Kronen/Brücken

CAD/CAM Technologie, Ästhetikeinprobe, provisorische Versorgung, Repositions Onlays

Neue Ansätze für hochfeste Kunststoffprovisorien dank industriell gefertigter Halbzeuge


Hinter dem Endergebnis einer individuellen auf den Patienten abgestimmten zahntechnischen Versorgung steht immer eine klar definierte in einzelnen Arbeitsschritten aufgeteilte Vorgehensweise. Der Aufbau einer solchen Prozesskette muss im Team (Patient, Zahnarzt und Zahntechniker) detailliert besprochen werden. Der Beginn einer prothetischen Planung ist immer mit einem Wax Up verbunden. Im weiteren Verlauf geht es über die Schienentherapie, die provisorische Kronenversorgung, hin zur definitiven Arbeit.

 

 

 

 

Temporäre Versorgungen bekommen dank der CAD/CAM Technologie einen ganz neuen Stellenwert wegen der industriell erzeugten Polymethylmetacrylat- Rohlinge (PMMA). Einer dieser modernen Halbzeuge sind die Telio Kunststoffblöcke der Firma Ivoclar Vivadent. Mit diesem Material wird eine Druckfestigkeit von bis zu 36 MPa erreicht. Durch die industrielle Herstellung handelt es sich um einen sehr homogenen Kunststoffblock, der eine entsprechend geringe Plaque-Affinität aufzeigt. In der folgenden Dokumentation wird Ihnen anhand eines Patientenfalles die detaillierte Vorgehensweise zur Herstellung dieser provisorischen Versorgung mit hochfesten, kunststoffbasierten Repositions Onlays aufgezeigt. Die Umsetzung der Arbeit erfolgte mit dem InLab CAD/CAM System der Firma Sirona.

Ausgangssituation

Die Ausgangssituation der weiblichen Patientin im Alter von 25 Jahren sehen Sie in der Abbildung 1.

  • Abb. 1: Die Ausganssituation der Patientin.

  • Abb. 1: Die Ausganssituation der Patientin.
Unphysiologischer nicht kariös bedingter Zahnhartsubstanzverlust kann auf mechanische (Abrasion, Attrition), chemische (Erosion) oder traumatische Ursachen zurückgeführt werden. Hochgradige Attrition legt Dentin frei und führt zum Verlust von großen Anteilen der klinischen Krone. Dabei kommt es zur Veränderung der okklusal geführten Unterkieferbewegungen. Das Kiefergelenk adaptiert sich an die neue Situation und die vertikale Kieferrelation verändert sich. Ein exzessiver Verlust an vertikaler Bisshöhe und Traumatisierung des Kiefergelenkes sind die Folgen.

Therapieplanung

Anhand der oben beschriebenen Ausgangssituation ergaben sich die folgenden Ziele:

  • Anhebung der vertikalen Ebene anhand des ermittelten Sprechabstandes
  • Gestaltung der Zahnform nach der kretschmerschen Typenlehre
  • Herstellung eines Wax Up`s zur Ästhetikeinprobe
  • Schienentherapie
  • Provisorische Versorgung mit PMMA-gefertigten Kronen
  • Entgültige Versorgung mit keramisch verblendeten Kronen

Herstellung des Wax Up`s zur Ästhetikeinprobe

Es wurde ein klinischer Funktionsstatus erhoben und eine Anhebung der vertikalen Dimension von 10 mm ermittelt. Die nach arbiträrer Schanierachse einartikulierten und verschlüsselten Arbeitsmodelle gaben die Mundsituation wieder. Der Stützstift wurde um 10 mm angehoben. Bei der Herstellung des Mock Up`s dienten die Portraitfotos als große Hilfe. An Hand der Bilder konnten Leptosomentyp, sowie Merkmale wie Lachlinie, Schneidekantenverlauf und Bipupilarlinie berücksichtigt werden und die Frontzähne entsprechend gestaltet werden. Neben den morphologischen Eigenschaften der einzelnen Zahnkronen spielte die Optimierung der Zahnstellung und Speekurve eine entscheidende Rolle. Die fertige Modellation wurde dann dubliert und in Klasse 4 Gips aus gegossen. Darauf sind 0,5 mm starke Duran Folien übergezogen worden. Mit Hilfe dieser Schienen ist es möglich, die modellierte Situation in den Mund zu übertragen (Abb. 2).

  • Abb. 2: Die mit Luxa Temp übertragene Situation im Patientenmund.

  • Abb. 2: Die mit Luxa Temp übertragene Situation im Patientenmund.
Zur Umsetzung des Wax Up`s diente ein provisorischer auf Bis-GMA basierender Kronen.- und Brückenkunststoff. Jetzt hatte auch die Patientin eine genaue Vorstellung von dem angestrebten Endergebnis. Dies führt zu einer großen Motivation, da Sie nun detailliert sehen konnte was machbar ist. Über eine Schienentherapie konnte die Patientin an die gewünschte Bissanhebung herangeführt und deren Akzeptanz überprüft werden. Die angefertigte Schiene wurde anschließend über ein halbes Jahr getragen um sicher gehen zu können, dass die vertikale Bisshebung von der Person akzeptiert wird.

Die provisorische Versorgung

In der darauf folgenden Sitzung wurden alle 26 Zähne präpariert und zur temporären Kronenversorgung aufbereitet (Abb. 3). Sehr wichtig war bei diesem Arbeitsschritt die Verschlüsselung der Bisssituation nach der getragenen Schiene. Diese wurde entsprechend der Situation geteilt und zur Verschlüsselung angewendet. Die vorübergehenden Provisorien wurden wieder mit Hilfe der über das Wax Up tiefgezogenen Folien hergestellt. Die Abformung der beiden Kieferhälften erfolgte mit Impregum in der Doppel Abformtechnik. Nach dem Einhalten einer zweistündigen Entspannungsphase der Polyether Abformung konnte mit der Herstellung der Sägemodelle begonnen werden. Die Arbeitsmodelle sind nach arbiträrer Schanierachse in den Artikulator eingestellt geworden. Die korrekte Bissverschlüsselung ist ausschlaggebend für den Erfolg der Restauration(Abb. 4). Durch das in Abbildung 5 dargestellte Bissregistrat wird der Schneidekantenverlauf der Provisorien festgehalten und konnte als nützliche Zusatzinformation mit in die Konstruktion einfließen. Durch diesen Biss war eine genaue Herstellung der Oberkiefer- Frontzähne garantiert. Aus der Negativform entstand durch Umsetzung des scannbaren Silikons (MetalBite) ein Positiv, das als Antagonist bei der Sirona InLab Software eingescannt werden konnte. Zur Konstruktion der Kronen wurde das InLab CAD/CAM System der Firma Sirona verwendet.

  • Abb. 3: Die präparierten Kronen wurden zur Versorgung aufbereitet.
  • Abb. 4: Die Bissverschlüsselung wurde 1:1 übertragen.
  • Abb. 3: Die präparierten Kronen wurden zur Versorgung aufbereitet.
  • Abb. 4: Die Bissverschlüsselung wurde 1:1 übertragen.

  • Abb. 5: Die Oberkiefer Frontzahnverschlüsselung dient als Erfolgsgarantie zur Herstellung der provisorischen Restauration.
  • Abb. 5: Die Oberkiefer Frontzahnverschlüsselung dient als Erfolgsgarantie zur Herstellung der provisorischen Restauration.

CAD-Konstruktion der OK- Frontzahnkronen

Durch das Korrelieren des Wax Up`s wäre diese Arbeit am schnellsten umsetzbar. Allerdings konnte ein korreliertes Wax Up nur beschränkt nachgearbeitet werden. Diese Funktion ist mit dem nun auf den Markt kommenden Update möglich. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung für den aufwendigeren aber genaueren Weg. Die genauesten Anhaltspunkte lagen durch die Verschlüsselung der oberen Frontzähne vor und es konnten somit die altersgerechten, in der Zahndatenbank hinterlegten Kronen genau positioniert werden. Beim Anlegen des neuen Auftrages wurden als erstes die Zähne 11 bis 13 konstruiert. Die Konstruktion ist im Brückenverbund und unter Verwendung der hinterlegten Zahndatenbank hergestellt geworden (Abb. 6). Nach dem Scannen der Präparation ist die aus MetalBite umgesetzte Provisorienverschlüsselung als Antagonist eingescannt worden (Abb. 7). Die als Antagonist gescannte Verschlüsselung wurde im nächsten Arbeitsschritt entsprechend der benötigten Funktion zurechtgeschnitten (Abb. 8). Entsprechend dieser Vorgabe konnten die einzelnen Zahnkronen in den Antagonistenscan hineinkonstruiert werden (Abb. 9 bis 12). Unter Zuhilfenahme der Design-Icons können die Zähne sehr effizient situationsbezogen ausgerichtet werden. Über die Icon Abstandsmarkierung werden die noch überstehenden Anteile je nach Stärke farbig markiert und entsprechend nachbearbeitet. Die fertige Konstruktion wird aus den vorhandenen PMMA basierenden Telio-Rohlingen der Firma Ivoclar Vivadent herausgeschliffen (Abb. 13). Die Vorgehensweise für die Kronen 21 bis 23 verlief identisch (Abb. 14).

  • Abb. 6: Der Auftrag zur Konstruktion der Zähne 11 bis 31 wurde angelegt.
  • Abb. 7: Das MetalBite Registrat wurde unter der Rubrik Antagonist eingescannt.
  • Abb. 6: Der Auftrag zur Konstruktion der Zähne 11 bis 31 wurde angelegt.
  • Abb. 7: Das MetalBite Registrat wurde unter der Rubrik Antagonist eingescannt.

  • Abb. 8: Die unnötigen Anteile der Frontzahnverschlüsselung werden weggeschnitten.
  • Abb. 9: Der Schneidekantenverlauf und deren Position ist genau erkennbar.
  • Abb. 8: Die unnötigen Anteile der Frontzahnverschlüsselung werden weggeschnitten.
  • Abb. 9: Der Schneidekantenverlauf und deren Position ist genau erkennbar.

  • Abb. 10: Durch die farbig markierte Durchdringung der Schneidekantenvorgabe wird der Verlauf genau angepasst.
  • Abb. 11: Durch die farbig markierte Durchdringung der Schneidekantenvorgabe wird der Verlauf genau angepasst .
  • Abb. 10: Durch die farbig markierte Durchdringung der Schneidekantenvorgabe wird der Verlauf genau angepasst.
  • Abb. 11: Durch die farbig markierte Durchdringung der Schneidekantenvorgabe wird der Verlauf genau angepasst .

  • Abb. 12: Die Konstruktion der Kronen 11 bis 13 ist beendet und kann an die CAM Einheit übermittelt werden.
  • Abb. 13: Die Telio PMMA Blöcke der Firma Ivoclar Vivadent.
  • Abb. 12: Die Konstruktion der Kronen 11 bis 13 ist beendet und kann an die CAM Einheit übermittelt werden.
  • Abb. 13: Die Telio PMMA Blöcke der Firma Ivoclar Vivadent.

  • Abb. 14: Der bearbeitete Telio PMMA Block.
  • Abb. 14: Der bearbeitete Telio PMMA Block.

Herstellung der UK-Frontzähne

Als nächstes konnten die Unterkiefer Frontzähne dagegen gestellt werden. Hier war es von der Spannweite möglich, alle sechs Frontzähne in einem Telio-Rohling herauszuarbeiten. Auch dazu wurde wieder über die Funktion Brückenverbund und Zahndatenbank konstruiert (Abb. 15). Wie in den Abbildungen 16 und 17 zu erkennen ist, wurden die Modelle mit Silikon ausgeblockt. Dies dient beim Einscannen als Tiefenanschlag, um ein besseres Scanergebnis zu erzielen. Die mit dem Rosenbohrer eingeschliffenen Kerben dienen der gezielten Korrelation des Antagonistenscans. Um die Rechenleistung der Hardware nicht zu überlasten, sollten nur so viele photooptische Aufnahmen wie notwendig gemacht werden. Der Scan der Antagonisten wird dann der Funktion entsprechend zugeschnitten. Dieser dient hauptsächlich als Richtlinie des Schneidekantenverlaufes der unteren Frontzähne. Nach dem Festlegen der Präparationsgrenze (Abb. 18) macht die InLab Software ihren entsprechenden Konstruktionsvorschlag, der noch nachjustiert werden muss und das morphologische Verständnis des Bedieners gefragt ist (Abb. 19). Die durch Computer Aided Manufactering hergestellten Kronen sind in der Abbildung 20 zu sehen. In Abbildung 21 ist zu sehen, wie die herausgefrästen Halbzeuge entsprechend der Patientensituation nachgearbeitet wurden.

  • Abb. 15: Anlegen des Auftrages für die Unterkiefer Front.
  • Abb. 16: Mit Silikon wurde dem Scanner ein Tiefenanschlag gegeben, um das Scannergebnis zu verbessern.
  • Abb. 15: Anlegen des Auftrages für die Unterkiefer Front.
  • Abb. 16: Mit Silikon wurde dem Scanner ein Tiefenanschlag gegeben, um das Scannergebnis zu verbessern.

  • Abb. 17: Durch die Umgarnung der einzelnen Zahnstümpfe wird das Scannergebnis im approximalen Bereich verbessert.
  • Abb. 18: Festlegen der Präparationsgrenze der einzelnen Stümpfe.
  • Abb. 17: Durch die Umgarnung der einzelnen Zahnstümpfe wird das Scannergebnis im approximalen Bereich verbessert.
  • Abb. 18: Festlegen der Präparationsgrenze der einzelnen Stümpfe.

  • Abb. 19: Individuelle Optimierung der CAD-Vorschläge.
  • Abb. 20: Die herausgefräste Situation aus dem hochfesten Telio PMMA Rohling.
  • Abb. 19: Individuelle Optimierung der CAD-Vorschläge.
  • Abb. 20: Die herausgefräste Situation aus dem hochfesten Telio PMMA Rohling.

  • Abb. 21: Die ausgearbeitete und aufpolierte Situation der Frontzahnkronen.
  • Abb. 21: Die ausgearbeitete und aufpolierte Situation der Frontzahnkronen.

Herstellung der UK-Seitenzähne

Im nächsten Arbeitsschritt ging es an die Konstruktion der posterioren Kronenanteile. Es empfiehlt sich mit den unteren Seitenzähnen fortzufahren. Dabei lässt sich die Spee-Kurve gezielt herausarbeiten. Ein neuer Auftrag für die Zähne 44 bis 47 wurde angelegt. Die Herstellung erfolgte wieder im Brückenverbund mit der hinterlegten Zahndatenbank. Um möglichst viele Angaben zur Konstruktion zu bekommen, sind mit Hilfe der vorhandenen Tiefziehschiene des Wax Up`s die Antagonistenzähne mit einem Silikon auf das Arbeitsmodell übertragen geworden (Abb. 22). Diese Situation konnte dann wieder mit Metal- Bite verschlüsselt und als Antagonistenzähne eingescannt werden. Dank der eingebrachten Kerben ist sehr schön zu erkennen, wie sicher sich der Gegenbiss in die Unterkiefersituation korrelieren lässt (Abb. 23). Die Übertragung des Oberkiefer Wax Up`s wird auf das Wesentliche zurechtgeschnitten, um ungehindert damit arbeiten zu können (Abb. 24).

  • Abb. 22: Optimieren der Antagonisten.
  • Abb. 23: Mit Hilfe der angebrachten Markierungen kann der Antagonistenscann genau korreliert werden.
  • Abb. 22: Optimieren der Antagonisten.
  • Abb. 23: Mit Hilfe der angebrachten Markierungen kann der Antagonistenscann genau korreliert werden.

  • Abb. 24: Die benötigte Antagonistenfläche zur groben Orientierung.
  • Abb. 24: Die benötigte Antagonistenfläche zur groben Orientierung.

Der nächste Schritt war dann das Festlegen der Präparationsgrenzen. Gearbeitet wurde bei dieser 25 Jahre alten Patientin mit dem jugendlichen Anatomietyp (Abb. 25). Die von der Software vorgeschlagene Konstruktion konnte optimiert und mit Hilfe des gescannten Antagonisten in vertikaler Ebene und Dimension ausgerichtet werden. Hier möchte ich erwähnen, dass die Antagonisten nur als grobe Orientierung für die vertikalen Ausmaße dienten (Abb. 26).

  • Abb. 25: Es wurde die Zahndatenbank mit jugendlicher Anatomie ausgewählt, da es sich um eine 25-jährige Person handelt.
  • Abb. 26: Die optimierten vollanatomischen Kronen unter Berücksichtigung der Spee-Kurve.
  • Abb. 25: Es wurde die Zahndatenbank mit jugendlicher Anatomie ausgewählt, da es sich um eine 25-jährige Person handelt.
  • Abb. 26: Die optimierten vollanatomischen Kronen unter Berücksichtigung der Spee-Kurve.

Nach abgeschlossener Konstruktion wurden die Konstruktionsdaten für die CAM-Software aufbereitet und der Auftrag ging an die Fräseinheit. Das herausgefräste Ergebnis sehen Sie in der Abbildung 27. Der verblockte Rohling wurde mit einer feinen Diamantscheibe in die einzelnen Segmente geteilt und die Kontaktpunkte, sowie der Randschluss der Kronen nachgearbeitet. Die Seitenzähne im dritten Quadranten sind nach der gleichen Vorgehensweise hergestellt worden. Das Mock Up konnte mit Hilfe der Tiefziehschiene auf das Oberkiefer Arbeitsmodell übertragen werden, um Angaben zur groben vertikalen Dimension zu haben. Optimiert wurde das Ganze durch die Spee-Kurve (Abb. 28 und 29). Die detaillierte morphologische Ausarbeitung erfolgte erst nach der Herstellung der kompletten Oberkieferanteile. Erst dann verfügte man über alle notwendigen Anhaltspunkte, um solch eine Arbeit im Detail ausarbeiten zu können.

  • Abb. 27: Kontrolle und Nacharbeiten des Randschlusses.
  • Abb. 28: Aufarbeiten der Antagonistensituation.
  • Abb. 27: Kontrolle und Nacharbeiten des Randschlusses.
  • Abb. 28: Aufarbeiten der Antagonistensituation.

  • Abb. 29: Die gefrästen Halbzeuge in Situation.
  • Abb. 29: Die gefrästen Halbzeuge in Situation.

Herstellung der OK-Seitenzähne

Zur Herstellung der posterioren Oberkieferkronen wurde zunächst wieder die vorhandene Situation im Artikulator mit MetalBite verschlüsselt (Abb. 30). Die weitere Vorgehensweise ist vom Ablauf identisch mit der Konstruktion im Unterkiefer. Der einzige Unterschied liegt bei der okklusalen Gestaltung. Der Zahnbogen ist vom Unterkiefer vorgegeben und die oberen Seitenzähne müssen den hinterlegten Menüpunkten entsprechend dem okklusalen Kompass in Funktion gebracht werden. Nach einer ersten groben Ausrichtung der Zahnkronen werden die Kontaktflächen farbig hinterlegt und die Stellung der Zähne optimiert. Über den Befehl „Höcker Settings“ kann anschließend die Feinjustierung von der Software übernommen werden. Die bildliche Vorgehensweise wird in den Abbildungen 31 bis 35 erläutert. Zuletzt konnte noch der zweite Quadrant mit den Zähnen 24 bis 25 hergestellt werden. Dies ist über die Abbildungen 36 und 37 nachzuvollziehen. Wie schon erwähnt kann die Feinjustierung der einzelnen Kronen erst zum jetzigen Zeitpunkt durchgeführt werden, da die Arbeit im Gesamten vorliegt und aufs kleinste Detail abgestimmt werden kann. Für den ästhetischen Teil ist Texturpuder immer eine dankbare Hilfskomponente. Durch diese einheitliche Farbgebung können die morphologischen Details wie Höckerabhänge und Winkelmerkmale sehr gut nachgearbeitet werden (Abb. 38 und 39). Sehr entscheidend bei diesen einfarbigen Kunststoffblöcken ist das Herausarbeiten der Oberflächentextur. Gerade bei einer 25jährigen Patientin kann über diesen Weg sehr viel Lebendigkeit in die Kronen eingearbeitet werden (Abb. 40 und 41). Zur letzten Überprüfung der Okklusion dient das Bissregistrat, welches an Hand der Schienentherapie durchgeführt wurde. Mit Shimstockfolie werden die einzelnen Kronen auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft und evtl. noch nachgearbeitet (Abb. 42). Nach abgeschlossener Herstellung wurde die Situation noch entsprechend mit Silikon verschlüsselt, um die Ausmaße zur Herstellung der definitiven keramischen Restauration vorliegen zu haben (Abb. 43).

  • Abb. 30: Die Unterkiefersituation wird im Artikulator mit dem scanbaren MetalBite Material verschlüsselt.
  • Abb. 31: Mit Hilfe der eingebrachten Kerben kann die Antagonistensituation wieder optimal korreliert werden.
  • Abb. 30: Die Unterkiefersituation wird im Artikulator mit dem scanbaren MetalBite Material verschlüsselt.
  • Abb. 31: Mit Hilfe der eingebrachten Kerben kann die Antagonistensituation wieder optimal korreliert werden.

  • Abb. 32: Der Antagonsitenscan wird auf das Wesentliche optimiert.
  • Abb. 33: Die Konstruktion wird an den Antagonisten ausgerichtet.
  • Abb. 32: Der Antagonsitenscan wird auf das Wesentliche optimiert.
  • Abb. 33: Die Konstruktion wird an den Antagonisten ausgerichtet.

  • Abb. 34: Die Feinheiten werden dann wieder mit der „Glätten“ Funktion optimiert.
  • Abb. 35: Die zur Fertigung bereiten Daten.
  • Abb. 34: Die Feinheiten werden dann wieder mit der „Glätten“ Funktion optimiert.
  • Abb. 35: Die zur Fertigung bereiten Daten.

  • Abb. 36: Die gescannte Situation wird manuell über die Einkerbungen korreliert.
  • Abb. 37: Die erstellte Konstruktion wird erneut an den Antagonistenzähnen ausgerichtet und optimiert.
  • Abb. 36: Die gescannte Situation wird manuell über die Einkerbungen korreliert.
  • Abb. 37: Die erstellte Konstruktion wird erneut an den Antagonistenzähnen ausgerichtet und optimiert.

  • Abb. 38: Zur Optimierung der Zahnform und der Oberflächenbeschaffenheit wurde Texturpuder verwendet.
  • Abb. 39: Zur Optimierung der Zahnform und der Oberflächenbeschaffenheit wurde Texturpuder verwendet.
  • Abb. 38: Zur Optimierung der Zahnform und der Oberflächenbeschaffenheit wurde Texturpuder verwendet.
  • Abb. 39: Zur Optimierung der Zahnform und der Oberflächenbeschaffenheit wurde Texturpuder verwendet.

  • Abb. 40: Durch das Herausarbeiten der jugendlichen Oberflächenstruktur wirkt das einfarbige PMMA Material schon sehr natürlich und lebendig.
  • Abb. 41: Der Lichtfluss der PMMA-basierenden Kronen.
  • Abb. 40: Durch das Herausarbeiten der jugendlichen Oberflächenstruktur wirkt das einfarbige PMMA Material schon sehr natürlich und lebendig.
  • Abb. 41: Der Lichtfluss der PMMA-basierenden Kronen.

  • Abb. 42: Die Okklusion wurde mit Hilfe des Bissregistrates und Zinnfolie überprüft.
  • Abb. 43: Um die Situation zur Herstellung der späteren definitiven Arbeit zu haben, wurden die Kronen in Artikulation verschlüsselt .
  • Abb. 42: Die Okklusion wurde mit Hilfe des Bissregistrates und Zinnfolie überprüft.
  • Abb. 43: Um die Situation zur Herstellung der späteren definitiven Arbeit zu haben, wurden die Kronen in Artikulation verschlüsselt .

Schlusswort

Dank der industriell gefertigten PMMA-Rohlinge bekommen provisorische Versorgungen eine ganz neue Bedeutung.

  • Abb. 44 und 45: Die fertige Arbeit im Patientenmund.

  • Abb. 44 und 45: Die fertige Arbeit im Patientenmund.
Diese hochfesten Materialien können problemlos über einen längeren Zeitraum im Mund verbleiben (Abb. 44 und 45). Durch deren Einsatz kann der Behandler die Versorgung schrittweise durchführen. Ebenfalls kann bei geringem Buget in mehreren, dem Patienten erträglichen Etappen, die Restauration durchgeführt werden. Besonders bedanken möchte ich mich bei Herrn Prof. Dr. Daniel Edelhoff für die gute Zusammenarbeit. Dank der hochwertigen Arbeitsunterlagen ist es dem Zahntechniker möglich, das Maximum für den zahntechnischen Teil herauszuholen. 

 

 


VERWENDETE MATERIALIEN

Abformmaterial:
Impregum Penta Soft Polyether,
3M Espe AG (Seefeld)
Gipsmodelle:
Fuji-Rock EP Gips Klasse 4,
GC Germany GmbH (Bad Homburg)
Modellierwachs:
IQ 4 Modellierwachs, ash-free,
Yeti Dentalprodukte GmbH (Engen)
Dubliersilikon:
rema-Sil,
Dentaurum GmbH & Co. KG (Ispringen)
Scannbares Silikon:
MetalBite,
R-dental Dentalerzeugnisse GmbH (Hamburg)
Tiefziehfolie:
Duran Tiefziehfolie 0,5mm,
Scheu Dental GmbH (Iserlohn)
Provisorischer K.-und B. Kunststoff:
Luxatemp, DMG Dental GmbH (Hamburg)
Repositions Onlays:
Telio CAD/CAM Blöcke,
Ivoclar Vivadent AG (FL-Schaan)
Oberflächentexturpuder:
Texturpuder, Picodent GmbH (Wipperfürth

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM Björn Maier

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZTM Björn Maier


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