Interview

Nachgefragt zur IDS 2011

2011 IDS-Treffpunkt

20.04.2011

Wir haben vor der IDS einmal nachgefragt, was für Erwartungen die Besucher haben.

MSc., ZTM Dirk Jahn, Neustadt

Erwartungen an die IDS: Bereits in Chicago zum diesjährigen Midwinter Meeting war erkennbar, wie wichtig für Besucher und Aussteller die IDS 2011 werden wird, denn auf der Suche nach neuen Produkten und Innovationen wurde man meist darauf verwiesen, dass diese in Kürze auf der IDS präsentiert werden. Entsprechend hoch war die Erwartungshaltung auf der IDS, die angekündigten Prozess- und Produktlösungen mit akzeptablem Preis/Leistungsverhältnis zu finden.

Stimmung unter den Kollegen: Feststellbar war ein Stimmungshoch, das nach der zurückliegenden Rezession bei vielen Kollegen für Optimismus sorgt. Es waren auf der diesjährigen IDS mehr motivierte und wissbegierige Kollegen anzutreffen, als bei zurückliegenden Veranstaltungen. Die ideale Voraussetzung, um Kontakt zu Geschäftsfreunden und Kollegen aufzunehmen.

Interessante Neuprodukte: Die Produktentwicklungen vieler Hersteller orientieren sich am aktuellen Trend und Wachstumsmarkt, der Dentalen Digitaltechnik. Im Focus stehen dabei Produkte mit Schlüsselfunktion in der Kundenbindung. Intraoralscan-Systeme haben das beste Potential, diese Schnittstelle zu belegen und waren deshalb bei Besuchern vielbeachtet. Auch wenn die ersten nutzbaren Systeme noch recht unhandlich waren, ermöglicht die voranschreitende Miniaturisierung immer mehr den alltagstauglichen Einsatz. Dabei eröffnet die Einbindung der Implantologie in den digitalen Workflow immer mehr Möglichkeiten einer planbaren erfolgreichen Patientenversorgung.

Take home message: Geprägt vom handwerklichen Geschick hat sich die Dentale Technologie zur einer High-Tech Branche entwickelt. Digitale Verfahren verändern zunehmend etablierte Arbeitsprozesse. Für eine breite Akzeptanz bei allen Beteiligten sollte im Mittelpunkt dieser Veränderung eine partnerschaftliche Kooperation mit der Industrie und einer interdisziplinären Zusammenarbeit mit unseren zahnärztlichen Partnern stehen. Nur im Schulterschluss wird es möglich sein, digitale Verfahren in bewährte Prozesse zu integrieren, verbunden mit der Zielsetzung, den hohen Qualitätsstandard dentaler Behandlungen und Versorgungen weiter zu optimieren. Am Ende bleibt der Wunsch, auch auf der IDS in 2 Jahren Lösungen und Produkte zu finden, die unseren Anforderungen entsprechen.

ZTM Axel Seeger, Berlin

Erwartungen an die IDS: Es sind die kleinen Dinge, die die IDS für mich interessant machen. Ein paar Tools – Dinge, die die Arbeitsabläufe vielleicht ein wenig erleichtern. Und die netten Kontakte zu Kollegen auf dem internationalen Parkett.

Stimmung unter den Kollegen: Bei Kontakten zu nationalen und internationalen Kollegen gehen die Meinungen wie immer auseinander. Doch im Großen und Ganzen ist die Stimmung recht gut. Und eine Portion Marketing und ein bisschen mehr offene Verkaufspolitik kann auch in unsere Branche nicht verkehrt sein.

Interessante Neuprodukte: Ein paar interessante Highlights kamen wie immer von der Firma Ivoclar. In Punkto Pressen hat diese Firma die Messlatte schon sehr hoch gehängt und jetzt einen Rohling mit Schneide und Dentin ab Juni auf dem Markt. In einem Arbeitsgang eine hochwertige Arbeit pressen und anschließend noch dezent bemalen. Perfekt für den Seitenzahnbereich. Die Technologie wird immer mehr in der Zahntechnik platziert und in den nächsten zwei Jahren werden die Firmen noch ein größeres Augenmerk auf die Mundscanner legen. Eine sehr interessante Technik, die – ob wir es wollen oder nicht – in den nächsten Jahren ein fester Bestandteil in der Zahnarztpraxis sein wird. Aber Technik alleine macht es auch nicht – es muss immer noch vernünftig präpariert werden und die Präparationsgrenzen müssen zu erkennen sein; und da ist es egal, ob dies mit der herkömmlichen Abformung geschieht oder mit einem Scanner.

Take home message: Arbeiten Sie mit bewährten Techniken und Materialien und seien Sie offen für neue Dinge. Wägen Sie ab, ob diese in Ihre Praxis und in Ihr Labor passen.

ZTM Olaf van Iperen, Wachtberg-Villip

Erwartungen an die IDS: Mein Interesse galt dieses Jahr insbesondere dem wachsenden CAD/CAM-Sektor der Dentalbranche, wobei mich überwiegend die möglichen Innovationen im Bereich der digitalen Abformung sowie der damit verbundenen Modellherstellung mittels CAM reizten. Ein weiteres Thema, das mich beschäftigt, sind individuelle Einstück-Abutments verschiedener Hersteller und die aus Gold gefrästen Gerüste und/oder Kronen der Firma Hafner, welche auch auf der IDS vertreten war. Generell habe ich ein großes Spektrum an offenen CAD/CAM-Systemen erwartet und mir auch Hoffnungen auf CAD/CAM gefertigte Modellgüsse gemacht. Es war schließlich mit einer Vielzahl von offenen Systemen zu rechnen, ebenso wie auch der Anteil an Dienstleistern zunimmt, welche z.B. Modelle im SLA-Verfahren (Stereolithographie) herstellen und liefern, um Lagerkosten auf Grund von Just-in-Time Produktion zu sparen. Alles in allem war ich also sehr gespannt was mir geboten würde.

Stimmung unter den Kollegen: In den Messehallen eingetroffen begegnete ich natürlich auch vielen Kollegen der Branche und man tauschte sich über Verschiedenes aus. Dabei wurde sehr schnell klar, dass sich die Grundstimmung sowie die Erwartungshaltung ähnelten und die allgemeine Sichtweise gegenüber der digitalen Welt der Dentalbranche weitaus aufgeschlossener war als noch vor zwei oder gar vier Jahren. Schließlich möchte man auch weiterhin hochwertigen Zahnersatz als Aushängeschild des deutschen Dentalmarktes wahren und auch in Zukunft als Technologieträger der Branche gelten.

Interessante Neuprodukte: Meine persönlichen Highlights waren – wie bereits erwartet – im Bereich der digitalen Abformung in Form der Intraoralscanner („Cerec AC“ und „C.O.S. Lava“) zu finden. Ziel des Ganzen ist die Vermeidung materialbedingter Ungenauigkeiten im Anfangsstadium der restaurativen Versorgung und der direktere Kontakt zwischen Behandler (bzw. Patient) und Techniker, um Zeit und Nerven beider Parteien zu sparen. Der Techniker ist so gesehen per Fernkontakt – durch z.B. Skype – unmittelbar am Geschehen beteiligt und kann – wenn nötig – Hinweise zur Verbesserung der digitalen Aufnahme geben, um dem erneuten Einbestellen des Patienten zwecks neuer Abformung vorzubeugen. Nebenbei spart der Behandler Lagerplatz für z.B. Abdruckmaterialien und -löffel, während das Labor Zeit und Kosten des Versandes minimieren kann. Es gab natürlich wie erhofft auch die gefrästen Goldgerüste und -kronen der Firma Hafner zu sehen, die bereits durch Passung als auch Lieferzeit zu überzeugen wussten und ein wirkliches Novum dieser IDS darstellten. Ebenso beeindruckte mich das mittlerweile recht breite Angebot an CoCr-Sinterlegierungen verschiedener Hersteller für die schnelle Produktion von NEM-Gerüsten auf CAM-Systemen gängiger Anbieter im eigenen Labor. Somit erübrigt sich der aufwendige und mitunter verzugs- oder lunkergefährdete Guss von großspannigen Gerüsten, ohne auf eine kurze Fertigungszeit zu verzichten. Weitere interessante Produkte kamen von Pritidenta, welche ein beschleunigtes Verfahren der CAD/CAM gestützten Produktion von vollanatomischen Keramikkronen auf Basis vorgefertigter Teile („Priti-Crown“) in Kombination mit einem externen Gesichtsscan vorstellten. Hierdurch kann insbesondere die Ästhetik in Verbindung mit verkürzter Produktionszeit gesteigert werden, während der Preis der Versorgung konkurrenzfähig bleibt. Erwähnenswert ist auch das vermehrte Auftauchen von SLA-Maschinen und Plottern für das Dentallabor, wodurch es möglich wird, Modelle mit hoher Qualität bei niedrigem Einzelpreis herzustellen und dabei den Arbeitsaufwand entscheidend zu verringern. Der große Nachteil ist allerdings der momentan noch sehr hohe Anschaffungspreis eines entsprechenden Gerätes – ich denke aber, dass in dem Bereich noch großes Potential für zukünftige Entwicklungen steckt.

Take home message: Die digitale Zukunft ist klar von CAD/CAM geprägt und der Trend innerhalb dessen geht hin zur vollanatomischen, günstigen Versorgung bei verkürzten Produktionszeiten und verbesserter Ästhetik. Um dies zu erreichen werden die Systeme zunehmend offen gestaltet, um die Zusammenstellung der einzelnen Komponenten dem Anwender selbst zu überlassen. Damit einher geht auch die Nutzung verschiedener Dienstleistungen – Stichworte: „Outsourcing“ und „Just-in-Time-Production“ – um den Zeit- und Kostenaufwand in verschiedenen Bereichen der Produktion gering zu halten. Als einen der deutlichsten und neuesten Trends würde ich jedoch vor allen Dingen die digitale Abformung mit Hilfe eines Intraoralscanners sehen, da dies viele Vorzüge miteinander vereint. Man sorgt für eine engere Zusammenarbeit von Behandler und Techniker, man spart Zeit und Kosten bei Versand sowie Modellherstellung (und -digitalisierung) und es werden Fehlerquellen während des Abformprozesses unterbunden. Somit wird – meines Erachtens nach – dieses Verfahren in naher Zukunft starken Einzug im dentalen Alltag halten. Abschließend gilt noch zu berichten, dass die IDS auch in diesem Jahr wieder eine geballte Informationsflut für alle Dental-Interessierten bereit hielt und der Umgang untereinander sehr freundlich ausfiel. Auch viel auf, dass die Internationalität dieser Veranstaltung stetig an Bedeutung gewinnt und die Märkte zunehmend verschmelzen.

 

 

 


Patientenorientiert, digitalisiert und im Team
IDS2021 A5Q AG8014 v06 DE

Neben einer Reihe von Innovationen bei den bewährten CAD/CAM-Produkten und Materialien wird Amann Girrbach auf der IDS den Schwerpunkt auf Lösungen zur interdisziplinären Zusammenarbeit von Labor und Praxis legen. 

Besuchen Sie uns doch mal auf unserer Facebookseite! Wir freuen uns über jeden Like und sind gespannt auf Anregungen, Kommentare, Kritik und Ideen für neue Themen!

Hier geht's direkt zur Seite