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7. Da Vinci Creativ Seminar in Bonn – der Nachbericht

14.11.2019

Netzwerken beim 7. Da Vinci Creativ Seminar im September in Bonn Bad Godesberg.
Netzwerken beim 7. Da Vinci Creativ Seminar im September in Bonn Bad Godesberg.

Die im Jahr 1896 erbaute „kleine Beethovenhalle“ im Basilikastil bot den historisch passenden Rahmen für das diesjährige 7. Da Vinci Creativ Seminar. Nach sieben intensiven Monaten der Vorbereitung war es am 20. und 21. September 2019 endlich soweit: den zahlreichen nationalen und internationalen Gästen wurde in Bonn Bad Godesberg ein Programm der Extraklasse geboten. Den Zahntechnikern und Zahnärzten wurden in den zwei Tagen informative, spannende und abwechslungsreiche Vorträge zuteil. Novum der Veranstaltung war die Austragung des DL Newcomer Wettbewerb in Zusammenarbeit mit Da Vinci Dental.

Die Moderatoren Barbara Schuster und Massimiliano Trombin begleiteten das Publikum über die zwei Seminartage hinweg. Den Auftakt machte ZTM Hans Joachim Lotz, der bereits 1998 beim ersten Da Vinci Creativ Seminar Pate stand. Sein Vortrag beschäftigte sich mit der Frage, ob es einer geheimen Zutat bedarf, um zahntechnische Werkstücke perfekt zu erstellen. Gegenüber der Vergangenheit sind die heutige Wissenslage und der technische Fortschritt durch fortschreitende Digitalisierung zum einen, sowie die Möglichkeiten der innovativen materialtechnischen Umsetzung zum anderen an einem Punkt angekommen, an dem wir bereits im Vorfeld eine Transparenz über das zu erwartende Arbeitsergebnis erhalten können. An der konsequenten und klar strukturierten Planung, die hieraus resultiert, hat sich jedoch nichts geändert. Wenn die Zahnräder zwischen Wissen, Fingerfertigkeit und innovativen neuen Technologien ineinander greifen, muss man „seinen Händen eigentlich nur noch beim Arbeiten zuschauen“ (Zitat Jan Langner), resümierte Hans Joachim Lotz.

  • Die Moderatoren Massimiliano Trombin und ...
  • ... Barbara Schuster, stellvertretende Chefredakteurin des dental labor.
  • Die Moderatoren Massimiliano Trombin und ...
  • ... Barbara Schuster, stellvertretende Chefredakteurin des dental labor.

Danach folgte Christian Petri mit dem Thema „Implantatprothetik: Digital oder analog?“ Mit zahlreichen meisterlich gelösten Fällen veranschaulichte er, wie durch die neuen Technologien und Materialien unsere heutige Dienstleistung maßgeblich revolutioniert wurde. Wichtig dabei sei, die Interaktion zwischen Zahnarzt und Zahntechniker sowie die neuen Optionen in der CAD/CAM-Technologie in Form eines Protokolls darzustellen. Dieses Konzept basiert auf einem tieferen Verständnis der Anatomie jedes Patienten und auf der richtigen Auswahl des Materials und der Technik zur Wiederherstellung jeder einzelnen klinischen Situation. Implantatgetragener Zahnersatz kann heute zu 90 % digital hergestellt werden. Natürlich wird eine perfekte Versorgung erst durch die Schöpfungskraft des Technikers möglich.

  • ZT Christian Petri
  • Dipl. Ing. Vera Peters.
  • ZT Christian Petri
  • Dipl. Ing. Vera Peters.

Der bewährte Blick über den dentalen Tellerrand

Einen Vortrag der etwas anderen Art zeigte die Luft- und Raumfahrtingenieurin Vera Peters zum Thema: „Abenteuer Unternehmen – Auf den Spuren zu begeisterten Mitarbeitern“. Energievoll, lebendig und empfindsam präsentierte die Geschäftsführerin von BusinessArt wie und warum Mitarbeiter wachgerüttelt und aus der Lethargie geholt werden sollten. „Begeisterung rechnet sich!“ Mit ihren über 20 Jahren Erfahrung als Führungskraft und Business-Abenteuerin gab sie konkrete Tipps zur Vermeidung von Fachkräftemangel und Verringerung der Mitarbeiter-Fehlzeiten bei gleichzeitiger Steigerung der eigenen unternehmerischen Freude und Begeisterungsfähigkeit.

Der Newcomer-Wettbewerb

Anschließend waren die Newcomer an der Reihe: Arnold Drachenberg, Thomas Weiler und Stefan Momberg. Man konnte im Laufe des Nachmittags förmlich spüren, wie ihre Anspannung stündlich wuchs. Die drei „Neulinge“ wurden durch eine Vorauswahl der eingesendeten Bewerbungen ausgewählt, um sich gemeinsam mit gestandenen Referenten auf der Bühne zu präsentieren. Durch jeweils einen 30-minütigen Beitrag konnten sie ihr Können bravurös unter Beweis stellen. Das gezeigte Niveau war extrem hoch. Barbara Schuster und Massimiliano Trombin waren heilfroh, dass die Entscheidung über den Gewinner nicht von ihnen getroffen werden musste, denn das Publikum wurde zum Zünglein an der Waage bestimmt. Dies geschah durch ein Onlinevoting, das Ergebnis wurde am nächsten Tag verkündet. Der Sieg ging an Stefan Momberg, er erhielt den ersten Preis in Form eines Goldbarrens.

  • Die Newcomer (v. l.): ZTM Thomas Weiler, ZTM Arnold Drachenberg und ZT Stefan Momberg.

  • Die Newcomer (v. l.): ZTM Thomas Weiler, ZTM Arnold Drachenberg und ZT Stefan Momberg.
    © Da Vinci

Abschließend wurde der Abend mit kulinarischen Delikatessen und Live-Musik abgerundet. Die extra dafür angereisten Profimusiker aus Berlin, „Make a move“, machten ihrem Name aller Ehre, indem sie den Saal förmlich zum Toben brachten. Bis spät in die Nacht wurde getanzt und unter Kollegen gefachsimpelt.

Mythen in der Zahnheilkunde auf den Prüfstand stellen

Am darauf folgenden Tag lag es an ZTM Jan-Holger Bellmann, die Aufmerksamkeit der Zuschauer erneut wieder auf das Fachliche zu lenken. Binnen weniger Minuten schaffte er es, das gesamte Publikum in seinen Bann zu ziehen – durch einen sehr interessanten Vortrag, fernab von den klassisch perfekt gelösten Fällen, wollte er den Fokus der Zuhörer viel mehr auf die „wichtigen Dinge“ wie „Funktion“ und „Ethik“ lenken. Er legte den Zuschauern nahe, nicht alles für bare Münze zu nehmen, sondern ähnlich wie in der Sendung „Mythbuster“ sämtliche Mythen auf den Prüfstand zu stellen. Durch eine Vielzahl von an der Praxis orientierten Experimenten wurden Studien aus der Zahntechnik und Zahnmedizin von ihm bestätigt oder widerlegt.

  • ZTM Jan Holger Bellmann (links) im Gespräch mit ZTM Hans Joachim Lotz.
  • ZTM Jan Holger Bellmann (links) im Gespräch mit ZTM Hans Joachim Lotz.
    © Da Vinci

Der nächste Redner, Dr. Stefano Trasarti aus Rom, überraschte das Auditorium, indem er seinen Vortrag „Augmentative Zahnmedizin“ auf Deutsch hielt. Er lieferte wichtige Informationen zur Vorhersagbarkeit von Ergebnissen in der regenerativen Implantatchirurgie. Fälle von Grundoperationen mit der richtigen Behandlung von Hart- und Weichgeweben wurden vorgestellt, angefangen bei kleinen Knochendefekten und deren Lösung bis hin zur Untersuchung von Fällen fortgeschrittener Operationen und deren Behandlung.

Dann war Dr. Roland Mantsch an der Reihe. Mit dem Vortrag „ Rot-Weiß-Ästhetik in der restaurativen Zahnheilkunde und Implantologie“ bot er Einblicke in seinen Praxisalltag. Durch seine sympathische und kompetente Art nahm er die Zuschauer auf eine Exkursion in die Thematik „Weichgewebe-Konditionierung“ mit. Dank der Kooperation mit Da Vinci Dental und den kurzen Wegen zwischen seiner Praxis und dem Labor ist es ihm möglich, in mehreren Etappen den so diffizilen Übergang der weißen und roten Ästhetik nachhaltig zu verbessern. Besonders in der Implantologie ist das ausschlaggebend. Das Design des Abutments formt auf eine schönende Art das Zahnfleisch des Patienten. Somit ist ein langfristiger Erfolg garantiert. Das Besondere hierfür ist der Einsatz eines Abutmentdummys (laborgefertigt aus PMMA) während der Herstellungsphase und direkt im Mund des Patienten. Dieser wird solange bearbeitet, bis die gewünschte Austrittsform erreicht ist. Danach wird er in Zirkon umgewandelt.

  • ZTM Hans Jürgen Joit

  • ZTM Hans Jürgen Joit
    © Da Vinci

Last but not least kam der letzte Redner, ZTM Hans Jürgen Joit, auf die Bühne. Durch seine ansteckende gute Laune schaffte er es sofort, das Publikum für sich zu gewinnen. Im Vordergrund steht bei ihm zunächst: Entscheidend ist einzig und allein die Qualität der Arbeit. Durch die Anbindung des Teams kann er sein Wissen und Können multiplizieren und an neuralgischen Punkten im Arbeitsprozess eingreifen. Der ständige Wechsel zwischen analoger und digitaler Technologie zur Planung und exakten Umsetzung seiner Werkstückvision ist heute die logische strategische Konsequenz. Hierbei ist er auf sichere Workflows mit seiner InLab-Software im Zusammenspiel mit dem Cercon- und Celtra-Keramiksystem angewiesen („ich brauche schlicht und einfach ein System, das ohne Panik funktioniert“). Er wies auf seine Webseite hin, auf der ein aktueller Fall aus dem Vortrag unter „Digitaler Workflow – Human Performance“ zu sehen ist. Dort hat er von der initialen Situation bis zur perfekten Restauration, von der Snap-On-Schiene über die therapeutische Restauration und bis hin zur segmentiellen Schichtung gegen PMMA-Dummies sein Konzept dokumentiert.

2021 folgt die nächste Runde!

Somit gingen zwei ereignisreiche Tage zu Ende, als Barbara Schuster und Massimilliano Trombin, sichtlich erleichtert über den guten Verlauf und die positive Resonanz, das Publikum verabschiedeten. Jedes Ende ist aber auch immer ein neuer Anfang und wirft seine Schatten voraus. Nach dem Seminar ist vor dem Seminar. In zwei Jahren ist es wieder soweit und die Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren, seien sie gespannt! 

Quelle: Da Vinci


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