigt werden. Neben der Leistungsfähigkeit von 3D-Druckern für die Kunststoffverarbeitung ging es vielfach auch um deren ökonomischen Nutzen. Dass sich mit ihrem Einsatz zahntechnische Prozessschritte reduzieren lassen und so auch Hilfswerkstoffe entfallen können, war ein Aspekt für die laborindividuelle Nutzung dieses digital-gestützten Fertigungsverfahrens. Doch auch der Hinweis, dass diese Art des 3D-Drucks bei fehlenden Personalressourcen Teil einer Verschlankung von Arbeitsprozessen im Labor sein kann, mag ein gewichtiger Punkt für manchen zahntechnischen Unternehmer im Auditorium gewesen sein. Über allem standen jedoch die Empfehlungen, dass einer sinnvollen und qualitativ hochwertigen Nutzung des 3D-Drucks ein Lernen der Anwendung unter Zuhilfenahme der Angebote aus der (Dental-)Industrie oder von Kollegen vorangehen sollte. Denn sich mit dem 3D-Druck in Form von „Trial und Error“ vertraut zu machen, ließe nicht alle Anwendungsmöglichkeiten erkennen und würde letztendlich nur Geld kosten. Hierzu passen auch die Aussagen zum indikationsbezogenen Materialeinsatz und zur reproduzierbaren Verarbeitung der Materialien. Beide Parameter sollten auch aufgrund der neuen Medizinprodukterichtlinie (Medical Device Regulation [MDR]) streng berücksichtigt werden.

„… und mehr“

  • Abb. 6: ZTM Bernhard Egger – einer der Referenten, der mit inhaltsreichen Informationen zu überzeugen wusste.

  • Abb. 6: ZTM Bernhard Egger – einer der Referenten, der mit inhaltsreichen Informationen zu überzeugen wusste.
Die mehr werkstofforientierten Themen betrafen einen Hochleistungskunststoff (ZTM Martin Weppler, Weingarten und ZTM Ralph Riquier, Remchingen; Beitrag siehe unter www.ztm-aktuell.de/weppler), eine Glaskeramik (ZTM Hans-Jürgen Joit, Düsseldorf), Hybridkeramiken (ZTM Bernhard Egger, Füssen [Abb. 6] sowie ZT Carsten Fischer, Frankfurt) und Zirkoniumdioxid (Uwe Greitens, Spenge sowie ZTM Sven Kirch, Schwäbisch Gmünd).

Welche Ästhetik sich mit „Keramik“ erzielen lässt, zeigte Joit in seinem „Update Glaskeramik“. Die von ihm in Wachs modellierten und anschließend gepressten Veneer- und Kronenrestaurationen aus zirkoniumdioxidverstärktem Lithiumsilikat (Celtra, DentsplySirona, Wals/Österreich) zeigten, was zahntechnisch möglich ist. Und: dass die analoge nicht hinter der digitalen Zahntechnik zurücksteht. Joit ging über die Planung, die digital-gestützte Fertigung von Wax-ups, über das Pressen und die finale Bearbeitung auf alle relevanten Prozessschritte ein und ließ damit die ADT-Teilnehmer am Entstehen der gezeigten Arbeiten teilhaben. Seine Idee eines intraoral teilbaren Abformlöffels („Segmentlöffel nach Joit“), mit dem sich Wax-ups in Kunststoff übertragen lassen, könnte von so manchem aufmerksamen Teilnehmer bei dessen künftigen Arbeiten adaptiert werden.

Hochästhetisch waren auch die Arbeiten, die Egger und Fischer in ihren Vorträgen zeigten – wenn auch mit einem ganz anderen Werkstofftyp (Hybridkeramik – Shofu Block HC, Shofu, Ratingen bzw. Cerasmart, GC, Bad Homburg) erzeugt. Neben dieser „Kernkompetenz“ einer Gerüst- und/oder Verblendkeramik stellte Egger den Aspekt einer wirtschaftlichen Werkstoffverarbeitung heraus. Die schnelle und werkzeugschonende digital-gestützte Rohlingsbearbeitung sowie das gute Polierverhalten waren zwei seiner Argumente, die hier für diese Materialnutzung genannt werden sollen. Fischer hob mehr auf die klinischen Eigenschaften von Hybridkeramik ab. Dessen Oberflächenhärte und Kaukraftabsorption machen für ihn das Material gleichermaßen für zahn- wie implantatgetragene Restaurationen empfehlenswert. Ob monolithisch verwendet oder mit Malfarben akzentuiert, beide Herren sehen wirtschaftlich, funktionell und ästhetisch deutliche Vorteile der Hybridkeramiken gegenüber anderen Keramiken. Und sie meinen, dass dieser Werkstofftyp noch Potenzial für weitere Entwicklungen hat.

Dass sich Zirkoniumdioxid (ZrO2) in den nahezu 17 Jahren seiner dentalen Nutzung gewandelt hat, dürfte spätestens mit den hochtransluzenten ZrO2 bekannt sein – weil offensichtlich. Greitens arbeitete in seinem Vortrag „Die neue Generation Zirkonoxid – besser denn je? Trends in der Entwicklung – Tipps für die Anwendung“ anhand von Daten die technischen Unterschiede der ersten bis dritten ZrO2-Generation heraus. Am Beispiel des DDcubeX2HS (Dental direkt, Spenge) beschrieb Greitens das Potenzial der jüngsten ZrO2-Generation (4Y-TZP) – deren Festigkeits- und Transluzenzwerte besonders ausgewogen sein sollen – mit diesen Angaben: Festigkeit >800 MPa, ISO 6872; Typ 2, Klasse 5 ISO 6872; Brücken >4 Glieder.

Kirch zeigte mit Lava Esthetic (3M Deutschland, Seefeld) die „Einsatzmöglichkeiten der neuen superhochtransluzenten, fluoreszierenden Zirkoniumdioxide“ und stellte das Potenzial dieses Materials vor. Aufgrund seiner „gradierten Clusterkonzentration“ der Farbelemente (rot, gelb, grau, Fluoreszenz) würde sich dieser Zirkoniumdioxid-Typ insbesondere für die Fertigung monolithischer Restaurationen eignen. Damit solle für Einzelzahnrestaurationen und dreigliedrige Brücken ein Material für eine effiziente Fertigung und hohe Ästhetik vorliegen – Letzteres durch sein fluoreszierendes Farbelement beeinflusst.

„Herausnehmbarer Zahnersatz, digital möglich?“

Prof. Dr. Florian Beuer (Berlin) sowie ZTM Dietmar Schaan (Pforzheim) berichteten in zwei Vorträgen über die digitalen Möglichkeiten zur Fertigung herausnehmbaren Zahnersatzes.

In seinem Beitrag „Die Prothese wird sexy? Alles digital – auch Totalprothesen“, ging Beuer auf die Fertigungsmethode Digital Denture (Ivoclar Vivadent, Schaan/ Liechtenstein) ein. Beuer skizzierte dabei den Prozessablauf von der Abformung bis zum Eingliedern. Auf Basis konventioneller Abformungen werden bei diesem Verfahren die Prothesen digital-gestützt designt (Basis und Zahnaufstellung) und aus Polymethylmethacrylat (PMMA)-Ronden ausgefräst. Neben der Reduktion von Prozessschritten hob Beuer die sich für die Patienten ergebenden Vorteile dieser Fertigungsmethode hervor: den reduzierten Restmonomergehalt der industriell gefertigten PMMA-Ronden sowie deren fehlenden Polymerisationsschrumpf im zahntechnischen Fertigungsprozess. Durch Ersteres werde eine bessere Biokompatibilität der Prothesen, durch Letzteres eine höhere Passgenauigkeit erzielt.

Schaan stellte mit „Totalprothetik trifft CAD/CAM“ eine andere Vorgehensweise digital-gestützter Prothesenfertigung vor. In dem von ihm beschriebenen „Full Denture System“ (Amann Girrbach, Pforzheim) liegt der wesentliche Unterschied darin, dass analoge und digitale Fertigungsschritte miteinander verknüpft werden. So erfolgt beispielsweise das Ausschleifen der Prothesenbasen aus Wachs, sodass an den darin aufgestellten Zähnen auch in der zahnärztlichen Praxis wie bisher Änderungen (Umstellungen der weißen, Ergänzungen der roten Ästhetik) vorgenommen werden können. Die Fertigstellung der Prothesen erfolgt dann auf konventionellem Wege über das Pressverfahren.

„Erfolg durch Planung im Team“

Wie Restaurationen mit hoher Patientenakzeptanz entstehen können, zeigten ZT Dominik Mäder und ZTM Patrick Zimmermann (beide Bern) in „Ästhetik und Wirtschaftlichkeit: Ist Erfolg planbar?“ sowie ZTM Andreas Leimbach (Neu-Ulm), Dr. Michael Nowak (Langenau) und Dipl.-Ing. (FH) ZT Hans- Ulrich Stanger (Dornstadt) in ihrem Beitrag „Melting meets milling“ (Abb. 7). Dies war auch das Ziel von ZT Guido Gässler (Ulm), Dr. Dr. Stephan Weihe (Dental Innovation, Dortmund) und Frank Hornung (Dornmedical, Chemnitz) mit ihrem Beitrag „Diagnostik und Therapie im Team auf Basis fusionierter digitaler Daten“ (hier die „Opto-elektronische Erfassung von Bewegungen und Positionen des Kiefers“ mit dem Freecorder BlueFox, DDI Group, Dortmund) sowie der von Dr. Michael Fischer und ZTM Benjamin Votteler (beide Pfullingen, Abb. 8) in „Teamerfolg mit Vollkeramik auf natürlichen Zähnen und Implantaten“ (am Beispiel von Lithiumdisilikat, Ivoclar Vivadent) vorgestellten Arbeitsabläufe.

  • Abb. 7: V. l.: Dipl.-Ing. (FH) ZT Hans-Ullrich Stanger, ZTM Andreas Leimbach und Dr. Michael Nowak.
  • Abb. 8: Mit ZTM Benjamin Votteler (links) und Dr. Michael Fischer standen zwei Referenten auf der Bühne, die eindrucksvoll vermittelten, wie hochwertige Ergebnisse durch abgestimmte Zusammenarbeit erzielt werden können.
  • Abb. 7: V. l.: Dipl.-Ing. (FH) ZT Hans-Ullrich Stanger, ZTM Andreas Leimbach und Dr. Michael Nowak.
  • Abb. 8: Mit ZTM Benjamin Votteler (links) und Dr. Michael Fischer standen zwei Referenten auf der Bühne, die eindrucksvoll vermittelten, wie hochwertige Ergebnisse durch abgestimmte Zusammenarbeit erzielt werden können.

So unterschiedlich die Themen und die dazu von den Referenten gemachten Ausführungen auch waren: Sie alle hatten die Gemeinsamkeit, dass durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Zahnarzt und Zahntechniker – sowie die Einbindung der Angebote der Dentalindustrie – zahnprothetische Ergebnisse in schnellerer und besserer Qualität erzielt werden können, als dies in singulärer Arbeitsweise möglich ist. Ob gemeinsame Planung oder gemeinsame Nutzung von Daten, ob lokale Arbeitsteilung oder zentrale Dienstleistung in SLM/SLS bzw. hybrider Fertigung: Die Referenten machten sich für ein gemeinsam abgestimmtes Vorgehen in allen Prozessschritten stark. Dazu gehöre selbstverständlich auch die Auswahl der Werkstoffe sowie deren mögliche Kombination, um gegebenenfalls Front- und Seitenzahnrestaurationen in differenzierter Ästhetik – und unterschiedlichem Preis – anbieten und fertigen zu können.

„Lebenswerkpreis“

In unregelmäßigen Abständen überreicht die ADT seit dem Jahr 2005 ihren „Lebenswerkpreis“ an Persönlichkeiten des dentalen Lebens. In diesem Jahr wurde diese ADT-Ehrung ZTM Willi Geller zuteil. In seiner Laudatio ließ ZTM Rainer Gläser berufliche Stationen des Preisträgers Revue passieren und nannte einige der Impulse, die Geller zur Entwicklung der prothetischen Zahnästhetik gab – wie die Gründung der „Oral Design International Foundation“, einem Zusammenschluss ausgewählter Zahntechniker, sowie die Entwicklung der „Creation Willi Geller Verblendkeramik“. Die Glückwünsche des ADT-Vorstands und die Standing Ovations des Auditoriums nahm Willi Geller emotional bewegt entgegen. Er bedankte sich mit einem Videoclip über seine berufliche Philosophie sowie speziell an den zahntechnischen Nachwuchs gerichtete Worte zur Attraktivität und Zukunft des Zahntechnikerberufes.

Ausblick

Die ADT-Jahrestagung bot eine Fülle an Informationen, wie sie andernorts so vielschichtig kaum zu hören sind. Und dies zu dem sagenhaft günstigen Preis von 140 Euro (ADT-Mitglieder 96 Euro) für alle drei Tage; Auszubildende hatten kostenfreien (!) Eintritt. Diese Kosten werden erwähnt, weil die vom 31. Mai bis 02. Juni 2018 terminierte 47. Jahrestagung mit den Themen „Innovative Behandlungskonzepte“, „Metallfrei entscheiden im Team“ sowie „Analog – Digital, was ist ökonomisch?“ wiederum ein Programm mit attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis bieten wird, dessen Besuch „man“ sich unbedingt gönnen sollte. Die Veranstaltung hat auch in 2018 ein „volles Haus“ verdient.

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Jürgen Pohling


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