Steuern

Verbessertes Liquiditätsmanagement als Finanz-Sicherheitsnetz bei den täglichen Arbeitsherausforderungen

Pflicht, Kür, Verdienst – der Salto Mortale im Dentallabor

18.12.2014

Bildnachweis: LVG/Traffic AfWK&D/J.T.Manshaupt
Bildnachweis: LVG/Traffic AfWK&D/J.T.Manshaupt

Die Arbeit im Dentallabor schmeckt. Man kann virtuos mit den Projekten, der Technik und den Mitarbeitern umgehen, liefert prima Arbeit ab. Prüft den Kontostand – und kann dann einen harten Aufprall erleben. Selbst bei einem guten ersten, zweiten und dritten Quartal 2014 oder erst recht deswegen. Wie man sein Finanzwesen an einen externen Dienstleister gibt, beschreibt dieser Beitrag.

Ein Blick auf den Zahngesundheitsmarkt rund um den Patienten zeigt: Im groben Durchschnitt werden knapp acht Zahnärzte von je einem Labor betreut [1,2]. Der Markt wandelt sich nur ganz langsam von der ausreichenden Zahngesundheitsversorgung zum Zahnästhetikmarkt. Wo stehen die Labore? Es ist schwierig, den Patienten als Kunden für Zahnästhetik zu begeistern und die Nachfrage für hochwertigen Zahnersatz zu vergrößern. Was für Labore bleibt, sind der Pluralismus der unterschiedlichen Fähigkeiten, um sich am Markt zu positionieren, und zudem ein echter Verdrängungswettbewerb. Bis zu einem gewissen Grad ist Pluralität gut. Aber man muss sie sich auch leisten können.

Zwischen Skonto und Kreditzinsen

Pluralität impliziert Wettbewerbsfähigkeit. Es kostet Geld, diese zu erhalten. Daher ist es erwähnenswert, dass Dentallabore für Zinsen und ähnliches im Bundesdurchschnitt circa ein Prozent des Umsatzerlöses aufwenden, das sind rund 6.300 Euro pro Jahr. Betrachtet man die Zahlen und deren Effekt genauer, ist zu sehen: Hier handelt es sich um abfließendes Kapital, das für Maßnahmen zur Unternehmenssicherung und Weiterentwicklung nicht verwendet werden kann. Bei Dentallaboren mit dünner Kapitaldecke müssen sogar deutlich mehr Zinskosten in Betracht gezogen werden.

Eine weitere Säule zur Standortbestimmung bieten die statistischen Zahlen des VDZI [3]: Danach werden durchschnittlich 113.000 Euro für Material aufgewendet, 330.000 Euro für Personal und grob gerundete 120.000 Euro für sonstige betriebliche Aufwendungen. Wie sieht es aus, wenn durch vorhandene liquide Mittel zum Beispiel nur Material bezahlt werden könnte und nicht zwischenfinanziert werden müsste? Oder besser mit Skonto bezahlt werden könnte? Zwei Prozent Skonto von 113.000 ergeben 2.260 Euro. Das entspricht einem Drittel der durchschnittlichen Zins- und ähnlichen Kosten.

Personal- und sonstige Betriebskosten benötigen daneben ebenso Liquidität. Wenn man sich die statistische Zahl der durchschnittlichen jährlichen Zinsen von rund 6.300 Euro eines zahntechnischen Betriebs ansieht, kann man davon ausgehen: Jährlich werden zwischen circa 124.000 Euro – bei einem Zinsniveau von fünf Prozent im Jahr 2010 – und 69.000 Euro – mit beispielhaftem Kontokorrent- Zinssatz von neun Prozent – zwischenfinanziert. Dies ist durchschnittlich und dauerhaft zu verstehen. Der Blick in die eigene betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) und in die Bankdaten und -konditionen zeigen dem Laborleiter den konkreten Zustand in seinem Haus.

Die Zinsen sind derzeit zwar auf einem niedrigen Niveau, demgegenüber sind Banken teilweise aber restriktiver bei der Vergabe von Krediten beziehungsweise der Erweiterung des Kreditrahmens. Bei allem ist zu berücksichtigen, dass der Dentalmarkt in einem Spannungsfeld zwischen enorm statischem Verhalten und kurzfristiger Dynamik steht. Dadurch ergeben sich Konsequenzen für das Labor.

Der Dentalmarkt: ein Hybrid aus Gesundheitsgesetzgebung und freier Marktwirtschaft

Als Beispiel kann das erste Quartal 2014 herangezogen werden. Durch das Inkrafttreten des Bundeseinheitlichen Leistungsverzeichnisses II (BEL II) entstand im ersten Vierteljahr eine Umsatzdynamik infolge beschleunigt umgesetzter Heil- und Kostenpläne. Das Szenario: Dies bringt erst einmal Arbeit – aber auch die Vorfinanzierung der kostenintensiven Leistungen im Dentallabor. Die Kosten für Vorleistungen gehen in die Höhe. Die zu erwartenden Umsatzerlöse aus den Projekten können jedoch teilweise erst nach neunzig Tagen oder vielfach später realisiert werden. Die Ausgaben kumulieren, die Kapitaldecke wird dünn. Es entsteht Kapitalbedarf. Diesen gilt es, gegebenenfalls mit Eigenkapital, eventuell mit erweitertem Kreditrahmen, zu decken. Hier steht als weitere Möglichkeit die Laborfinanzierung mit Factoring zur Verfügung. Letzteres – die Laborfinanzierung – weist sich als dynamischer Finanzbaustein, kombiniert mit Sicherheit, aus. Der Einsatz von Eigenkapital hat logischerweise Vorteile, vor allem in Zeiten geringer Guthaben-Verzinsung. Doch birgt der Einsatz von Eigenkapital wiederum das unternehmerische Risiko des Verlusts durch unbezahlte Rechnungen, beispielsweise aus Gründen der Zahlungsunfähigkeit des Rechnungsempfängers. Der Bankkredit ist andererseits, sofern er erteilt wird und das Dentallabor über ein gutes Rating verfügt, recht günstig, verhält sich aber nicht dynamisch. Das heißt: Er ist immer in der definierten Größe vorhanden. Und wie beim Eigenkapital ist bei Zahlungsausfall ein Verlust zu verbuchen. Diesen beiden Ansätzen steht das Laborfinanzierungsmodell mit Factoring gegenüber.

Was geschieht bei der Laborfinanzierung mit Factoring?

„Das Factoring“, erläutert Werner Hörmann von der LVG Stuttgart, „verhält sich, anders als der Kredit, immer dynamisch zum Umsatz. Im Unterschied zum Einsatz von Eigenkapital kann es, durch den Ausfallschutz, das Verlustrisiko minimieren.“ Im Grunde passiert nichts anderes, als dass der Factor die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vom Dentallabor erwirbt und diese sogar in kürzester Zeit bezahlt. „Bei der LVG Stuttgart können wir innerhalb von 24 Stunden nach Rechnungseingang unseren Kunden die Rechnungsbeträge überweisen”, äußert der Gründer der LVG Stuttgart Werner Hörmann. Vor über dreißig Jahren hat er erkannt, wie stark die langen Zahlungsziele Dentallabore belasten können. 1984 war seine LVG die erste Institution dieser Art in diesem für alle Beteiligten hochsensiblen deutschen Dentalmarkt.

Der Vorteil dieses Finanzmanagement-Bausteins liegt in seiner Leistung-Erlös-Dynamik. Denn diese Art der Laborfinanzierung resultiert dynamisch aus dem Umsatz. Der Factor bezahlt an Stelle des ursprünglichen Empfängers sofort. Für manchen Laborinhaber ist Factoring eine noch gewöhnungsbedürftige Vorstellung, schwingt doch im Hinterkopf die Frage mit: „Was werden meine Kunden dazu sagen?“ Hingegen bestätigen Zahnärzte der LVG Stuttgart gegenüber, dass Factoring für Dentallabore und Praxen eine echte Erleichterung sein kann. Denn es nimmt das Thema Kosten, Vorleistungszeitraum und so weiter fast ganz aus dem professionellen Alltagsgeschehen heraus. Unter anderem auch deswegen, da dem Zahnarzt Zahlungsziele eingeräumt werden können, ohne die Liquidität des Dentallabors einzuschränken.

Wie wirkt sich die Leistung-Erlös-Dynamik aus?

Dank der laufenden Liquidität, die dem Umsatz entspricht, findet kaum eine beziehungsweise eine deutlich geringere Kapitalbindung statt, da nach Rechnungstellung der Gegenwert für das Dentallabor umgehend zur Verfügung steht. Dies hat mehrere Auswirkungen. Zum einen ganz direkt, siehe eingangs beschriebenes Szenario. Es nimmt die gefühlte finanzielle Belastung von den Schultern der Dentallabor-Geschäftsleitung, da sich die Labor-Leistungsfinanzierungen mit Factoring sofort als liquide Mittel auf dem Dentallabor-Konto niederschlagen. Damit steht bares Geld für weitere Aktivitäten zur Verfügung.

Werner Hörmann legt in seinen Beratungsgesprächen jedoch ebenso großen Wert auf die Weiterführung der Gedanken zur Dentallaborfinanzierung mit Factoring. Denn die verbesserte Liquiditätssituation verändert die Eigenkapitalquote in der Bilanz. Das bedeutet nichts weniger, als dass durch die umsatzdynamische Laborbetriebsmittel-Finanzierung die Bank dem Dentallabor ein besseres Rating wegen der günstigeren Bilanz zuordnen kann. Was sich hier etwas sperrig liest, meint vereinfacht gesagt: Die Kreditwürdigkeit des Dentallabors kann verbessert werden. Dies kann erstens zur einfacheren Finanzierung der Investitionen im Dentallabor und zweitens zum besseren Kreditzins führen.

Der Sicherheitsaspekt bei der Laborfinanzierung mit Factoring ist nicht zu unterschätzen. Meist ist man im Dentallabor von Forderungsausfall zwar weniger betroffen als in der freien Marktwirtschaft. Doch wie sieht es aus, wenn das Worst-Case-Szenario des Forderungausfalls tatsächlich eintritt? Um sich dem Thema der Delkredere-Funktion, so der Fachbegriff aus dem Bereich der Laborfinanzierung, verständlich nähern zu können, hilft eine Beispielrechnung. Vereinfacht zeigt sie die Problematik in einem relativ geschlossenen Markt.

Die Annahme: Das Dentallabor macht eine Umsatzrendite von zehn Prozent. Es arbeitet ohne echtes Factoring und hat einen Forderungsausfall von 5.000 Euro. Dies bedeutet, dass das Labor, um diesen Ausfall zu egalisieren, einen weiteren Umsatz von 50.000 Euro generieren muss. Das heißt: Statt des üblichen Umsatzes müsste eine weitere kleine Zahnarztpraxis akquiriert werden, mit deren Neuumsatz der Verlust gedeckelt werden kann. Das Unwägbare daran: Die Neukundengewinnung ist nicht wirklich ein Kinderspiel, erst recht nicht im Dentalmarkt. Bei Einsatz von Factoring zur Laborfinanzierung – beziehungsweise richtiger der Dentallabor-Forderungsfinanzierung – übernimmt der Factor, wie zum Beispiel die LVG Stuttgart, das Ausfallrisiko. Im Fall der Fälle wird das Verlustrisiko seitens des Dentallabors minimiert.

Wer einen freien Kopf für die täglichen fachlichen Herausforderungen im Dentallabor haben möchte, kann das Thema Labor-Finanzierung und die Erhaltung der Liquidität als Voraussetzungen für den Fortbestand der unternehmerischen Tätigkeit extern abgeben. An der professionellen Zusammenarbeit von Zahnarzt und Dentallabor rund um die Patientenversorgung ändert sich nichts.


ZAHNTECH MAG 18, 12, 762-765 (2014)

LVG Labor-Verrechnungs-Gesellschaft mbH
Werner Hörmann, Geschäftsführer
Hauptstraße 20
70563 Stuttgart
Tel.: 0711 666710
Fax: 0711 617762
E-Mail: whoermann(at)lvg.de
www.lvg.de



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