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Meisterlich gelöst!

14.02.2019
aktualisiert am: 25.03.2019

Elemente der Brückenarbeit.
Elemente der Brückenarbeit.

Judith Kropfeld schloss 2017 ihre praktische Meisterprüfung in Freiburg als Jahrgangsbeste ab. Nicht nur darüber freute sie sich sehr: Gleichzeitig qualifizierte sie dies für den darauf fußenden Klaus Kanter-Wettbewerb 2018 ... mit weiteren Folgen, wie sich zeigte. Im Folgenden beschreibt sie die Teile ihrer praktischen Prüfung.

Schon zum Teilnehmerkreis der Klaus Kanter-Preisausschreibung zu gehören, war für mich eine riesengroße Ehre – schließlich bekommt man nicht jeden Tag die Chance, sich mit den Besten seines Jahres vergleichen zu dürfen. Zugegeben: Ich war schon etwas verunsichert, ob ich meine Arbeit überhaupt einschicken sollte, denn ich fand so viele Kleinigkeiten, welche ich gerne verbessert hätte. Doch schließlich dachte ich mir: Ich bin sicher nicht die einzige, die unter dem zeitlichen und psychischen Druck der Prüfung Abstriche hat machen müssen und ihre Arbeit nicht als perfekt befindet – es klappt eben nicht immer alles wie geplant.

Umso überraschter war ich dann, als ich hörte, ich sei platziert. Dass ich hier sogar Zweite wurde und zusätzlich den in Zusammenarbeit mit der Klaus Kanter-Stiftung vergebenen Peers-Implantatpreis bekommen hatte, haute mich sprichwörtlich aus den Schuhen. Daher freue ich mich sehr, hier meine perfekte nichtperfekte Meisterarbeit vorstellen zu dürfen.

Meisterschule Freiburg

Es scheint noch gar nicht so lange her, dass ich mich selbst vor die Wahl stellte, wie ich meine berufliche Zukunft gestalten möchte, und ich entschied mich schließlich, die Meisterschule in Freiburg zu besuchen. Nicht um des Titels willen – vielmehr habe ich dieses Jahr als einzigartige Ausbildungsmöglichkeit gesehen und so startete ich im April 2016 meine Meisterausbildung.

Ein Jahr lang wuchsen wir (16 fleißige Meisterschüler) gemeinsam an neuen Aufgaben, Techniken zur Umsetzung und Problemlösungen. Wir lernten viel von unseren Dozenten und auch voneinander und fieberten zu guter Letzt auf die Meisterprüfung hin, mit der wir dieses intensive Jahr erfolgreich abschließen wollten. Diese fand im Labor der Meisterschule in einem zeitlich fest vorgegebenen Rahmen von zehn Tagen und einer täglichen Arbeitszeit von acht Stunden statt.

Schließlich war der Tag X gekommen, die Prüfung begann. Die Kundenaufträge zu den vier Teilarbeiten (festsitzend, herausnehmbar, KFO/FKO, Totalprothetik) erhielten wir von der Prüfungskommission und hatten einen Arbeitstag lang Zeit, um ein Umsetzungskonzept für alle Teilarbeiten und ein komplettes Wax-up der kombinierten Arbeit zu entwerfen. Uns wurde der Freiraum gelassen, im Rahmen des Auftrags größtenteils selbst zu entscheiden, wie die Arbeit gelöst wird, so konnte jeder auf seinen individuellen Stärken aufbauen. Damit hatte jeder von uns allerdings die Qual der Wahl. Ich fragte mich: Wird das Teilungsgeschiebe auch in Zirkoniumdioxid einwandfrei funktionieren oder sollte ich doch lieber auf gute Erfahrungen mit Metalllegierungen zurückgreifen? ... Schaffe ich es zeitlich überhaupt, einen Riegel in die Kombiarbeit einzubauen? Doch allzu viel Bedenkzeit blieb nicht, denn acht Stunden können ganz schön schnell vergehen.

Nach eventuellen Anpassungen und erhoffter Zustimmung zum Entwurf durch die Prüfer hatten wir zwei Tage, um das Konzept auszuformulieren, Arbeitszeit und Kosten zu kalkulieren und das alles in eine schöne Form zu bringen.

Nun half auch jegliches Nachdenken und Hinterfragen nicht mehr, denn dieser Projektentwurf war nun bindend. Modellherstellung, Probelauf und die letzten Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, während reihum die Nerven blank lagen ... werden wir bis zum letzten Prüfungstag wirklich fertig? So viel kann ich vorwegnehmen – ja, ich bin tatsächlich fertig geworden und kann mich daher freuen, hier meine Arbeiten der bestandenen Meisterprüfung zu schildern.

Etwas genauer möchte ich im Folgenden gerne auf die festsitzende Arbeit eingehen. Zum einen scheint sie mir mit den Besonderheiten des Hybridabutments und des geteilten Geschiebes persönlich am besten gelungen und zum anderen wurde speziell diese Teilarbeit mit dem Peers-Preis ausgezeichnet.


KFO/FKO

Kundenauftrag

Patientendaten: weiblich, 13 Jahre
Status: Angle-Klasse II
Auftrag: Anfertigung eines Aktivators nach Andresen/Häupel mit folgenden Elementen:

  • frontaler Aufbiss
  • OK- und UK-Labialbögen
  • OK- und UK-Haltedorne mesial der 6er
  • Anfertigung eines dreidimensionalen Gebissbefundes

Die Beseitigung der Kieferfehlstände der jungen Patientin sollte durch einen Aktivator nach Andresen/Häupel vorgenommen werden. Die vorliegende Angle-Klasse II bezeichnet einen Distalbiss, bei welchem der obere Sechsjahresmolar zu weit mesial des unteren steht.

  • Abb. 1: Modelle mit Konstruktionsbiss und Analyse-Anzeichnungen.

  • Abb. 1: Modelle mit Konstruktionsbiss und Analyse-Anzeichnungen.
    © Judith Kropfeld
Um die Planung der Behandlung korrekt durchführen zu können, wurde von uns ein dreidimensionaler Gebissbefund gefordert. Hierbei werden anhand der Situationsmodelle Messungen im Vergleich zu der Raphe-Median-Ebene, der Tuber-Median-Ebene und der Kau-Ebene im Ober- und Unterkiefer vorgenommen (Abb. 1). Die gemessenen Werte werden mit errechneten Sollwerten in Beziehung gebracht – daraus können sagittale, transversale und vertikale Abweichungen ermittelt werden. Aus diesen Differenzwerten zieht der kieferorthopädische Behandler die therapeutische Konsequenz und leitet die Therapie ein. Der Aktivator zählt zu den bimaxillären funktionskieferorthopädischen Geräten, welche eine Änderung des funktionellen Gleichgewichts durch Änderung der muskulären Funktion bezwecken sollen. Er liegt passiv und ohne Druck im Mund und wirkt, ohne selbst Kraft auszuüben: Beim Kieferschluss wird der Unterkiefer in die veränderte, auf die zu behebende Fehlstellung abgestimmte angestrebte Schlussbisslage gelenkt, welche mit einem Konstruktionsbiss vom Behandler festgelegt wurde. Dies hat die genannte Änderung des funktionellen Gleichgewichts und Gewebsumbildungen zur Folge.

Die Hauptaufgabe der Labialbögen besteht darin, den Lippendruck abzuhalten und den Frontzähnen einen idealen Bogen zum Anlegen vorzugeben, während die Haltedorne mesial der ersten Molaren lediglich eine Haltefunktion übernehmen (Abb. 2).

  • Abb. 2: Schema der Konstruktionselemente.
  • Abb. 3a u. b: Aktivator nach Andresen/Häupel.
  • Abb. 2: Schema der Konstruktionselemente.
  • Abb. 3a u. b: Aktivator nach Andresen/Häupel.

Den Kunststoffanteil (Orthocryl Streukunststoff, Dentaurum) habe ich wie folgt gestaltet: Er verläuft bimaxillär über den gesamten Zahnbogen, endet mit dem letzten Molaren und fasst die Okklusionsflächen jeweils bis über die Zentralfissur einschließlich der Inzisalkanten (Abb. 3a u. b).

Die Anfertigung der Totalprothesen habe ich nach der Condylar-Theorie von Prof. Dr. Albert Gerber gewählt. Das Konzept berücksichtigt mit der Wiederherstellung von Funktion, Stabilität, Phonetik und Ästhetik alle essenziellen Anforderungen an totalen Zahnersatz und ist somit hervorragend für die Ansprüche der Patientin geeignet.

Die Hauptmerkmale der Aufstellung nach Gerber liegen bei der lingualisierten Zahn-zu-Zahn-Okklusion, welche eine hohe Stabilität in Zentrik sowie Funktion garantiert, der darauf abgestimmten Zähne im Mörser-Pistill-Prinzip und der muskelgriffigen Gestaltung des Prothesenkörpers für einen bestmöglichen Halt bei rein gingival getragenem Zahnersatz.

  • Abb. 4: Modellanalyse.

  • Abb. 4: Modellanalyse.
    © Judith Kropfeld
Unter Berücksichtigung der Modellanalyse (Abb. 4) und der vorgegebenen Relationsbestimmung mit Lippen- und Wangenausformung habe ich die Aufstellung angefertigt. Aufgrund der stark ansteigenden Äste des Unterkiefers war die Aufstellung nur bis zu den ersten Molaren gegeben und somit konnten nur 24 statt 28 Zähne aufgestellt werden. Bei den Seitenzähnen (Condyloform II NFC+, Candulor) habe ich das Hauptaugenmerk auf die Funktion gelegt: Es muss sichergestellt sein, dass die Prothesen in Zentrik wie in Dynamik unter Kaubelastung stabil bleiben.

  • Abb. 5: Ober- und Unterkieferprothesen im Artikulator.

  • Abb. 5: Ober- und Unterkieferprothesen im Artikulator.
    © Judith Kropfeld
Die Frontzahnaufstellung (Physiostar NFC+, Candulor) ließ einen gewissen Spielraum zu, welcher der Prothese durch individuelle Achsneigung und leichte Verschachtelung eine natürlich harmonische Gesamterscheinung ermöglichen konnte. Unterstützt habe ich dies durch die physiologische Ausformung und farbliche Charakterisierung der Gingiva – Kriterien, welche laut Kundenauftrag der Patientin aufgrund ihrer hohen Lachlinie besonders wichtig waren (Abb. 5).

Dies habe ich nach Umsetzung in Kunststoff (Aesthetic Blue, Candulor) und entsprechender Konditionierung mit verschiedenfarbigem lichthärtenden Komposit (Crea.lign GUM, bredent) freihand vorgenommen. Um eine gut hygienisierbare Prothesenoberfläche zu gestalten, habe ich die Prädilektionsstellen für Zahnstein in den Interdentalräumen der Seitenzähne sowie der unteren Front mit glasklarem Komposit verschlossen und ebenso die individualisierte Gingiva damit überzogen.


Kombinierte Arbeit

Kundenauftrag

Patientendaten: männlich, 66 Jahre, kräftig, unzureichende Mundhygiene

Status: fehlende Zähne 12, 15, 16, 17, 21, 22, 26, 27; präparierte Zähne 11, 13, 14, 23, 24, 25

Patientenwunsch: funktioneller, ästhetischer und altersentsprechender Zahnersatz, farblich angeglichen an hochchromatische Zähne im Unterkiefer

Auftrag: Versorgung des Oberkiefers von 16 bis 26 durch eine kombinierte Arbeit; Wax-up von 16 bis 26 der neuen Situation im Oberkiefer; provisorische Versorgung der Kauflächen der Seitenzähne im 4. Quadranten sowie beider unterer Eckzähne mit Table-Tops aus Kunststoff; mindestens 4 individuelle oder konfektionierte Halteelemente 


  • Abb. 6: Statikplanung der kombinierten Arbeit.

  • Abb. 6: Statikplanung der kombinierten Arbeit.
    © Judith Kropfeld
Das Restgebiss des Patienten gab ein ausgedehntes quadranguläres Stützfeld vor, welches hauptsächlich im anterioren Bereich des Kiefers lag. Angriffs- und Widerstandshebel glichen sich gegenseitig aus – somit ergaben sich gute statische Verhältnisse für eine kombinierte Arbeit (Abb. 6).

Ich entschied mich, die zu beiden Seiten gut abgestützte Schaltlücke durch einen keramisch verblendeten Brückenverbund 11–14 zu schließen (Argedent Yellow 2, Argen Dental; Classica, Wegold). Für die Zähne 23–25 eignete sich ebenfalls eine verblockte Brückenkonstruktion, welche der herausnehmbaren Versorgung Halt gewähren und dem vermutlich sehr hohen Kaudruck des kräftigen Patienten standhalten kann. Um im sichtbaren Bereich einen guten Kompromiss zwischen Stabilität und Ästhetik zu erreichen, legte ich in der Front keramische Schultern an.

Regio 15, 16 konnte durch optimale statische Gegebenheiten mit einem individuellen Schwenkriegel versorgt werden (Argenco 7A, Argen Dental). Dieses äußerst hochwertige passive Halteelement zeichnet sich durch friktionslose Ein- und Ausgliederung aus und weist zudem auch nach Jahren keinen Verlust der Haltekraft auf. Durch einen relativ aufwendigen, aber sehr genialen Trick, welchen ein lieber Meisterschulkollege mit mir teilte, gelang es mir, den Riegel zu optimieren: Durch eine selbst gefertigte Feder schnappt der Riegel beim Öffnen und Schließen in die jeweilige Position ein und bleibt dort stehen. Dies erleichtert dem Patienten das Ein- und Ausgliedern der Arbeit enorm und verhindert versehentliches Öffnen und Friktionsverlust.

Da ich es mir zeitlich nicht zutraute, einen zweiten Riegel auf der Gegenseite anzufertigen, musste ich auf ein Rillen-Schulter-Stift-Geschiebe (Abb. 7) mit individuellem Schröderzapfen als Pendant ausweichen. In der Front eigneten sich Rillen-Schulter- Geschiebe mit Interlock-Fräsungen als Halteelemente für den herausnehmbaren Teil der Arbeit. Diesen habe ich durch eine skelettierte Modellgussplatte (Modiral S, Siladent) verbunden, welche aufkommende Kräfte abfängt und nach dem Schneeschuhprinzip auf das Gaumendach verteilt (Abb. 8a–c).

  • Abb. 7: Rillen-Schulter-Stift-Geschiebe.
  • Abb. 8a–c: Festsitzender und herausnehmbarer Teil der kombinierten Arbeit.
  • Abb. 7: Rillen-Schulter-Stift-Geschiebe.
  • Abb. 8a–c: Festsitzender und herausnehmbarer Teil der kombinierten Arbeit.

  • Abb. 9: Die Front mit individuell gefertigten Keramikzähnen von vestibulär.
  • Abb. 9: Die Front mit individuell gefertigten Keramikzähnen von vestibulär.

Die Ersatzzähne habe ich zuvor individuell aus Keramik angefertigt und auf Kunststoffsätteln auf- und fertiggestellt (Abb. 9).


Brücke

Kundenauftrag

Patientendaten: weiblich, 35 Jahre; durch Reitunfall verlorene Zähne

Status: fehlende Zähne 21, 12, 16; präparierte Zähne 11, 13, 14, 15, 17; divergierende Pfeiler 15 und 17, osseointegriertes Implantat Regio 21

Patientenwunsch: hohe Ästhetik; keine Metallteile oder Metallränder im sichtbaren Bereich; lebendige und natürliche Schichtung nach beigelegter Skizze der Farbnahme

Auftrag: komplette Neuversorgung des 1. Quadranten und des Implantats durch Kronen und Brücken; Teilungsgeschiebe 15–17


  • Abb. 10: Skizze der Farbnahme.

  • Abb. 10: Skizze der Farbnahme.
    © Judith Kropfeld
Zur Versorgung der Patientin entschied ich mich für eine vollkeramische Lösung, welche sowohl die ästhetischen Erwartungen erfüllt als auch der Wunscherfüllung hinsichtlich Funktion und Stabilität in nichts nachsteht. Durch hohe Festigkeit, ausgezeichnete Transluzenz und sehr gute Biokompatibilität zeichnet sich Zirkoniumdioxid (VITA Zahnfabrik) als hervorragendes Gerüstmaterial für diese Versorgung aus, auch können die unerwünschten Metallanteile im sichtbaren Bereich damit vermieden werden.

Alle Gerüste habe ich nach vorgegebener Skizze der Farbnahme (Abb. 10) vollständig verblendet (Replica, Wegold) und die vorherige Situation der Patientin möglichst naturgetreu nachgebildet.

Parodontal getragene Versorgung

Den fehlenden Zahn 12 habe ich als vollanatomisches Brückenglied in den Verbund 11–13 integriert.

Um die Eigendynamik des Zahnes 14 zu erhalten, habe ich diesen als Einzelkrone versorgt.

Die starke Divergenz der Zähne 15 und 17 sollte durch das geplante Teilungsgeschiebe mesial an 17 ausgeglichen werden – hierdurch sind eine problemlose Eingliederung und ein einwandfreier Randschluss gegeben, um die Zähne mit einer suffizienten Brücke versorgen zu können.

Ossal getragene Versorgung

  • Abb. 11: Individuelles Hybridabutment mit verblendeter Vollkeramikkrone.

  • Abb. 11: Individuelles Hybridabutment mit verblendeter Vollkeramikkrone.
    © Judith Kropfeld
Das Implantat Regio 21 habe ich mit einem Hybridabutment aus Zirkoniumdioxid – adhäsiv auf einer Titanbasis (RC Variobase, Straumann) verklebt – versorgt (Abb. 11). Das dentinfarbene Zirkoniumdioxid imitiert einen natürlichen Zahnstumpf und verhindert eine mögliche Graufärbung der Gingiva, bedingt durch Durchscheinen von Titananteilen. Um bei der Eingliederung Reste des Befestigungskomposits optimal entfernen zu können und somit einer Periimplantitis vorzubeugen, habe ich das Abutment wie folgt gestaltet: Es übt einen leichten Druck auf die Gingiva aus; die nachgeahmte Präparationsgrenze verläuft palatinal epigingival und im vestibulären Bereich leicht subgingival. Gleichzeitig können so im zervikalen Bereich ästhetische Ergebnisse erzielt werden.

Virtuelle Konstruktion

Das Digitalisieren und Anlegen der Aufträge erfolgte am sogenannten Beschleiftag kurz vor der Prüfung. Die Aufträge habe ich in drei Unteraufträge unterteilt: 21 Abutment mit Kappe, 11–14 Brückengerüst und Einzelkappe, 15–17 geteilte Brücke. Dies habe ich aus logistischen Gründen so gewählt, um die Aufträge zeitunabhängig voneinander konstruieren und fräsen zu können und die Anforderung an die Rechenleistung der Computer und der Software so gering wie möglich zu halten – schließlich versagt die Technik ja meist in den unpassendsten Momenten ...

  • Abb. 12a u. b: Gerüstdesign des Hybridabutments mit Krone und der geteilten Brücke.

  • Abb. 12a u. b: Gerüstdesign des Hybridabutments mit Krone und der geteilten Brücke.
    © Judith Kropfeld
Die Gerüste habe ich mit der Software 3shape designt. Das Abutment und die zugehörige Kappe habe ich gemeinsam im Splitverfahren konstruiert und durch Abändern einiger Parameter eine für dieses Material und Verfahren hervorragende Passung erzielen können (Abb. 12a).

Das Geschiebe der geteilten Brücke habe ich mit der kleinstmöglichen Passung von 10 μm möglichst ausgedehnt und mittig in das Brückenglied gesetzt. Durch Ziehen einer Girlande an 16 und 17 waren eine klare Abschlusskante und eine sehr gute Passung zueinander und auf die Gingiva gegeben (Abb. 12b).

Fertigstellung

Vom Nesten im Blank über das Festlegen der Frässtrategie bis zum Sintern und Ausarbeiten wurde alles von uns Prüflingen eigenständig erledigt.

Die Oberflächen der fertigen Gerüste habe ich durch einen Regenerationsbrand entspannt und somit die optimale Benetzbarkeit der Oberfläche für den folgenden Linerbrand zurückerlangt. Mit diesem kann das Gerüst farblich charakterisiert werden, um später eine natürliche Farbwirkung aus der Tiefe heraus zu erzielen.

Mit den folgenden Bränden habe ich die ursprüngliche Form der Front- und Seitenzähne nach Situationsmodell wieder aufgebaut (Abb. 13) und auf eine Front-Eckzahn-Führung (Abb. 14) sowie eine physiologisch optimierte okklusale Gestaltung geachtet.

  • Abb. 13: Brückenarbeit im Artikulator.
  • Abb. 14: Front-Eckzahn-Führung in Dynamik.
  • Abb. 13: Brückenarbeit im Artikulator.
  • Abb. 14: Front-Eckzahn-Führung in Dynamik.

Um die Anforderungen des vorgegebenen Farbschemas zu erfüllen, habe ich die Zähne durch Einlegen verschiedener Effektmassen charakterisiert (Abb. 15a u. b) und nach endgültiger Ausarbeitung der Form den Glanzgrad durch Politur mit Bimsstein und Sidol eingestellt (Abb. 16).

  • Abb. 15a: Modell mit präparierten Stümpfen und Laboranalog des Implantats.
  • Abb. 15b: Die Brückenarbeit von okklusal.
  • Abb. 15a: Modell mit präparierten Stümpfen und Laboranalog des Implantats.
  • Abb. 15b: Die Brückenarbeit von okklusal.

  • Abb. 16: Elemente der Brückenarbeit.
  • Abb. 16: Elemente der Brückenarbeit.

Mein Fazit

Rückblickend kann ich behaupten, in dem Meisterjahr eine Menge gelernt zu haben, sodass ich die abschließende Prüfung nach bestem Wissen und Können bestreiten konnte und erfolgreich abgelegt habe. An dieser Stelle möchte ich mich für die Unterstützung und den Zusammenhalt bei meiner Meisterklasse ganz herzlich bedanken – ohne euch hätte ich das nicht überlebt! Mein besonderer Dank gilt unseren Dozenten! Auf allem Erlernten als guter breiter Basis hoffe ich auch in Zukunft weiter aufbauen zu dürfen und das Können in meinem Berufsleben anzuwenden.

Mein persönliches Ziel ist es, später als Zahnärztin und Zahntechniker( meister)in parallel zu arbeiten. Mein Herz liegt in der Zahntechnik – mit der Zahnmedizin kommt der medizinische Aspekt hinzu und bietet mir die Möglichkeit, Menschen selbst von A-Z zu versorgen und Medizin und Technik bestmöglich aufeinander abzustimmen. Dass das sehr idealistisch ist, weiß ich selbst – doch schließlich darf man ja Träume und Ziele haben, die motivieren, auch steinige Wege zu gehen und das Beste aus sich herauszuholen.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM Judith Kropfeld


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