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Fast 300 Zahntechniker ließen sich beim 4. Get-together von Creation mitreißen

„Wir sollten alle öfter miteinander telefonieren!“

13.12.2018

Volles Haus beim 4. Get-together von Creation Willi Geller Mitte November im Kunstkraftwerk in Leipzig.
Volles Haus beim 4. Get-together von Creation Willi Geller Mitte November im Kunstkraftwerk in Leipzig.

Was erwartet man als Teilnehmer eines zahntechnischen Kongresses, der unter dem Motto „Inspiration und Workflow“ steht? Dass man ein gut organisiertes Vortragsprogramm mit inspirierenden Referenten erlebt und nachher motiviert in sein Labor zurückkehrt, um im „Work-Flow“ zu arbeiten. So geschehen Mitte November im Kunstkraftwerk in Leipzig! Nahezu 300 Zahntechniker waren der Einladung von Creation Willi Geller Deutschland zum „4. Get-together“ gefolgt. Sie erlebten in einer fast schon familiären Atmosphäre mitreißende Vorträge und Referenten, die für das zahntechnische Handwerk brennen und die ihre Kollegen an ihrer Leidenschaft teilhaben ließen.

Mitreißend, hinreißend und beeindruckend in Wort, Bild und Film: Beim Kongress „Inspiration und Workflow“, den Creation Willi Geller Deutschland zum fünften Firmenjubiläum veranstaltete, stand die Begeisterung für das zahntechnische Handwerk im Vordergrund. Zehn Referenten, fast 300 Teilnehmer und eine ausgelassene Stimmung in der außergewöhnlichen Kulisse der Kesselhalle des Leipziger Kunstkraftwerks machten das Event zu einem inspirierenden Get-together unter Freunden.

Zangl: „Der Patient hat alle Informationen dabei!"

Nach einer stimmungsvollen 360-Grad-Filminstallation in der Maschinenhalle, der offiziellen Begrüßung durch Annette Mildner, Geschäftsführerin der Deutschland-GmbH, und einer herzlichen Einstimmung von Moderator Hans-Joachim (Jockel) Lotz eröffnete Michael Zangl den Fachkongress. Der Zahntechnikermeister aus Cham stieg direkt in das Thema Inspiration und Motivation ein: „In der Dreierkonstellation ‚Patient, Labor und Praxis‘ sind nicht immer alle einer Meinung. Zu unterschiedlich sind oft Ansprüche und Aufgaben.“ Damit der optimale Workflow zwischen allen Beteiligten funktioniere, müsse man dem Patienten zuhören und sich in ihn hineindenken, denn, so Zangl: „Der Patient hat alle Informationen dabei!“ Der Referent präsentierte in Leipzig fünf Patientenfälle, die er zwischen eingeschränkten Platzverhältnissen und den Wünschen des Patienten bravourös umgesetzt hatte.

Zum Schluss appellierte er: „Wir ziehen im dentalen Dreieck alle am selben Strang. Holt Euch Kollegen mit ins Boot, arbeitet mit dem Patienten und dem Zahnarzt in gelebtem Teamwork zusammen; aber setzt auch Grenzen!“ Von Creation wünschte er sich, dass die Firma die Zahntechniker auch weiterhin als Partner unterstütze und sie wie auf solchen Events zusammenbringe.

Johannemann: „Manchmal hilft nur der Griff zum Hörer!“

Nach diesem motivierenden Einstiegt betrat Ilka Johannemann die Bühne im Kunstkraftwerk. Die Zahntechnikermeisterin aus Münster begeisterte ihr Publikum bereits mit dem ersten Satz: „Ich begrüße alle, die diesen alltäglichen Wahnsinn im Labor bestehen müssen!“ Sie fuhr fort: „Fachartikel, Kongresse und Facebook-Posts zeigen oft ein Abbild von fantastischen Fällen, aber das ist nicht unser Alltag!“ So präsentierte sie ihren Kollegen „die ungeschminkte Wahrheit“ und zeigte ihnen, wie man selbst ohne Patientenkontakt mit einfachen Mitteln, klaren Anforderungen an die Praxis und Selbstbewusstsein allen Ansprüchen gerecht werden kann: „Wenn wir den Patienten nicht sehen, brauchen wir wenigstens genügend Informationen über ihn. Wie oft müssen wir für diese elementaren Dinge in der Auftragsschale kämpfen!“

Sie empfahl ihren Kollegen ihren persönlichen Basisleitfaden im Umgang mit den Behandlern und zeigte diverse Fotos aus der für sie zum Teil unbefriedigenden Praxis – von spärlich ausfüllten Patientenbögen, unverwertbaren Fotos bis hin zu Such- und Ratespielen. Das Publikum ließ sich von ihrer „unbändigen Lust, einem Menschen schöne Zähne zu machen“ sichtlich mitreißen. Ihr Fazit: „Es einfach zu halten, führt auch zum Ergebnis. Aber je besser die Kommunikation und die Teamarbeit, desto besser wird die Arbeit. Manchmal hilft nur der Griff zum Hörer, damit es keine Blindfahrt wird!“

Conzmann: „Mit nur sechs Massen Gesichter verändern“

Als nächster Redner kam Alexander Conzmann zu Wort. Nach einem kurzen emotionalen Einstiegsfilm widmete er sich zunächst der Werkstoffkunde und beschrieb die Vorzüge von Creation CC und ZI-CT, klärte über die Vorteile von Leuziten in der Keramik auf und gab Tipps u.a. zur Langzeitabkühlung („Immer unterhalb des technischen Glaspunkts bleiben – am besten sind 450 Grad!“).

Anschließend sprach der Zahntechnikermeister aus Erkenbrechtsweiler von seinem „täglich Brot“, dem Schichtschema von Willi Geller, und vermittelte den Teilnehmern dessen Philosophie: „Wenig Dentin, viel Schneide!“. Er erläuterte die Grundmassen und zeigte dann einen beeindruckenden Patientenfall, den er mit nur sechs Creation-Massen umgesetzt hatte – donnernder Applaus im Saal. Was ihn motiviert? „Dass ich den Patienten mit nur sechs Massen positiv verändern kann. Nicht der einzelne Frontzahn ist für mich die Königsdisziplin, sondern die Komplettversorgung, mit der ich einem Menschen ein neues Gesicht geben kann.“

Nach der Mittagspause gab der Programmdirektor des Kunstkraftwerks, Matthias Wießner, den Zahntechnikern einen kurzen Einblick in die Geschichte des größten privaten Kunst- und Kulturzentrums in Leipzig und erweckte Industriegeschichte zum Leben. Er erläuterte, wie das Industriegebäude, das früher ein Gas-, dann ein Elektrizitäts- und später ein Heizkraftwerk war, nach einem langen Dornröschenschlaf 2016 wiedereröffnet werden konnte. Heute sei es ein Haus für digitale Kunst und neue Medien, in dem Altes und Neues auf beindruckende Weise miteinander verknüpft werden würde.

Hench: „Wir sind viel mehr als nur Zahntechniker.“

Dann kam das „Küken“ auf die Bühne, wie Jockel Lotz es nannte, das aber mit seinen mehr als zehn Jahren Berufserfahrung ganz genau wusste, wovon es sprach. So präsentierte Ramona Hench aus München in ihrem Kurzvortrag zwei klar strukturierte Implantatfälle. Dabei zeigte sie, wie sich mithilfe eines gut funktionierenden Workflows, einem gut aufgestellten Team und einem systematischen Weichgewebsmanagement ein tolles Ergebnis erzielen lässt. Hench: „Meine wichtigsten Zahnräder, die mich motivieren und zum Erfolg führen, sind Teamwork, Kommunikation und der persönliche Patientenkontakt. Wir sind so viel mehr als nur Zahntechniker: Wir sind Berater, Designer, Künstler, Fotografen, Erfinder, Psychologen, Menschen...“ Für ihre klare Herangehensweise und ihre Liebe zur Zahntechnik erhielt auch sie viel Applaus.

  • Die Referenten mit Creation Willi Geller-Geschäftsführerin Annette Mildner (3. von links).
  • Die Referenten mit Creation Willi Geller-Geschäftsführerin Annette Mildner (3. von links).
    © Creation Willi Geller

Schulz und Tolomenis: „Wir verlieren uns zu oft in Details.“

Dann folgten zwei junge Zahntechniker, die ihr Handwerk mit „Hand und Herz“ ausüben: Claus-Peter Schulz aus Baden-Baden und Maki Tolomenis aus Düsseldorf verbindet sowohl ihre zahntechnische Leidenschaft als auch ihre Freundschaft. Im Wechselspiel zeigten sie nicht nur spannende Patientenfälle, sondern auch den ein oder anderen Fehler, den Schulz so kommentierte: „Alles, was schief geht, liegt letztlich an einem selbst. Man muss ehrlich zu sich sein und aus seinen Fehlern lernen.“

Ihr Vortragstitel „Friendship through passion“ war Programm und so zogen sie ihre Kollegen im sprachlichen Schlagabtausch mit viel Herz und Hand in ihren Bann. Ihr Schlussapell: „Wir verlieren uns viel zu oft in Details und vergessen dabei das Lächeln des Patienten. Es geht nicht immer nur um Zähne!“

Gehringer: „You can’t always get what you want!”

Als nächsten Redner kündigte Jockel Lotz einen „Weltklassezahntechniker“ an, und der Vortrag von Uwe Gehringer gehörte sicherlich zu den Highlights des Tages. Der Zahntechniker aus München präsentierte in gewohnt ruhiger Art und sehr bescheiden phänomenal durchdachte, geplante und umgesetzte Fälle; es gab Zwischenapplaus für jede seiner Arbeiten! Der gebürtige Österreicher zeigte, wie er mit verfärbten Stümpfen umgeht, erklärte, dass ihn der Spaß mit Kollegen und die Erfolgserlebnisse mit dem Patienten motivieren würden, und gab zu: „Ich bekomme nicht alles hin, manchmal muss ich eine Krone dreimal machen, bis es passt.“ Sein Abschlussfilm war unterlegt mit dem Musiktitel „You can’t always get what you want“ – aber Uwe Gehringer ist schon sehr nah dran!

Vordermayer: „Rennt Eurem eigenen Lächeln hinterher!“

Zwei Leidenschaften schlagen neben seiner Familie in seiner Brust: Zahntechnik und Triathlon. Für Christian Vordermayer, einem „echten Kämpfer für schöne Zähne“ (Lotz), stellen beide eine geistige wie körperliche Herausforderung dar, und so gab der Oral Designer vom Chiemsee einen spannenden Überblick über seinen Laboralltag und seine Trainingseinheiten; immerhin sei das zahntechnische Handwerk auch eine Art „Multisport“, bei dem es um Emotion, Freude und Glück, aber auch um Leid, Disziplin, Ehrgeiz, Kompromisse und Problembewältigung ginge.

Vordermayer zeigte in Leipzig, was der Körper in der Lage ist zu leisten, wenn die Vorbereitung stimmt und der Kopf mitmacht: gelungene implantatgetragene Versorgungen im Labor und sportliche Erfolge sowohl im Wasser, auf dem Rad als auch auf der Laufstrecke. Seine treffenden Schlussworte: „Es geht nicht darum, schnellstmöglich ans Ziel zu kommen, sondern die Courage zu haben, gut vorbereitet zu sein. Rennt nicht immer dem schönsten Lächeln Eurer Patienten hinterher, sondern Eurem eigenen!“

Lotz: “Wir haben Opaleszenz bis zum Abwinken.“

Last but not least hielt Moderator Jockel Lotz aus Weikersheim einen brillanten Vortrag, in dem er immer wieder auf seine Vorredner und Kollegen einging, ihre Fälle und Tipps aufgriff und sie mit seinen persönlichen Erfahrungen und seinen Arbeiten mit dem Verblendkomposit Creation VC verknüpfte: „Wir Kunststoffexperten haben etwas, was Ihr Keramiker nicht habt: Opaleszenz bis zum Abwinken. Wir müssen Dentin und Schneide nicht noch bemalen.“

Auch für ihn würden die intensive Planung mit dem Behandler, die ausgiebige Kommunikation mit dem Patienten und ein freundschaftlicher Austausch mit Kollegen erst ein überzeugendes Resultat möglich machen. Sein Wunsch lautete daher: „Wir sollten alle öfter miteinander telefonieren!“

Anschließend spannte Lotz einen Bogen von der analogen zur digitalen Zahntechnik und verwies auf ein Zitat von Norbert Wiener: „Ich will nicht sagen, es sei unmöglich, der Maschine intuitive Fähigkeiten zu geben, doch wäre es einfach unwirtschaftlich, sie auf etwas anzusetzen, was der Mensch viel besser kann.“

Als krönenden Abschluss eines gelungenen Kongresstages, der von einem intensiven Wir-Gefühl getragen wurde und bei dem es immer wieder begeisterten Zwischenapplaus gab, wurde ein Film über Keramikmeister Willi Geller gezeigt, der darin sehr persönlich über seine Liebe zur Zahntechnik sprach und betonte: „Am Ende sind die Patienten die Sieger.“

Marion Güntzel, Frechen 

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