Kronen/Brücken


Sicherheit und Ästhetik – durch hochfeste Keramik vorteilhaft kombiniert


Auf der Internationalen Dental-Schau (IDS), Köln, wurde im März dieses Jahres von der Vita Zahnfabrik, Bad Säckingen, die zirkoniumdioxidverstärkte Lithiumsilikatkeramik Vita Suprinity vorgestellt. Die Werkstoffdaten und das ästhetische Potenzial sorgten für großes Interesse beim Publikum. Fragen zu diesem Werkstoff und seiner Verarbeitung beantwortet hier der österreichische Zahntechnikermeister Thomas Absmanner.

Herr Absmanner, was ist für Sie persönlich das Besondere beziehungsweise Einzigartige an der zirkoniumdioxidverstärkten Lithiumsilikatkeramik Vita Suprinity und warum haben Sie sich dafür entschieden, mit der neuen Glaskeramik zu arbeiten?

Thomas Absmanner: Vita Suprinity eignet sich für ein breites Indikationsspektrum und kann darüber hinaus je nach Bedarf flexibel sowohl vollanatomisch als auch reduziert mit anschließender Schichtung eingesetzt werden. Zusätzlich lässt sie sich einfach und schnell verarbeiten.

Welche Unterschiede bestehen aus Ihrer Sicht im Vergleich zu traditionellen dentalen Glaskeramiken?

Die Kristallgrößen liegen bei Lithiumdisilikat bei etwa 1,5 Mikrometer (?m). Die neue Glaskeramikgeneration zeichnet sich laut Hersteller durch eine konstante Kristallgröße von etwa 0,5 ?m aus. Das sorgt für eine feinere, homogenere Gefügestruktur. Dadurch liegt auch eine sehr gute Kantenstabilität vor, sodass in der Folge exakte Schleifergebnisse erzielt werden.

Welche Sicherheit kann Ihnen diese neue zirkoniumdioxidverstärkte Lithiumsilikatkeramik in Bezug auf einen dauerhaften und verlässlichen klinischen Erfolg ermöglichen – was erwarten Sie?

Es liegen zwar keine Langzeitstudien vor, aber unsere Erfahrungen mit dem Material im Rahmen der umfangreichen Testphase lassen auf eine langfristige Stabilität schließen. Durch die feinkörnige Struktur sind beste Voraussetzungen für eine hohe Zuverlässigkeit gegeben.

Welche Vorteile, welchen Nutzen bietet Ihnen der Werkstoff aus Ihrer persönlichen Sicht in der klinischen Anwendung in Bezug auf präzise Endergebnisse, Prozesssicherheit und ästhetische Eigenschaften?

Das Material lässt sich sehr exakt verarbeiten, so dass präzise Ergebnisse erzielt werden. Für den Seitenzahnbereich kann ohne Weiteres vollanatomisch ausgeschliffen werden. Im Frontzahnbereich halte ich aus ästhetischer Sicht ein Cut-Back und eine Individualisierung mit den Vita VM 11-Massen für vorteilhaft (Abb. 1 und 2).

  • Abb. 1: CAD/CAM-gestützt gefertigte Restauration aus Vita Suprinity nach dem Cut-back. Bildnachweis: Thomas Absmanner, Eggelsberg, Österreich
  • Abb. 2: Die fertiggestellte Arbeit nach der Individualisierung mit Vita VM 11-Massen. Bildnachweis: Thomas Absmanner, Eggelsberg, Österreich
  • Abb. 1: CAD/CAM-gestützt gefertigte Restauration aus Vita Suprinity nach dem Cut-back. Bildnachweis: Thomas Absmanner, Eggelsberg, Österreich
  • Abb. 2: Die fertiggestellte Arbeit nach der Individualisierung mit Vita VM 11-Massen. Bildnachweis: Thomas Absmanner, Eggelsberg, Österreich

Sind Ihnen beim Einsatz besondere Vorteile aufgefallen beziehungsweise gibt es positive Überraschungen bei der Anwendung?

Eine opakere Struktur würde zwar die Beurteilung der Oberflächen und Formen erleichtern, aber es ist ein großer Vorteil, dass sich Vita Suprinity so gut im Rohzustand bearbeiten lässt. Positiv überrascht hat mich definitiv, dass bei der CAD/CAM-Bearbeitung signifikant weniger Absplitterungen im Randbereich auftreten als bei vergleichbaren Materialien.

Wie beurteilen Sie diese Keramik in Bezug auf ihre Verarbeitungseigenschaften?

Diese bewerte ich in jeder Hinsicht positiv. Weil sich das Material unter anderem hervorragend schleiftechnisch bearbeiten lässt, ist eine schnelle CAD/CAM-Fertigung möglich. Des Weiteren sind Nachbearbeitung und Kristallisation einfach durchzuführen und es liegt eine gute Polierbarkeit vor – sowohl vor als auch nach der Kristallisation, auch mit herkömmlichen Keramikpolierpasten.

Wo sehen Sie hier die Vorteile im Vergleich zu traditionellen Glaskeramiken wie zum Beispiel Lithiumdisilikat?

Auf den ersten Blick bestehen keine großen Unterschiede zwischen den herkömmlichen Glaskeramiken und dem neuen Material. Aber es sind die vielen kleinen Details bei Zusammensetzung und Struktur, die insgesamt letztlich zu diesem optimierten Werkstoff geführt haben. Aufgrund der bisherigen Erfahrungswerte erhoffe ich mir daher auf jeden Fall bessere Langzeitergebnisse.

Wodurch, denken Sie, erleichtert Vita Suprinity den Verarbeitungsprozess in Praxen und Laboren?

Das Material ist für alle Einzelzahnversorgungen geeignet – von Kronen im Front- und Seitenzahnbereich über Suprakonstruktionen auf Implantaten bis hin zu Veneers, Inlays und Onlays – und dank zweier verfügbarer Transluzenzstufen ist es in jedem Bereich einsetzbar. Die Fertigstellung von vollanatomisch gefrästen Restaurationen ist simpel und kann nach der Einprobe im Mund direkt in der Zahnarztpraxis erfolgen.

 

(Hier als PDF zum downloaden)

 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM Thomas Absmanner

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZTM Thomas Absmanner


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