Kronen/Brücken

Indizes: Indikation, Metallkeramik, optische Farbangleichung, Press- und Schichtkeramiken

Ideale Kombinationen

14.10.2009


Die steigenden Ansprüche von Patienten an ein ästhetisch ansprechendes Resultat haben zur Untersuchung verschiedener Lösungen für festsitzende prothetische Versorgungen geführt. Dies wiederum erforderte eine verstärkte Entwicklung von metallfreien Werkstoffen, vor allem von Vollkeramiken und Zirkonium, mit denen sich gut berechenbare ästhetische und dauerhafte Ergebnisse erzielen lassen.

Dennoch bleibt die Metallkeramik sowohl bei einer komplexen prothetischen Versorgung als auch bei einer Teilversorgung ein Referenzpunkt für alle Zahnärzte. Allerdings muss das für das Gerüst verwendete Metall bestimmte Eigenschaften aufweisen. Oft liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Verwendung mehrerer Werkstoffe für dieselbe Restauration – je nach Problem, das es in diesem speziellen Bereich zu lösen gilt.

Fall 1: Frontzahn-Indikation erforderte Vollkeramik

Ein kombiniertes Vorgehen ist dann angebracht, wenn die bewährte Sicherheit der Metallkeramik und das natürliche Aussehen von Vollkeramik gefragt sind (Abb. 1). Ist beispielsweise aufgrund eines vertikalen Substanzverlustes eine Anhebung im Seitenzahnbereich erforderlich oder, wenn eine gleiche Vorgehensweise im Seitenzahnbereich die adhäsive Befestigung verkomplizieren würde, bleibt die  Metallkeramik weiterhin eine gute Wahl (Abb. 2).
Wenn die Restauration jedoch, wie bei der jungen Patientin (1. Patientenfall), mit erheblichen Kariesschäden im Bereich der Inzisiven liegt, erfolgt die Hauptbehandlung mit Vollkeramik. Bei Vollkeramiken der neuen Generation können Zahnarzt und Techniker das am besten geeignete Material auswählen, um das Problem der Verfärbungen durch die vorangegangenen Wurzelbehandlungen zu lösen (Abb. 3).

  • Abb. 1: Kombiniertes klinisches Vorgehen.
  • Abb. 2: Übertragungshilfe für die Bisshebung.
  • Abb. 1: Kombiniertes klinisches Vorgehen.
  • Abb. 2: Übertragungshilfe für die Bisshebung.

  • Abb. 3: Fall 1: Einer der Vorteile von Vollkeramik: die gute Nachbildungsmöglichkeit.
  • Abb. 4: Untere sechs PFC aus IPS InLine®.
  • Abb. 3: Fall 1: Einer der Vorteile von Vollkeramik: die gute Nachbildungsmöglichkeit.
  • Abb. 4: Untere sechs PFC aus IPS InLine®.

  • Abb. 5: Zwei Brücken aus Metallkeramik IPS InLine® (Metallkeramik) und vier Kronen aus IPS e.max Press/Ceram (Vollkeramik).
  • Abb. 6: Farbangleichung der verschiedenen Werkstoffe.
  • Abb. 5: Zwei Brücken aus Metallkeramik IPS InLine® (Metallkeramik) und vier Kronen aus IPS e.max Press/Ceram (Vollkeramik).
  • Abb. 6: Farbangleichung der verschiedenen Werkstoffe.

  • Abb. 7: Der gleiche Farbeffekt.
  • Abb. 7: Der gleiche Farbeffekt.

Abgesehen von den unterschiedlichen biomechanischen Eigenschaften, die die Auswahl eines Werkstoffes in den verschiedenen Bereichen einer Versorgung beeinflussen, kann der gleichzeitige Einsatz von Metall- und Vollkeramik die ästhetische Angleichung erschweren. Die unterschiedliche optische Wahrnehmung ist nicht nur durch die Art des Gerüsts bedingt. Es ist bekannt, dass unterschiedliche Schichtkeramiken auf demselben Material häufig ganz unterschiedliche optische Verhaltensweisen und Oberflächenstrukturen aufweisen. Daher muss der Zahntechniker einen möglichen negativen „Patchwork“-Effekt im Mund manuell korrigieren. Glücklicherweise werden Restaurationsmaterialien von Ivoclar Vivadent seit langer Zeit nach demselben Konzept hergestellt. Für IPS d.Sign, InLine® PoM und IPS e.max werden ähnliche Farben und Farbwerte verwendet. Dies ermöglicht dem Techniker einen sehr einfachen Einsatz der verschiedenen Keramiken mit demselben „Schema“, ohne dass man sich bei jedem Schritt Farbe, Maßnahme und Effekt aller Massen merken muss.

Neben den klassischen Zahnfarben und Basis-Schmelzmassen gibt es für alle Ivoclar-Vivadent-Schichtkeramiken farblich präzise abgestimmte Impulse-Massen.

Sie sind zweckmäßig nach klaren Einsatzgebieten unterteilt. Dies ist eine enorme Hilfe, um ein einheitliches ästhetisches Aussehen einer Versorgung zu erzielen, die aus benachbarten Restaurationen mit unterschiedlichem Gerüst besteht (Abb. 4 bis 7).

Man kann gut erkennen, dass die verschiedenen Keramiken einen einheitlichen warmen Ton, gleiche Farben, Intensitäten und Farbwerte erzeugen können. Diese ästhetischen Ergebnisse sind ermutigend, wenn der Zahnarzt für eine komplexe prothetische Versorgung nur auf die Metallkeramik zurückgreifen kann.

Fall 2: Besser versorgt mit Metallkeramik

Eine 69-jährige Patientin kam mit einer prothetischen Versorgung zu uns, die vor 14 Jahren erstellt wurde und mit der die Patientin aus ästhetischer Sicht nicht mehr zufrieden war (Abb. 8). Die klinische und radiologische Untersuchung ergab, dass die Zähne 24, 25, 14 und 16 fehlten, aufgrund von Knochenschwund keine Implantate in Frage kamen und die Zähne 26, 15 und 17 aufgrund parodontaler Probleme instabil waren. Die Untersuchung und die Fotos zeigten zudem einen umgekehrten Bogen beim Lächeln (Abb. 9). Wir entschieden uns für eine Behandlung aus Metallkeramik. Es wurde ein teilweise herausnehmbares Gerüst mit konisch gefräster Befestigung geplant, das die mittel- und langfristige Berechenbarkeit der aufgrund der Parodontose angegriffenen Zahnelemente verbessern sollte (Abb. 10). Daher wählten wir die Legierung d.Sign 84. Aufgrund ihres geringen spezifischen Gewichts kann mit ihr ein robustes und leichtes Gerüst erstellt werden. Die optimale Bioverträglichkeit und helle Eloxierung sind ebenfalls von Vorteil. Für die Verblendung wurde die Keramik IPS InLine gewählt, da diese Keramik optimale ästhetische Eigenschaften und eine hohe Biss- und Abriebfestigkeit aufweist.

  • Abb. 8: Fall 2: Die alte Versorgung.
  • Abb. 9: Umgekehrter Bogen beim Lächeln.
  • Abb. 8: Fall 2: Die alte Versorgung.
  • Abb. 9: Umgekehrter Bogen beim Lächeln.

  • Abb. 10: Labor-Zwischenphase.
  • Abb. 11: Einprobe des Gerüsts.
  • Abb. 10: Labor-Zwischenphase.
  • Abb. 11: Einprobe des Gerüsts.

  • Abb. 12: Die wiederhergestellte Linie beim Lächeln.
  • Abb. 13: Eine zufriedene Patientin.
  • Abb. 12: Die wiederhergestellte Linie beim Lächeln.
  • Abb. 13: Eine zufriedene Patientin.

Bei der Einprobe des Gerüsts musste gelötet werden. Dies ist ein „Vorteil“, den man nur bei einem Metallgerüst nutzen kann (Abb. 11). Die angepasste prothetische Lösung zeigt eine korrekte Wiederherstellung der Linie beim Lächeln und das Endresultat (Abb. 12 und 13).

Fazit

Abgesehen von der rein technischen Verbesserung war die Patientin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, weil sie ihr Selbstvertrauen und ihre Unbekümmertheit beim Lächeln zurückerlangt hat. Sie ist mit der hellen aber ihrem Alter entsprechenden Farbe zufrieden und freute sich, ihr Aussehen verbessert und ihre Selbstachtung zurück gewonnen zu  haben.

Die fotodynamischen Eigenschaften dieser Keramik ermöglichen uns, auch bei Verwendung von Metallgerüsten ein gutes ästhetisches Ergebnis zu erzielen.