Werkstoffe


Ein neuer Keramik-Polymer-Hybridwerkstoff für CAD/CAM

Professor Dr. med. dent. Werner H. Mörmann
Professor Dr. med. dent. Werner H. Mörmann

„Vita Enamic“ ist ein weltweit einzigartiger dentaler Verbundwerkstoff, der Vorteile traditioneller Keramik- und Kompositmaterialien in sich vereint. Hier wurde ein neuer Weg beschritten und eine Hybridkeramik mit Dual-Netzwerkstruktur geschaffen. Der neue Werkstoff besteht aus einem dominierenden keramischen Netzwerk, das durch ein Polymernetzwerk verstärkt wird. Die Verarbeitung erfolgt mittels CAD/CAM-Technologie.

Der Indikationsbereich deckt Einzelzahnrestaurationen ab: Inlays, Onlays, Veneers, Kronen und Teilkronen. Für den monolithischen Zahnersatz – hergestellt zum Beispiel mit den Cerec- und inLab MC XL-Systemen (Sirona) – fallen Brenn- oder Sinterprozesse nicht an. Der Verbund zu den Malfarben baut sich durch Polymerisieren auf. Im Folgenden beantwortet Professor Dr. Werner H. Mörmann, Universität Zürich, Fragen zu dieser Weltneuheit der Vita Zahnfabrik.

Herr Professor Mörmann, was ist für Sie persönlich das Besondere beziehungsweise Einzigartige an dem neuen dentalen Werkstoff Vita Enamic und warum haben Sie sich dafür entschieden, mit dieser Hybridkeramik zu arbeiten?

Der neuartige Werkstoff vereint in sich verschiedenste positive Eigenschaften. In diesem verbindet sich die interpenetrierende Struktur einer Hochleistungs-Gerüstkeramik, wie es beispielsweise Vita In-Ceram ist, mit der Ästhetik der Feldspatkeramik. Dank seiner einzigartigen Hybridstruktur weist das Material insgesamt betrachtet viele Vorteile auf.

Diese Hybridkeramik ist einerseits belastbar und andererseits elastisch. Warum muss in diesem Zusammenhang der gängige Begriff der sogenannten „Festigkeit“ keramischer Werkstoffe möglicherweise neu definiert werden?

  • Abb. 1: Die Abrasion erreicht bei Vita Enamic im Versuch 46 ?m und liegt im Vergleich zu Vitablocs Mark II, ebenfalls Vita Zahnfabrik, etwas höher. Der Abtrag durch Vita Enamic am Schmelz des Antagonisten beträgt 28 ?m. Mark II verursacht einen etwas höheren Antagonistenabtrag von 53 ?m. Quelle: Universität Zürich, Zentrum für Zahnmedizin, Klinik für PPK, Abt. für Computergestützte Restaurative Zahnmedizin, Prof. Dr. Werner H. Mörmann

  • Abb. 1: Die Abrasion erreicht bei Vita Enamic im Versuch 46 ?m und liegt im Vergleich zu Vitablocs Mark II, ebenfalls Vita Zahnfabrik, etwas höher. Der Abtrag durch Vita Enamic am Schmelz des Antagonisten beträgt 28 ?m. Mark II verursacht einen etwas höheren Antagonistenabtrag von 53 ?m. Quelle: Universität Zürich, Zentrum für Zahnmedizin, Klinik für PPK, Abt. für Computergestützte Restaurative Zahnmedizin, Prof. Dr. Werner H. Mörmann
Bei der Entwicklung des neuen CAD/CAM-Materials wurde die Kombination aus einer anorganischen keramischen Stützstruktur mit einem elastifizierenden organischen Polymeranteil realisiert – analog den natürlichen Zahnhartsubstanzen Schmelz und Dentin. Wird eine Einzelzahnrestauration hergestellt, reagiert der Werkstoff deshalb nach dem adhäsiven Verbund mit dem Zahnstumpf auf Belastung der Zahnhartsubstanz mit adäquater Festigkeit und zeigt auch bezüglich der Beständigkeit ein vergleichbares Verhalten.

Welche Vorteile, welchen Nutzen sehen Sie aus Ihrer eigenen Erfahrung heraus für den CAD/CAM-Anwender?

Nach meiner Erfahrung können sämtliche Formen der zugelassenen Einzelzahnrestaurationen schnell und mit ausgezeichnetem Ergebnis aus dem Rohling herausgeschliffen werden. Die Hybridkeramik lässt sich im Mund leicht auf Glanz polieren, der keramiktypisch beständig ist. Die okklusale Kontaktabrasion verhält sich ähnlich dem Zahnschmelz und ist antagonistenfreundlich (Abb. 1).

In der nächsten Ausgabe des „Internationalen Zahntechnik Magazin“ lesen Sie mehr über diese neue Hybridkeramik: zu mechanischen Eigenschaften, der Zuverlässigkeit sowie zu Verarbeitungsschritten.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Professor Dr. Werner H. Mörmann

Bilder soweit nicht anders deklariert: Professor Dr. Werner H. Mörmann


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