Kronen/Brücken

Teil 2

Oral Harmony: Habitus basierte Restaurationen


Indizes: Vollkeramik, Initial ZR, Characteristika, Gradia, Weichgewebe

Vollkeramische Restaurationen liegen im Trend und werden zukünftig einen beachtlichen Teil der eingesetzten Arbeiten ausmachen. Doch bei all der Diskussion um die Vorteile der Vollkeramik sollte der funktionelle Aspekt einer Rehabilitation im Vordergrund stehen, denn Funktionalität stellt einen wichtigen Parameter für stabile orale Verhältnisse dar. In Teil 1 (ZTM Märzausgabe) beschreibt der Autor die skelettalen Wachstumsmuster, erläutert die Funktionsanalyse für die therapeutische Übergangsrestauration und zeigt, wie die Laut- und Habitusanalyse die Zahnposition vorgibt. Teil 2 rundet den Beitrag nun mit der Präsentation dreier vollkeramisch versorgter Fälle ab.

Nachdem die Informationen der Funktionsanalyse unter Berücksichtigung der skelettalen Wachstumsmuster und die Laut- und Habitusanalyse in der Übergangsrestauration erprobt und eingefroren sind, können nun die Informationen anhand dieser Vorlage bei der keramischen Schichtung für die definitive Versorgung übernommen werden. Die Zahnform und die Oberfläche wird den Restzähnen angepaßt und in Harmonie zu dem oralen und fazialen Umfeld gebracht.

Imitation natürlicher Zahnoberflächen

Bei der gezeigten Versorgung handelt es sich um eine Zirkondioxid-Restauration, die mit Initial ZR (Fa. GC) verblendet wurde. Die hohe Festigkeit des Materials ermöglicht es, vollkeramische Brückenkonstruktionen oder eine verblockte Verbindung von mehreren Pfeilerzähen anzufertigen, so wie bei diesem Patienten (Abb. 1). Ein Vorteil der Initial ZR Verblendkeramik ist in der sehr homogenen Keramikstruktur begründet, so daß Korrektur- und Glanzbrand in einem Schritt erfolgen und anschließend der Glanzgrad und die Oberflächenbeschaffenheit mechanisch erarbeitet werden können (Abb. 2, 3). Diese Keramikeigenschaft ermöglicht eine Imitation von nahezu jeder natürlichen Zahnoberfläche.

Die glatte, gewebefreundliche Struktur schafft eine gute Anhaftung des Weichgewebes an die Keramik (Abb. 4). Im Laufe der Tragedauer findet, nach meiner Erfahrung, eine weitere deutliche Verbesserung der angrenzenden Weichgewebsstrukturen, im speziellen im Interdentalbereich statt. Auch diese Restauration wurde wiederum auf ihre Funktion, Lautbildung, Ästhetik zu den Restzähnen und dem oralen Umfeld kontrolliert (Abb. 5-10).

  • Abb. 1: Mit dem Zirkongerüst können schwache Pfeilerzähne verblockt werden.
  • Abb. 2: Der finale Glanz- und Korrekturbrand erfolgt in einem Schritt.
  • Abb. 1: Mit dem Zirkongerüst können schwache Pfeilerzähne verblockt werden.
  • Abb. 2: Der finale Glanz- und Korrekturbrand erfolgt in einem Schritt.

  • Abb. 3: Fertige Zirkonrestauration.
  • Abb. 4: Wichtig für eine gute parodontale Situation ist der Übergang zum Weichgewebe.
  • Abb. 3: Fertige Zirkonrestauration.
  • Abb. 4: Wichtig für eine gute parodontale Situation ist der Übergang zum Weichgewebe.

Illusion gewachsener Zähne

Beim folgenden Patientenfall wurde der Glanzbrand wieder zusammen mit dem Korrekturbrand durchgeführt und anschließend die Keramikoberfläche passend zu dem Glanzgrad des Patienten poliert (Abb. 11, 12). Erstaunlich gut sind auch die lichtoptischen Eigenschaften von Zirkonoxid-Restaurationen durch die metallfreie Struktur (Abb. 13).

Die lichtoptischen Eigenschaften, die gute Gewebeverträglichkeit, sowie die individuelle Zahnstellung passend zum Erscheinungsbild und die typgerechten Charakteristika der Restauration vermitteln die Illusion von natürlich gewachsenen Zähnen (Abb. 14-17).

Die enge Zusammenarbeit und Einbeziehung des Patienten ermöglichen es, die individuelle Persönlichkeit durch die Restauration zu unterstreichen.

Liebe zum Detail bringt den Erfolg

Der letzte Fall zeigt eine Einzelzahn-Implantatversorgung im Unterkiefer. Bei kleinen Restaurationen ist der Blick und die Liebe zum Detail für den Gesamterfolg der Behandlung entscheidend, jedoch ohne die komplexe Funktion außer acht zu lassen. Hierfür ist eine gute Abstimmung der Materialien aufeinander wichtig. Aufgrund der verlorengegangen Zahnhartsubstanz an den unteren Frontzähnen (Abb. 19) wurde es nötig diese im Zuge der Implantatrestauration zur Verbesserung der Funktion und Ästhetik aufzubauen. Damit keine Fehler aus der alten Restauration übernommen werden, wurde ein Okklusionslinienausgleich in der OK-Front durchgeführt, um die neue Versorgung ideal gestalten zu können (Abb. 20). Der Aufbau der abradierten UK-Frontzähne erfolgte zunächst mittels Komposit (GC Gradia) (Abb. 21). Diese Kompsitveneers können dann im Zuge der Eingliederung des Implantats adhäsiv befestigt werden (Abb. 22). Je nach Wunsch des Patienten ist es möglich, diese später in keramische Veneers sicher umzusetzen.

  • Abb. 5: Die logopädisch...
  • Abb. 6: ...funktionell...
  • Abb. 5: Die logopädisch...
  • Abb. 6: ...funktionell...

  • Abb. 7: ...ästhetische Kontrolle...
  • Abb. 8: ...im Detail...
  • Abb. 7: ...ästhetische Kontrolle...
  • Abb. 8: ...im Detail...

  • Abb. 9 und Abb. 10: ...sowie die Inkorporation in das faziale Umfeld.
  • Abb. 11: Auch bei dieser Zirkonrestauration erfolgte Korrekturund Glanzbrand in einem Schritt.
  • Abb. 9 und Abb. 10: ...sowie die Inkorporation in das faziale Umfeld.
  • Abb. 11: Auch bei dieser Zirkonrestauration erfolgte Korrekturund Glanzbrand in einem Schritt.

  • Abb. 12: Die definitive Restauration nach der mechanischen Politur.
  • Abb. 12: Die definitive Restauration nach der mechanischen Politur.

  • Abb. 13: Auch im Durchlicht haben Zirkonrestaurationen naturkonforme, lichtoptische Eigenschaften.
  • Abb. 14: Die Zahnstellung im Detail unterstreicht...
  • Abb. 13: Auch im Durchlicht haben Zirkonrestaurationen naturkonforme, lichtoptische Eigenschaften.
  • Abb. 14: Die Zahnstellung im Detail unterstreicht...

  • Abb. 15: ...das Erscheinungsbild des Patienten...
  • Abb. 16: ...sowie das Spiel der OK-Front zur Unterlippe...
  • Abb. 15: ...das Erscheinungsbild des Patienten...
  • Abb. 16: ...sowie das Spiel der OK-Front zur Unterlippe...

  • Abb. 17: ...auch von sagittal.
  • Abb. 18: Individuelles Titanabutment, deutlich erkennbar sind die starken Abrasionsspuren an den Nachbarzähnen.
  • Abb. 17: ...auch von sagittal.
  • Abb. 18: Individuelles Titanabutment, deutlich erkennbar sind die starken Abrasionsspuren an den Nachbarzähnen.

  • Abb. 19: Okklusionslinienausgleich an der überkonturierten OKKrone.
  • Abb. 20: Schichtung der Implantatkrone und der Kompositveneers
  • Abb. 19: Okklusionslinienausgleich an der überkonturierten OKKrone.
  • Abb. 20: Schichtung der Implantatkrone und der Kompositveneers

  • Abb. 21: Fertiggestellte Implantatkrone
  • Abb. 22: Adhäsive Befestigung der Komopsitveneers
  • Abb. 21: Fertiggestellte Implantatkrone
  • Abb. 22: Adhäsive Befestigung der Komopsitveneers

  • Abb. 23: Definitive Restauration unmittelbar nach dem Einsetzen
  • Abb. 23: Definitive Restauration unmittelbar nach dem Einsetzen

Die eingegliederte definitive Restauration läßt bereits direkt nach dem Einsetzen eine gute Adaptation des Weichgewebes erkennen (Abb. 23).

Ein großes Dankeschön für die gute Zusammenarbeit gilt: Dr. Armin Enssle, Dr. Martin Frank, Dr. Oliver Petsch.

 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM Bernd van der Heyd

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZTM Bernd van der Heyd


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