Kronen/Brücken

Schonend – schnell – grazile Randgestaltung

Neue Diamant-Polierer für die Zirkoniumdioxid-Nachbearbeitung

07.02.2014

Diamant-Polierer von Edenta.
Diamant-Polierer von Edenta.

Interview mit ZT Hansruedi Carisch.

Herr Carisch, Sie haben sich in Ihrem Fräszentrum eingehend mit der Nachbearbeitung von Zirkoniumdioxid- Gerüsten beschäftigt. Warum?

Zirkoniumdioxid hat aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften heute seinen festen Platz als Gerüstmaterial. Die Kombination seiner hohen funktionellen Belastbarkeit, Korrosionsbeständigkeit sowie der guten ästhetischen Eigenschaften sind unumstrittene Vorteile gegenüber den metallischen Gerüstwerkstoffen. Die Bearbeitung mit rotierenden Instrumenten von Zirkoniumdioxid-Gerüsten hingegen ist viel anspruchsvoller als bei Metallgerüsten, da sie viel schneller mit einer Beschädigung des Materials enden kann. Infolge der schlechten Wärmeleitfähigkeit von Zirkoniumdioxid bemerkt man die Wärmeentwicklung – wie bei Metallgerüsten üblich – nicht wirklich an den Fingerspitzen. Es gilt als gesichert, dass durch unsachgemäße Bearbeitung eine lokale Phasenumwandlung im Gefüge des Zirkoniumdioxids in Gang gesetzt werden kann: durch Wärmeentwicklung verbunden mit erhöhtem Druck. In der Folge kommt es zu einer Schwächung des Werkstoffes.

Generell sollten daher formgebende Bearbeitungen auf das notwendige Minimum reduziert werden. Folglich wären Schleifkörper mit kleineren Korngrößen, die mit wenig Anpressdruck verwendet werden, zu bevorzugen. Dadurch wird die Energiefreisetzung – vor allem punktuelles Überhitzen – markant reduziert. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass im Laboralltag vielfach mit zu hohen Geschwindigkeiten – über 10.000 upm (Umdrehungen pro Minute) – gearbeitet wird. Von der Verwendung grobkörniger Diamanten oder zu groben Schleifkörpern wird aus bekannten Gründen abgeraten. Zirkoniumdioxid-Gerüste werden – oder müssen – vorwiegend im Randbereich schleiftechnisch nachbearbeitet werden. Die wohl heikelste Nachbearbeitung stellt die Randverjüngung dar. Während der letzten Jahre haben wir vorwiegend mit diversen Diamanten und speziellen Schleifkörpern für Zirkoniumdioxid gearbeitet. Da sich die grazilen Ränder weder mit Diamanten noch mit Schleifkörpern sicher und präzise herstellen lassen, haben wir uns an Edenta im schweizerischen Au im St. Galler Rheintal gewandt und zusammen ein Set aus drei völlig aufeinander abgestimmten Diamantpolierern entwickelt.

Es hat sich gezeigt, dass Diamantpolierer allen anderen Bearbeitungsmethoden weit überlegen sind. Die grazilen Ränder lassen sich bei stark verminderter Wärmeentwicklung und geringem Anpressdruck kontinuierlich so in der Materialstärke reduzieren, dass die gewünschte Randverjüngung sehr schnell erreicht ist. Die Ränder von Zirkoniumdioxid-Gerüsten können dank der neuartigen Diamant-Polierer praktisch so gestaltet werden, wie dies bei Metallgerüsten der Fall ist.

Zur Randgestaltung möchten wir gern mehr wissen!

Den StarTec-Polierer ST1020HP (Abb. 1a und b) verwende ich zum schonenden Glätten von Zirkoniumdioxid-Oberflächen, speziell auch zum Bearbeiten von Rändern der Zirkoniumdioxid-Gerüste. Die Ränder lassen sich mit dem StarTec-Polierer so leicht ausdünnen, wie man dies bis dahin nur von Metallgerüst-Rändern kannte. Bei der Ausdünnung mit Keramikschleifern besteht ja immer die Gefahr des Ausreißens der sehr feinen Ränder. Der StarTec Polierer verhindert ein Ausreißen und erhöht damit die Verarbeitungssicherheit in der Zirkoniumdioxid- Bearbeitung. Die sichere und rasche Arbeitsmethode überzeugt sofort durch die einzigartige Abtragsleistung des Polierers. Die empfohlene Drehzahl beträgt 10.000 upm.

  • Abb. 1a: Hinweise zum Arbeiten mit dem StarTec-Polierer ST1020HP. Bildnachweise: Edenta, Au, Schweiz
  • Abb. 1b: Der StarTec-Polierer ST1020HP dient dem schonenden Glätten von Oberflächen aus Zirkoniumdioxidkeramik, speziell auch dem Bearbeiten ihrer Ränder.
  • Abb. 1a: Hinweise zum Arbeiten mit dem StarTec-Polierer ST1020HP. Bildnachweise: Edenta, Au, Schweiz
  • Abb. 1b: Der StarTec-Polierer ST1020HP dient dem schonenden Glätten von Oberflächen aus Zirkoniumdioxidkeramik, speziell auch dem Bearbeiten ihrer Ränder.

Wie gehen Sie weiter vor?

Nach dem Beschleifen in der CAD/CAM-Maschine weisen keramische Restaurationen eine Oberflächenrauigkeit auf. Der StarTec-Finierer ST1030HP und der Hochglanzpolierer ST1040HP (Abb. 2 und 3) eignen sich zur Politur von Zirkoniumdioxid-Gerüsten mit großflächigen Palatinalflächen. Zuerst wird mit dem violetten Polierer bei 10.000 upm vorpoliert und anschließend mit dem gelben Polierer bei 7.000 upm auf Hochglanz poliert. Wichtig ist es, Drehzahlen zu beachten! Nur so vermeidet man ein unkontrolliertes Erhitzen der Materialen und erreicht die optimale Polierleistung der Polierer.

  • Abb. 2: Der StarTec-Finierer ST1030HP für großflächige Palatinalflächen.
  • Abb. 3: Im letzten Schritt wird die Oberfläche mit dem StarTec ST1040HP auf Hochglanz poliert.
  • Abb. 2: Der StarTec-Finierer ST1030HP für großflächige Palatinalflächen.
  • Abb. 3: Im letzten Schritt wird die Oberfläche mit dem StarTec ST1040HP auf Hochglanz poliert.

Wie beurteilen Sie die Ergebnisse?

Mit allen StarTec-Polierern ist die Polierarbeit innerhalb kürzester Zeit erledigt. Es entsteht eine Oberfläche mit minimaler Rauigkeit – ohne zu schmieren und die Gerüste zu erhitzen.

Setzen Sie die StarTec-Polierer auch für andere Materialien ein?

Ich verwende auch HTL Zirkon Hochtransluzent für vollanatomische Zirkoniumdioxid-Kronen und -Gerüste, welche dann ganz oder teilweise verblendet werden. Die Gerüstteile, die nicht verblendet werden, poliere ich schnell und sicher mit den StarTec-Polierern auf Hochglanz.

Wenn Sie rückblickend zusammenfassen: Warum haben Sie sich für das StarTec-Poliersystem entschieden und was schätzen Sie heute daran besonders?

  • Abb. 4: StarTec Diamantpolierer ST1030HP und ST1040HP

  • Abb. 4: StarTec Diamantpolierer ST1030HP und ST1040HP
Die StarTec-Polierer erlauben mir, rasch mit nur zwei Stufen eine gleichmäßig polierte Oberfläche zu erreichen, mit Hochglanz und ohne dabei, das will ich betonen, zu schmieren. Das Ergebnis ist eine Oberfläche mit minimaler Rauigkeit. Alle Polierer haben eine hohe und schonende Abtragsleistung, ohne dabei das Zirkoniumdioxid zu erhitzen. Im Weiteren zeichnen sich die Polierer durch eine hohe Lebensdauer aus. Die Firma Edenta hat die Anforderungen an die neuen Instrumente, welche zur schonenden und wirtschaftlichen Bearbeitung von neuen Vollkeramikmaterialien notwendig sind, aus meiner Sicht perfekt umgesetzt. Die Polierleistung sowie die Beständigkeit der StarTec-Polierer überzeugen nachhaltig.


Weitere Informationen:

ZT Hansruedi Carisch
Geschäftsführer
Fräszentrum-SAE Dental Schweiz GmbH
Hohlstr. 535 · 8048 Zürich · Schweiz
E-Mail: sae.dental.cad.cam@gmail.com


Patientenorientiert, digitalisiert und im Team
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Neben einer Reihe von Innovationen bei den bewährten CAD/CAM-Produkten und Materialien wird Amann Girrbach auf der IDS den Schwerpunkt auf Lösungen zur interdisziplinären Zusammenarbeit von Labor und Praxis legen. 

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