Veranstaltungen

Neuer Intensivkurs der VITA Zahnfabrik

Komplexe implantatprothetische Fälle lösen

Ästhetisch, funktionell und effizient – ein außergewöhnliches Konzept für den implantologischen Langzeiterfolg hat ZTM Hans Jürgen Lange im vergangenen Jahr im Rahmen der Roadshow „VITA Dental Masters on Tour“ vorgestellt: die CAD/CAM-gestützt gefertigte implantatgetragene Versorgung mit einer Materialkombination aus einem stabilen, passgenauen und anatomisch reduzierten VITA YZ-Zirkoniumdioxidgerüst und der kraftabsorbierenden Hybridkeramik VITA ENAMIC multiColor als Verblendstruktur – komplett metallfrei, biokompatibel und verschraubt eingegliedert. In einem daran anknüpfenden intensiven und praktischen Arbeitskurs führt ZTM Hans Jürgen Lange gemeinsam mit ZTM Axel Appel Schritt für Schritt durch das innovative Konzept, damit interessierte Zahntechniker schon morgen selbst komplexe implantatprothetische Fälle auf diesem Weg im Laboralltag umsetzen können.

Die Premiere der eintägigen Intensivfortbildung unter dem Motto „VITA Dental Masters – Reloaded: Komplexe implantatprothetische Fälle lösen“ fand Mitte April 2019 in Hagen statt (Abb. 1).

  • Abb. 1: Mit Leidenschaft und viel Spaß bei der Sache: VITA-Kursleiter ZTM Axel Appel (links) und Referent ZTM Hans Jürgen Lange (Inhaber Dental Labor Teuber, Darmstadt).
  • Abb. 2 u. 3: Die vorbereiteten Modelle und die einzelnen Komponenten für die zwei zu bearbeitenden Kursfälle.
  • Abb. 1: Mit Leidenschaft und viel Spaß bei der Sache: VITA-Kursleiter ZTM Axel Appel (links) und Referent ZTM Hans Jürgen Lange (Inhaber Dental Labor Teuber, Darmstadt).
  • Abb. 2 u. 3: Die vorbereiteten Modelle und die einzelnen Komponenten für die zwei zu bearbeitenden Kursfälle.

Auf der Kursagenda stehen zwei reale Patientenfälle aus dem Laboralltag von ZTM Hans Jürgen Lange – mit besonderem Fokus auf die Konditionierung und definitive Verklebung der einzelnen Materialien. Am Vormittag befestigen die Teilnehmer die Verblendkonstruktionen aus VITA ENAMIC multiColor volladhäsiv auf einem implantatgetragenen dreigliedrigen Zirkoniumdioxidgerüst aus VITA YZ. Am Nachmittag steht eine anatomisch reduzierte und steggetragene NEM-Überkonstruktion im Fokus, die ebenfalls mit VITA ENAMIC multiColor-Kronen adhäsiv verklebt wird. Aus Zeitgründen wird dies anhand eines herausgenommenen dreigliedrigen Segments erarbeitet. Abschließend erfolgt dann die Rekonstruktion der gingivalen Anatomie mit VITA VM LC flow GINGIVA. Vorbereitete Modelle und die vorgeschliffenen Materialkomponenten zur finalen Fertigstellung werden den Teilnehmern zu Kursbeginn gestellt (Abb. 2 u. 3).

Schritt für Schritt zum sicheren Haftverbund

Beispielhaft demonstriert ZTM Lange zunächst die Verklebung einer VITA ENAMIC-Krone auf einer Titanbasis. Die Arbeitsschritte: Die Innenflächen der Hybridkeramik müssen vor der Befestigung stets mit einem 5%igen Flusssäure-Gel 60 Sekunden angeätzt werden (VITA CERAMICS ETCH). Dieses Anätzen bewirkt eine mikroretentive Oberfläche als optimale Grundlage für die später zuverlässige Verklebung mit hohen Haftwerten. Nach der Reinigung mit Wasser und Trocknung erscheint der geätzte Innenbereich weißlich- opak. Nun wird die Klebefläche der Titanbasis vorsichtig abgestrahlt und mit dem Haftvermittler VITA ADIVA M-Primer* benetzt, auf dieselbe Weise wird mit der geätzten Innenfläche der ENAMIC-Krone mittels C-Primer** verfahren – dies dient zur Vorbereitung des beständigen chemischen Haftverbundes.

  • Abb. 4: Die Titanbasis wird dank des ultraopaken, zahnfarbenen Befestigungskomposits verlässlich maskiert. Zudem sorgt eine neu entwickelte intelligente Mischkanüle für einen bis zu 30% geringeren Materialverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Mischkanülen.

  • Abb. 4: Die Titanbasis wird dank des ultraopaken, zahnfarbenen Befestigungskomposits verlässlich maskiert. Zudem sorgt eine neu entwickelte intelligente Mischkanüle für einen bis zu 30% geringeren Materialverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Mischkanülen.
    © Wolf
Jetzt erfolgt die definitive adhäsive Befestigung mit dem dualhärtenden VITA ADIVA IA-CEM Ultra opaque, welcher dünn auf die Klebefläche der Titanbasis aufgetragen wird (Abb. 4). Dieses maskierende Befestigungskomposit für die Implantatprothetik*** ist sowohl extra- als auch intraoral anwendbar.

Zur Vermeidung einer Sauerstoff-Inhibitionsschicht und somit zum leichteren Ausarbeiten erfolgt der Auftrag des farbneutralen Glyzerin-Gels VITA VM LC Gel bei der Endpolymerisation.

Der Haftverbund zwischen der NEM-Überkonstruktion und den ENAMIC-Verblendkonstruktionen bzw. zwischen Letzteren und dem VITA YZ-Zirkoniumdioxidgerüst wird nach demselben Prinzip erarbeitet (Abb. 5a u. b). Speziell für die Konditionierung von Zirkoniumdioxid kommt hier zudem der ZR-Primer zum Einsatz, Befestigungskomposit der Wahl für das Zirkoniumdioxidgerüst ist in diesem Fall S-CEM*** in der Farbe A2 Universal.

  • Abb. 5a: Die Versorgung auf dem Modell und ZR- und C-Primer (links) sowie die S-CEM-Spritze. Primer, Befestigungskomposite und Flusssäure sind in einem Komplettset erhältlich.
  • Abb. 5b: Die fertige Restauration mit Zahnfleischmaske auf dem Modell.
  • Abb. 5a: Die Versorgung auf dem Modell und ZR- und C-Primer (links) sowie die S-CEM-Spritze. Primer, Befestigungskomposite und Flusssäure sind in einem Komplettset erhältlich.
  • Abb. 5b: Die fertige Restauration mit Zahnfleischmaske auf dem Modell.

Finalisierung und Individualisierung der Gingiva

Eine Nacharbeitung bzw. Politur erfolgt mit den Gummipolierern des VITA ENAMIC Polishing Set technical (Abb. 6). Optional kann auch mit den Malfarben des VITA ENAMIC STAINS KIT individualisiert und abschließend mit VITA ENAMIC GLAZE die Oberfläche versiegelt werden.

  • Abb. 6: Nachbearbeitung im zervikalen Bereich.
  • Abb. 7: Auftrag und Individualisierung der Gingiva.
  • Abb. 6: Nachbearbeitung im zervikalen Bereich.
  • Abb. 7: Auftrag und Individualisierung der Gingiva.

Zum Abschluss des Tages widmet sich der Arbeitskurs den vielfältigen Möglichkeiten der individuellen ästhetischen Gingivagestaltung mittels VITA VM LC flow GINGIVA- Massen (Abb. 7) – mit den fünf angebotenen Farben können Zahnfleischreproduktionen patientengerecht realisiert werden. Die fließfähigen und gleichzeitig standfesten Verblendkomposite lassen sich schichtweise mit Zwischenhärtungen einfach positionieren sowie modellieren und ermöglichen so die Schaffung einer naturgetreuen Lebendigkeit der Gingiva. Bei Zahnfleischreproduktionen auf Metallgerüsten muss zunächst das Metall mit Primer konditioniert und dann mit Gingivaopaker abgedeckt werden. Die finale Aushärtung erfolgt im Lichthärteofen.

Fazit und weitere Termine 2019

  • Abb. 8: Die Referenten mit den Kursteilnehmern. Durch die bewusst kleine Teilnehmerzahl bleibt im Intensivkurs viel Raum für individuelle Fragen und Unterstützung.

  • Abb. 8: Die Referenten mit den Kursteilnehmern. Durch die bewusst kleine Teilnehmerzahl bleibt im Intensivkurs viel Raum für individuelle Fragen und Unterstützung.
    © Wolf
Mit ZTM Hans Jürgen Lange bietet die VITA Zahnfabrik Interessierten ein Fortbildungsangebot mit einem absoluten CAD/CAM-Spezialisten seit der ersten Stunde, ergänzt durch die tiefgehende Materialexpertise von VITA-Kursleiter ZTM Axel Appel (Abb. 8).

Nach einem knapp gehaltenen einführenden Theorieteil wechseln sich kurze Demonstrationen der einzelnen Arbeitsschritte mit dem „Hands-on“ der Teilnehmer ab. Die Referenten unterstützen sie dabei, die zuvor gezeigten Kniffe umzusetzen, geben Tipps und beantworten Fragen aller Art.

Die nächsten Kurstermine (jeweils ab 9 Uhr – open end):

  • 23. August in Berlin
  • 03. September in Hagen
  • 22. Oktober in Langen
  • 06. November in Bad Bocklet

Fragen und Anmeldungen nimmt Ute Schmidt unter Tel.:
07761 562-235 oder per E-Mail unter u.schmidt(at)vita-zahnfabrik.com entgegen.

* zur Konditionierung von Titan, Nichtedel- oder Edelmetall-Legierungen
** zur Konditionierung von Feldspat-, Hybrid- oder Glaskeramik
*** eine Lösung des Konzepts der VITA ADIVA LUTING SOLUTIONS, diese beinhalten voll- und selbstadhäsive sowie temporäre Lösungen für die Befestigung aller indirekten Restaurationen in verschiedenen Farben


Ein erfolgreiches Duo: VITA ENAMIC und VITA YZ

VITA ENAMIC ist eine Hybridkeramik mit einer einzigartigen dualen Netzwerkstruktur. Bei diesem Dentalwerkstoff wird das dominierende keramische Netzwerk (86 Gewichtsprozent) mit einem Polymernetzwerk (14 Gewichtsprozent) kombiniert, wobei sich beide vollständig durchdringen. Der E-Modul liegt mit 30 GPa im Bereich von menschlichem Dentin und kann so Kaukräfte wie ein natürlicher Zahn absorbieren („Pufferfunktion“). Neben einer großen Indikationsbandbreite zeichnet sich die Hybridkeramik u. a. durch eine hohe Kantenstabilität und eine hervorragende Schadenstoleranz aus, da das Polymernetzwerk Rissfortschritte aufhalten kann. Wirtschaftliche Vorteile ergeben sich durch hohe Werkzeugstandzeiten. Für besonders ästhetische Ergebnisse ist die im Kurs verwendete Variation „multiColor“ mit einem integrierten Farb- und Transluzenzverlauf in sechs feinnuancierten Schichten vom Hals bis zur Scheide erhältlich. Die zeiteffiziente Herstellung von VITA ENAMIC-Restaurationen erfolgt ohne Ofen, die Finalisierung erfolgt direkt nach der CAM-Fertigung nur durch Politur oder lichthärtende Glasur und kann danach sofort in die Zahnarztpraxis geliefert werden.

Mit dem umfassenden Zirkoniumdioxidsystem VITA YZ SOLUTIONS lässt sich Zahnersatz passgenau, farbtreu und effizient rekonstruieren. Die Rohlinge sind in vier verschiedenen Transluzenzstufen erhältlich, für alle festsitzenden Indikationsbereiche von der Einzelkrone bis zur weitspannigen Brücke. Der Zahntechniker kann zwischen schneeweißen, einfärbbaren (White) und voreingefärbten (Color- und Multicolor-) Varianten als absolut farbtreue Basis nach dem VITA classical A1–D4-Farbstandard wählen.


Weitere Informationen:

www.vita-zahnfabrik.com/kurse

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: M. A. Susanne Wolf


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