Laborführung


Factoring und Patientenfinanzierung – was geben sie dem Labor?

Finanzdienstleister können für das Labor, aber auch für Patienten ein Gewinn sein. So stimmt dank Factoring im Dentallabor am Monatsende die Kasse. Das Warten aufs Geld, das zu kritischen Liquiditätsengpässen führen kann, wird vermieden. So manchem Patienten hilft der Hinweis auf Finanzierungsmöglichkeiten des anstehenden Zahnersatzes, neue Perspektiven zu eröffnen: In überschaubaren Raten erscheint die gewünschte Restauration dann vielleicht doch erschwinglich.

Die Wirtschaftswunderjahre sind vorbei, die Gesundheitsreformen haben ihre Spuren hinterlassen, der Patient hat sich gewandelt. So sind für seine Belange zur Zahngesundheit und -prothetik nicht nur Transparenz und Aufklärung gefragt (Abb. 1), sondern auch Zahnersatz in bezahlbarer Qualität. Gleichzeitig haben die Digitalisierung und moderne Techniken in der Zahnmedizin Einzug gehalten. Innovative Ideen haben selbst komplizierten Zahnersatz ermöglicht, teilweise standardisiert und bedingt erschwinglich gemacht.

Für das Dentallabor sind die Herausforderungen, die diese Entwicklungen mit sich bringen, vielfältig. Nach wie vor sind die handwerklichen Fähigkeiten, gepaart mit Sicherheit in der Ästhetik, die Grundlagen für diesen nahezu künstlerischen Beruf. Aber auch Faktoren wie modernes Equipment, Know-how und die Vernetzung zu Zulieferern und Quellen spielen eine starke Rolle. Zudem hat neben der Digitalisierung auch die Globalisierung einen immer größeren Einfluss auf die Zahnmedizin und -prothetik.

Wachsende Außenstände als Gefahrenpotenzial

##pic_2_r##Sehen wir den wirtschaftlichen Ablauf im allgemeinen Überblick: In der Regel wird eine Leistung bezahlt, wenn sie erbracht ist. Jedoch läuft dies im Dentalgesundheitssystem ganz anders ab. Bei einem sofortigen Ausgleich der Labor-Monatsrechnungen tritt der Zahnarzt in finanzielle Vorlage, da er seine Gelder von den Patienten und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) mit zeitlicher Verzögerung erhält. Deshalb gehen immer mehr Zahnärzte dazu über, den Ausgleich der Labor-Rechnungen erst dann vorzunehmen, wenn die Zahlungen von Patienten und KZV eingegangen sind (Abb. 2). Dieses Vorgehen führt wiederum zwangsläufig zu wachsenden Außenständen im Dentallabor, denn dieses hat seinerseits bereits Auslagen für Material und Gehälter tätigen müssen. Selbst bei steigenden Umsätzen kann sich die Situation weiter zuspitzen: Die Kapitaldecke schrumpft, bisher günstige Einkaufskonditionen und Skontivorteile gehen verloren. Im Dentallabor fehlt es dann an flüssigen Mitteln, vielleicht muss sogar auf Rücklagen zugegriffen werden – und ein Gang zur Bank wird angedacht. Eigentlich wollte man die längst fällige Investition in neues Equipment angehen – in dieser Situation ist aber nicht daran zu denken (Abb. 3).

Gesicherte Laborliquidität durch Factoring

##pic_3_r##Eine Möglichkeit, diese finanzielle Abwärts-Spirale zu vermeiden, besteht in der Laborfinanzierung durch Factoring. Arbeitet das Dentallabor mit einem Factoringunternehmen, wie beispielsweise der LVG LaborVerrechnungsgesellschaft, Stuttgart, zusammen, erhält es innerhalb von 24 Stunden die Überweisung der in Rechnung gestellten Beträge. Das bedeutet für das Dentallabor kontinuierliche Liquidität.

Der flexible Baustein der Dental-Laborfinanzierung entfaltet jedoch seine Wirkung nicht nur in unmittelbarer Liquidität. Die gesamtheitliche Betrachtung des Einsatzes dieser Laborfinanzierung lässt die Vorteile klar werden, beispielsweise auch im Bereich der Investitionen. Durch moderne Technik wurde die Wertschöpfungskette in Dentallaboren teilweise aufgebrochen. So musste und muss zum Beispiel moderne Fertigung mit neuen Werkstoffen aus Wirtschaftlichkeitsgründen in Fräszentren gebündelt werden. Sicher, nicht alles muss im eigenen Dentallabor gemacht werden. Dennoch geht das Unterbrechen der Wertschöpfungskette immer mit weiteren Kosten und abfließenden Gewinnen Hand in Hand. Deshalb sollte ein Dentallabor in seiner Finanzsituation so aufgestellt sein, dass es die Wahl hat: zwischen Investitionen, die Sinn machen für die Inhouse-Fertigung, und dem sinnvollen Unterbrechen der Wertschöpfungskette durch Outsourcing. Da mittels Factoring eine verbesserte Bilanzstruktur erreicht werden kann, verhilft es auch zu einer höheren Kreditwürdigkeit und erleichtert somit die Investition in Zukunftsprojekte.

Ratenzahlungsmodelle können Entscheidung für Zahnersatz erleichtern

Bei Factoringunternehmen wie der LVG stehen die Dentallabore im Fokus – doch der Blick nach links und rechts, zum Zahnarzt und zum Patienten, gehört dazu. Hier stellen sich Fragen – wie kann der normale Patient seinen hochwertigen Zahnersatz erhalten, wie kann der Zahnarzt den Patienten therapeutisch über den Tellerrand blicken lassen? Ziel eines modernen Dentalgesundheitswesens sollte eine Kombination aus der Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigem bezahlbarem Zahnersatz und dem Schaffen des Patienten-Bewusstseins sein, dass höhere Lebenserwartung eine gute Mundpflege fordert. Bei der Entscheidungsfindung für hochwertigen Zahnersatz können Zusatzleistungen für Patienten zur Finanzierung gute Dienste erweisen. Denn bei der Wahl, ob sich ein Patient für eine zahnärztliche Leistung entscheidet, sie verschiebt, oder gar ganz auf sie verzichtet, spielen der Kostenpunkt und die Finanzierung eine entscheidende Rolle. Die Zahnbehandlungs- und Zahnersatzfinanzierung als Ratenzahlungsmodell hat Vorteile für den Zahnarzt, das Dentallabor und für die Patienten. Der Patient erhält eine hochwertige bezahlbare Zahnversorgung, für Zahnarzt und Dentallabor bedeutet das, neben dem wirtschaftlichen Aspekt, auch einen Imagegewinn, da sich gute Beratung, Qualität und Zufriedenheit herumsprechen.

Fazit

Der komplexe Zahngesundheitsmarkt verändert sich in Zukunft noch stärker. Zum einen ist die Dentalbranche, wie viele andere, auch technikgetrieben. Zum anderen werden Patienten in Zukunft immer mehr Eigenverantwortung für ihre Zahngesundheit übernehmen müssen. Beide Faktoren, moderne Dentaltechnik und Patienten-Eigenverantwortung, müssen aber nicht zwangsweise im Motto „Masse statt Klasse“ resultieren. Wenn Laborfinanzdienstleister zusammen mit Dentallaboren die gesamten Bedürfnisse im Blick haben und Finanzierungsinstrumente zur Verfügung stellen, kann sich für die Dentalgesundheit eine Win-Win-Win-Situation ergeben: Patienten können so eine bessere Zahngesundheit erhalten, Zahnärzte können ihre Patienten zu verantwortungsbewussten Kunden machen – und Dentallabore liefern hochwertigen Zahnersatz, wobei sie eine adäquate Honorierung für ihre Leistung erhalten und dies beizeiten.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Werner Hörmann