Kronen/Brücken


CAD-gestützt modellieren und anschließend fertigen: Was passt zu mir?

16.08.2014

Abb. 1: Die CompeDent-CAD/CAM-Experten trafen sich im Dentallabor Hetjens, Geldern. Der Hausherr Manfred Hetjens stellte der Projektgruppe das Arbeitsprogramm vor.
Abb. 1: Die CompeDent-CAD/CAM-Experten trafen sich im Dentallabor Hetjens, Geldern. Der Hausherr Manfred Hetjens stellte der Projektgruppe das Arbeitsprogramm vor.

Einmal alles ausprobieren und dann das Wissen teilen: Nach diesem Prinzip ruft die CompeDent-Laborgruppe immer wieder zur Teilnahme an Projekten auf, die spezielle Themen erarbeiten. Anfang des Jahres testete eine Projektgruppe die aktuellen Möglichkeiten CAD/CAM-gestützter Fertigung.

Dass viele digitale Komponenten und Systeme laut Berichten überragende Ergebnisse liefern – wer wüsste es nicht. Aber halten diese Aussagen auch kritischen Prüfungen stand, die Indikationen zum Inhalt haben, wie sie im Laboralltag vorkommen?

Projektgruppe testete CAD-Software

  • Abb. 2: Das Ziel des CAD- und CAM-Tests: Aus unterschiedlichen dentalen Prothetikwerkstoffen musste zur Bewertung der Soft- und Hardware je ein Front- und Seitenzahngerüst gefertigt werden.

  • Abb. 2: Das Ziel des CAD- und CAM-Tests: Aus unterschiedlichen dentalen Prothetikwerkstoffen musste zur Bewertung der Soft- und Hardware je ein Front- und Seitenzahngerüst gefertigt werden.
Um dies herauszufinden, entwickelte die Compe- Dent-Projektgruppe Digitale Fertigung und Innovationen (DF+I) (Abb. 1) einen fiktiven Patientenfall. Zu diesem wurden für Front- und Seitenzahnrestaurationen voll- und teilanatomische Gerüste gestaltet, die von den DF+I-Mitwirkenden aus den Werkstoffen Zirkoniumdioxid und Nichtedelmetall-Dentallegierungen gefertigt wurden (Abb. 2).

Der Test begann mit der Modelldigitalisierung und dem CAD-gestützten virtuellen Modellieren der Arbeiten. Diese Aufgabe wurde mithilfe verschiedener Scanner und Designsoftwares durchgeführt. Zu beurteilen waren zunächst die Anwenderfreundlichkeit und Handhabung dieser digitalen Komponenten. Bei der Software kam ergänzend die Fragestellung hinzu, wie schnell sich die für den Test virtuell herzustellenden Gerüste designen lassen und wie nahe sie so in ihrer Qualität an analog modellierte zahntechnische Gerüstgeometrien heranreichen.

Vom CAD zum CAM

Es ist nur konsequent, dass der ausgiebige Test auch die sich anschließende CAM-gestützte Fertigung der Gerüste umfasste. Hierfür nutzten die Teilnehmer der Projektgruppe ebenfalls Systeme verschiedener Hersteller/Anbieter. Durch die Auswahl von „kleinen bis großen“ Fräs- und Schleifmaschinen simulierten sie deren Eignung für unterschiedliche Auftragsvolumina und wurden damit den unterschiedlichen Laborgrößen der CompeDent-Mitglieder gerecht. In die Bewertung flossen zudem die Rüstzeiten sowie die Fräs- beziehungsweise Schleifschnelligkeit und deren Genauigkeit mit ein. Auch die Antworten auf die Frage, in welcher Form sich unterschnittene Areale darstellen lassen, waren Beurteilungskriterien.

Ergebnisse mit hoher Alltagsrelevanz

Bei allen Tests stand vor allem die Ergebnisqualität der fertigen Gerüste im Vordergrund – diese musste sich mit gegossenen Gerüsten in Eins-A-Qualität messen lassen. Dadurch, dass die Zahntechniker in den Test einbezogen wurden, in den CompeDent-Mitgliedslaboren die digitale Fertigung durchzuführen, hatte die Projektarbeit eine sehr hohe Alltagsrelevanz. Die Testergebnisse spiegelten die Labortauglichkeit der Komponenten und Systeme authentisch wider.

  • Abb. 3: Markus Hetjens, Dentallabor Hetjens, Geldern, und Nazife Teke, Dentallabor Froesch, Bonn, präsentierten die CAD/CAM-Ergebnisse.

  • Abb. 3: Markus Hetjens, Dentallabor Hetjens, Geldern, und Nazife Teke, Dentallabor Froesch, Bonn, präsentierten die CAD/CAM-Ergebnisse.
Zu den „harten“ Fakten in der Beurteilung der fertigen Arbeiten, wie Randschluss und okklusale sowie interdentale Passgenauigkeit, kamen noch die „weichen“ hinzu: Welcher Weg der Konstruktion wurde von den Zahntechnikern gewählt, wie wurde gefräst beziehungsweise geschliffen, wie gesintert und nachgearbeitet. Auch durch diese Arbeitsgänge entstehen Ergebnisunterschiede, die in die Bewertung von Komponenten oder Systemen einfließen müssen. Sie gehören als Teil der gesamten Prozess-/Fertigungskette dazu. Aus der Diskussion, die hierzu entstand, lässt sich als ein Fazit festhalten: Die Ergebnisqualität kann innerhalb eines Betriebes gesteigert werden, wenn alle dort digital arbeitenden Zahntechniker ihre CAD/CAM-Arbeitsschritte vereinheitlichen – unabhängig von der genutzten Digitaltechnik.

Die Ergebnisse aus dem CAD/CAM-Test, die sich aus Hardware, Software und individuellen Prozessschritten addierten, wurden allen Mitgliedsbetrieben der CompeDent-Laborgruppe zur Verfügung gestellt (Abb. 3). Sie dienen dort als Basis für individuelle, weiterführende Überlegungen. In diese fließen dann noch persönliche Präferenzen zu dem einen oder anderen Hersteller/Anbieter ebenso mit ein wie deren Werkstoffangebote und regionale „vor Ort“- Supports.

Mehrwert für Labore

Die CompeDent-Geschäftsstelle lässt alle Mitglieder an den Ergebnissen teilhaben. Sie informiert auch über die Arbeit der weiteren CompeDent-Projektgruppen wie Betriebsvergleich, Lern- und Trainerwerkstatt, Marketing und Vertrieb oder Qualitätsmanagement. Durch die kollegial offene Kommunikation aller Mitgliedsbetriebe werden dentale Entwicklungen über regionale Grenzen hinweg schnell kommuniziert. Somit und hierdurch bietet die CompeDent-Laborgruppe immer eine „State of the Art“-Zahntechnik an.

Zahnprothetische Lösungen sind heute so variantenreich wie nie zuvor: festsitzend oder herausnehmbar, Zahn-, Implantat- oder Gingiva-getragen, Steg-, Locator- oder Magnet-retiniert, aus Legierungen, Keramiken oder Kunststoffen, analog oder digital gefertigt. Hier den Überblick zu behalten, fällt denen besonders leicht, die sich darüber mit kompetenten Partnern austauschen können. Und sie partizipieren zusätzlich, wenn sie ein gleiches Ziel im Fokus haben: in Funktion und Form hochwertige prothetische Restaurationen anzubieten und damit zu den zahntechnisch Besten zu gehören. In der CompeDent-Laborgruppe passiert dieser fachliche Austausch so gut wie jeden Tag: durch Telefonate und Intranetkontakte. Und eben auch durch Projektgruppen, die sich von Zeit zu Zeit speziellen Themen widmen und ihre Ergebnisse mit allen CompeDent-Kollegen teilen.


WEITERE INFORMATIONEN

CompeDent – Zähne zum Anbeißen
GmbH & Co. KG
Leopoldstraße 36
96450 Coburg
Tel.: 09561 795840
E-Mail: info(at)compedent.de
www.compedent.de


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